Warum werden Tiere immer dicker?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101123-99-05253Vor ein paar Wochen habe ich mich ja hier schon über zu dicke Wellensittiche ausgelassen. Mit dem Phänomen Übergewicht bei Tieren haben sich jetzt auch Wissenschaftler in Großbritannien ausführlich beschäftigt. Über 20 000 Tiere aus acht verschiedenen Säugetiergruppen haben sie dafür untersucht. Darunter waren Tiere wie Laborratten und Labormäuse, aber auch frei lebende Ratten, Hunde und Hauskatzen, Makaken, Schimpansen und Krallenäffchen.

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass bei allen untersuchten Populationen das Gewicht der erwachsenen Tiere in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist. Aber eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum das so ist, haben die Wissenschaftler bisher nicht gefunden. Allerdings gehen sie davon aus, dass die hauptsächliche Erklärung für Übergewicht beim Menschen – also zu wenig Bewegung und zu viel Essen – keine Begründung für die Gewichtszunahme bei Tieren sein kann.

Nun geht man möglichen anderen Ursachen nach. Die Forscher meinen, es könnten Faktoren eine Rolle spielen, über die man noch zu wenig weiß – unter Umständen sogar eine Virusinfektion. Für sehr wahrscheinlich halten die Wissenschaftler eine Kombination aus verschiedenen Ursachen. Sie nennen etwa Schadstoffe aus der Umwelt, beispielsweise Umwelthormone, die den Hormonhaushalt bei Tieren wie auch bei Menschen aus dem Gleichgewicht bringen. Aber auch Stress oder der Klimawandel könnten mit dem Übergewicht bei Tieren zusammenhängen.

Klingt alles irgendwie ein bisschen ratlos, finde ich. Manchmal wundere ich mich auch, woran der Klimawandel noch schuld sein soll. Aber die Wissenschaft wird es uns sicher eines Tages ganz genau sagen können – hoffen wir zumindest!

Hoffentlich hat Paul recht, nicht Anton!

Wir erinnern uns: Schon bei der Fußball-EM 2008 habe ich über das „Tier-Orakel“ des Tierparks Chemnitz geschrieben. Der Zoo ließ verschiedene seiner tierischen Bewohner vorhersagen, ob die deutsche Nationalmannschaft gegen den jeweiligen Gegner gewinnen oder verlieren wird.

Auch jetzt, bei der WM 2010, ist der Zoo orakelmäßig wieder aktiv. Für das Spiel Ghana-Deutschland orakeln die Zoobewohner allerdings nichts Gutes. Diesmal war Krallenäffchen Anton der Prophet – und: Anton sieht eine Niederlage der Deutschen gegen Ghana vorher! Der dreijährige Springtamarin war allerdings erst etwas unentschieden: Er brauchte eine Viertelstunde, bevor er zu den Rosinen griff, die sich in der „ghanaischen Hand“ seines Tierpflegers verbargen. Anton weigerte sich, die fünf Rosinen aus der „deutschen“ Hand anzunehmen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100622-10-10423Nun braucht das deutsche Team aber noch nicht zu verzweifeln. Denn bei dieser WM hat sich noch keine einzige Chemnitzer Prophezeiung erfüllt. Das ist wiederum ein Trost für mich. Ich habe nämlich noch nie bei einer Fußball-WM-Wette in der Redaktion der „Nürnberger Zeitung“ so oft danebengetippt wie diesmal! Und noch eine Hoffnung gibt es: Im Oberhausener Aquarium hat Oktopus Paul einen deutschen Sieg angekündigt. Dort arbeiten die Tierpfleger bei ihren Fußball-Orakeln ebenfalls mit dem Fress-Trick. Und Paul hat das „deutsche“ Muschelfleisch eindeutig bevorzugt.
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