Grausame Tierquälerei in Australien

Diesen grausamen Anblick möchte ich meinen Lesern ersparen: In Australien ist ein Koala an einen Pfosten genagelt worden. Tierschützer haben das Foto dieser unsäglichen Tat  in sozialen Netzwerken verbreitetet – beispielsweise wurde es auf Facebook tausende Male geteilt – und damit Entsetzen ausgelöst. Ich bilde hier bewusst lieber ein Foto eines Koalas ab, dem es gut geht (Foto: dpa), um die Schönheit dieser Beuteltiere zu zeigen und die Frage aufzuwerfen, wie jemand drauf sein muss, um ein solches Tier derart teuflisch zu quälen.

Den Fall in Australien untersuchen jetzt die Tierschutzbehörden des Bundesstaats Queensland. Der tote Koala mit Blutflecken im Fell war in einem Aussichtspavillon im Brooloo Park nahe der Stadt Brisbane entdeckt worden. Wie das Tier gestorben ist – ob es schon tot war, bevor es an den Pfosten genagelt wurde -, soll noch geklärt werden. Australische Tierschützer haben sich zu dem Vorfall geäußert und meinten, diese Tat sei einfach krank. Dem kann ich mich nur anschließen. Den Tätern droht eine Strafe wegen Tierquälerei, Tierschützer fordern eine harte Strafe. Ich befürchte allerdings, dass man den oder die Täter gar nicht ermitteln wird.

Wenn man nicht schwitzen kann…

Kinder - Schläfriges Kuscheltier im Baum - KoalaSie leben in heißen Regionen, können aber trotzdem nicht schwitzen: Koalabären besitzen keine Schweißdrüsen. Da geht es ihnen im Prinzip so wie vielen anderen Säugetieren. Das Problem ist nur: Wenn sie versuchen,  ihre Körpertemperatur durch Hecheln herunterzufahren, droht ihr Körper zu viel Wasser zu verlieren. Und weil sie auf Bäumen leben, haben sie auch keine Möglichkeit, in Erdhöhlen Zuflucht zu suchen.

Auch in diesem Fall hat die Natur eine geniale Lösung gefunden, wie Forscher der Universität von Melbourne nun entdeckt haben. Die Koalas wenden eine raffinierte Methode an, indem sie dicke Äste der Eukalyptusbäume umklammern – die Wirkung ist mit der einer Klimaanlage vergleichbar. Die Wissenschaftler haben genaue Messwerte der Lufttemperaturen sowie die der Baumstämme und Äste ermittelt und die Körpertemperatur der Tiere mit Hilfe von Wärmebildkameras gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Baumstämme bei extremen Durchschnittstemperaturen von 36 Grad zwischen fünf und acht Grad kühler sind als ihre Umgebung. Wenn es besonders heiß ist, pressen die Koalas ihren Körper ganz an die tiefliegenden, dicksten Äste und kühlen sich dadurch ab. So benötigen sie nach den Berechnungen der Wissenschaftler nur rund die Hälfte der Energie, die sie gebraucht hätten, wenn sie dieselbe Wirkung durch Hecheln hätten schaffen wollen. Und sie verschwenden dabei auch keine Flüssigkeit.

Schutz für bedrohte Koalas

Koalabären gehören zu den größten Touristenattraktionen in Australien. Alle lieben die knuddeligen Beuteltiere mit dem wuscheligen grauen Fell. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gab es noch mehrere Millionen von diesen Tieren in Australien. Mittlerweile sind es nach Expertenschätzung der Koala-Stiftung nur noch höchstens 100 000 Exemplare.

Deshalb hat die Regierung sich nun entschieden, in einigen Regionen des Kontinents Koalas auf die Liste der gefährdeten Arten setzen zu lassen und unter Schutz zu stellen.  Bedroht sind die Tiere vor allem in dicht besiedelten Gebieten an der Ostküste, in den Bundesstaaten New South Wales, Queensland und auch in Australiens Hauptstadt Canberra. Dort werden überall ihre Lebensräume nach und nach zerstört, hauptsächlich durch Bauprojekte und den Ausbau des Straßennetzes. Immer öfter kommt es außerdem zu Zusammenstößen mit Autos. Auch Angriffe durch wilde Hunde und verschiedene Krankheiten dezimieren den Koala-Bestand immer mehr.

