Urheberrecht für Tiere?

NarutoFür mich schießen die Tierrechtler von Peta wieder mal den Vogel ab. Ihr neuester Coup: Sie fordern ein Urheberrecht für Tiere und haben im Streit um das Urheberrecht an Tier-Selfies bei einem Bundesgericht in San Francisco Klage im Namen eines betroffenen Affen eingereicht. Peta verlangt, der sechs Jahre alte Makake Naruto von der indonesischen Insel Sulawesi solle zum Urheber und Eigentümer seines Fotos erklärt werden. Begünstigt wird diese abstruse Geschichte durch die Tatsache, dass das Urheberrechtsgesetz in den USA  einem Tier nicht das Copyright verbietet. Peta argumentiert nun, der Makake habe das Selfie von sich gemacht, daher liege auch das Copyright bei ihm.

Und so ist es ursprünglich zu dem Selfie gekommen: Der britische Fotograf David Slater hatte vor vier Jahren auf Sulawesi eine Serie von Tierbildern aufgenommen. In einem Buch, das er später veröffentlichte, waren auch zwei Selfies von Naruto abgedruckt. Für den Fotografen steht es außer Frage, dass er das Urheberrecht an den Fotos hat. Schließlich habe er das Stativ aufgebaut und sich dann nur für wenige Minuten davon entfernt. In dieser kurzen Zeit hat der Makake dann Slaters Kamera an sich gerissen.

Was Naruto mit dem Urheberrecht anfangen will, sollte er es vom Gericht zugesprochen bekommen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber den Tierrechtlern von Peta geht es offenbar wieder mal ums Prinzip, nicht um den Sinn ihrer Aktivitäten.

Makaken leiden weiter für die Hirnforschung

Schön ist es nicht, wenn man darüber berichten muss, dass Tiere leiden. Noch weniger schön ist es, wenn so etwas auch noch unter dem Deckmantel der Gesetzlichkeit geschieht. Wie an der Uni Bremen, wo im Rahmen der Hirnforschung seit 1998 Tierversuche mit Makaken durchgeführt werden, über die ich hier schon geschrieben habe. Neurobiologen wollen durch ihre Experimente mit den Affen herausfinden, wie man Menschen helfen kann, die unter Krankheiten wie Epilepsie oder Alzheimer leiden.

Seit 2008 dauert nun bereits ein Rechtsstreit darüber an, ob die Forschung auf diesem Gebiet so weitergeführt werden darf. Ursprünglich hatte die Bremer Gesundheitsbehörde das genehmigt, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass die Makaken bei den Versuchen zu sehr leiden.

Das Oberverwaltunsgericht hat nun wieder eine Entscheidung gefällt. Demnach dürfen die Experimente mit den Makaken erst einmal weitergehen – allerdings nur vorläufig, betonen die Richter. Die Verlängerung der Erlaubnis ist auf ein weiteres Jahr befristet. Die Richter folgten in ihrer Anordnung dem Argument der Hirnforscher, dass ein Abbruch der Tierversuche den Erfolg der bisherigen Forschungsergebnisse in Frage stellen würde. Dann hätten die Tiere also auch noch umsonst gelitten. In der Angelegenheit gibt es auch noch ein Hauptsacheverfahren, bei dem es um die grundsätzliche Genehmigung von Tierversuchen geht.

Solche feinen Unterschiede dürften den Makaken, die an der Uni Bremen unter Qualen Denksportaufgaben lösen, allerdings schnurzpiepegal sein. Sie müssen sich dafür weiterhin, angeschnallt auf Stühlen, Elektroden ins Hirn jagen lassen. Zur Belohnung gibt es dann erst mal leckeren Saft – und später den Tod, denn das Gehirn muss ja auseinandergenommen werden, damit man richtig darin forschen kann. Der Bremer Tierschutzverein ist ebenso wie der Deutsche Tierschutzverein enttäuscht, dass diese Grausamkeiten jetzt wieder ein Jahr lang so weitergehen dürfen.

Warum werden Tiere immer dicker?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101123-99-05253Vor ein paar Wochen habe ich mich ja hier schon über zu dicke Wellensittiche ausgelassen. Mit dem Phänomen Übergewicht bei Tieren haben sich jetzt auch Wissenschaftler in Großbritannien ausführlich beschäftigt. Über 20 000 Tiere aus acht verschiedenen Säugetiergruppen haben sie dafür untersucht. Darunter waren Tiere wie Laborratten und Labormäuse, aber auch frei lebende Ratten, Hunde und Hauskatzen, Makaken, Schimpansen und Krallenäffchen.

