Pro oder kontra Katzensteuer?

Dieses dpa-Foto ist schon über fünf Jahre alt. Aufgenommen wurde es 2011 in Brandenburg. Die Kinder, die das selbstgemalte Schild damals an einer Futterstelle für Vögel aufgestellt haben, haben schon damals auf ein Problem aufmerksam gemacht, was nun in der Diskussion hochkocht: Sind Katzen daran schuld, dass es in öffentlichen Grünanlagen und Gärten immer weniger Singvögel gibt? Jagen Katzen, die als Freigänger draußen unterwegs sind, inzwischen so viele Vögel, dass man von staatlicher Seite einschreiten und eine Katzensteuer erheben sollte? Quasi als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden in der natürlichen Umgebung, zu der eben auch Wildvögel in bestimmter Anzahl gehören?

Natürlich war schon der erste Aufschrei von Katzenbesitzern zu vernehmen, die den Befürwortern einer Katzensteuer wiederum unterstellen, so etwas hätten sich nur Hundebesitzer ausdenken können. Weil die für ihre Vierbeiner auch vom Fiskus zur Kasse gebeten werden und schon lange finden, dass – nach dem Gleichheitsgrundsatz – auch Katzenbesitzer zahlen müssten. Eine Art Neid-Debatte, wie gerade wir in Deutschland sie gern führen. Immerhin gibt es hierzulande nach Schätzungen rund 13 Millionen Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass mindestens zwei Millionen davon auf der Straße leben; dazu zählen auch Parks oder Industriebrachen.

Ist also eine Katzensteuer berechtigt? Politiker trauen sich in Wahljahren naturgemäß nicht an ein solch emotionsgeladenes Thema heran. Es könnte sie schließlich eine Menge Wählerstimmen kosten. Andere Interessenvertreter haben solche Ängste nicht. So spricht sich etwa der Deutsche Jagdverband für eine Katzensteuer aus. Mit dem Argument, die zweieinhalb Millionen besitzerlosen und unterernährten Katzen würden die Artenvielfalt gefährden. Katzenbesitzer müssten einfach mehr Verantwortung übernehmen. Wenn eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen – wie sie zum Beispiel die Stadt Paderborn 2008 eingeführt hat und weitere 430 Kommunen in Deutschland so oder ähnlich inzwischen haben – nicht den gewünschten Erfolg bringe, dann müsste eben die Politik mit der Katzensteuer eingreifen.

Der Tierschutzbund fordert wegen der zunehmenden Zahl von Katzen in Tierheimen und auf der Straße längst die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Diese Tiere sind für die explosionsartige Fortpflanzung der Straßenkatzen schließlich mit verantwortlich. Der Tierschutzbund setzt sich deshalb für ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen ein. Der Naturschutzbund Deutschland, Nabu, setzt auf Kastrationspflicht, erteilt aber der Katzensteuer eine Absage. Eine der Hundesteuer ähnliche Katzensteuer hält man dort für politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Dass Katzen besonders junge Vögel jagen, liege in ihrer Natur als Raubtier begründet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat das Thema vor kurzem erneut aufs Tapet gebracht – und Katzenfreunde auf die Palme. Klar: Die Sache polarisiert wie wenige andere. In den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion natürlich auch hohe Wellen. – Und wie ist die Meiung der Leser dieses Blogs? Sind Sie für oder gegen die Katzensteuer?

Pro und contra „Barfen“

BarfenQuizfrage: Wer weiß, was „Barfen“ ist und wofür die Abkürung steht? – Also: „Barf“ ist die Abkürzung für „Bones and raw foods“ und bezieht sich auf die Verfütterung von Rohkost an Hunde und Katzen. Klar, mag man denken, das ist ja ganz natürlich und viel besser als Fertigfutter. Doch es gibt auch Gegner, die das „Barfen“ für gefährlich halten.

„Barfen“ ist ein Trend, der – wie könnte es anders sein? – aus den USA nach Europa herüberschwappt. Das Konzept: Futter für Hunde und Katzen sollte möglichst naturnah sein, also zum Beispiel rohes Fleisch und Innereien, aber auch Fell und Knochen, dazu Gemüse und Obst. Nur Schweinefleisch ist „verboten“ (wegen der Gefahr des Befalls mit den für die Tiere tödlichen Aujeszky-Viren). „Barfer“ stellen die Nahrung ihrer Vierbeiner meist selbst zusammen. Längst existieren auch „Barf-Shops“, teils mit Internet-Versand, wobei das Fleisch tiefgefroren geliefert wird. In gut sortieren Futterhäusern sind außerdem fix und fertig zusammengestellte Rationen mit Fleisch, Gemüse und Zusätzen erhältlich.

