Rettet die Haselmaus!

In einigen Ländern steht sie schon auf der Roten Liste, weil sie vom Aussterben bedroht ist. In Deutschland gibt es auf einem Hektar Land auch nur noch drei bis vier Exemplare. Die Rede ist von der Haselmaus, die jetzt von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2017 gekürt wurde. Ich finde es schade, dass man die niedlichen Nager so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Das liegt nicht nur daran, dass sie mittlerweile so selten geworden sind, sondern auch daran, dass sie über die Hälfte des Jahres verschlafen. Die ersten Vertreter der Art kommen in diesen Tagen aus ihren Nestern, in denen sie sich seit Oktober verkrochen hatten.

Die Haselmaus ist hauptsächlich aus Mangel an Lebensraum so sehr bedroht. Sie lebt vor allem im Wald und am Waldrand oder in Baumkronen. Weil durch die intensive Landwirtschaft die Übergangsbereiche zwischen Feld und Wald kaum noch stehen bleiben, hat die Haselmaus ein Problem. Diese Tiere halten sich nämlich meist in Sträuchern oder Hecken auf. Dort zeigen sie sich als wahre Akrobaten: Mit ihrem Schwanz halten sie sich an Zweigen fest und hangeln sich daran weiter. In Hecken und Sträuchern gibt es auch genügend Futter und kaum Fressfeinde. Die kleinen Mäuse haben ihren natürlichen Feinden keine Schutzmechanismen entgegenzusetzen und können sich auf freien Flächen nicht verstecken. Ihnen fehlen zunehmend auch Baumhöhlen für den Winterschlaf. Auf die Haselmaus wirkt sich außerdem der Klimawandel negativ aus: Es wird immer früher im Jahr warm, so dass die Tiere zu früh aus dem Winterschlaf aufwachen – ein fast sicheres Todesurteil, denn bei zu niedrigen Temperaturen finden sie nichts zu fressen.

Haselmäuse gehören in Europa zu den geschützten Arten. Die nachtaktiven Tiere sind ungefähr so groß wie ein Daumen. Es wird in der nächsten Zeit entscheidend sein, dass die Haselmaus genügend Nahrung findet und ihr Lebensraum geschützt wird – sonst gibt es keine Zukunft für die possierlichen Tiere. Immerhin tun manche Organisationen etwas für das bedrohte Wildtier. So hat zum Beispiel die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein Grünbrücken gebaut, die den Mäusen über stark befahrene Straßen helfen. Auch die Übergangszonen zwischen Wald und Feld versucht man stärker zu schützen.  Wer der Haselmaus beim Überleben helfen will, kann selbst etwas tun, beispielsweise als freiwilliger Helfer beim Aufhängen von Nistkästen. Oder man richtet seinen eigenen Garten extra für die Haselmaus ein: mit Hecken und Sträuchern, die man möglichst wild wuchern lässt.

Zum Tod von Eisbärenbaby Fritz

Das dürfte wieder Wasser auf die Mühlen von Zoo-Gegnern und Tierschutzaktivisten sein: Im Berliner Tierpark ist Eisbärenbaby Fritz vier Monate nach seiner Geburt an einer Leberentzündung gestorben. Ich höre schon die Peta-Leute, wie sie zum zigsten Mal ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos fordern. Fritz war der Sohn von Tonja (sieben Jahre) und Wolodja (fünf Jahre) und am 3. November 2016 zur Welt gekommen – zusammen mit einem Zwilling, der allerdings nicht überlebte. Es handelte sich um den ersten Eisbärennachwuchs im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde seit 22 Jahren, das wurde natürlich groß gefeiert. Mutter Tonja kümmerte sich liebevoll um ihr Baby, alles schien gut zu laufen. Der Kleine, der bislang nur über eine Webcam zu sehen war, sollte noch in diesem Monat der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch am vergangenen Wochenende gab es erste Anzeichen für gesundheitliche Probleme bei Fritz, und am Montag lag er apathisch im Stall. Die Tierärzte und Pfleger entschieden, dass man den Kleinen von seiner Mutter trennen müsse, um ihn untersuchen zu können. Fritz wurde ins benachbarte Leibniz-Institut gebracht und dort durchgecheckt. Zunächst brachten die Untersuchungen allerdings kein Ergebnis. Man stellte schlechte Leberwerte fest, gegen die Fritz ein Antibiotikum bekam, außerdem verabreichte man ihm Schmerzmittel. Am Montagabend wurde sein Atem unregelmäßig. Der kleine Eisbär starb gegen 20 Uhr. Es wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache herauszufinden.

