Lebenswichtige soziale Netzwerke

Wer sagt denn, soziale Netzwerke existieren erst seit Beginn des digitalen Zeitalters und funktionieren nur über Twitter, Facebook usw. ? Weit gefehlt! Völlig daneben liegt auch, wer annimmt, sie seien vom Menschen erfunden. Nein, es gibt auch verschiedene Tierarten, die schon vor langer Zeit soziale Netzwerke entwickelt haben. Für manche von ihnen ist es sogar lebenswichtig, gut in sozialen Netzwerken eingebunden zu sein. Sind sie es nämlich nicht, kann ihr Überlebenskampf noch viel härter werden, als er es für die meisten Tiere in freier Wildbahn sowieso schon ist.

Ein Beispiel gefällig? – Nehmen wir dafür die neuesten Ergebnisse von Wissenschaftlern der Universität St. Andrews in Schottland her, die sich den sozialen Verbänden bei Totenkopfaffen gewidmet haben. Die Forscher haben vor kurzem herausgefunden, dass diejenigen Gruppenmitglieder am schnellsten an unbekannte Futterquellen herankommen, die am besten sozial vernetzt sind. Für die Versuche arbeiteten die Wissenschaftler mit den „Bossen“ zweier Totenkopfaffen-Gruppen: Die beiden Affen bekamen jeweils ein verschlossenes Gefäß mit Futter präsentiert und wurden dann in unterschiedlichen Methoden trainiert, dieses Behältnis zu öffnen.

Nach der Schulung kehrten die Alpha-Tiere in ihren Affenstaat zurück (frei nach dem „Dschungelbuch“; leider steht unter dem YouTube-Video fälschlicherweise „Affenstall“ statt „Affenstaat“, wie es im Lied heißt, und der Name des Affenkönigs ist auch falsch geschrieben, richtig wäre Louie, nicht Lui). Die Forscher konnten genau folgende Abläufe beobachten: Die Gruppenmitglieder, die über die vielfältigsten sozialen Verbindungen verfügen, sind rascher in der Lage, sich die Technik von ihrem Chef abzuschauen und selbst anzueignen, als die Äffchen, die eher Randfiguren im Verbund sind. Und noch etwas stellten die Biologen fest. Etwas, das ich als Aufmunterung für diejenigen unter meinen Lesern betonen möchte, die – wie ich selbst – nicht mehr die Jüngsten sind: Das Alter der Affen spielte bei den Experimenten überhaupt keine Rolle!!! Dieser Aspekt des Studienergebnisses wundert mich allerdings überhaupt nicht. Ähnliches beobachte ich tagtäglich in meiner näheren Umgebung.

Uni Augsburg: Alles für die Katz´

An der Universität Augsburg hat sich ein Tier zum Star entwickelt: Dort gibt es neuerdings eine Campuskatze, die durch Facebook Berühmtheit erlangt hat. Die Katze ist kein Streuner, sondern gehört einer Frau, die im Uni-Viertel wohnt und das Tier auch versorgt.

Trotzdem streift die Katze mit dem rot-weißen Fell gern und oft über das Unigelände und liebt es, sich von den Studenten streicheln zu lassen. Alle Studenten und Uni-Mitarbeiter kennen das Tier. Der BWL-Student Akilnathan Logeswaran hat im Sommer eine Facebook-Seite für das Tier eingerichtet, nachdem die Katze ihn während seiner Prüfungs-Vorbereitungen regelmäßig besucht hatte und er mit ihr Freundschaft geschlossen hatte. Inzwischen bekommt der 24-Jährige jede Menge E-Mails mit Fotos von Studenten, die die „Campus Cat“ im Arm halten. Logeswaran wünscht sich, dass die Katze Maskottchen der Universität wird.

Auf ihrer Facebook-Seite hat die Katze inzwischen bereits mehr „Gefällt mir“-Klicks als die Uni Augsburg. Die Uni-Leitung hat das auch schon registriert und ein Foto der Katze in den Adventskalender für die Partner der Universität gestellt. Noch konnte man sich aber nicht durchringen, sie zum offiziellen Maskottchen zu machen.

An der Uni Konstanz ist man da schon weiter: Dort wird der „Uni-Kater“ komplett vermarktet. Es gibt sogar Postkarten mit seinem Foto.