Wenigstens ein erster Erfolg!

HaiflossenZuerst die schlechte Nachricht:  Ungefähr 70 Millionen Haie werden dem WWF zufolge weltweit jedes Jahr gefangen. Gejagt werden sie vor allem wegen der begehrten Haifischflossen; die gelten hauptsächlich in Asien als Delikatesse. Der restliche Hai ist meist so uninteressant für die Fänger, dass sie den Tieren nur die Flossen abschneiden und sie dann – oft noch bei lebendigem Leib!!! – wieder ins Wasser werfen. Das bezeichnet man als „Shark Finning“ – eine unglaubliche Verachtung der Tiere und eine Quälerei ohne Ende!

Und jetzt die gute Nachricht, über die der WWF berichtet: Das zweitgrößte Schifffahrtsunternehmen der Welt wird keine Haifischflossen und andere Haiprodukte mehr transportieren. Mitarbeiter des WWF Honkong haben seit vergangenem Sommer mit Mediterranean Shipping Company (MSC) verhandelt und den Zusammenhang zwischen dem industriellen Hai-Fang und den wegbrechenden Bestandszahlen erklärt. Der WWF stellt die Reaktion und das entschiedene Handeln von MSC als leuchtendes Beispiel für andere Unternehmen dar. Und er kündigt an: „Wir werden weiter mit Schiff- und Luftfahrt an einem kompletten Transportbann für Hai-Produkte arbeiten!“

Übrigens gelten fast ein Viertel der über 400 Hai- und Rochenarten derzeit als bedroht. Hauptgrund dafür ist die Fischerei.  Laut WWF haben sich weltweit zwischen 1950 und 2003 die Haifischfänge von etwa 273.000 pro Jahr auf fast 900.000 Tonnen erhöht. Die EU ist einer der Hauptlieferanten für Haie und Haiflossen. Vor drei Jahren einigten sich die Vertragsstaaten der Washingtoner Artenschutzkonvention darauf, fünf besonders bedrohte Arten zu schützen: den Weißspitzen-Hochseehai, den Heringshai und drei Hammerhai-Arten.

Die sind aber nett!

Hai-aufzuchtVor kurzem habe ich mich hier noch über eine satirische Hai-Show lustig gemacht. Und schon holt uns die Realität ein: In Oberhausen gibt es jetzt so was ähnliches. Dort präsentiert das „Sea Life“ nun die nach eigenen Angaben größte Hai-Aufzucht Deutschlands. Bei der Eröffnung dabei war – und das ist jetzt keine Satire! – das DSDS-„Traumpaar“ Sarah Engels und Pietro Lombardi. Die beiden erwarten selbst in wenigen Wochen Nachwuchs. Deshalb haben sie sich im „Hai-Kreißsaal“ ganz besonders aufmerksam umgeschaut. Und ließen sich erklären, wie Schwangerschaft, Geburt und Babypflege bei Haien funktionieren.

Tigerkatzenhaie, Kalifornische Hornhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Schaufelnasen-Hammerhaie oder Zebrahaie leben in der Hai-Aufzucht Oberhausen. „Sea Life“ kann seit längerem Erfolge in der Zucht seltener Haiarten vorweisen. Gerade erst wurden im Oberhausener „Kreißsaal“ sechs Schwarzspitzen-Riffhaie geboren, eine absolute Seltenheit. Die dort arbeitenden Biologen bekommen, wenn sie Glück haben, sogar die Paarung ihrer Schützlinge mit. Etwa ein Jahr später gibt es dann Jungtiere. Im Aufzuchtbecken können Besucher die Riffhai-Babys ebenso bewundern wie den Nachwuchs der Zebrahaie und der Schaufelnasen-Hammerhaie. Wenn die Jungtiere größer werden, ziehen sie in das große Ozeanbecken um oder in ein anderes „Sea Life“-Aquarium in Deutschland. Die Einrichtung will dem Publikum durch Aufklärung die weit verbreitete Angst vor Haien nehmen und zeigen, wie faszinierend diese Tiere sind.

Die wollen doch nur spielen!

