Kuh „Madel“ und ihr Star-Auftritt

Heute mal wieder – nach den letzten beiden Schreckensmeldungen hier im Blog – etwas zum Schmunzeln: Eine Geschichte, die ich beim Stöbern in Agenturmeldungen gefunden habe. Dass Kühe von Hindus als heilig Tiere verehrt werden, dürfte bekannt sein. Das kann unter bestimmten Umständen zu recht absurden Situationen führen. So ließ jetzt in Bremen eine hinduistische Gemeinde eine Baustelle, die für einen neuen Tempel in Frage kommt, erst einmal von einer Kuh begehen: Großer Bahnhof für Milchkuh „Madel“ vor Fernsehkameras und Medienauftrieb (Foto: dpa).

Für Madels Besitzer war es auch ein ungewohnter Auftritt. Sein Schützling hatte eine Blumengirlande um den Hals, und auf Madels Rücken lagen ein Tuch, Blüten und buntes Pulver. Dazu der Duft von Räucherstäbchen, der über die matschige Wiese zog. Der Hindu-Priester aus Indien betete und sang mit nacktem Oberkörper. Als „Madel“ auf die Wiese pinkelte, freute sich der Gemeindesprecher: Das gilt nämlich als gutes Zeichen. Schlecht wäre es der Tradition zufolge gewesen, wenn die Kuh weggelaufen wäre: Dann wäre der Ort als Bausplatz nicht geeignet. Der neue Tempel soll auf einem Grundstück der Bremer Heimstiftung gebaut werden und einen zwölf Meter hohen Turm bekommen. Wenn der Bau fertig ist, wird Madel höchstwahrscheinlich wieder ihren großen Auftritt haben. Denn auch bei der Einweihung eines Tempels muss eine Kuh dabei sein.

Glückliche bayerische Kühe!

Na toll: Deutsche Kühe produzieren so viel Milch wie nie zuvor, vermeldet der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 lieferte eine Kuh im Schnitt 8237 Kilogramm Milch, das sind 64 Kilo mehr als im Jahr davor und sogar 400 Kilo mehr, als  die Jahresleistung noch vor fünf Jahren betrug. Diese Leistung wird tatsächlich in Kilogramm gemessen, wobei ein Kilogramm Milch fast genau einem Liter entspricht.

Übrigens schneiden die ostdeutschen Kühe dabei besser ab als die westdeutschen. An der Spitze liegen die Kühe in Thüringen, die durchschnittlich 9180 Kilo Milch pro Jahr geben, während die bayerischen Kühe mit 7349 Kilo die schwächsten Milchlieferanten sind.

So weit die Zahlen aus Sicht des Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Der führt diese Entwicklung darauf zurück, dass in Deutschland immer größere Kuhherden gehalten werden und damit eine professionellere Betreuung der Tiere möglich sei. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen haben im Schnitt 279 Kühe im Stall stehen, während es bei den Bauern in Bayern im Schnitt nur 38 Tiere sind.

Gegen diese Sichtweise läuft – meiner Meinung nach zu Recht – der Tierschutzbund seit Jahren Sturm. Er kritisiert, dass die meisten der auf Höchstleistung gezüchteten Kühe das ganze Jahr über im Stall gahalten werden. Denn unter natürlichen Bedingungen auf der Weide können die Tiere gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen, wie es für solche Milchmengen nötig wäre. Außerdem bekommen die Kühe mit der größten Leistung öfter Erkrankungen am Euter und leiden häufiger unter Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Vom Tierschutzgedanken her am schärfsten zu verurteilen ist die Tatsache, dass Kühe, die am meisten Milch geben, am frühesten geschlachtet werden: Die Milchleistung sinkt nämlich ganz schnell mit dem Alter. So haben laut Tierschutzbund Kühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag liefern, nur eine Lebenserwartung von vier Jahren.

Man kann den Milchbericht also auch anders als nur auf Leistung bezogen lesen. Dann käme man zu dem Ergebnis: In Bayern leben die glücklichsten Kühe.

 

 

Zuchtbulle hat Angst vor Kühen

Nach dem Waschbären im Bundesverwaltungsgericht habe ich schon wieder eine Tiergeschichte ausgegraben, wie sie nicht alle Tage vorkommt. Diesmal spielt ein Zuchtbulle die Hauptrolle.

Besagtes Tier hatte ein Bauer im Westerwald neu gekauft. Als der Landwirt den Bullen zum ersten Mal auf die Weide zu den Kühen brachte, damit er seines Amtes waltete, bekam der Zuchtbulle plötzlich die Panik. Statt die Kühe zu decken, ergriff er die Flucht. Offenbar war ihm die weibliche Überzahl einfach zu viel.

Der Bulle rannte also wie besessen auf und davon, brach aus der umzäunten Weide aus und stürzte dahinter prompt in eine Güllegrube. In dem fast 1,80 Meter tiefen Loch versank das Tier fast ganz. Und so musste zuguterletzt auch noch die Feuerwehr mit 30 Mann anrücken, um den Bullen zu befreien.

