Was Ameisenbären mit Fußball zu tun haben

Das ist eine Geschichte, die mir als Tierfreundin und Fußball-Fan von A bis Z gefällt: Im Bergzoo Halle wurde jetzt der im vergangenen November geborene Ameisenbär auf den Namen Eusébio getauft. Auf dem Foto sieht man, wie sich der Kleine gerade im Fell seiner Mama Stella festkrallt. Er bringt inzwischen etwa vier Kilo auf die Waage. Für die Zoobesucher ist er im Augenblick allerdings nur per Videokamera auf einem Bildschirm zu sehen. Im Frühjahr wollen ihn die Tierpfleger dann auf die Freianlage lassen, auf der man derzeit Eusébios Papa Pépe beobachten kann. Der sachsen-anhaltinische Zoo hatte einen Aufruf gestartet und um Namensvorschläge für das lustige Tierbaby gebeten. Die Zucht der Ameisenbären im Bergzoo Halle klappt sehr gut. In den letzten Jahren haben dort Alice, Bonito, Cara und Dolores das Licht der Welt erblickt – alles Nachwuchs von Stella.

Nun war also ein Name gesucht, der mit dem Buchstaben E beginnt. Da lag Eusébio als Reminiszenz an den weltberühmten portugiesischen Fußballspieler nahe, der vor ein paar Wochen, am 5. Januar, gestorben ist. Eusébio, der 1942 im heutigen Maputo (damals portugiesische Kolonie) geborene Starfußballer, war Torschützenkönig der Fußball-WM von 1966 – eine echte Fußball-Legende, ähnlich wie der Brasilianer Pelé. Wegen seiner katzenartigen Bewegungen auf dem Spielfeld hatte Eusébio den Spitznamen Schwarzer Panther verpasst bekommen. Diese Raubkatzen gehören zwar nicht zu den Verwandten der Ameisenbären, aber ich bin sicher: Hätte Eusébio den kleinen Ameistenbären in Halle kennengelernt, hätte er sich bestimmt gern als Namensgeber zur Verfügung gestellt.

Bei der Ameisenfamilie in Halle handelt es sich um Große Ameisenbären, Tiere, die als „gefährdet“ gelistet sind. In freier Wildbahn leben sie in Mittel- und Südamerika. Sie sind mit den Faultieren verwandt; ihre rüsselartige Schnauze erinnert mich ein wenig an Tapire. Bei ihrer Ernährung haben sich Ameisenbären – der Name weist schon darauf hin – auf Insekten spezialisiert, hauptsächlich auf Ameisen und Termiten. Von diesen Tieren verdrücken sie pro Tag eine imposante Menge: bis zu 35 000 Stück.

Was ist da los vor Costa Rica?

Schon gibt es wieder eine schlechte Nachricht aus der Tierwelt: Vor Costa Rica wurden an der Pazifikküste an der Bucht „Golfo Dulce“ massenweise tote Meeresschildkröten angespült, darunter auch Grüne Meeresschildkröten (siehe Foto) – das sind die Tiere, die man vielleicht besser als „Suppenschildkröten“ kennt.  Angaben über die Zahl der Kadaver gehen auseinander: Während es laut Umweltorganisationen und Medienvertretern bis zu 280 sein sollen, beziffert das Umweltministerium die toten Tiere auf 25 bis 30. Derzeit weiß niemand etwas über die mögliche Todesursache zu sagen.

Erst hieß es, eine Algenschwemme sei Schuld. Doch Küstenbewohner wollen bei einigen toten Schildkröten Angelhaken im Maul gefunden haben. Es könnte also sein, dass die Tiere nicht erlaubten Fangmethoden zum Opfer gefallen sind. Infektionen hat man bei den Kadavern jedenfalls nicht feststellen können. Sorgen macht den Umweltschützern, dass auch an der Küste vor dem Nachbarland Panama in einer Bucht tote Schildkröten gefunden wurden. Angeblich soll  das rätselhafte Schildkrötensterben jetzt von den Behörden untersucht werden.

Das Ganze ist umso schlimmer, weil der WWF vor einiger Zeit eine leichte Erholung bei den Beständen der Grünen Meeresschildkröten im Ozean vor Costa Rica melden konnte. Ob nun wieder eine gegenläufige Entwicklung einsetzt, kann man momentan noch nicht sagen. Sollte illegal auf die Tiere Jagd gemacht worden sein, dann müssen die Behörden schnell handeln, um die Schuldigen zu finden. Aber vielleicht ist das ja genauso schwierig wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Wenn überhaupt etwas unternommen wird…