Nürnberg: Einsatz für Mauersegler

MauerseglerDas hört man doch gern als Bürger und Tierfreund oder Ornithologe: Die Stadt Nürnberg saniert nicht immer einfach drauflos, sondern nimmt zumindest bei manchen Bauarbeiten Rücksicht auf die Interessen von Tieren. So jetzt beispielsweise im Fall der Dachsanierung des Unschlitthauses. Da hat das Hochbauamt nämlich Nistplätze der geschützten Mauersegler entdeckt. Diese Vogelkolonie soll dort erhalten werden. Deshalb hat sich das Hochbauamt mit dem Umweltamt zusammengetan, um für die Vögel als Zwischenlösung geeignete Ersatznistkästen anzubringen. Die Kästen sollen für die Dauer der Bauarbeiten bis September 2016 an den Dachgauben auf der Nordseite des Unschlitthauses bleiben.
Die bisherigen Nistplätze werden vor der Rückkehr der Vögel aus dem Winterquartier dicht gemacht. Um die Vögel zu den Ersatznistkästen zu locken und dazu zu bringen, diese als Brutstätten anzunehmen, wurden kleine wetterfeste Lautsprecher installiert. Daraus erschallen Aufnahmen von den typischen Rufen der Mauersegler. Man geht davon aus, dass die Vögel etwa ab 20. April zu brüten beginnen. Die Jungen schlüpfen dann so um den 25. Mai herum. Sobald die Mauersegler umgezogen sind, können die Arbeiten für die Dachsanierung beginnen. Im Zuge dessen werden auch Teile des Traufbereichs und der Gauben mit festen Nistkästen ausgestattet, um den Vögeln nach Abschluss der Baumaßnahme ein neues, dauerhaftes Zuhause zu schaffen.

Jetzt sehe ich es erst: Das ist mein 1000. Blog-Beitrag in „Achtung, Wolf!“. Da möchte ich mich doch gleich bei meinen vielen Lesern bedanken, die mir immer so viele Klicks bescheren. – Im Ernst: Vielen Dank für Ihre/Eure Treue und vor allem für die meist sehr fachkundigen Kommentare!

Nistplätze von Mauerseglern in Gefahr!

Es sind tolle Vögel: Mauersegler werden nicht zu Unrecht als „Akrobaten der Lüfte“ bezeichnet. Bis zu 150 Stundenkilometer schnell schießen sie durch die Luft, und sie sind imstande, monatelang ohne Unterbrechung zu fliegen. Fast ihr gesamtes Leben spielt sich in der Luft ab: jagen, fressen, schlafen, ja sogar die Paarung.

Aber eben nur fast das ganze Leben. Denn eine Sache funktioniert auch bei den Mauerseglern nicht in der Luft: das Brutgeschäft. Mauersegler brauchen geeignete Nistplätze. Und die finden sie meist mitten in den Innenstädten, selbst im größten Trubel. Mauersegler suchen sich gezielt Ritzen und Mauernischen, häufig im Dach oder am Übergang zwischen Dach und Hausfassade aus. Dabei sind sie ortstreu und kehren immer wieder an denselben Brutplatz zurück.

Doch immer häufiger gehen die Vögel bei der Suche nach Niststätten leer aus, und das – so vermuten Experten – ist der Grund dafür, dass ihr Bestand immer weiter zurückgeht. Schuld daran sind oft Haussanierungen, egal ob an Altbauten oder an Hochhäusern der 1960er/1970er Jahre. Bei der Sanierung werden Mauerschäden beseitigt und Zugänge zum Dachraum geschlossen – und damit gehen ideale Brutstätten verloren.

Viele werden es nicht wissen, aber Bauherren sind per Gesetz verpflichtet, für verloren gegangene Nistplätze von Mauerseglern Ersatz zu schaffen. Wie das geht? Mithilfe von Niststeinen oder speziellen Nistkästen, die der Bund Naturschutz zu erschwinglichen Preisen anbietet: Es gibt verschiedene Modelle zum Integrieren in die Fassade, zum Einsetzen in die Isolation oder zum Montieren an die Hauswand. Bauherren, die sich beraten lassen wollen, können das beim Bund Naturschutz tun.