Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Tierisches Sahnehäubchen

So – die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, und wir befinden uns mittendrin in der Zeit, die man gemeinhin als die „zwischen den Jahren“ bezeichnet. Kinder haben Ferien, und viele Erwachsene müssen in diesen Tagen auch nicht arbeiten. Für alle, die nicht verreist sind,  habe ich einen Tipp: ein Besuch im Manatihaus des Nürnberger Tiergartens. Denn dort gibt es jetzt etwas besonders Schönes zu bestaunen: neue Schmetterlinge. In der tropischen Halle fliegen 25 Arten von Schmetterlingen frei umher. 16 dieser ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Arten haben sich bereits erfolgreich in ihrer neuen fränkischen Heimat vermehrt.

Der Tiergarten bestellt alle zwei Wochen Insektenpuppen bei Kleinbauern in Costa Rica. So können die Zoobesucher immer bunte Falter auch beim Schlüpfen beobachten. Um welche es sich handelt, kann man im Manatihaus auf Informationstafeln nachlesen. In Mittelamerika werden aber wesentlich mehr verschiedene Arten gezüchtet. Als Weihnachtsüberraschung hat der Tiergarten Schmetterlingspuppen von anderen Arten bekommen, die jetzt – zwischen Weihnachten und Silvester – schlüpfen sollen. Für Interessierte ist auf der Homepage des Tiergartens die Liste mit den aktuell gelieferten Schmetterlingsarten zu finden.

So, und nun noch eine Quizfrage: Wer weiß, woher der Name „Schmetterling“ kommt? Ich will meine Leser nicht zu sehr auf die Folter spannen und liefere die Antwort deshalb gleich mit: Der Begriff ist vom ostmitteldeutschen „Schmetten“ abgeleitet. Das entspricht dem fränkischen „Schmand“, also Rahm. Schmetterlinge naschen nämlich gerne auch Sahne. In der englischen Sprache findet sich das im Wort „butterfly“ wieder. Und der Tiergarten betrachtet die Schmetterlinge zur Weihnachtszeit als „Sahnehäubchen“ für die Besucher.

Nürnberg liegt am Amazonas!

Zoos bieten immer öfter exklusive Führungen für ganz kleine Gruppen an, um diesen Gästen engen Kontakt mit bestimmten Tieren zu ermöglichen. Solche Angebote werden auch gern verschenkt und sind in der Regel sehr schnell ausgebucht. Auch der Nürnberger Tiergarten macht bei diesem Trend mit und weitet sein Exklusiv-Programm wie die stark nachgefragten „Besuche beim Lieblingstier“ oder die Tiergartenführungen am frühen Morgen und späten Abend  nun noch aus. Unter dem Motto „Begegnungen am Amazonas“ erleben die Teilnehmer im  Manatihaus aus nächster Nähe eine Vielfalt an Wasser- und Landtieren: 80 verschiedene Tierarten, dazu noch 100 Pflanzenarten. Zweieinhalb Stunden dauert diese „Begegnung“, Kostenpunkt: 65 Euro pro Person zuzüglich ermäßigter Tiergarteneintritt (11,50 Euro). Ein nicht ganz billiges Vergnügen also, aber eben etwas Besonderes.

Was kann man da erleben? – Zum Beispiel, von tropischen Blütenfledermäusen umschwirrt zu werden, die man mit Honig anlockt. Oder, nachdem man in eine Wathose geschlüpft ist und selbst im Wasserbecken des Manatihauses steht, wie einem Seekühe und Pacus bis ans Bein schwimmen. Oder wie einem ein Weißgesichtssaki die Mehlwürmer aus der Hand frisst. Oder wie ein Schmetterling schlüpft, seine wunderbar schillernden Flügel langsam entfaltet und dann auf seinem ersten Flug zwischen tropischen Blüten durch die Luft gaukelt. Das alles bei einer angenehmen Temperatur zwischen 28 und 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent – also unter klimatischen Bedingungen, die denen am Amazonas sehr nahekommen.