Ob und was das „Barfen“ für Hunde bringt, ist umstritten. Befürworter glauben, dass es gut ist für Zähne, Fell und Organe ihrer Lieblinge. Die Gegner bezweifeln, ob Haushunde genauso ernährt werden sollten wie ein Wolf. Denn der Verdauungstrakt von Hunden hat sich durch das Leben in menschlicher Obhut verändert. Einige tierärztliche Vereinigungen und Ernährungswissenschaftler raten ebenfalls davon ab, weil es viele Risiken gebe. Zum Beispiel die Übertragung von Krankheiten durch rohes Fleisch – auf Hund und Besitzer. Falsche Dosierung kann außerdem Ursache für Nährstoffmangel sein, deshalb müssen die einzelnen Dinge im richtigen Maß verfüttert werden.

„Barfen“ bedeutet für den Tierhalten auf jeden Fall mehr Aufwand als Fertigfutter. Man muss sich gut informieren und am besten von einem Fachmann berechnen lassen, wie die Rationen zu berechnen sind. Das hängt von Alter, Geschlecht, Haltungsform und Rasse des Tiers ab. Und noch eins muss man abwägen: die Kosten. Fertigfutter ist teuer, aber beim „Barfen“ kommt auch einiges zusammen. Offenbar haben „gebarfte“ Hunde selten Übergewicht. Studien, die belegen, dass diese Tiere gesünder sind als mit Fertigfutter ernährte, gibt es jedenfalls noch nicht. Nur eines ist sicher: „Barfen“ wird immer beliebter. Fachleute schätzen, dass fünf Prozent der Hundebesitzer diesen Weg gewählt haben.

Katzenmusik – oder doch lieber Bach?

KatzenmusikMusikalische Tiere? Gibt es so was? – Ich würde sagen: ja. Allerdings kann ich da nur aus der Erfahrung sprechen, die ich während der Wochen gesammelt habe, in denen ich über Jahre hinweg immer wieder einen Kater betreut habe, während seine Besitzer im Urlaub waren. Pino hieß der mittlerweile leider verstorbene, ganz normale Bauernkater (nicht die – auch sehr sympathische – Katze auf diesem dpa-Foto!), der Musik liebte. Vor allem bei klassischer Musik kam er vom entlegensten Winkel in der Wohnung sofort angerannt, sprang auf „seinen“ Hocker im Wohnzimmer, rollte sich ein – und lauschte. Seine besonders groß geratenen Ohren richteten sich deutlich sichtbar nach den Lautsprechern aus, und man konnte zusehen, wie er die Musik so richtig genoss. Bei den Instrumenten waren es vor allem Violine und Cello, die er liebte, und bei den Komponisten bevorzugte er eindeutig Johann Sebastian Bach.

Insofern lese ich die vor mir liegende Agenturmeldung zumindest mit einem leisen Zweifel: David Teie, Profi-Cellist und Mitglied des National Symphony Orchestra Washington, der außerdem an der Universität von Maryland Musik lehrt, komponiert nun Klänge speziell für Katzenohren. „Hohe Harfenläufe, die an zwitschernde Vögel erinnern, unterlegt mit einer Art computergeneriertem Katzenschnurren als Bass“, heißt es in der Agenturmeldung. Teies Werke heißen zum Beispiel „Rusty’s Ballad“ oder „Cozmo’s Air“, und sie klingen offenbar wie esoterisch angehauchte New Age-Musik auf Harfe, Cello oder Geige. Manchen Katzen sollen sie echte Entspannung bringen.

Das ist jedenfalls bei einer Studie herausgekommen, die im Fachjournal „Applied Animal Behaviour Science“ veröffentlicht wurde: 77 Prozent der Katzen zeigten positiv-erregte oder entspannte Reaktionen auf die Katzenmusik von Teie, aber nur 38 Prozent auf Musik, die wir Menschen als Meisterwerke empfinden, etwa wie Bachs „Air in G-Dur“. Es soll die erste Studie sein, die zeigt, dass Katzen überhaupt auf Musik reagieren. Teie hat mit einem Experten für Tierverhalten extra ein Musikprofil entwickelt, das zum Teil in Frequenzbereiche geht, die Katzen vertraut sind, von Menschen jedoch nicht gehört werden. In seine Katzenmusik hat er aber auch für Menschenohren erträgliche Frequenzen eingebaut.