YouTube Preview Image
Einfach köstlich, dieses Video von „Young & Rubicam“, das ich bei YouTube gefunden habe! Dahinter steckt allerdings ein ernstes Anliegen: Der Verein „Sharkproject“ engagiert sich gegen die Ausrottung von Haien, die mittlerweile zu den bedrohten Arten zählen. Jahr für Jahr werden etwa 200 Millionen von diesen faszinierenden Fischen getötet. Mit dem Film will „Sharkproject“ vor allem den schlechten Ruf von Haien verbessern, die oft als „Bestien der Meere“ bezeichnet werden. Eine pfiffige Idee, auf der Basis gängiger Delfin- und Wal-Shows eine Hai-Show zu inszenieren! Natürlich nicht ganz ernst zu nehmen, aber sehr amüsant anzuschauen! Die zum Teil sogar als „Killer“ verschrienen Meerestiere zeigen sich so zahm und gelehrig wie Delfine und kommen ebenso sympathisch rüber. Sie lassen Reifen kreisen und werfen Bälle zurück, richtig lustig, diese Kerle! Die beißen nicht, die wollen nur spielen, ist die Botschaft des Videos. In Wirklichkeit spielen allerdings keine echten Haie mit. Aber sie sehen täuschend echt aus, dank der Mithilfe der 3-D-Spezialisten von Dpost (Prag).

Tierschutz mal ganz anders, weder betulich und belehrend, noch scheinheilig und mit Unwahrheiten arbeitend, wie man es von einigen Tierschutzaktivisten leider gewohnt ist, sondern originell und satirisch. Gefällt mir sehr gut!!!

Herbe Niederlage für den Tierschutz!

Ich habe über das Thema schon mehrmals in meinem Blog geschrieben, zuletzt hier: über die umstrittene Haijagd vor der australischen Westküste. Proteste und Klagen von Tierschützern und Teilen der Bevölkerung gegen die Jagd haben offenbar nichts genützt. Das Fischereiministerium hat sich über all das hinweggesetzt und nun gemeldet, dass 172 Haie gefangen und 50 von ihnen getötet wurden. Außerdem hat man 90 Haie gekennzeichnet, bevor sie man sie wieder ins Meer zurückgelassen hat.

Die australische Regierung hatte im Januar nach mehreren tödlichen Hai-Angriffen auf Schwimmer und Surfer in den vergangenen Jahren beschlossen, bestimmte Arten von Haien – darunter Weiße Haie, Tiger- und Bullenhaie –  bzw. Haie, die größer sind als drei Meter, zu töten. An den acht beliebtesten Badestränden der Westküste wurden 60 Köderleinen ausgelegt und nun, nach drei Monaten, Ende April wieder eingeholt. Die Politiker verweisen stolz darauf, dass der größte Hai, der viereinhalb Meter lang ist, am Floreat Beach angebissen hat. Aus dem Fischereiministrium verlautet, es habe sich bei den Köderleinen um eine behutsam umgesetzte Maßnahme gehandelt. Nun würden sich Schwimmer, Surfer und Taucher an den Stränden von Perth und im Südwesten wieder sicher fühlen.

Ich glaube aber nicht, dass es da eine absolute Sicherheit geben kann. Die genannten Haiarten haben einfach ihren angestammten Lebensraum in diesen Küstengewässern. Sie müssen sterben, damit Menschen ihrem ungetrübten Freizeitvergnügen nachgehen können und damit die vielen Touristen, die an diese Strände drängen, nicht verschreckt werden. Wer aber in solchen Gegenden unbedingt seinen Sport ausüben will, muss meiner Meinung nach ein gewisses Risiko in Kauf nehmen. Profitgier und der Irrglaube des Menschen, uneingeschränkt über die Natur herrschen zu können, haben wieder einmal gesiegt – leider. Eine herbe Niederlage für den Tierschutz!

Menschliche Größe

Das nenne ich menschliche Größe: Die Mutter eines Hai-Opfers in Australien will gegen die umstrittene Jagd auf  Haie durch die Behörden vor Gericht ziehen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Sharon Burden heißt die Dame. Ihr 21-jähriger Sohn wurde vor drei Jahren bei einem Hai-Angriff getötet. Trotzdem stemmt sich die Mutter gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Sea Shepherd gegen die grausame Hatz auf die Raubfische an den Küsten Westaustraliens und erhebt Klage. Ich habe vor ein paar Wochen das Thema Hai-Jagd in Australien hier bereits ausführlich behandelt – nun hat es wieder an Aktualität gewonnen.

Nach der Debatte im Dezember sind die Australier vor vier Wochen wegen eines tödlichen Angriffs zur Tat geschritten und haben begonnen, Haie zu töten – obwohl dadurch ein Gesetz zum Schutz des Weißen Hais verletzt wird. Darauf wiesen die Tierschützer in letzter Zeit immer wieder hin – doch ohne Erfolg. Seit Beginn der Jagd wurden bereits Dutzende Raubfische getötet, allerdings keine Weißen Haie, deren Bestand stark bedroht ist. In ganz „Down Under“  haben Menschen in letzter Zeit gegen die Hai-Hatz protestiert.

