Die schielende Heidi ist tot

Typisch. Kaum fährt die Autorin dieses Tierblogs Ute Wolf alias uwo mal ein paar Tage in den Urlaub, schon überstürzen sich die Ereignisse. Die traurige Nachricht des Tages: Heute früh musste im Leipziger Zoo das weltberühmte schielende Opossum Heidi eingeschläfert werden. uwo hat hier natürlich schon mehrfach über Heidi als tierisches Phänomen geschrieben. Noch Ende August war in ihrem Beitrag „Wenn Beutelratten alt werden“ alles Wissenswerte über den sächsischen Star zu lesen. Ich erspare Ihnen deshalb weitere Details – als Greuther-Weib stecke ich sowieso nicht so im Thema drin.
Um es also kurz zu machen: Heidi hatte mit 3,5 Jahren ein – offensichtlich – biblisches Opossum-Alter erreicht. Möge sie mit Krake Paul, Eisbär Knut, der Elefantendame Yvonne und dem Nürnberger Flusspferd Webbi vom Tierhimmel aus auf alle Zoos und Tiergärten dieser Welt herabblicken und sich – vielleicht – ihren Teil denken.
Einen ausführlichen Artikel zu Heidis Tod kann man hier lesen.

Wenn Beutelratten alt werden

Gerade erst war sie in der neu eröffneten Tropenhalle “Gondwanaland” des Leipziger Zoos nach mehrmonatiger Abstinenz ans Licht der Öffentlichkeit zurückgekehrt, schon macht sie die ersten Negativ-Schlagzeilen:  Das schielende Opossum Heidi zeigt angeblich erste Alterserscheinungen. Hat jedenfalls die „Bild“-Zeitung behauptet, und wenn die irgendeinen tierischen Laut von sich gibt, müssen sich Zoo-Verantwortliche hinterher leider von den Nachrichtenagenturen dazu befragen lassen. Anscheinend muss bei denen auch ein riesengroßes Sommerloch gefüllt werden.

Nun könnte man natürlich fragen, warum ich dann auch noch auf das Thema aufspringe. Aber es ist leider immer so eine Sache: Tut man es nicht, heißt es, man ist nicht auf dem neuesten Stand der Dinge. Tut man es, macht man sich derselben Sensationsgeilheit verdächtig, die das Springer-Blatt kennzeichnet.

Also: Heidi soll unter Rückenschmerzen leiden. Das liegt wohl auch einfach daran, dass die Beutelratte bereits dreieinhalb Jahre auf dem Buckel (!) hat, und mit dem Alter kommen bekanntlich die Wehwehchen. Heidis Artgenossen in freier Wildbahn werden nur ganz selten so alt – und vor allem auch nicht so fett, wie Heidi es war, bevor sie von Dänemark nach Leipzig umzog. Dort musste sie bekanntlich erst mal abspecken. Aber ihr einstiges Übergewicht rächt sich jetzt eben.
Sollte der sächsische Zoo für die Zukunft mit süßen Babys von Heidi geliebäugelt haben, die schließlich noch mehr Publikum ins anscheinend permanent überfüllte  „Gondwanaland“ gelockt hätten, so musste er diese Hoffnung mittlerweile fahren lassen. Für Nachwuchs ist Heidi schlichtweg zu alt. Sie lebt jetzt auch nicht mehr mit ihrem Partner Teddy zusammen, nur noch mit ihrer gleichaltrigen Schwester Naira. Das ist auf jeden Fall stressfreier für sie.

Der Heidi-Rummel geht weiter

Die meisten werden sich an das schielende Opossum Heidi erinnern, das vor ein paar Monaten weltweit zum Superstar wurde. In letzter Zeit war es still geworden um die Beutelratte im Leipziger Zoo. Heidi, die aus einem dänischen Zoo nach Sachsen kam, musste während der vergangenen Monate in der Quarantänestation des Leipziger Zoos ausharren. Das heißt: Zoobesucher bekamen sie nicht zu Gesicht. Sie sollte während der Quarantäne auch eine Abmagerungskur machen. Denn man vermutet, die Fehlstellung ihrer Glupschaugen ist auf Fetteinlagerungen in ihren Augenhöhlen zurückzuführen.

Heute nun kehrte Heidi ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zurück. Sie ist in ihr Gehege in der neuen Tropenhalle „Gondwanaland“ des Leipziger Zoos umgezogen. Fotografen, Kamerateams und Journalisten durften dabei sein und über das Ereignis berichten. Heidi nahm den Medien-Hype gelassen. Zuerst lockte man sie mit einem Hunde-Leckerli und einem Stück Birne aus dem Transportkäfig. In ihrem neuen, 30 Quadratmeter großen Zuhause fühlte sich Heidi dann offensichtlich sehr schnell heimisch. Sie verschwand postwendend in einem hohlen Baumstamm und legte ein kleines Schläfchen ein. Übrigens hat die Diät funktioniert: Heidi hat ungefähr ein Kilo abgespeckt und wiegt jetzt 4,3 Kilo, das entspricht in etwa dem Normalgewicht. Ihren Silberblick hat sie allerdings beibehalten – aber der macht ja gerade Heidis Charme aus!

Für die Zoobesucher heißt es jedoch weiterhin: abwarten und Tee trinken. Sie können Heidi erst dann leibhaftig bewundern, wenn das „Gondwanaland“ am 1. Juli für das Publikum eröffnet wird.