Dann gibt es aber auch Landesteile mit großen, teils sogar wachsenden Koala-Populationen – besonders im Süden Australiens, beispielsweise in Victoria. Dort fressen die Koalabären, die sich überwiegend von Eukalyptusblättern ernähren, in manchen Gegenden sogar ihren ganzen Lebensraum kahl. Deshalb greifen die Behörden dort sogar ein, um die unkontrollierte Ausbreitung der Tierart zu verhindern.

Tierschutz im Australien-Urlaub

Heute mal ein ganz besonderer Tipp für Leute, die nach Australien reisen. Die meisten möchten dort ja unter anderem Tiere beobachten. Wer sich auch für das Überleben bedrohter Tiere einsetzen will, für den gibt es als Tourist verschiedene Möglichkeiten. Mehrere Naturschutzprojekte im Südosten Australiens interessieren sich für Urlauber als Gasthelfer. In den meisten Fällen muss man allerdings davon ausgehen, dass man für Unterkunft und Verpflegung selbst aufkommen muss.

Hier ein paar Beispiele: In den Phillip Island Nature Parks – etwa eineinhalb Stunden von Melbourne entfernt – finden ab Juli dreitägige Freiwilligen-Programme für Zwergpinguine statt. Tagsüber geht es hauptsächlich darum, Bäume und Sträucher zu pflanzen. Dafür wird man abends oder nachts belohnt, wenn man bei der Pinguinparade zuschauen kann. – Nähere Infos findet man hier.

Wer Koalas helfen will, hat dazu ab September Gelegenheit im Süden von Victoria, im Cape Otway Centre. Dort geht es während eines drei- bis sechstägigen Einsatzes vor allem um den Schutz von Eukalyptusbäumen, in und von denen die Koalas leben. Außerdem kann man sich in der Einrichtung für die vom Aussterben bedrohten Riesenbeutelmarder engagieren. – Infos hier.

Ebenfalls in Victoria ist die Organisation „Conservation Volunteers“ aktiv. Für sie kann man ökologische Freiwilligenarbeit leisten. Die Helfer kommen zum Beispiel im Grampians-Gebirge zum Einsatz, wo sie sich um den Schutz des Tasmanischen Langnasenbeutlers verdient machen können. Freiwillige können sich für drei oder sechs Tage melden. – Infos hier.

 

Ende gut, alles gut für Frodo?

Wieder einmal gilt es über ein Tierschicksal zu berichten, das ein gutes Ende genommen hat – obwohl es zunächst gar nicht so aussah.

Die Geschichte hat sich in Australien zugetragen, und es geht um ein Koala- Baby. Das wurde vor einem halben Jahr schwer verletzt gefunden – sage und schreibe 15 Schrotkugeln hatten das kleine Tier durchsiebt. Mehr tot als lebendig lag es auf einer Straße bei Brisbane in Queensland. Tierärzte glaubten nicht, dass die kleine Koalabärin, die man Frodo nannte, überleben könnte.

Doch sie hatten offenbar nicht mit Frodos starkem Willen gerechnet. Sie stand mehrere Operationen durch, die man benötigte, um alle Kugeln herauszuholen. Frodo wurde in der Tierklinik Australia Zoo Wildlife Hospital behandelt. Dort durfte sie, als sie wieder zu Kräften gekommen war, bald ins Freie. Sie erholte sich schnell und lernte sich zu ernähren, um allein in Freiheit überleben zu können. Nun ist Frodo 22 Monate alt, und die Tierärzte sind der Ansicht, dass Frodo es schafft, wenn sie demnächst freigelassen wird.  – Hoffentlich schätzen sie die Situation diesmal besser ein als im November!