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass bei allen untersuchten Populationen das Gewicht der erwachsenen Tiere in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist. Aber eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum das so ist, haben die Wissenschaftler bisher nicht gefunden. Allerdings gehen sie davon aus, dass die hauptsächliche Erklärung für Übergewicht beim Menschen – also zu wenig Bewegung und zu viel Essen – keine Begründung für die Gewichtszunahme bei Tieren sein kann.

Nun geht man möglichen anderen Ursachen nach. Die Forscher meinen, es könnten Faktoren eine Rolle spielen, über die man noch zu wenig weiß – unter Umständen sogar eine Virusinfektion. Für sehr wahrscheinlich halten die Wissenschaftler eine Kombination aus verschiedenen Ursachen. Sie nennen etwa Schadstoffe aus der Umwelt, beispielsweise Umwelthormone, die den Hormonhaushalt bei Tieren wie auch bei Menschen aus dem Gleichgewicht bringen. Aber auch Stress oder der Klimawandel könnten mit dem Übergewicht bei Tieren zusammenhängen.

Klingt alles irgendwie ein bisschen ratlos, finde ich. Manchmal wundere ich mich auch, woran der Klimawandel noch schuld sein soll. Aber die Wissenschaft wird es uns sicher eines Tages ganz genau sagen können – hoffen wir zumindest!

Da laust mich doch der Affe!

Also, ich möchte den Blick in meinem Blog ja nicht einzig und allein auf interessante Prozesse richten, die sich um Tiere und Recht drehen. Aber nachdem ich vor fast einem Monat über einen Fall in Bremen geschrieben habe, in dem es um Tierversuche mit Makaken geht, fühle ich mich doch verpflichtet, auch den Ausgang der Sache zu vermelden. Ich habe nämlich einige Leser(innen), die sehr genau darauf achten, dass einmal hier im Blog angerissene oder angekündigte Themen auch zu Ende gebracht werden – stimmt´s, „mandy wagenknecht“?

Deshalb hier das Urteil im Makaken-Prozess von Bremen: Die Stadt Bremen muss die umstrittenen Versuche an der Uni Bremen mit den Affen weiterhin erlauben. Die Stadt hatte die Genehmigung für diese Tierversuche nicht mehr verlängern wollen – aus ethischen Gründen – und war deshalb vors Gericht gezogen . Damit die Angelegenheit endgültig entschieden werden kann, muss die Stadt Bremen dem Gericht laut dessen Sprecherin  „Gutachten zum Wert der Experimente für die Forschung und zum Maß des Leidens der Tiere“ beibringen. Mit den bisher vorgelegten Gutachten gibt sich das Gericht nicht zufrieden.

Tja, nach dem Tigerbaby-Urteil von Magdeburg also schon wieder ein Gerichtsentscheid, der Tierfreunde und Tierschützer nicht wirklich zufriedenstellen kann, oder? Vor allem wenn man bedenkt, wie schwach die Kommunen zurzeit – finanziell gesehen – auf der Brust sind, frage ich mich, ob  sich Bremen weitere Gutachten überhaupt leisten kann. Denn die wollen schließlich auch bezahlt sein.

Alles in allem: Schon wieder ein schwarzer Tag für die Tierwelt.

Darf man mit Makaken so umgehen?

Tiere und Recht – ein Thema, das ich ab und zu gerne in meinem Blog behandle. Einen interessanten Fall gibt es da gerade in Bremen. Welches Recht hat Vorrang: Tierschutz oder das Recht auf freie Forschung? Diese Frage soll nun vor Gericht entschieden werden.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100525-10-10897Es geht darum, ob  an der Uni Bremen zu Forschungszwecken Experimente mit Affen weitergehen dürfen oder nicht. Einen Schlussstrich unter die Versuche ziehen will die Gesundheitsbehörde – aus Tierschutz-Gründen. Die Uni dagegen sieht ihre Forschungsfreiheit bedroht.

An der Uni Bremen erforscht ein Neurobiologe seit 12 Jahren an Makaken die Funktion des Gehirns.  Die Affen werden für die Versuche oft über Stunden in einem Stuhl aus Plexiglas fixiert. Die Wissenschaftler schieben durch ein Loch im Schädel der Tiere ganz feine Elektroden, um die Hirnaktivität zu messen. Die Makaken müssen bunte Symbole auf einem Bildschirm erkennen und dazu auf Tasten drücken. Zur Belohnung bekommen sie Saft zu trinken.
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