Informiert werden die Besucher außerdem über Artenschutzprogramme am Amazoans, an denen sich der Tiergarten beteiligt. Seine Schmetterlingspuppen bezieht der Zoo übrigens regelmäßig direkt aus Costa Rica, von Bauern, die sich mit ihren kleinen Schmetterlingsfarmen den Lebensunterhalt sichern können. Die neue Führung, die dann beginnt, wenn das Manatihaus für die Allgemeinheit geschlossen wird, ist auf vier Personen (Mindestalter: 17 Jahre) begrenzt. Für Kinder eignet sich diese Führung, bei der es vor allem auf Ruhe ankommt, nicht. Eine ausgebildete Zoobegleiterin versorgt die Teilnehmer mit spezieller Ausrüstung und Tierfutter und leitet die Gäste an, wie sie sich bei der direkten Begegnung mit den Tieren zu verhalten haben, damit die Bewohner des Manatihauses nicht beeinträchtigt werden.

Informationen über die „Begegnung am Amazonas“ und Anmeldung per E-Mail unter diezoobegleiter@gmx.de oder unter Telefon 0911/5454-854 montags, mittwochs, freitags und samstags von 11 bis 12 Uhr (sonst über Anrufbeantworter).

Es war eine Autoimmunerkrankung

Jetzt steht es fest, woran Seekuh Luna im Tiergarten Nürnberg gestorben ist. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, das die Sektionen der Kadaver von Tiergartentieren vornimmt, hat „ein komplexes Krankheitsbild“ zum Tod von Luna geführt. Zu den schon von den Zootierärzten festgestellten Befunden einer leichten Anämie und einer auffälligen Hauttveränderung wurde eine autoimmune Dermatopathie (Hauterkrankung) festgestellt. Das heißt, das Immunsystem von Luna hat gegen körpereigenes Gewebe überreagiert. Das Gewebe wurde als ein zu bekämpfender Fremdkörper gesehen, mit der Folge schwerer Schäden des betroffenen Organs. Solche Phänomene kennen wir ja auch beim Menschen. Und Humanmediziner stehen dabei meist ebenso vor einem Rätsel wie Veterinäre.

Die Tierpathologen haben bei der Untersuchung von Luna außerdem in Kombination mit der Autoimmunerkrankung eine bakterielle und eine Pilzinfektion der Haut nachgewiesen. Die Haut konnte sich nicht mehr gegen Pilze und Bakterien schützen. Weil so viele verschiedene Faktoren bei der Manati-Dame zusammenkamen, starb sie schließlich an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.

Ich habe mich noch einmal bei den Tierärzten am Schmausenbuck erkundigt, ob sich denn die drei übrigen Seekühe im Manatihaus bei Luna angesteckt haben könnten. Darauf weist bisher nichts hin, man hält eine Ansteckung auch für unwahrscheinlich. Denn es gebe überall Bakterien und Pilze, die aber bei einer gesunden Haut nicht gesundheitsschädigend sind.

Jeder blamiert sich, so gut er kann!

Wenn es um die Delfinlagune im Tiergarten Nürnberg geht, sehen die Tierschutzaktivisten der Delfin- und Walschutzorganisation ProWal grundsätzlich rot. Doch die Haltung von Tümmlern in Delfinarien oder Zoos abzulehnen und gegebenenfalls dagegen zu protestieren, ist eine Sache. Eine andere ist es, Kampagnen gegen die Lagune bzw. den Tiergarten zu reiten, die an den Haaren herbeigezogen sind. Genau das tun  Mitglieder von ProWal derzeit: Sie versuchen dem Tiergarten ein „Müllproblem in der Delfinlagune“ anzuhängen und verschicken das Ganze als Pressemitteilung an die Medien.