So traurig der Tod des Eisbärenbabys ist – in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dieser Tiere sterben viele Polarbären einen wesentlich schlimmeren Tod: Sie krepieren regelrecht, weil ihnen aufgrund der Klimaerwärmung das Eis unter dem Hintern wegschmilzt und sie deshalb nur unter schwierigsten Bedingungen auf Robbenjagd gehen können. Die Folge: Sie verhungern jämmerlich oder schleppen sich monatelang völlig abgemagert auf der Suche nach Nahrung weiter. Ich habe hier ja auch das bekannte Foto von Kerstin Langenberger gezeigt und über das Problem geschrieben. Damals gab es zwar im Netz viel Aufregung, doch leider folgten dem virtuellen Aufschrei keine Taten, sprich Kehrtwende in der internationalen Umweltpolitik. Da sollte sich Peta mal so engagieren wie bei den vielen lächerlichen Aktionen gegen Zoos.

Internationaler Eisbärentag

Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 27. Februar, ist ja Welt-Eisbärentag! Der darf natürlich nicht ohne Blog-Beitrag zu Ende gehen. Weil Eisbären in freier Wildbahn durch die Klimaerwärmung stark bedroht sind, sollte man an einem Datum wie dem heutigen daran erinnern, dass Zoos mit ihrer Eisbärenhaltung eine wichtige Rolle spielen. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) weist denn auch darauf hin, dass in der Obhut von 15 der 69 wissenschaftlich geleiteten VdZ-Mitgliederzoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 31 Eisbären leben. Im vergangenen Jahr sind auch wieder zwei Jungtiere zur Welt gekommen: im Tierpark Berlin und im Münchner Tierpark Hellabrunn (dort enstand auch das Foto).

Und: Zoos tun einiges, um so über die Situation und die Gefährdung der Eisbären im Nordpolargebiet zu informieren und dieses natürliche Verbreitungsgebiet wenn irgend möglich zu schützen. So unterstützen der Münchner Tierpark und die beiden Zoos von Berlin die Organisation „Polar Bears International“ bei der Besenderung von weiblichen Eisbären in der Hudson Bay (Kanada). Die Untersuchungsergebnisse liefern Langzeitdaten über den Lebensraum der Tiere dort, der sich ja ständig verändert, und über den Einfluss dieser Veränderung auf die Eisbärenpopulation. Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass es weltweit noch zwischen 22.000 und 31.000 Eisbären in freier Wildbahn gibt. Eisbären werden als gefährdete Tierart eingestuft. Und die Aussichten für sie sind katastrophal schlecht: Der jetzige Bestand soll in den nächsten 45 Jahren noch einmal um mindestens 30 Prozent zurückgehen.

Den Zoos ist es ein wichtiges Anliegen, die Haltung von Eisbären immer weiter zu verbessern. So wurde im Tierpark Hellabrunn 2010 eine moderne Eisbärenanlage fertiggestellt, die viermal so groß ist wie die frühere. Im Tiergarten Nürnberg wurde schon 2001 im neuen Aquapark ein größerer Bereich mit einem abwechslungsreichen Land-Teil für die Polarbären geschaffen. Im Tierpark Berlin gingen die jüngste Eisbärengeburt und die Aufzucht noch in der alten Eisbärenanlage über die Bühne. Es gibt aber bereits einen Plan zur Umgestaltung. Mit der wurde nur deshalb noch nicht begonnen, um der Eisbärenmutter, die zum ersten Mal trächtig war, lieber ihre vertraute Umgebung zu bieten, damit alles glatt geht. In vielen Zoos gibt es für die Eisbären schon seit Jahren viele Ideen, mit denen die Tierpfleger ihre Tiere beschäftigen, damit sie sich nicht langweilen. Die Zucht klappt bei dieser Tierart recht gut, und Eisbären sind bei Zoobesuchern besonders beliebt. Trotzdem werden Tierrechtler und Tierschutzaktivisten wie PETA nicht müde, gegen die Haltung von Eisbären in Zoologischen Gärten zu protestieren und deren Verbot zu fordern. Die meisten Zoos haben sich aber auch schon gut auf solche Protestaktionen eingestellt.