Die Frau, die sich nun trotz ihres schweren Verlustes so couragiert für die Tiere einsetzt, begründet das so: Sie sei beunruhigt, jetzt ausgerechnet an dem Meeresabschnitt  mit Fangvorrichtungen konfrontiert zu werden, an dem damals ihr Sohn umkam. Sie fühlt sich außerdem verpflichtet, „alles in der Natur zu schützen“, sagte sie dem Onlineportal „WAtoday“.  Respekt vor dieser Haltung!

Schon wieder Australien!

Dass die Australier nicht zimperlich sind, wenn es um das Töten von Tieren geht, haben wir ja erst kürzlich gesehen, beim knallharten Abschießen von Kamelen. Nun ist in Down Under ein Streit darüber entbrannt, ob Haie umgebracht werden sollen – und zwar präventiv. Zu dieser Debatte ist es gekommen, weil sich die Hai-Angriffe in letzter Zeit häufen. Sowohl vor der Ost- als auch vor der Westküste des Kontinents kam in den vergangenen Wochen je ein junger Mann beim Surfen durch Haie ums Leben; einmal war es ein Tigerhai, einmal ein Weißer Hai.

In Australien sind der Weiße Hai und andere bedrohte Haiarten gesetzlich geschützt. Diese Regelung soll nach Meinung verschiedener Politiker und auch Teilen der Bevölkerung aufgehoben werden. Die Gegenseite vertritt die Ansicht, dass die Zahl der menschlichen Todesfälle durch Haie wesentlich geringer sei als die Zahl der Menschen, die ertrinken. Diese Seite macht folgende Rechnung auf: Seit 1962 ist pro Jahr ein Mensch durch einen Haiangriff gestorben, während jedes Jahr 300 Menschen durch Ertrinken ums Leben kommen. Selbst die Angehörigen und Freunde der beiden letzten Hai-Todesopfer sind übrigens nicht dafür, Jagd auf Haie zu machen. Schließlich nimmt man ein gewisses Risiko in Kauf, wenn man in diesen Meeresküsten ins Wasser geht.

Bei der Hatz auf Haie haben sich die menschlichen Jäger übrigens immer wieder nicht gerade rühmlich hervorgetan. Es gibt die Möglichkeit des „catch-and-kill-orders“, also des Befehls zum Fangen und Töten der Tiere, den die Ministerpräsidenten der einzelen australischen Bundesstaaten geben können, wenn es zu einem tödlichen Angriff gekommen ist. Doch diese Regelung ist zeitlich begrenzt – wenn der Hai nicht innerhalb von 24 Stunden gejagt ist, läuft die Frist aus. Und in diesem Zeitraaum kann ein Hai weit, weit weg schwimmen.

Und so reicht die Spannweite der aktuellen Diskussion in Australien von der Forderung nach „Ausmerzung“ von Haien bis zum Ruf nach Schutz bedrohter Arten. Vielleicht sollten die „Aussies“ mal in die USA schauen, wenn sie eine Entscheidungshilfe brauchen. Unsere amerikanischen Freunde haben natürlich auch in dieser Angelegenheit schon Erfahrung gesammelt – und was für eine: Immerhin 4700 Haie haben sie in 17 Jahren vor Hawaii umgebracht. Eine beeindruckende Zahl – nur: Die Zahl der Angriffe hat sich dadurch keinesfalls bedeutend verringert. Australische Wissenschaftler sind auch schon auf den Trichter gekommen, dass die Tötung von einzelnen Haien durchaus nicht zwangsläufig zum Erfolg führen muss. Sie haben außerdem erkannt, dass immer mehr Menschen an den australischen Küsten Wassersport betreiben und die Zahl der Angriffe möglicherweise auch deshalb steigt.

Dass jemand ein Schwimm- oder Surfverbot für Menschen fordert, davon habe ich bisher noch nichts gehört. Das würde ja auch dem Tourismus schaden, und bevor es da Einbrüche gibt, bringt man natürlich lieber Tiere um. Leider.

Hoffnungsschimmer für Haie

„Finning“ ist normalerweise ein Thema, von dem ich als Tierfreundin am liebsten gar nichts hören möchte. So abartig finde ich diese Praxis von Fischern, beim Haifischfang den Tieren die höchst begehrten Flossen abzutrennen und dann den oft noch lebenden Hai gleich im Meer zu entsorgen. Diese unmenschliche Tier-Verstümmelung ist zwar schon 2003 durch ein EU-Gesetz verboten worden, aber weil Kontrollen nur schwer möglich sind, wurde immer wieder dagegen verstoßen.

