Mehr Tierschutz für Zuchtkaninchen

Tierschützer kritisieren zurecht immer wieder die Bedingungen, in denen Nutztiere in Mastbetrieben gehalten werden. Schweine und Geflügel sind dabei häufig in den Schlagzeilen zu finden. Um mehr Tierschutz bei Großbetrieben mit Mast- und Zuchtkaninchen hat sich bisher kaum jemand gekümmert.

Das soll nun anders werden. Erstmals sollen auch für solche Großbetriebe wesentlich strengere Haltungsbedingungen in Kraft treten. Das Bundesagrarministerium hat dafür neue Vorgaben erarbeitet, die den Bedürfnissen der Tiere mehr entgegenkommen. Diese Entwürfe sind jetzt an die Länder und die Verbände gegangen und sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Es soll folgende Verbesserungen geben: Das typische Bewegungsverhalten der Kaninchen, also ihre hoppelnden Sprünge, muss bei der Unterbringung berücksichtigt werden. Um das zu gewährleisten, müssen die Ställe eine Mindestgröße aufweisen und der Boden muss in Zukunft mit rutschfestem, trittsicheren Unterlagen ausgestattet sein. Es muss außerdem trockene Liegefläche für die Nager geben, und die Betriebe haben dafür zu sorgen, dass den Kaninchen genügend Stroh, Heu und Material zum Nagen zur Verfügung steht. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Tiere, die gern soziale Gruppen bilden, nicht isoliert gehalten werden. Natürliches Licht soll künftig ebenfalls Vorschrift sein, und die Zuchtbetriebe müssen garantieren, dass zweimal täglich jemand nach den Tieren sieht.

Diese Regelungen sollen nicht für Familien gelten, die sich ein Kaninchen als Haustier halten. Betroffen sind vielmehr größere gewerbliche Betriebe, die Kaninchen züchten. Davon gibt es in Deutschland immerhin 58.

 

 

Vergreiste Haustiere – ist das die Zukunft?

interzooZu solchen Veranstaltungen habe ich irgendwie ein zwiespältiges Verhältnis: Derzeit (noch bis 16. Mai) läuft im Nürnberger Messezentrum die Heimtiermesse Interzoo. Schnickschnack wie Plastikkleidchen in Pink für Hundedamen oder luxuriöse Fressnäfpe in edlem Design, französische Bettchen für verwöhnte Katzen, kitschige Stofftiere oder überflüssiges Spielzeug für die vierbeinigen Lieblinge – all so was ist mir ein Gräuel. Regelrecht geschmacklos finde ich das.

Aber am Rande der nur für Fachbesucher zugänglichen Messe gab es ein paar recht interessante Informationen für Tierfreunde. So besitzt jeder dritte Bundesbürger ein Haustier; das heißt: 22,6 Millionen Tiere leben in deutschen Haushalten. Und Herrchen bzw. Frauchen ist für ihre Schützlinge nur das Beste gut genug, Krise hin oder her: 3,6 Milliarden Euro sind in Deutschland im letzten Jahr für Tiere ausgegeben worden, damit konnte die Branche ein kleines Wachstum von 2,2 Prozent verbuchen.

Immer noch führen die Katzen (mit 8,2 Millionen Tieren) die „Hitliste“ der beliebtesten Haustiere bei uns an, dann folgen Kleintiere, z.B. Zwergkaninchen, Mäuse und Hamster (5,6 Millionen) und Hunde (5,4 Millionen).
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23 000 "Osterhasen" tot

Auch auf die Gefahr hin, dass den einen oder anderen das  Thema Ostern bzw. Osterhase jetzt nach den Feiertagen nerven könnte: Eine kleine Nachlese zu den bedrohten Kaninchen muss heute doch sein. Denn aus Neuseeland erreichen uns traurige Nachrichten. In der Provinz Otago wurde ausgerechnet an Ostern zur Jagd auf Kaninchen geblasen. Über 23 000 Tiere sind dabei ums Leben gekommen.

Nun verurteile ich ja nicht das Jagen per se. Die Neuseeländer werden offenbar der Kaninchenplage nicht anders Herr. Die Nager vermehren sich – wie das Sprichwort schon sagt – „wie die Karnickel“ und fressen Kühen und Schafen das Gras weg. Deshalb findet schon seit 19 Jahren eine „Osterjagd“ statt. Heuer war sie – aus Jägersicht – besonders erfolgreich: Es gab die zweithöchste Abschusszahl seit Einführung dieser Jagd.

Trotzdem frage ich mich: Muss man die Jagd unbedingt gerade zum Osterfest veranstalten?

Unfrohe Ostern für Meißner Widder

So, jetzt ist wieder Schluss mit lustig oder – für alle, die meine Nashorn-Potenzmittel-Idee doch nicht so gut fanden – zumindest Schluss mit Aprilscherzen und deren Auflösung.

Jetzt haben wir Ostern (auch wenn mein Chefredakteur gleich aufheulen würde, wenn er das lesen würde, weil er uns eingetrichtert hat: Heute ist Karsamstag, nicht etwa Ostersamstag!). Zu Ostern gehören in einem Tier-Blog natürlich Hasen, bzw. ihre Verwandten, die Kaninchen. Achtung, jetzt wird es weniger österlich, eher traurig. Denn: Nicht einmal zu Ostern lassen uns diese lästigen Tierschützer wie der WWF  in Frieden. Nein, sie müssen uns die Festlaune verderben und warnen: Jede dritte Kaninchenrasse in Deutschland gilt als gefährdet.

WidderkaninchenBeispiele gefällig? Da haben wir etwa das Angora-Kaninchen, dem es wohl bald an den Kragen geht – früher wegen seiner Wolle beliebt, die sich heute krisenbedingt keiner mehr leisten kann. Oder den Meißner Widder, der seinerseits kein stierähnliches Tier ist, sondern wie ein depressiver Hase aussieht: Er lässt die Ohren hängen (wie, sieht man auf diesem Widder-Foto von pixelio). Wir haben allerdings wenigstens einen kleinen Trost für diesen Ritter von der traurigen Gestalt: Der Meißner Widder wurde von der Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur gefährdeten Haustierrasse des Jahres 2010 ernannt. Na bitte!
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