Als Journalistin bin ich bei der Meldung gleich misstrauisch und denke mir: Da geht es doch bestimmt wieder nur ums Geld. Und tatsächlich: Ganz am Schluss der – langen – Meldung lese ich folgendes: „Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat Teie jetzt binnen gut eines Monats mehr als 240 000 US-Dollar von gut 10 000 Spendern gesammelt, um das Projekt voranzutreiben und sein Studio, bisher improvisiert im heimischen Badezimmer, zu professionalisieren. Was steht an? Die erste Katzenmusik-CD.“

Die mit den Raubkatzen liebäugelt

raubkatzenTierfreunden, die für Weihnachten noch ein Geschenk suchen – vielleicht auch für sich selbst -, kann ich einen bärenstarken Tipp geben: Das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ von Katerina Mirus. Die Autorin hat schon im Kindesalter mit dem Fotografieren begonnen. Am liebsten beschäftigt sie sich dabei mit Tieren, und da wiederum mit Raubkatzen. Seit 2013 besuchte sie deshalb gezielt Zoos, Zirkusse und private Raubtierhalter und sprach dort mit Pflegern, Trainern, Haltern und Zoologen. Ursprünglich wollte Katerina Mirus „nur“ einen Fotoband daraus machen. Doch nach den vielen Besuchen und Gesprächen hatte sie so viel interessantes Material, dass sie es auf jeden Fall verwerten wollte. Viele Informationen bekam sie auch im Tiergarten Nürnberg, der das Buch mit unterstützt hat.

Da Katerina Mirus gebürtige Tschechin ist, hat sie Zoos in Tschechien und der Slowakei besucht und von dort Bilder und Texte mitgebracht, zum Beispiel aus dem Prager Zoo, dem Zoo Dvur Kralove oder der Tigeroase Kostolna bei Bratislava. Außerdem hat sie faszinierende Momentaufnahmen aus dem Circus Krone und dem Tiergarten Schönbrunn/Wien eingefangen.

Sehr interessant finde ich das Kapitel über Raubtierparks, von denen manche auch in Not geratene Tiere aufnehmen und ihnen Asyl gewähren. Die Autorin hat sich in den bekanntesten Raubtierparks – in der Schweiz und Tschechien – umgesehen. In dem Buch werden nicht nur Fotos und Texte dazu präsentiert. Es gelingt Katerina Mirus immer wieder, nur mit einer Fotofolge – ohne Text – Geschichten zu erzählen. Mir persönlich gefällt es besonders gut, dass in dem Buch viele Schwarzweißfotos zu finden sind.

Und nun noch eine kleine Quizfrage: Wer weiß, um welche Raubkatze es sich auf dem Titelbild des Buches handelt? Zu gewinnen gibt es nichts, aber vielleicht mag ja doch jemand eine Antwort schicken.

Das Buch ist als Paperback erschienen bei Tredition, hat 200 Seiten und kostet 29,99 Euro.

Hier geht es zur Homepage zum Buch: http://raubkatzen-in-menschlicher-obhut.jimdo.com/

Im nächsten Frühjahr gibt es eine Austellung mit Fotos aus dem Buch, und zwar im Foyer des Naturkundehauses im Tiergarten Nürnberg: Vom 27. März bis 8. Mai.

Der 8. August ist Weltkatzentag

WeltkatzentagAm 8. August ist Weltkatzentag – das darf ich natürlich in meinem Blog nicht ignorieren. Schließlich gehören Katzen seit langer Zeit zu den treuesten Begleitern des Menschen. Auch – oder gerade! – weil sie nicht gehorsam sind wie Hunde, sondern einen eigenen Kopf haben. Andererseits sind viele Katzen verschmust und können vor allem für allein lebende oder alte Menschen so etwas wie ein Partnerersatz sein.

Im vergangenen Jahr lebten in Deutschland 11,8 Millionen Katzen. (Zum  Vergleich: Im selben Zeitraum waren es 6,9 Millionen Hunde.) Diese Zahl ist auch ein  wirtschaftlicher Faktor, denn die Katzenhalter haben in Deutschland letztes Jahr fast 1,6 Milliarden Euro für Katzenfutter ausgegeben, außerdem 265 Millionen für Katzenstreu und weitere 181 Millionen für Zubehör.