Angeblich, so ist in der Meldung zu lesen, liege in der Delfinlagune überall Müll herum, von Essensresten über Alu-Verpackungen und Getränkeflaschen bis hin zu Zigarettenkippen. Liest man die Mail, denkt man erst: Mein Gott, warum lassen die Verantwortlichen so etwas zu? Dann beginnt man, die als Beweis an die Mail angehängten Fotos durchzuklicken. Und findet dann zum Beispiel dieses Bild. Auf anderen Fotos sind etwa ein einzelner weggeworfener Strohhalm, ein Heftpflaster oder ein paar Zigarettenkippen zu sehen. Keine Müllberge, sondern ganz vereinzelte kleine Gegenstände, die im Gras, am Rand eines Zauns oder zwischen den Zuschauerbänken liegen. Nicht etwa in den Wasserbecken der Lagune, in denen sich die Delfine aufhalten.

Behauptet wird in der „Pressemitteilung“ auch, es gebe keine „Putzkolonnen“, die sich des Problems annehmen. Tatsache aber ist, dass Tierpfleger, die im Bereich von Delfinlagune/Manatihaus arbeiten, jeden Morgen mit Schippe und Besen unterwegs sind und Abfall vom Vortag sowie Kippen zusammenkehren, die neben die Aschebehälter gefallen sind. Nach den öffentlichen Vorstellungen in der Lagune gehen die Ordner der für den Tiergarten tätigen Sicherheitsfirma durch die Sitzreihen und räumen liegengelassene Flaschen, Servietten, Eisverpackungen usw. weg. Übersehen sie dabei irgendwo ein Papierchen oder einen Eisstiel, schädigt das die Tiere noch längst nicht, denn die schwimmen in den Wasserbecken und kommen nicht an Land.

Wenn Besuchern etwas ins Wasser fällt – wie zum Beispiel kürzlich im Manatihaus eine Baseballmütze -, holen Tierpfleger oder Taucher diese Gegenstände heraus. Die meisten Zoobesucher sind aber laut Tiergartenleitung sehr vernünftig und schmeißen nichts bewusst ins Wasser oder in die Gehege. Und sollte in der Lagune mal ein kaputter Ball herumschwimmen, dann handelt es sich in der Regel nicht um gefährlichen „Plastik-Müll“, wie von ProWal behauptet, sondern um ein Spielzeug der Delfine: Wie kleine Kinder machen die auch mal etwas kaputt, wenn sie darauf herumbeißen.

Alles in allem kann ich zu dieser „Pressemitteilung“ nur sagen: Jeder blamiert sich, so gut er kann!

Fledermausnacht im Tiergarten

Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Bei uns in Europa haftete diesen fliegenden Säugetieren jahrhundertelang etwas Dämonisches an. Geschichten um blutsaugende Vampire beflügelten Schriftsteller und Filmemacher. Ich gebe gerne zu, dass mich Graf Dracula schon immer gefesselt hat; dagegen bin ich kein großer Fan von Batman.

Das Thema Fledermäuse gibt aber auch unter wissenschaftlichen Aspekten eine Menge her. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass weltweit ungefähr 900 verschiedene Fledermausarten verbreitet sind, in Europa immerhin noch 40. Allerdings tauchen von den in Deutschland lebenden Arten bereits 17 als gefährdet auf der Roten Liste auf. Um zum Schutz dieser Tiere aufzurufen, veranstalten Natur- und Artenschutzverbände regelmäßig Informationsveranstaltungen. Die bekannteste ist bei uns wohl die „Europäische Fledermausnacht“, die traditionell Ende August stattfindet. Viele Veranstalter wählen aber auch andere Termine.

