Dem Panda drohen hungrige Zeiten

Dass der Große Panda zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten auf unserer Erde gehört, ist bekannt. Der Mensch trägt die Hauptschuld daran, weil er die angestammten Lebensräume dieser Bären – bambusreiche Wälder an Berghängen – systematisch abholzt. Doch nun kommt auf die Pandas noch weiteres Ungemach zu: der Klimawandel. Der wiederum sorgt dafür, dass die Hauptnahrung der Pandabären, nämlich verschiedene Arten von Bambus, infolge der Erwärmung  in den nächsten Jahrzehnten regional zu verschwinden drohen.

Internationale Forscher haben dazu in einem Panda-Schutzgebiet in den chinesischen Qin-Ling-Bergen Studien betrieben. Mit Hilfe von Computersimulationen und verschiedenen Erderwärmungs-Szenarien des Weltklimarates haben sie errechnet, dass in dem Schutzgebiet zwischen 80 und 100 Prozent der Bambusbestände bis zum Ende des 21. Jahrhunderts der Erwärmung zum Opfer fallen werden; bei einigen Szenarien war der Bambus sogar schon bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgestorben. In den Qin-Ling-Bergen leben 270 Große Pandas, das entspricht 17 Prozent aller noch verbleibenden Exemplare dieser Tierart – also fast einem Fünftel. Den Pandas wäre damit – zumindest in diesem Gebiet – die Überlebensgrundlage entzogen. (Auf dem hier gezeigten Foto von Yange Yong sieht man, wie einer der wilden Pandas in dem Schutzgebiet bei der Zählung der Tiere erfasst wird.)

Fast alle Bambusarten reagieren äußerst anfällig auf höhere Temperaturen. Hinzu kommt, dass Bambus im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen nicht jedes Jahr Samen produziert. Manchmal blüht er nur alle paar Jahrzehnte einmal. Das macht es ihm besonders schwer, sich Klimaveränderungen anzupassen bzw. sich in anderen Gebieten zu verbreiten, die vom Klima her besser für Bambus geeignet wären.

Auf die Pandas kommen also, salopp gesagt, hungrige Zeiten zu.

Diese Liste macht Angst

Immer wieder mal behandle ich hier in meinem Blog das Thema bedrohte Tierarten. Das sind höchst unerfreuliche Meldungen, aber leider kann man das Thema nicht ausblenden, wenn man heutzutage über Tiere schreibt.

Nun hat die IUCN, die International Union for the Conservation of Nature, zum ersten Mal eine Liste öffentlich gemacht, auf der die 100 am stärksten vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Erde zusammengestellt sind. Sie enthält Arten aus 48 Ländern, darunter das Java- und das Sumatra-Nashorn, das Zwergfaultier, das nur noch auf einer Insel vor Panama existiert, der Hainan-Gibbon in China, von dem es nicht einmal mehr 20 Exemplare gibt, die asiatische Saola-Antilope, die Baumratte in den Bergen Kolumbiens (hier auf einem Foto der Lizzie Noble Foundation/dapd zu sehen), dazu eine Reihe von Fröschen, Kröten, Reptilien, Fischen und Vögeln wie etwa die Indische Riesentrappe. Bei manchen Arten weiß man nicht einmal, wie viele Individuen von ihnen noch existieren.

Die 8000 Forscher der IUCN, die an der Liste mitgearbeitet haben, betonen, dass bei fast allen bedrohten Arten der Mensch daran Schuld hat, dass die Gefährdung ein so großes Ausmaß angenommen hat. Er zerstört wider besseres Wissen die Lebensräume der Tiere, indem er Wälder rodet, Flüsse staut, Feuchtgebiete trockenlegt. Einige Arten werden als Opfer des Klimawandels bezeichnet, zum Beispiel der Galapagos-Riffbarsch, der möglicherweise schon ausgestorben ist. Aber auch der Klimawandel ist ja auf den Menschen zurückzuführen.

Die Forscher sehen noch nicht ganz schwarz für alle Arten auf ihrer Liste. Aber sie warnen: Es müssen sofort gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um bestimmte Arten vor dem Aussterben zu retten. Das hat in der Vergangenheit ja schon einige Male funktioniert, etwa bei den Przewalski-Pferden oder auch beim Buckelwal.

Ob der Alarmruf der IUCN und anderer Organisationen von denen erhört wird, die in der Position sind, etwas gegen das Artensterben zu unternehmen? Man kann es nur hoffen. Für einige Arten, fürchte ich, dürfte es aber schon zu spät sein.

