Pinguine zum Spaß für Badegäste?

Pinguin
Da taucht wieder mal das Thema auf, das die Emotionen hochkochen lässt: Dürfen Tiere nur zum Spaß von Menschen gehalten werden? In diesem Fall geht es um Humboldt-Piguine im „Spreewelten-Bad“ in Lübbenau (Brandenburg), die in einer 400 Quadratmeter großen Anlage leben (das Foto zeigt einen Pinguin mit Tierpflegerin Laura Schäfer). In diesem „Erlebnisbad“ wird u.a. mit der Attraktion „Schwimmen mit Pinguinen“ geworben, was es in Europa sonst nirgends gibt. Wobei die Besucher gar nicht wirklich mit den Tieren schwimmen. Die Badegäste sind vielmehr in einem Außenbecken von den Pinguinen lediglich durch eine Plexiglasscheibe getrennt und können direkt an die Scheibe heran, um möglichst nahe an die im und unter Wasser schwimmenden Tiere zu kommen. Es geht genau genommen also um Blick-, nicht um Körperkontakt.

Die Pinguine von Lübbenau scheinen sich dort ganz wohlzufühlen – zumindest vermehren sie sich wie die Karnickel (die mir den Gebrauch der Redewendung verzeihen mögen), so dass es für die vielen Tiere zu eng wird. Für zehn junge Pinguine, die im vergangenen Jahr geschlüpft sind, wurde deshalb ein neues Zuhause gesucht und mittlerweile gefunden. Jetzt haben sie den schönen Spreewald (kann ich zumindest für einen Kurzurlaub nur empfehlen!) verlassen und die Reise nach Tschechien angetreten. Dort sollen sie allerdings nicht bleiben. Ihr nächstes Ziel ist die Türkei: In Antalya sollen sie in einer Hotel-Freizeitanlage untergebracht werden, um auch dort für die Unterhaltung der Gäste zu sorgen. Es gab in den letzten Jahren übrigens auch schon Pinguin-Nachwuchs aus Lübbenau, der nach Philadelphia (USA) und Südkorea geschickt wurde.

In der Türkei gibt es bekanntlich auch Hotelanlagen, wo Delfine zum Amusement von Touristen gehalten werden. Das wurde und wird – meiner Meinung nach zu recht – von Tierschützern heftig kritisiert. Ich habe aber noch nicht gehört, dass sich bei den Pinguinen darüber aufregt. Gehört wohl wieder in die Rubrik „doppelte Moral“ von gewissen Leuten…

Wieder eine Hiobsbotschaft aus Dortmund

HumboldtpinguinDas Drama im Zoo in Dortmund geht weiter: Nach Seelöwin Holly, die Anfang November unter noch nicht geklärten Umständen im Gehege tot aufgefunden wurde, ist jetzt ein junger Humboldtpinguin tot. Er lag außerhalb seines Geheges in der Nähe der Flamingos. Außerdem sind zwei seiner Artgenossen verschwunden. Die drei wurden vor gar nicht langer Zeit noch als Zuchterfolge gefeiert.

Der Zoodirektor und alle Mitarbeiter stehen vor einem Rätsel. Man weiß auch noch nicht, welche Verletzungen zum Tod des Pinguins geführt haben. Wie schon bei der 21 Jahre alten Seelöwin Holly hat auch jetzt wieder die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Im Fall von Holly hatte der Zoo den Verdacht, dass das Tier von einem oder mehreren Fremden, die nachts in den Zoo einbrachen, erschlagen wurde. Polizeiermittlungen in diese Richtung blieben aber erfolglos. Die Serie mit Tieren, die aus dem Zoo verschwunden sind, ging schon im August los, als drei Zwergseidenäffchen und zwei Zwergagutis gestohlen wurden.

Nun will der Zoodirektor die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Gelände weiter verstärken. Außerdem ist ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr im Einsatz.

Schon wieder neue Tiergartenbewohner

TiergartDer Tiergarten kommt derzeit gar nicht nach im Vorstellen der Neuzugänge. Nun gaben sich Pino, Lotta und Lina die Ehre. Das Pinguintrio kämpfte sich im April durch die Eischalen ans Licht des Schmausenbucks. Und Pino watschelte schon wenige Tage später zum Erstaunen seines Pflegers Thorsten Christ auf diesen zu, um sich füttern zu lassen. In der Regel dauere es zwei Monate, sagte Christ, bis die Tiere zu Menschen Vertrauen fassen.

Auch Lina hat eine besondere Geschichte. Sie wurde ihren „Eltern“ Goldi und Phil kurzerhand untergeschoben, deren Eier unbefruchtet waren. Damit entlastete der Tiergarten Doris und Brösel. Die beiden sind die wirklichen Eltern von Lina, konnten sich dadurch aber voll auf Lotta konzentrieren.

Mit Pino, Lotta und Lina, die am Schmausenbuck bleiben sollen, ist die dortige Humboldtpinguinkolonie auf 25 Tiere angewachsen.