Auf jeden Fall haben diese wunderbaren Tiere einen Tag im Jahr verdient, an dem man an sie und ihre Gefährdung erinnert. Und die Zoos leisten ihren Beitrag dazu.

Immer mehr Störche im Winter

StorchüberwinterungNein, früher war nicht alles besser. Früher brachen zum Beispiel die Störche schon gegen Ende des Sommers auf und verschwanden in Richtung Süden. Sogar in Bayern wurde im Herbst und Winter einst kaum ein solcher Vogel gesichtet. Wie schön haben wir es dagegen heute! Jetzt bleiben immer mehr Weißstörche hier und lassen das mit dem tieferen Süden. Der Landesbund für Vogelschutz zählt mittlerweile im Winter über 200 Störche bei uns, um die Jahrtausendwende waren es gerade mal 50.

Wer nun glaubt, klar, kein Wunder, dafür ist der Klimawandel verantwortlich, der irrt. Fachleuten zufolge hat das ganz andere Ursachen, die schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegen. In den 50er und 60er Jahren gab es in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg nämlich Zuchtprogramme für Störche. Damals wurden einige von diesen Zugvögeln gefangen und am Wegfliegen gehindert. Sie haben ihr Verhalten dann auch nach dem Freilassen beibehalten und sogar an ihre Nachkommen vererbt. Kälte an sich stellt für diese Vögel übrigens kein Problem dar. Wichtig ist nur, dass ihre Futterquellen nicht versiegen: Feuchtwiesen mit Gräben, wo sie Mäuse, Würmer und kleine Fische finden.

In Bayern trifft man besonders im Altmühl- und Mindeltal während der Wintermonate auf Störche. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind auch Gaimersheim (Oberbayern), Biburg (Niederbayern), Kallmünz (Oberpfalz), Neudrossenfeld (Oberfranken), Ornbau (Mittelfranken) und Lauben (Schwaben).

Inzwischen diskutieren Wissenschaftler darüber, ob auch der Klimawandel zu dieser Verhaltensänderung beiträgt. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nimmt man aber andere Vogelarten zur Forschung her.

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Was kann dieses Foto bewirken?

Schon seit Jahren habe ich in meinem Blog immer wieder über die möglichen Folgen des Klimawandels auf die Tierwelt geschrieben, meist anlässlich von Studien verschiedener Wissenschaftler, zum Beispiel hier. Aber Wissenschaftler können, ebenso wie Journalisten, warnen, solange sie wollen – die Menschen neigen einfach dazu, solche Themen zu verdrängen. Ist ja alles so theoretisch und wird schon nicht so schlimm werden, denken sich wohl die meisten.

Und dann taucht da plötzlich ein Bild auf, das uns die grauenhaften Folgen des Klimawandels knallhart vor Augen führt – und plötzlich kapieren Zigtausende, was uns in Zukunft bevorstehen wird, wenn wir nicht schnell etwas tun. Das Foto von einer fast zum Skelett abgemagerten Eisbärin stammt von der Fotografin Kerstin Langenberger, die das entkräftete Tier auf einer Tour nahe Spitzbergen in Norwegen vor die Kamera bekam. Die Aufnahme wurde bei Facebook schon in der vergangenen Woche über 52.000 Mal geteilt. Kerstin Langenberger hat berichtet, dass dieses Tier beileibe kein Einzelfall war – sie hat auf ihrer Reise viele dürre Eisbären gesehen, lauter weibliche Tiere, dagegen kaum gut genährte Mütter und Jungtiere, wie man sie sonst zu dieser Jahreszeit sieht. Die Bärin auf dem Foto hat außerdem noch eine Verletzung am Bein. Die Fotografin meint, die könne von dem Versuch herrühren, ein Walross zu jagen. Kerstin Langenberger hat auf ihrer Tour auch beobachten können, wie sich die Gletscher im Vergleich zu ihren früheren Fahrten zurückgezogen haben und wie das Packeis in beängstigendem Tempo verschwindet. Letzteres bedeutet praktisch das Todesurteil für die Eisbärinnen: Sie finden keine Eisschollen mehr, auf denen genügend Platz für sie und ihre Jungen ist, und die Futtersuche wird zum Problem.