Großes Kranichtreffen an der Ostsee

Es ist jedes Jahr wieder ein beeindruckendes Naturereignis: die Herbstrast der Kraniche, die auf ihrem Flug nach Süden an der Ostseeküste eine Pause einlegen und Energie für ihre weite Reise tanken. Heuer haben sich die majestätischen Vögel früher als sonst im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft versammelt. Und es sind mit 7000 Tieren nach Auskunft des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf auch fast 25 Prozent mehr Vögel als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Die an der Ostseeküste lebenden Vögel haben schon vor einigen Wochen angefangen sich zu sammeln. Inzwischen haben sich noch rund 6000 Kraniche aus Skandinavien dazugesellt. Ein wirklich eindrucksvolles Bild wird sich den Vogelbeobachtern Anfang Oktober bieten: Man geht davon aus, dass die Zahl der Kraniche in der Rügen-Bock-Region dann bis zu 70 000 Tiere beträgt. Tausende von Tierfreunden und Fotografen wird es wieder zu diesem wunderbaren Naturschauspiel dort hinziehen.

In letzter Zeit beobachtet man allerdings einen neuen Trend: Nicht mehr alle Kraniche ziehen für die Winterzeit in wärmere Gefielde. Einige bleiben jetzt auch in Deutschland – die milderen bzw. kürzeren Winter machen es möglich.

Der Sonnenröschen-Bläuling hat Glück

Der Klimawandel macht allen möglichen Tierarten große Probleme, manche Arten gefährdet er ganz besonders. Darüber habe ich immer wieder geschrieben, zuletzt hier. Da erreicht uns eine gute Nachricht aus Großbritannien: Ein Schmetterling, der auf den schönen Namen Kleiner Sonnenröschen-Bläuling hört und noch in den 1980er Jahren als gefährdet galt, profitiert offenbar vom Klimawandel.

Wie das? Laut britischen Forschern kann sich der Bläuling dank der immer wärmeren Sommer deutlich weiter nach Norden ausbreiten. Bisher brauchte er zur Eiablage das Gelbe Sonnenröschen als Wirtspflanze: Diese Pflanze wächst fast nur an sonnigen Südhängen und bot den Schmetterlingseiern die besten Voraussetzungen zur Entwicklung. Dank der wärmeren Sommer der letzten Jahre ist der Kleine Sonnenröschen-Bläuling aber nicht mehr auf das Gelbe Sonnenröschen angewiesen; wenn er seine Eier auf anderen Pflanzen ablegt, klappt es mit der Nachkommenschaft genauso gut.

Die Schmetterlinge kommen nun schon 80 Kilometer weiter nördlich als noch in den 1990er Jahren vor. Laut Wissenschaftlern der Universität von York reagiert diese eigentlich sesshafte Art damit außergewöhnlich schnell auf den Klimawandel. Mittlerweile suchen sich die Bläulinge meist Storchschnabelgewächse aus, um ihre Eier abzulegen. Diese Gewächse sind wesentlich weiter verbreitet als das Gelbe Sonnenröschen. Die Schmetterlinge haben deshalb bessere Bedingungen, sich fortzupflanzen.

Stellt sich nur noch die Frage, ob der Schmetterling bald umbenannt werden muss, wenn er mit dem Sonnenröschen gar nichts mehr am Hut hat. Vielleicht heißt er bald Kleiner Storchschnabel-Bläuling? Klingt aber längst nicht so poetisch.

 

 

Säugetiere können mit Klimawandel nicht mithalten

Auch das noch: Eine neue Studie von amerikanischen Wissenschaftlern sagt vielen Säugetierarten eine Niederlage im Wettlauf mit dem Klimawandel voraus. Die US-Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass jede zehnte Art mit der Verlagerung der Lebensräume durch die Erderwärmung nicht Schritt halten können wird.

Diese zehn Prozent sollen allerdings nur den Durchschnittswert bilden. Laut der Studie könnten in einzelnen Gebieten fast 40 Prozent der Säugetiere betroffen sein. Ganz düster sieht es für Menschenaffen aus, außerdem für kleinere insektenfressende Tiere und Tiere in den Tropen. Die Forscher sind der Meinung, dass bisherige Szenarien nicht darauf eingegangen seien, wie schnell Tiere auf die Verlagerung von Lebensräumen reagieren und in neue umziehen können. Hier einige Zahlen aus der Studie: Aufgrund der Erderwärmung verlagern sich Klimazonen schon jetzt um sechs Kilometer jährlich in Richtung der Pole. In den Gebirgen wandern die Lebensräume innerhalb von zehn Jahren um sechs Meter weiter in die Höhe. Viele Säugetierarten könnten da nicht mithalten, sagen die Wissenschaftler. Gerade im Amazonasgebiet klaffen die Zahlen besonders weit auseinander: Dort verschieben sich die Lebensräume sogar um acht Kilometer im Jahr, die Säugetierarten könnten ihre Verbreitungsgebiete aber nur um einen Kilometer verlagern.