Bayerisches Rindvieh auf Abwegen

Was ist nur los mit Bayerns Rindviechern? Im letzten Jahr hielt Kuh Yvonne die Öffentlichkeit wochenlang in Atem, nachdem ihr eine spektakuläre Flucht gelungen war. (Auf dem Foto ist Kuh Waltraud zu sehen, die Schwester von Yvonne, die Yvonne anlocken sollte, was aber nicht klappte.) Fast genau zum Jahrestag von Yvonnes großer Sause sind in Bayern mehrere Rinder aufmüpfig geworden.

Diesmal hat es ein Jungstier geschafft, von einem Bauernhof in Bad Birnbach/Niederbayern zu entkommen. Seppe heißt das Tier, und es sind schon zehn Tage her, seit er von seinem Hof verschwunden ist. Die Polizei vermutet, dass er sich im Unterholz der Wälder versteckt, die an den Bauernhof angrenzen. Ähnlich war es ja bei Yvonne auch gewesen: Sie war eine ganze Zeitlang im Wald unterwegs und wurde damals als „Kuh, die lieber ein Reh wäre“ berühmt.

Ihre Freiheitsliebe hatten vor einigen Wochen auch zwölf Jungrinder in Kastl in der Oberpfalz entdeckt. Neun von ihnen sind mittlerweile allerdings wieder eingefangen worden, nachdem vorübergehend tagelang jede Spur von ihnen gefehlt hatte. Für die drei letzten hat die Flucht vom Bauernhof ein schlimmes Ende genommen: Sie wurden jetzt Opfer eines Jägers, der alle drei erschoss. Die lapidare Begründung für diesen Schritt lautete: Die Tiere hätten nach der langen Zeit in ihrem Stall nicht mehr heimisch werden können. Also erschießt man sie – ob das nun typisch bayerisch ist oder nicht, will ich mal dahingestellt sein lassen.

Yvonne auf der Bobbenreuder Kärwa

„Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe.“  So reimte einst Heinz Erhardt, und er wusste, wovon er sprach. Eine Kuh, die schon in der Einzahl Mühe machte,  füllte in diesem Jahr auch das Sommerloch: Yvonne – das Tier, das sich nicht schlachten lassen wollte und um zu überleben in die Rolle eines Rehleins schlüpfte, worauf es wochenlang im Wald untertauchte. Jetzt ist die Kuh nach über drei Monaten eingefangen worden, aber auch das nur mit viel, viel Mühe. Man benötigte eine Überdosis Betäubungsmittel, um Yvonne zur Räson – respektive auf den Viehtransporter – zu bringen, denn sie gebärdete sich wie ein wilder Stier. Nun darf sie weiterleben, und das in Saus und  Braus, wie alle Tier-Senioren auf Gut Aiderbichl in Deggendorf. Ich glaube, Yvonne hat beste Aussichten, Tier des Jahres zu werden.
Yvonnes Schicksal wird sicherlich demnächst in einem Kinder- oder Bilderbuch nacherzählt und zum Kassenschlager werden. Kaum einem Drehbuchautor wäre wohl ein derart origineller Plot eingefallen. Die schier unglaubliche Geschichte hat sogar schon Eingang ins fränkische Brauchtum gefunden: Am Sonntag beim Kirchweihzug in Poppenreuth (Vorort von Fürth in Bayern) war Yvonne ein gefundenes Fressen, um die Fehde mit dem benachbarten Schnepfenreuth (Vorort von Nürnberg) aufzugreifen und in einen witzig-aktuellen Kärwa-Wagen-Beitrag umzumünzen. Was dabei herauskam, ist auf obigem Foto zu sehen: „Dei Schnepfenreider suchn dei Kuh noch, mir ham`se scho längst g´fundn“, heißt es auf dem Schild am Anhänger.  – Ich muss sagen: Humor haben sie, die Bobbenreuder!

 

Deutschland sucht die Top-Kuh

Deutschland suchte wieder mal das „Topmodel“ – und wurde fündig. Nein, ich meine nicht Jana Beller, das neueste Küken von Heidi Klum. Die Schönheit, von der hier die Rede sein soll, heißt Krista, hat wunderschöne dunkle Augen und klasse Beine. Sie ist die neue tierische „Miss Germany“: eine schwarz-weiß gefleckte, sieben Jahre alte Holstein-Kuh.

Das ist kein Witz. Bei der Schönheitskonkurrenz in Oldenburg haben sich tatsächlich 220 Kühe um den Titel beworben – respektive ihre Besitzer. Die Tiere mussten in mehreren Runden antreten. Die 220 Bewerberinnen waren vorher in einem aufwändigen Casting aus zwei Millionen Holstein-Kühen ausgesucht worden.