Es gibt zwar Experten, denen zufolge der Eisbärenbestand rund um Spitzbergen noch stabil sein soll, doch die Fotografin ist nach ihren Beobachtungen überzeugt, dass der Klimawandel die Ursache für die erschütternden Eisbären-Schicksale ist, die sie beobachtet hat. Kurz nach Kerstin Langenbergers Posting veröffentlichte der „National Geographic“-Fotograf Paul Nicklen auf Instagram das Foto eines Eisbären, den er ebenfalls bei Spitzbergen aufgenommen hatte. Das Tier war komplett abgemagert und bereits tot.

Unterdessen haben Klimaforscher gemeldet, dass es sich abzeichne, dass 2015 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 135 Jahren wird; bisher hatte das Jahr 2014 diesen Rekord gehalten. Die Forscher sind derzeit zur 10. Deutschen Klimatagung in Hamburg. In rund zwei Monaten beginnt die Klimakonferenz der Vereinten Nationen, bei der es wieder um konkrete Maßnahmen gegen die Erderwärmung geht. Die bisherigen Klimakonferenzen brachten im Prinzip nur enttäuschende Ergebnisse. Wenn die Verantwortlichen nicht endlich effektivere Maßnahmen beschließen, werden so schreckliche Bilder wie das von der dürren Eisbärin  bald zur Normalität werden – und haufenweise Bilder von toten Tieren werden dazukommen.

Eisbärenbabys, wohin man schaut!

Eisbaer_AquaPark_BuglHugo_2014-05-28_12-02-43_1407Gestern, am 27. Februar, war „Welt-Eisbär-Tag“ beziehungsweise „International Polar BearDay“. Dieser Tag soll seit 2004 unter anderem auf die Folgen der globalen Klimaerwärmung aufmerksam machen – und damit auf die Zerstörung des Lebensraums der Eisbären in der Arktis. Wird die Erderwärmung nicht aufgehalten, dürfte der Eisbär in nicht allzu ferner Zukunft aussterben. Die Zoologischen Gärten argumentieren, dass sie gerade deshalb diese größten Landraubtiere der Welt halten und züchten müssten. Tierrechtsaktivisten wie Peta fordern ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos, weil sie nicht artgercht sei, und nähmen das Aussterben der Tierart in Kauf, wenn deren Überleben in der Natur nicht mehr möglich ist. Dieses Streitthema hat sich in den vergangenen Jahren fast so sehr hochgeschaukelt wie der Streit um die Delfinhaltung.

Derzeit werden in 58 europäischen Zoos Eisbären gehalten, allein in Deutschland und Österreich präsentieren 14 Zoologische Gärten ihren Besuchern Polarbären. Die süßen Babys der weißen Riesen sollen als Botschafter einer bedrohten Tierart fungieren und den Menschen vermitteln, wie man den Klimawandel zumindest bremsen könnte und was jeder Einzelne dazu beitragen kann. Auch Flocke, die 2007 im Tiergarten Nürnberg das Licht der Welt erblickte, hatte einst diese Aufgabe. Als ihr „Pate“ trat Achim Steiner auf, Direktor des Umweltschutzprogramms der Vereinten Nationen. (Für den berühmten Berliner Eisbären Knut hatte ein Jahr zuvor der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Patenschaft übernommen.) Doch die Tiergartenbesucher waren weniger an der Klimabotschafterin Flocke interessiert als am niedlichen, knuddeligen weißen Fell-Knäuel Flocke.

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Schneeschuhhasen in Gefahr

Eigentlich hat die Natur gut für sie vorgesorgt: Die im Norden der USA, in den Rocky Mountains, in Kanada und Alaska lebenden Schneeschuhhasen (nicht zu verwechseln mit Schneehasen!) wechseln im Winter ihre Fellfarbe von braun in weiß. Damit besitzen sie im Schnee eine perfekte Tarnung vor ihren Feinden. Schneeschuhhasen sind außerdem durch ihre besonders großen Füße perfekt an ihren Lebensraum angepasst – sie sinken damit fast nicht im Schnee ein.