Bei den Menschenaffen verschärft sich die Situation: Sie sind sowieso schon bedroht, können das Tempo bei der Veränderung der Lebensräume bei weitem nicht schaffen, und dann spielt ihnen der Mensch auch noch übel mit und schafft durch Siedlungen, Straßen und den Ausbau der Agrarflächen unüberwindbare Hindernisse, die es den Primaten unmöglich machen, in neue, für sie geeignete Gebiete auszuweichen.

 

 

Rätselhaftes Tiersterben

Es sind leider viele Hiobsbotschaften, über die ich aus der Welt der Tiere immer wieder berichten muss. Diesmal kommt die schlechte Nachricht aus Peru. Dort herrschen unter der Bevölkerung Angst und Schrecken, weil viele Strände tagtäglich mit Tierkadavern übersät sind. Hauptsächlich Pelikane verenden dort, aber auch andere Seevögel und sogar Delfine. Und bisher gibt es nur unzureichende Erklärungen, warum die Tiere massenweise sterben.

Man hat tote Tiere untersucht und dabei festgestellt, dass mindestens 5000 Pelikane und andere Seevögel verhungert sind. In ihren Mägen fand man nämlich nur Sand und Müll. Forscher gehen daher davon aus, dass die Tiere keine andere Nahrung gefunden haben. Gleichzeitig hat man seit Februar eine Erwärmung der Küstengewässer vor Peru beobachtet, die weiterhin anhält. Deshalb tun sich die Vögel mit ihrer Beute schwer: Die Fische, in erster Linie Sardellen, tauchen in größere Tiefen ab, um in kälteres Wasser zu gelangen. So haben die Vögel keine Chance mehr, sie auf der Jagd zu fangen.

Wissenschaftler gehen von einer weiteren Erwärmung der Küstengewässer bis Juni aus. Und sie befürchten, dass womöglich noch weitere Tierarten gefährdet werden könnten, vor allem Pinguine. Das wäre ein schlimmer Rückschlag, denn in den letzten Jahren war die Anzahl der in diesen Regionen lebenden Pinguine endlich wieder angewachsen.

Warum bisher 800 bis 1000 Delfine verendet sind, lässt sich allenfalls vermuten. An den Tieren sind keine äußerlichen Verletzungen erkennbar. Und das Wasser ist in den betroffenen Küstengebieten nicht mit Pflanzengiften oder Schwermetallen belastet, so dass dies als Todesursache ausscheidet. Es gibt allerdings einen Verdacht, den Tierschützer hegen: Ein Unternehmen setzt bei der Suche nach Erdölvorkommen im Meer eine Technik ein, die unter Wasser einen wahnsinnigen Lärm macht. Die besonders geräuschempfindlichen Delfine halten diesen Krach nicht aus. Dass dies zum Tod der Delfine führen könnte, lässt sich aber (noch?) nicht beweisen. Von offizieller Seite wird es erwartungsgemäß erst einmal abgestritten.

Bisher fällt den Behörden nichts anderes ein, als die verendeten Tiere einsammeln und verbrennen zu lassen.

 

 

Nur die Kälte kann hier helfen!

Und jetzt auch noch das: Nutrias machen deutschen Bibern das Leben schwer! Früher mal, da gab es nur tote Nutrias bei uns – nämlich in Form von Pelzen. (Ich weiß auch nicht warum, aber das Thema Pelz verfolgt mich regelrecht in diesem neuen Jahr.) Dann führte man die aus Südamerika stammenden Pelztiere zur Zucht nach Deutschland ein. Und nun haben wir den Salat! Bei uns haben die auch unter dem Namen Biberratten bekannten Nager im Gegensatz zu ihrer ursprünlichen Heimat nämlich keine natürlichen Feinde. Werden sie dort von Alligatoren verspeist, sobald sie zu vorwitzig werden, können sie sich in unseren Breiten ungehindert vermehren, wenn ihnen nicht der einzige Feind einen Strich durch die Rechnung macht: grimmige Kälte. Und weil dieser Winter einfach nicht richtig kalt werden will, breiten sich die Nutrias lustig weiter aus und entwicklen sich zu gemeinen Futterkonkurrenten für unsere Biber. Sie zerstören auch Uferbefestigungen und setzen so viel Kot ab, dass sie kleinere Gewässer völlig verdrecken. – Und das alles nur, weil manche Leute unbedingt Pelz tragen müssen/mussten!