Krista hatte den Wettbewerb auch vor zwei Jahren schon für sich entschieden. Vor allem ihr runder Bauch und ihr prallgefülltes Euter brachten ihr Punkte ein. In den letzten Wochen vor der „Miss-Wahl“ ist sie täglich gewaschen und gebürstet worden. Außerdem wurde sie an Stress und Lärm gewöhnt, denn eine solche Veranstaltung geht immer mit großem Tamtam über die Bühne.

Und worauf achten die Preisrichter dann bei der Kür der schönsten Kuh? Zu den Schönheitsmerkmalen zählen ein kräftiger Körperbau, starke Beine und eine straffe Haut. Bei dem Wettbewerb treten sogar spezielle Kuhfriseure an, die für glänzendes Fell und einen perfekten Haarschnitt sorgen. Auch der Föhn kommt zum Einsatz, Rückenhaare werden zum Beispiel nach oben geföhnt und dann mit Hilfe eines Schermessers auf eine gerade Linie gebracht, Kuhschwänze aufgebürstet. Solche Frisuren werden teils auch noch mit Haarspray fixiert.

Kühe sind zum Glück sehr geduldig und lassen sich offenbar viel gefallen. Aber ich frage mich schon, was sich Menschen noch alles an fragwürdigen Veranstaltungen mit Tieren ausdenken werden. Mir reichen schon die menschlichen Topmodels, auf tierische kann ich gut verzichten.

Wahl-Werbung und Forschung mit Kuh

Ich finde ja die Niederländer in manchen Bereichen (natürlich nicht im Fußball!!!) sehr fortschrittlich. Dabei denke ich etwa an ihre Haltung gegenüber Homosexuellen, Drogen oder auch Abtreibung.

Nun beweisen unsere Nachbarn im Westen wieder einmal, dass sie uns oft einen Schritt voraus sind. Nicht nur, dass es in den Niederlanden eine „Partei für die Tiere“ gibt, die sich für einen respektvollen Umgang mit Tieren und der Natur stark macht – nein, die lässt sich auch noch eine originelle Werbung für die Parlamentswahl am 9. Juni einfallen: In der Nähe des Amsterdamer Flughafens wurde auf einem Kornfeld der schon von weitem erkennbare Kopf einer Kuh gesät, nebst dem Slogan: „Wähl´ jetzt die Partei für die Tiere“. Und das auf einer Fläche von 35 000 Quadratmetern, womit die Partei auch gleich einen Weltrekord im Guinness-Buch anstrebt.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100528-10-11833Das passt ganz gut zu einer zweiten Nachricht zum Thema Kuh: Ein Forscher aus Niedersachsen hat jetzt ein Computerprogramm zur Entschlüsselung der Kuh-Sprache entwickelt. Die ungefähr 700 „Muh“-Laute, die er in Kuhställen aufgenommen hat, lassen sich seiner Ansicht nach auf  zehn verschiedene Bedeutungen reduzieren. Die hat der Forscher gespeichert, und Bauern können das Blöken ihrer Kühe nun damit vergleichen und ihnen ihre Bedürfnisse leichter erfüllen – etwa Hunger, Durst, zu pralles Euter etc.

Also, wenn ich einer Partei für Tiere angehören würde, wäre mein nächster Schritt klar: Eine Beschwerde bei diesem Forscher, weil er Kühe für dumm verkauft und ihnen nicht mehr als zehn verschiedene Signale zutraut.

Schwangerschaftsgymnastik für Kühe?!

KüheEs gibt Meldungen über Tiere, die würde man glatt für einen Aprilscherz halten – wenn es nicht kurz vor Weihnachten wäre und wenn sie nicht aus absolut seriösen Quellen kämen wie etwa der Deutschen Presseagentur. Die vermeldete jetzt folgendes: Gymnastik in der Schwangerschaft soll holländischen Kühen künftig zu einer leichteren Geburt und gesünderen Kälbern verhelfen. Trächtige Kühe sollten täglich zweimal 15 Minuten lang aufs Laufband oder in die Tretmühle, das würde ihre Muskulatur stärken und ihr Allgemeinbefinden verbessern.

Der Vorschlag stammt von einer Tierforscherin der Universität Wageningen; ein Versuch mit 15 Kühen sei erfolgreich verlaufen. Für das Experiment wurden Trainingsgeräte für Rennpferde verwendet.

Ich weiß zwar nicht, was ich mir unter dem Fitness-Gerät „Tretmühle“ genau vorzustellen habe. Was ich mir aber auf keinen Fall vorstellen kann: Dass sich eine Kuh – noch dazu eine trächtige – in der Tretmühle wohlfühlt!!!

Was ich mir dagegen sehr gut vorstellen kann: Trächtige Kühe, die nicht in einem tristen Stall auf engstem Raum mit ihren Artgenossen stehen müssen, sondern auf einer Wiese so viel Auslauf haben, dass ihre Muskeln durch die dauernde, regelmäßige Bewegung ganz automatisch trainiert werden. Diese Kühe wären rundum zufrieden und würden im Normalfall  gesunde Kälber zur Welt bringen – ganz ohne Schwangerschaftsgymnastik!