Nun aber haben Wissenschaftler der University of Montana in Missoula herausgefunden, dass die weiße Tarnfarbe für die Hasen zunehmend eine Gefahr darstellt. Denn durch die Erderwärmung verkürzt sich die Schneeperiode auch dort, wo diese Tiere vorkommen. Weiße Hasen, die durch braun-grüne Wälder und Tundra-Gebiete hoppeln, sind für ihre Feinde auch aus größerer Entfernung besonders gut zu erkennen (Foto: Dr. L. Scott Mills Research Photo).

Die Forscher haben rund 150 Schneeschuhhasen über drei Winter lang im Nordwesten der USA beobachtet. In diesem Zeitraum gab es die längste und die kürzeste Schneesaison seit 1970. Im Herbst dauerte die komplette Umfärbung des Hasenfells von braun auf weiß bis zu 40 Tage, im Frühjahr verzögerte sich die Rückfärbung bei einer längeren Schneeperiode um über zwei Wochen. Der Wechsel der Fellfarbe hängt nach den Erkenntnissen der Biologen von der Länge des Tageslichts ab, weniger davon, ob Schnee liegt oder nicht.

Die Wissenschaftler gehen aufgrund von Klimamodellen davon aus, dass Schnee während des Winters in den Verbreitungsgebieten der Schneeschuhhasen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts etwa einen Monat kürzer liegen wird, als es derzeit noch der Fall ist. Wenn sich das Klima tatsächlich so entwickelt und die Tiere den Fellwechsel im Herbst nicht hinausschieben könnten, müssten sie eine längere Zeit mit der Fehlanpassung leben. Das zu überleben, dürfte für einen Großteil der Tiere äußerst schwierig werden, denn mit dem leuchtenden Weiß wären sie ihren natürlichen Feinden sozusagen auf dem Präsentierteller ausgeliefert. Füchse, Kojoten, Luchse und Wölfe hätten dann mit ihrer Beute ein leichtes Spiel.

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Arktische Tierwelt im (Klima-)Wandel

Da wir gerade schon bei möglichen Auswirkungen der Erderwärmung waren, hier gleich noch etwas zum Thema Klimawandel: Norwegische Forscher warnen aufgrund einer neuen Studie davor, dass der Klimawandel stärkere Auswirkungen auf die Tierwelt in der Arktis haben dürfte als bisher angenommen.

Klimaforscher nehmen an, dass die Erderwärmung mehr extreme Wetterereignisse in vielen Gebieten der Erde mit sich bringt. Die norwegischen Wissenschaftler untersuchten die zahlenmäßige Entwicklung der Tierwelt auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen im Zeitraum zwischen 1991 und 2009. In Spitzbergen kommt es immer öfter zu starken Regenfällen, die zu einer harten Eisschicht auf der Schneedecke führen. Diese wiederum macht den im Winter dort lebenden – wegen der schwierigen Bedingungen sowieso schon sehr wenigen – Tierarten zu schaffen: Die Pflanzenfresser wie das Spitzbergen-Rentier, das Alpenschneehuhn und die Osteuropäische Feldmaus kommen durch den Eispanzer kaum noch an ihre spärlichen Futterpflanzen heran. Viele verhungern in solchen eher milden Wintern, die Zahlen ihrer Populationen gehen stark zurück und bleiben auch im folgenden Winter auf einem niedrigen Niveau. Das macht dann, um ein Jahr versetzt, dem Polarfuchs (Foto von Brage B. Hansen/Universität Trondheim) Probleme, der sich hauptsächlich von Rentieren ernährt. Er findet dann ebenfalls nicht mehr genügend Futter.

Mit ihrer Studie beweisen die Forscher, dass extreme Wetterbedingungen Schwankungen bei mehreren Tierarten eines Nahrungsnetzes bewirken, nicht nur bei einzelnen Arten, wie es bisher gezeigt wurde.