Geht man zurück in die Geschichte, kommen wir zwangsläufig zum Verhältnis der alten Ägypter zu ihren Katzen. Vor rund 4000 Jahren schon hatten reiche Ägypter Katzen als Haustiere. Die machten einen so großen Eindruck auf ihre Halter, dass sie die Göttin Bastet, die als Schützerin gegen das Böse und Göttin der Fruchtbarkeit verehrt wurde, in Katzengestalt darstellten. Aus der ägyptischen Falbkatze entwickelten sich im Lauf der Zeit mehr als 40 Rassen von Hauskatzen.

Immer wieder hört oder liest man Geschichten, dass Katzen „ihrem“ Menschen das Leben gerettet haben, etwa bei Wohnungsbränden, wenn Herrchen oder Frauchen schlafen und den Ausbruch des Feuers nicht bemerken. Sogar streunende Katzen können zu Lebensrettern werden, wie folgendes Beispiel zeigt: Im Januar dieses Jahres wärmte ein Streuner in Obninsk (Russland) stundenlang ein bei Frost ausgesetztes Baby und rettete es vor dem Erfrieren. Neben dem etwa zwei Monate alten Kleinkind, das in einem Pappkarton ins Freie gestellt orden war, miaute die Katze so lange, bis Leute darauf aufmerksam wurden und das Kind in ein Krankenhaus brachten.

Und noch eine nette Geschichte: Erst kürzlich verteidigte in Eagle River in Alaska eine mutige Katze ihr Heim gegen einen neugierigen Schwarzbären, der sich auf der Terrasse herumtrieb. Ein beherzter Sprung des Stubentigers an die Terrassentür genügte, um den Bären in die Flucht zu schlagen.

Schön wäre es, wenn der Weltkatzentag dazu beitragen könnte, dass Menschen sich eine Katze aus dem Tierheim holen. Denn dort warten viele dieser wunderbaren Tiere darauf, dass sich ein neues Herrchen oder Frauchen ihrer annimmt.

Keine Tiere aus dem Urlaub mitbringen!

Urlaubszeit – das ist auch die Zeit, in der jedes Jahr viele Menschen plötzlich ihre Tierliebe entdecken. Besonders in südlichen Ländern, wo Urlaubern Hunderte von Straßenhunden und streunenden Katzen über den Weg laufen. Aus Mitleid mit den Tieren würden sie sie am liebsten mit nach Hause nehmen. Doch das ist Tierliebe am falschen Ort. Tierschutzorganisationen raten, diesen Tieren lieber dort zu helfen, wo sie leben. Beispielsweise, indem sie mit einem geschwächten oder kranken Tier zum Tierarzt gehen oder Futter an Plätzen hinstellen, wo Einheimische Tiere füttern.

Wer unbedingt ein Tier aus dem Ausland mit nach Hause nehmen will, muss mit einigen Problemen rechnen. Aus EU-Mitgliedsstaaten benötigt man für die Einreise nach Deutschland einen gültigen EU-Heimtierpass. Voraussetzung ist eine Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Dabei sind auch bestimmte Fristen zu berücksichtigen. Bei der Einreise aus nicht-europäischen Ländern gelten noch strengere Auflagen. Wer die nicht einhält, muss das Tier, dem er eigentlich etwas Gutes tun wollte, womöglich am Flughafen in Quarantäne zurücklassen, und zwar drei Monate lang. Für die Tiere ist das die reinste Qual, und für den, der sie mitgebracht hat, eine teure Angelegenheit, denn er muss für die Unterbringung aufkommen.

Man sollte es sich also lieber zweimal überlegen, bevor man solche Tiere mitnimmt. Schließlich gibt es zu Hause auch jede Menge Tiere, die Hilfe brauchen: Die Tierheime sind voll davon, und deren Mitarbeiter sind dankbar, wenn sie so viele ihrer Bewohner wie möglich an ein Herrchen oder Frauchen vermitteln können.