Nun stehen die Aussichten nicht schlecht, dass diesen Tierquälern wirklich das Handwerk gelegt wird. Die EU-Kommission hat nämlich zum Schutz der bedrohten Haibestände verschärfte Regeln beschlossen. Denn Haien droht schnell die Überfischung, weil sie nur langsam wachsen, spät geschlechtsreif werden und nur wenige Jungtiere als Nachwuchs haben. Trotzdem wächst die Nachfrage nach Haifischflossen ständig – besonders in Asien. In China glaubt man zum Beispiel, dass Haifischflossensuppe nicht nur innere Organe und die Lebenskraft stärkt, sondern auch die Potenz erhöht. Weil die Flossen so teuer sind, kommen sie außerdem immer häufiger nur aus Prestigegründen bei festlichen Anlässen auf den Tisch.

Bislang war es so, dass die Fischer Haiflossen auf dem Meer abtrennen durften, sie dann aber mit dem restlichen Fisch an Land bringen mussten. Bei Kontrollen haben Beamte dann versucht, anhand des Gewichtsverhältnisses von Flossen zu Fischkörpern zu berechnen, ob die Fischer verbotenerweise verstümmelte Haie ins Wasser zurückgeworfen hatten. Doch diese Methode ist aufwändig und kann natürlich nur annäherungsweise exakte Ergebnisse bringen.

Um dem grausamen Finning wirklich ein Ende zu machen, haben die EU-Minister daher folgendes beschlossen: Fischer, die unter EU-Flagge auf dem Meer unterwegs sind, dürfen nur noch Haie mit unversehrten Flossen an Land bringen. Sie können dadurch weniger Haie fangen, weil der Platz an Bord begrenzt ist. Diese Regelung gilt für Schiffe unter der Flagge europäischer Staaten, und zwar auf der ganzen Welt; außerdem für alle außereuropäischen Schiffe, die in EU-Gewässern unterwegs sind. Für viele bedrohte Haiarten könnte das wirklich ein Hoffnungsschimmer sein.

Schwangerschaft auf hoher See

Über Weiße Haie kursieren seit Steven Spielbergs Film und der Romanvorlage von Peter Benchley in den 1970er Jahren die wildesten Gerüchte. Als wahre Bestien wurden die Tiere seitdem immer wieder hingestellt, die gnadenlos auch Menschen jagen. Benchley hat später bedauert, dass sein Buch daran wesentlich mit schuld war. Der Autor startete, sozusagen zur Wiedergutmachung, verschiedene Aufklärungskampagnen über Haie, die natürlich längst nicht so spektakulär waren wie der Roman.

Noch immer arbeiten Forscher daran, mehr über die Lebensweise von Weißen Haien herauszufinden. Jetzt haben Wissenschaftler des „Marine Conservation Science Institute“, einer Organisation für den Schutz von Meerestieren in den USA, neue Erkenntnisse  über weibliche Weiße Haie während der Schwangerschaft veröffentlicht.

Die Forscher haben die Tiere mit Funk-Sendern ausgestattet, die an den Rückenflossen angebracht wurden. Dazu hat man die Haie eingefangen und auf ein speziell ausgerüstetes Forschungsschiff gebracht. Die Sender funken Signale zu einem Satelliten, wenn die Haie auftauchen. Die Forscher haben diese Bewegungen der Hai-Weibchen mehrere Jahre lang aufgezeichnet und analysiert.

Nun weiß man, dass die trächtigen Tiere die meiste Zeit der eineinhalb Jahre dauernden Schwangerschaft auf Wanderschaft weit draußen im Ozean verbringen. Die Paarung spielt sich noch in Küstennähe ab, dann schwimmen die Weibchen hinaus. Offenbar meiden sie die Männchen außerhalb der Paarungszeit, denn nicht einmal während fünf Prozent ihrer vielen Monate auf hoher See hielten sich die werdenden Mütter in der Nähe von männlichen Artgenossen auf. Um ihre Jungen zur Welt zu bringen, kehren die Weißen Haie dann aber wieder in die Küstenregionen zurück. Dort werden sie schon nach kurzer Zeit wieder schwanger und beginnen ihre Wanderschaft aufs Neue.

Artenschutz seit 40 Jahren

Es ist eines der ältesten Umweltabkommen überhaupt: das Washingtoner Artenschutzabkommen, das am 3. März 1973 unterzeichnet wurde. Bei der diesjährigen Artenschutzkonferenz, die vom 3. bis 14. März in Bangkok stattfindet, feiern die 177 Mitgliedstaaten den 40. Jahrestag. Sie sind sich allerdings bewusst, dass das Abkommen zwar einiges zum Tier- und Artenschutz beigetragen hat, dass aber Wilderei und Schmuggel mit Tieren oder tierischen Produkten gerade in den letzten Jahren zugenommen haben.