Doch auch dem deutschen Laubfrosch geht es ans Leder. Hier heißt die künstlich eingeführte Gefahr „Rotwangen-Schmuckschildkröte“. Die gehört eigentlich nach Nordamerika und hat bei uns höchstens in Terrarien was zu suchen. Aber sie ist schon so oft an heimischen Gewässern ausgesetzt worden, dass sich inzwischen eine beeindruckende Population entwickelt hat; nur wenn bei entsprechender Kälte Seen und Teiche zufrieren, wird der Zuwachs eingedämmt. Nun könnte man ja sagen: Ist doch schön, so nett aussehende Schildkröten hätten wir ja sonst bei uns nicht. Aber sie fressen und fressen und fressen – und zwar besonders gern Laich und Kaulquappen. Womit wir wieder bei den eh schon bedrohten Laubfröschen wären.

Über den Kältemangel in diesem Winter dürfte sich auch die asiatische Tigermücke freuen. Vor fünf Jahren hat sie sich zum ersten Mal bei uns niedergelassen, und schon verbreitet sie sich fröhlich immer weiter. Einziger Trost: Unter ihrem Import müssen wenigstens nicht Tiere leiden, sondern diejenigen, die Schuld daran sind, dass das Ungeziefer jetzt bei uns lebt. Denn die asiatische Tigermücke liebt es, zu stechen und Blut zu saugen. Dabei kann sie gefährliche Erreger aufnehmen und dann über ihre Eier weitergeben. Diese Eier sind äußerst widerstandsfähig; viele gelangen über Gewächshauspflanzen von Asien nach Europa. In Deutschland hat die Mücke bisher noch nicht zu gefährlichen Krankheitsübertragungen geführt, in Italien aber gab es schon einen Todesfall. Und was wäre der natürliche Feind dieser Mücke bei uns? Wir ahnen es: wieder die Kälte! Die könnte der Mückenbrut den Garaus machen, doch sie will einfach nicht kommen.

Aber ich bin optimistisch: Spätestens im März, wenn wir sie gar nicht mehr erwarten, wird sie uns rücksichtslos überfallen – und mit uns die Nutrias, die Schmuckschildkröten und die Tigermücken. Das wird ein Fest für Biber und Laubfrösche, die werden´s dann mal so richtig krachen lassen!

Sonnige Aussichten!

Es ist endlich Wochenende, und der Sommer ist noch einmal zurückgekehrt. Gute Gelegenheit für einen Themenwechsel, denn die Delfinhaltung können wir hier sowieso nicht ausdiskutieren.

Nach den vergangenen trüben Tagen tut uns die Sonne jetzt besonders gut – meinen jedenfalls viele. Doch sie unterschätzen dabei schnell die starke UV-Strahlung und merken erst, wenn es zu spät ist, dass sie sich einen Sonnenbrand geholt haben. Auch Tieren passiert das heutzutage wegen des immer größer werdenden Ozonlochs leicht. In vielen Zoos greifen die Tierpfleger deshalb schon zu Sonnencreme, um empfindliche Tierhaut zu schützen.

In dieser Woche haben englische Forscher entdeckt, wie tropische Korallen in Zusammenarbeit mit Algen ein eigenes Sonnenschutzmittel produzieren – für mich ist das ein Geniestreich der Natur.

Um das Genze zu verstehen, miss man wissen, wie Korallen und Algen zusammenleben. Also: Korallen bieten einzelligen Algen in ihren Körpern Unterschlupf, und die revanchieren sich dafür, indem sie durch Photosynthese für Nahrung sorgen, von der Gäste und Gastgeber leben können. Damit das funktioniert, dürfen sich die Korallen allerdings nicht zu weit unter der Wasseroberfläche ansiedeln. Schließlich braucht man für Photosynthese genügend Licht.

Doch so dicht unter der Wasseroberfläche ist auch die UV-Strahlung noch sehr hoch, vor allem in Australien. Deshalb legen die Algen sozusagen auf die Grundmiete (=Nahrungsbeschaffung) noch etwas drauf und stellen den Grundstoff für einen Sonnenschutz her, den sie ebenfalls an ihren „Vermieter“ weitergeben. Die Korallen haben den Trick raus, daraus einen Sonnenschutz herzustellen – keinen, den man von außen aufträgt, sondern einen, der von innen wirkt. Und die Kette geht noch weiter: Fische, die Korallen anknabbern, nehmen den UV-Schutz ebenfalls in ihren Körper auf und bekommen so auch keinen Sonnenbrand.