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Gemeinsam im letzten Hafen

Katze
Viele Menschen lieben ihr Haustier wie einen Menschen. Manche sogar mehr – vor allem, wenn sie alt sind, allein leben und keine Familie mehr haben. Diese Tierliebe geht bei etlichen Tierhaltern über den Tod hinaus. Was liegt da näher, als sich mit seinem Hund oder seiner Katze begraben zu lassen? Diese Möglichkeit besteht nun erstmals in Deutschland: In Urnengräbern auf speziellen Friedhöfen namens „Unser Hafen“. Im Juni sollen die ersten dafür ausgewiesenen Friedhöfe in Braubach bei Koblenz und in Essen eingeweiht werden; zusätzliche Standorte sind schon im Gespräch.

Haustierhalter, die sich eine gemeinsame letzte Ruhe mit ihrem Tier wünschen,  können zu Lebzeiten für eine Urnenbestattung in ein und demselben Grab mit ihrem Liebling vorsorgen. Wenn ihr Haustier eingeschläfert und danach verbrannt wurde, bewahren heutzutage längst viele Herrchen und Frauchen die Asche  in einer Tierurne auf. Nach dem Tod des Besitzers und dessen Einäscherung  werden dann die Menschen- und die Tierurne streng voneinander getrennt zum Friedhof  „Unser Hafen“ überführt, bevor sie im gemeinsamen Grab bestattet werden.

Kündigt sich da ein neuer Trend an? Durchaus möglich. Bevor sich die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier bei uns etabliert, dürfte es jedoch eine typisch deutsche Debatte über ethische Fragen geben, nach dem Motto: Geht denn das, Mensch und Tier in einem Grab? Ich finde: ja. Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen. Warum sollte es bei Tierliebe anders sein?

P.S. Nachdem in einem Kommentar obiges Foto bewundert wurde, möchte ich den Fotografen nicht verschweigen: Es stammt von Patrick Pleul (dpa).

Locken Fischkatzen Zoobesucher hinterm Ofen vor?

fischkatzeLange haben die Tiergarten-Besucher darauf warten müssen und in ein leeres Gehege geschaut, in dem früher einmal die Brillenbären gelebt haben. Nun ist es endlich gelungen, die angekündigten Fischkatzen dort unterzubringen – beziehungsweise einen „Fischkater“. Das Tier stammt aus dem Tierpark Berlin und wird am 19. Mai vier Jahre alt. In Berlin werden jetzt keine Fischkatzen mehr gehalten. Die aus Südostasien stammende Katzenart ist damit in Deutschland nur noch in den Zoos von Nürnberg, München, Duisburg und Leipzig zu sehen. Im Tiergarten Nürnberg sollen sich Fischkatzen, die in der Nähe von Gewässern leben und Fische jagen, künftig im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms EEP vermehren. Auf die Katze, die dazu nötig ist, wartet man am Schmausenbuck aber noch.

In freier Wildbahn ist der Lebensraum der Fischkatzen inzwischen sehr zersplittert und größtenteils zerstört, die kleinen Raubkatzen stehen deshalb seit 2008 als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Nur noch 10.000 erwachsene Tiere sollen in der Natur vorkommen. So ist es durchaus sinnvoll, sie in Zoos zu halten und zu züchten. Und die ehemalige Brillenbären-Anlage am Schmausenbuck eignet sich für diese Art, die ihre Beute zum Teil schwimmend und tauchend fängt, bestimmt sehr gut. Nach dem Umbau gibt es dort für die Zoobesucher auch einen einsehbaren Stall; der Verein der Tiergartenfreunde hat mit über 50.000 Euro die Neugestaltung des Geheges finanziert.

Trotzdem: Mit rund 75 Zentimetern, die erwachsene Fischkatzen „vom Scheitel bis zur Sohle“ messen, werden sie nur ungefähr doppelt so groß wie Hauskatzen. Ist das ein echter Ersatz für die Brillenbären? Sind Fischkatzen Tiere, die für einen Zoo wie den Nürnberger attraktiv genug sind, um möglichst hohe Besucherzahlen zu erreichen? Noch dazu gibt es am Schmausenbuck ja keine Braunbären mehr. Und die Luchse, die den Wölfen nachfolgten, sieht man auch nur mit viel Glück und Geduld in ihrem weitläufigen Gehege. Natürlich haben sich die Haltungsbedingungen für die Zoos verändert, aber die einzige Bärenart, die man in Nürnberg noch beobachten kann, sind jetzt Eisbären. Reicht das wirklich aus, wenn man den erklärten Bildungs-Anspruch erfüllen will? – Ich bin da sehr unschlüssig und würde gerne von meinen Lesern erfahren, was sie darüber denken.