Die Teilnehmer an der Konferenz in der thailändischen Hauptstadt haben eine eindrucksvolle Antragsliste abzuarbeiten und müssen über rund 70 Anträge entscheiden. Hier die wichtigsten Themen:

Zum Schutz der Afrikanischen Elefanten ist der Export von Elfenbein bis zum Jahr 2017 aus vier südafrikanischen Ländern verboten. Burkina Faso und Kenia verlangen, dass das Verbot für die Elefantenbestände aller Länder gelten soll.

Zum Schutz von Eisbären haben die USA den Antrag gestellt, den internationalen Handel mit Eisbärfellen und Eisbär-Jagdtrophäen komplett zu verbieten. Die USA sind mit gutem Beispiel vorangegangen: Dort gelten strenge Schutzmaßnahmen für Eisbären.

Nashörner haben besonders unter Wilderei zu leiden, weil ihr Horn für die traditionelle chinesische Medizin begehrt ist und auf dem Schwarzmarkt Wucherpreise erzielt. Kenia fordert deshalb, Jagdtrophäen-Exporte aus Südafrika und Swasiland zu verbieten. In anderen Ländern ist ein solches Verbot bereits in Kraft.

Bei Schildkröten soll eine ganze Reihe von Arten künftig besser geschützt werden. Manche Arten sind bedroht, weil sie dem Heimtierhandel auf internationaler Ebene satte Gewinne bringen, andere gefährdete Arten wandern in die Kochtöpfe der südostasiatischen Küche.

Unter anderem Deutschland verlangt, eine Reihe von Haiarten besser zu schützen. Brasilien will Handelsbegrenzungen für den Weißspitzen-Hochseehai. Haie geraten oft als Beifang in Thunfischnetze, ihre Flossen gelten in der südostasiatischen Küche als Delikatesse.

Bei anderen Tierarten soll der bisherige Schutz gelockert werden. So möchte Thailand wieder eine Erlaubnis für den Export von Krokodilen und Krokodilprodukten erreichen. Und Australien möchte eine Erlaubnis für den Export von Rattenkängurus und deren Produkten durchsetzen, weil sich diese Tiere stark vermehrt hätten.

Weil Tierschutz populärer ist als Pflanzenschutz, wird oft vergessen, dass es beim Washingtoner Artenschutzabkommen und bei der Artenschutzkonferenz auch um den Schutz von Pflanzen geht. In diesem Jahr hat zum Beispiel Madagaskar den Antrag auf eine Handelsbegrenzung für Ebenholz und Palisander gestellt. Diese Tropenhölzer sind in verschiedenen Nationalparks bereits bedroht.

Er lebte mit den Fischen

Heute mal wieder ein Buchtipp: Über den berühmten Meeresforscher Jacques Cousteau ist in der „Bibliothek der Entdecker“ des Verlags Frederking & Thaler eine neue Bildbiographie von Kathrin Schubert erschienen  (ISBN 978-3-89405-928-6, Preis: 24,95 Euro).

Er wollte mit den Meeresbewohnern auf Du und Du und am liebsten selbst ein Fisch sein: Jacques Cousteau. Dazu ließ er sich seine berühmte „Tauchende Untertasse“ bauen. Das war im Jahr 1959. Cousteau ging noch weiter: Um zu beweisen, dass man unter Wasser genauso leben konnte wie an Land, wurde nach seinen Anweisungen die Unterwasserstation „Précontinent“ gebaut. Mindestens genauso berühmt wie die „Tauchende Untertasse“ wurde Cousteaus Forschungsschiff „Calypso“, das nach seinen Vorstellungen ausgestattet wurde. Er fuhr damit um die ganze Welt, und an Bord reisten Tiere mit, deren Verhalten erforscht wurde.

Cousteau ist allerdings nicht unumstritten. Um an spektakuläre Aufnahmen zu kommen, war ihm (fast) jedes Mittel recht. So provozierten er und sein Team zum Beispiel Haie und bannten damit manipulierte Szenen auf Zelluloid. Dafür schreckten sie auch nicht davor zurück, ein Blutbad in einer Gruppe von Haien anzurichten. Auch diesen Aspekt berücksichtigt die Autorin des Buches, dessen Lektüre ich wärmstens empfehlen kann – auch wegen der vielen wunderbaren Fotos.