Der Klimawandel dürfte für Tierarten, die in der Arktis leben, also große Nachteile mit sich bringen. Andererseits könnte er Vorteile für subarktische Arten haben: Tierarten aus etwas südlicheren Gebieten wie der Tundra werden künftig nach Wetter-Modellrechnungen von schwedischen Wissenschaftlern aufgrund der Erwärmung in der Lage sein, ihre Lebensräume weiter nach Norden zu verlegen. Wie sich das auswirkt, dürfte Inhalt weiterer Studien zum Klimawandel sein – ein Thema, das uns wohl auch in diesem Blog immer wieder beschäftigen wird.

 

 

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Es geht auch ohne Schlitten

Hundeschlittenrennen haben eine Tradition in Ländern wie Alaska, Grönland, Sibirien oder Norwegen. Dort wurden schon vor Christi Geburt die ersten Schlittenhunde gezüchtet. Ihre hautsächliche Eigenschaft ist der unbedingte Wille, über lange Strecken unter extremen klimatischen Bedingungen zu laufen und dabei einen Schlitten zu ziehen.

Aber unsere Welt hat sich seitdem verändert. Schlittenhunde verschiedener Rassen werden heutzutage überall gehalten, selbst in Ländern, in denen es auch im Winter fast sommerlich bleibt. So zum Beispiel in Kalifornien. Dort hat sich in Costa Mesa, südöstlich von Los Angeles, eine regelrechte Hundeschlitten-Kultur herausgebildet: Wöchentlich finden dort in einem Park Rennen statt. Statt Schlitten ziehen die Hunde kleine Wagen, Roller oder Fahrräder. Das Hobby, dem viele Schlittenhunde-Besitzer frönen, nennt sich „Urban Sledding“. Dabei kommen vor allem Schlittenhunde der Rassen Alaskan Malamutes und Samojeds zum Einsatz.

Klar, diese Hunde sind so veranlagt, dass sie sich möglichst viel bewegen und dabei richtig verausgaben müssen. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, durch regelmäßiges Training äußerst exakt auf Kommandos der Schlittenhundeführer reagieren zu lernen. Und so eigenartig die Bilder von Schlittenhunden unter der Sonne Kaliforniens auch anmuten mögen – vielleicht ist „Urban Sledding“ in einigen Jahren angesichts der Erderwärmung gar nichts Besonderes mehr, sondern der Normalfall?

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Dem Panda drohen hungrige Zeiten

Dass der Große Panda zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten auf unserer Erde gehört, ist bekannt. Der Mensch trägt die Hauptschuld daran, weil er die angestammten Lebensräume dieser Bären – bambusreiche Wälder an Berghängen – systematisch abholzt. Doch nun kommt auf die Pandas noch weiteres Ungemach zu: der Klimawandel. Der wiederum sorgt dafür, dass die Hauptnahrung der Pandabären, nämlich verschiedene Arten von Bambus, infolge der Erwärmung  in den nächsten Jahrzehnten regional zu verschwinden drohen.

Internationale Forscher haben dazu in einem Panda-Schutzgebiet in den chinesischen Qin-Ling-Bergen Studien betrieben. Mit Hilfe von Computersimulationen und verschiedenen Erderwärmungs-Szenarien des Weltklimarates haben sie errechnet, dass in dem Schutzgebiet zwischen 80 und 100 Prozent der Bambusbestände bis zum Ende des 21. Jahrhunderts der Erwärmung zum Opfer fallen werden; bei einigen Szenarien war der Bambus sogar schon bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgestorben. In den Qin-Ling-Bergen leben 270 Große Pandas, das entspricht 17 Prozent aller noch verbleibenden Exemplare dieser Tierart – also fast einem Fünftel. Den Pandas wäre damit – zumindest in diesem Gebiet – die Überlebensgrundlage entzogen. (Auf dem hier gezeigten Foto von Yange Yong sieht man, wie einer der wilden Pandas in dem Schutzgebiet bei der Zählung der Tiere erfasst wird.)

Fast alle Bambusarten reagieren äußerst anfällig auf höhere Temperaturen. Hinzu kommt, dass Bambus im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen nicht jedes Jahr Samen produziert. Manchmal blüht er nur alle paar Jahrzehnte einmal. Das macht es ihm besonders schwer, sich Klimaveränderungen anzupassen bzw. sich in anderen Gebieten zu verbreiten, die vom Klima her besser für Bambus geeignet wären.

Auf die Pandas kommen also, salopp gesagt, hungrige Zeiten zu.

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