Schrecklich: Wenn der Hund zum Hamster mutiert

Endlich Sommerferien in Bayern! In diesen Tagen beginnt auch für viele Familien der langersehnte Urlaub. Wer ein Tier besitzt und verreisen will, hat jedoch möglicherweise ein Problem an der Backe. Tierpensionen sind oft schon lang im Voraus ausgebucht. Unter Verwandten oder Bekannten findet sich nicht so einfach jemand, der sich um einen Vierbeiner kümmert, der größer ist als ein Hamster oder ein Meerschweinchen. Und wer ist schon bereit, einen „Pflegekater“, der sonst an seinen Freigang gewöhnt ist, bei sich in der Wohnung aufzunehmen?
Der tierische Liebling der Familie wird plötzlich zur Last – eine Tatsache, die traurig enden kann: Pluto, Minnie & Co werden ausgesetzt. Für die Mitarbeiter von Tierheimen oder ähnlichen Tierschutzorganisationen ist der Beginn der Ferienzeit deshalb nicht unbedingt eine Freude, sondern der reinste Horror.
Diese Erfahrung macht auch Robert Derbeck immer wieder. Der Vorsitzende des Nürnberger Tierschutzvereins Noris hat ein paar sehr drastische Beispiele zusammengetragen. Die sind nicht in den vergangenen Tagen passiert, haben sich aber so, wie er sie schildert, in den letzten Jahren ereignet. Ich lasse den engagierten Tierschützer einfach mal mit seinen Worten erzählen:
„Mit Grauen erinnere ich mich an den Fall, wo Kinder in einem Müllcontainer einen großen Kleintierkäfig entdeckten, der entsorgt werden sollte. Bei näherer Betrachtung fanden sie in dem Meerschweinchenhaus noch zwei lebende Meerschweinchen. Nur durch diesen Zufall wurden die Tiere vor der Müllverbrennung gerettet.
In einem anderen Fall wurden Katzenbabys in einen verschlossenen Pappkarton gesteckt und mit Müll zugedeckt. Einem Hund, der die Welpen erschnüffelte, ist es zu verdanken, dass seine Halterin auf die ausgesetzten Tiere aufmerksam wurde.
Ganz schlimm war ein Fall im letzten Jahr, als ein Hundewelpe in einen Hamsterkäfig gesperrt und bei einem Parkplatz hinter einem Gebüsch versteckt wurde. Das Tierbaby wurde von einem aufmerksamen Tierfreund nur zufällig entdeckt.“
Das Aussetzen von Tieren ist zwar nach dem Tierschutzgesetz strafbar, aber das hat nur sehr selten Konsequenzen für den Halter. Meist lässt sich der Täter nicht ermitteln, oder man kann nicht beweisen, dass er das Tier vorsätzlich ausgesetzt hat. Im besten Fall wird das Ganze als Ordnungswidrigkeit mit einer geringen Geldstrafe geahndet. Eine Chip- und Registrierungspflicht besteht innerhalb von Deutschland noch nicht.

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Rollstuhl-Katze spielt Ersatzmutter

Na, wenn das keine rührende Tiergeschichte ist: Eine Katze im Rollstuhl hat in Celle (Niedersachsen) zwei kleine Kater adoptiert. Brigitta heißt die Ersatzmutter. Sie kümmert sich liebevoll um die zwei Katzenbabys, die von ihrer leiblichen Mutter – einer Streunerin – nicht angenommen wurden. So nett das auf dem Foto auch aussieht – Brigitta hat ein nicht alltägliches Tierschicksal durchlitten. Sie stammt aus Bulgarien und war dort von einem Tierquäler mit einem Luftgewehr verletzt worden. Auf Facebook wurde ein Hilferuf für die Katze gestartet, den auch eine Tierfreundin aus Celle las. Sie holte die Katze nach Niedersachsen und sorgte dafür, dass das Projektil aus dem Rücken entfernt wurde. Brigitta hat die Operation überstanden, es geht ihr inzwischen besser. Doch richtig laufen können wird sie wohl nie mehr. Sie bewegt sich in einer Art Rollstuhl fort. Im Gegensatz zu drei anderen Katzen, die sich nicht um die verwaisten Katzenbabys kümmern wollten, sorgt Brigitta nun trotz dieses Handicaps für die Kleinen.

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