Die Londoner Forscher wollen sich jetzt mit Wissenschaftlern aus den USA und Australien zusammentun, um die von den Korallen hergestellte chemische Verbindung zu kopieren und Sonnenschutz-Tabletten für Menschen zu entwickeln. Sogar eine Übertragung des Prinzips auf sonnenempfindliche Pflanzen – z.B. in der Dritten Welt – ist geplant.

Mit solchen Zukunftsaussichten lässt sich die Sonne an diesem Wochenende doch gleich noch mehr genießen!!

Quecksilberbelastung in der Arktis

Über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Tierwelt in der Arktis und Antarktis habe ich schon öfter in diesem Blog geschrieben.

Nun gibt es ein neues, besorgniserregendes Problem, das durch die Klimaerwärmung verursacht wird: Im Nordpolarmeer sind immer mehr Tiere von einer Quecksilber-Vergiftung bedroht. Forscher haben herausgefunden, dass davon Eisbären, Ringelrobben und Narwale betroffen sind. Bei einem Fünftel der untersuchten Tiere stellte man eine erhöhte Quecksilber-Konzentration fest.

Der Grund dafür liegt nach Ansicht der Wissenschaftler in den seit fünf Jahren permanent steigenden Temperaturen in der Arktisregion. Das über lange Zeit in den Dauerfrostböden und im Eis gebundene Quecksilber wird dadurch freigesetzt und gelangt schließlich in die Nahrungskette der Tiere. Das Quecksilber wurde einst von Kohlekraftwerken in die Atmosphäre abgegeben und landete mit Niederschlägen in der Polarregion. Dort war es aber zunächst im „ewigen Eis“ und in den Permafrostböden eingefroren. Durch die Klimaerwärmung taut mit dem Eis und den Böden jetzt auch das Quecksilber auf.

Noch haben die Forscher keine direkten Vergiftungssymptome bei den belasteten Tieren beobachtet. Doch die werden auf Dauer ja wohl kaum ausbleiben. Außerdem sind auch Menschen bedroht: Innuit-Stämme in Kanada und Grönland ernähren sich traditionell auch von Robben- und Walfleisch.

Festmahl für die Buckelwale

Der Einfluss der Klimaerwärmung auf die Natur: Dieses Thema beschäftigt zunehmend die Forschung. Dabei zeichnen sich immer weitere Kreise ziehende Folgen für die Tierwelt ab. Gerade erst habe ich darüber geschrieben, wie sich das wärmere Klima auf die Kuckucke auswirkt. Jetzt folgt ein Beitrag über die Buckelwale.

Wissenschaftler der Universität Durham (USA) haben in der Wilhelmina Bay nahe der Antarktis bei Expeditionen in den beiden zurückliegenden Jahren Riesenansammlungen von Buckelwalen beobachtet. Es waren über 300 Tiere, so viele waren nie zuvor an einem Ort gesichtet worden. Die Forscher bekamen auch heraus, woran das lag: Die Wale fanden in der Bucht außergewöhnlich viel Nahrung. Die Konzentration von Krill – kleinen Krebstieren – im Meerwasser war so hoch wie in den vergangenen 20 Jahren nicht.

Dass es dort ein so gutes Futterangebot für die Wale gibt, mag zunächst positiv klingen. Aber die Ursache dafür ist – wiederum die Klimaerwärmung. Normalerweise ist das Meer auf der Südhalbkugel der Erde im Herbst, als die US-Wissenschaftler ihre Untersuchungen jeweils vorgenommen haben, zum größten Teil zugefroren. Der Krill zieht sich dann unter die Eisdecke zurück, um unter ihrem Schutz zu überwintern. In den letzten beiden Jahren aber waren zu diesem Zeitpunkt nur zehn Prozent der Bucht von Eis bedeckt.

So war es zwar sehr schön für die Buckelwale, dass sie sich so richtig sattfressen konnten. Doch die Forscher gehen davon aus, dass der Rückgang der Eisfläche auch zum Rückgang des Krills führt. Und von dem ernähren sich schließlich nicht nur die Wale, sondern auch andere Tiere. Die kleinen Krebstiere gelten als äußerst wichtiges Glied in der Nahrungskette der Tiere in der Antarktis. Und wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kann das für manche Arten schlimme Folgen haben. Nicht zuletzt auch für den Menschen.