So auch der Tiergarten Nürnberg. Er organisiert eine Fledermausnacht am kommenden Dienstag, 2. Oktober, von 18 bis 22 Uhr. Das Motto lautet „Nicht alle Fledermäuse fressen Insekten – Besuch bei den Blütenfledermäusen im Tiergarten“. (Eine Blütenfledermaus ist auch auf dem Foto oben zu sehen.) Dazu gibt es Vorträge im Naturkundehaus, bei denen man Einblick in das Leben der Fledermäuse bekommt. Es wird auch erklärt, wie das Echoortungssystem der Fledermäuse funktioniert, und man kann dank moderner Technik Fledermausrufe live hören. Im Manatihaus (in dem Haus der Lagune, in dem die Seekühe untergebracht sind) haben die Besucher Gelegenheit, Blütenfledermäuse selbst zu erleben. Sicher gibt es dabei spannende Begegnungen mit den kleinen Nachtschwärmern.

Ab 17 Uhr gilt im Tiergarten der ermäßigte Eintrittspreis, mit dem auch der Besuch der Veranstaltungen der Fledermausnacht möglich ist. Im Naturkundehaus und im Manatihaus ist für ein gastronomisches Angebot gesorgt.

 

Sind Sie ein Fledermaus-Fan?

Fledermäuse sind für mich faszinierende Tiere. Manchmal im Sommer, wenn ich spätabends auf dem Balkon sitze, fliegt eine ganz haarscharf an mir vorbei. Leider – denn beobachten kann man sie so natürlich nicht.  Aber wenn man das unbedingt möchte, hat man dazu beispielsweise im Tiergarten Nürnberg im neuen Manatihaus Gelegenheit: Dort leben Blütenfledermäuse; allerdings kommt diese Art in freier Natur nicht bei uns vor, sondern auf dem amerikanischen Kontinent. Was da nachts auf dem Balkon an mir oder Ihnen/Euch vorbeischwirrt, sind Tiere, die einer anderen Fledermausgruppe angehören.

Wer heimische Fledermäuse gerne anlocken möchte, um ihnen vielleicht ein wenig länger als den kurzen Moment des Vorbeiflugs näher zu sein, kann seinen Garten so für die Tiere herrichten, dass sie sich gern dort niederlassen. Das bringt auch ökologisch gesehen eine Menge Vorteile. Fledermäuse verdrücken massenweise Insekten – 1000 bis 3000  pro Nacht, das  macht ungefähr ein Drittel ihres eigenen Körpergewichts aus. Und Fledermaus-Kot eignet sich hervorragend als Gartendünger. Man kann ihn übrigens ganz leicht erkennen: kleine Kügelchen, sie liegen oft auf einem Haufen.

Und so macht man es Fledermäusen im eigenen Garten richtig gemütlich: Man pflanzt Brennesseln oder lässt diejenigen, die dort sowieso schon wachsen, einfach stehen. Aber auch andere Blütenpflanzen eignen sich, zum Beispiel Hasel, Himbeere, Brombeere, Apfel- oder Zwetschgenbaum, Weißdorn oder Schlehe. Wegen der Insekten ist es nur wichtig, dass es heimische Pflanzen sind – mit einer Ausnahme: dem Schmetterlingsstrauch (Buddleja). Der stammt zwar aus Asien, zieht aber so viele Schmetterlinge an, dass sich Fledermäuse wie im Schlaraffenland fühlen. Die Jäger der Nacht lieben auch Gartenteiche, an denen ebenfalls besonders viele Insekten beheimatet sind.

Echte Fledermaus-Fans können noch mehr tun: Ein „Fledermausbeet“ im Garten mit Pflanzen, die nachts ihre Blüten öffnen und stark duften, ist das wahre Paradies für Batman & Co. Zu diesen Pflanzen gehören etwa Goldlack, Abendduft-Leimkraut, Rote Lichtnelke, aber auch Wilder Majoran, Minze, Holunder oder Salbei.

Und dann gibt es natürlich auch noch Nisthilfen für Fledermäuse. Im Gegensatz zu denen für Vögel befindet sich das Einflugsloch unten. So können die Tiere in dem Nistkasten kopfüber an der Decke hängen. Es gibt unterschiedliche Modelle von Nisthilfen, die eher für Bäume oder Hauswände geeignet sind.