Pro oder kontra Katzensteuer?

Dieses dpa-Foto ist schon über fünf Jahre alt. Aufgenommen wurde es 2011 in Brandenburg. Die Kinder, die das selbstgemalte Schild damals an einer Futterstelle für Vögel aufgestellt haben, haben schon damals auf ein Problem aufmerksam gemacht, was nun in der Diskussion hochkocht: Sind Katzen daran schuld, dass es in öffentlichen Grünanlagen und Gärten immer weniger Singvögel gibt? Jagen Katzen, die als Freigänger draußen unterwegs sind, inzwischen so viele Vögel, dass man von staatlicher Seite einschreiten und eine Katzensteuer erheben sollte? Quasi als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden in der natürlichen Umgebung, zu der eben auch Wildvögel in bestimmter Anzahl gehören?

Natürlich war schon der erste Aufschrei von Katzenbesitzern zu vernehmen, die den Befürwortern einer Katzensteuer wiederum unterstellen, so etwas hätten sich nur Hundebesitzer ausdenken können. Weil die für ihre Vierbeiner auch vom Fiskus zur Kasse gebeten werden und schon lange finden, dass – nach dem Gleichheitsgrundsatz – auch Katzenbesitzer zahlen müssten. Eine Art Neid-Debatte, wie gerade wir in Deutschland sie gern führen. Immerhin gibt es hierzulande nach Schätzungen rund 13 Millionen Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass mindestens zwei Millionen davon auf der Straße leben; dazu zählen auch Parks oder Industriebrachen.

Ist also eine Katzensteuer berechtigt? Politiker trauen sich in Wahljahren naturgemäß nicht an ein solch emotionsgeladenes Thema heran. Es könnte sie schließlich eine Menge Wählerstimmen kosten. Andere Interessenvertreter haben solche Ängste nicht. So spricht sich etwa der Deutsche Jagdverband für eine Katzensteuer aus. Mit dem Argument, die zweieinhalb Millionen besitzerlosen und unterernährten Katzen würden die Artenvielfalt gefährden. Katzenbesitzer müssten einfach mehr Verantwortung übernehmen. Wenn eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen – wie sie zum Beispiel die Stadt Paderborn 2008 eingeführt hat und weitere 430 Kommunen in Deutschland so oder ähnlich inzwischen haben – nicht den gewünschten Erfolg bringe, dann müsste eben die Politik mit der Katzensteuer eingreifen.

Der Tierschutzbund fordert wegen der zunehmenden Zahl von Katzen in Tierheimen und auf der Straße längst die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Diese Tiere sind für die explosionsartige Fortpflanzung der Straßenkatzen schließlich mit verantwortlich. Der Tierschutzbund setzt sich deshalb für ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen ein. Der Naturschutzbund Deutschland, Nabu, setzt auf Kastrationspflicht, erteilt aber der Katzensteuer eine Absage. Eine der Hundesteuer ähnliche Katzensteuer hält man dort für politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Dass Katzen besonders junge Vögel jagen, liege in ihrer Natur als Raubtier begründet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat das Thema vor kurzem erneut aufs Tapet gebracht – und Katzenfreunde auf die Palme. Klar: Die Sache polarisiert wie wenige andere. In den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion natürlich auch hohe Wellen. – Und wie ist die Meiung der Leser dieses Blogs? Sind Sie für oder gegen die Katzensteuer?

Rettet die Maui-Delfine!

MauidelfinDieses Foto könnte in einigen Jahren Seltenheitswert haben. Es zeigt einen Maui-Delfin (Foto: Auckland Conservancy/dpa). Das Aussterben dieser ausschließlich vor der Küste Neuseelands lebenden Meeressäuger ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Im Augenblick wird der Bestand dieser kleinsten Delfine der Welt – sie werden nur etwa 1,40 Meter groß und haben eine abgerundete Rückenflosse – auf ganze 45 (!!!) geschätzt. Vor 40 Jahren waren es laut Naturschutzbund (Nabu) noch etwa 2000 Exemplare. Tierschützer gehen davon aus, dass die Art in 15 bis 20 Jahren komplett verschwunden sein wird. Und sie werfen der neuseeländischen Regierung vor, der Entwicklung seit Jahren untätig zuzuschauen. Denn die Delfine bleiben häufig in den Schleppnetzen industrieller Fischer hängen. Etwa 95 Prozent dieser Meeressäuger sterben offenbar durch die Fischerei.
Als weiteres Problem kommt hinzu, dass sich Maui-Delfine sowieso besonders langsam vermehren. Bei Nabu hat man folgende Rechnung aufgemacht: Es würde über 80 Jahre dauern, bis der Bestand wenigstens wieder die 500er-Marke erreicht. Allerdings dürften dafür keine Tiere mehr durch Fischerei sterben. Und es gibt noch einen Negativfaktor: Der Lebensraum dieser kleinen Delfine wird immer interessanter für Ölfirmen. Sie sind durch ihre Bohrungen eine zusätzliche Bedrohung für die Art.
Naturschützer hoffen nun auf Druck durch die Öffentlichkeit, auf Proteste, an denen die Regierung nicht so einfach vorbeikommt. Die Hauptforderung sind mehr Schutzgebiete füßr die Maui-Delfine. Im Gegensatz zu den Verantwortlichen sind die Tierschützer nicht der Meinung, dass die bisherigen Gebiete genügen.

Europas Geier in Lebensgefahr!

Europas Geier sind in Lebensgefahr! Davor warnen der Naturschutzbund NABU, sein internationaler Partner BirdLife International und die European Vulture Conservation Foundation. Die Gefahr geht von dem Wirkstoff Diclofenac aus, einem starken schmerz- und entzündungshemmenden Mittel. Wenn die Greifvögel von toten Tieren fressen, die damit behandelt wurden, sterben sie einen qualvollen Tod: Ihre Nieren versagen. Auf diese Weise wurden schon die meisten Geierarten in Indien, Pakistan und Nepal beinahe ausgerottet. Dieses Schicksal könnte sich nun in Europa wiederholen, befürchten die Vogelschützer. Sie fordern daher ein Verbot des Einsatzes von Diclofenac bei Nutztieren. Das Mittel wurde kürzlich für die Behandlung von Tieren wie Rindern, Schweinen und Pferden in Italien und Spanien zugelassen – dabei gibt es andere Medikamente für Tiere, die für Geier unschädliche Wirkstoffe enthalten. In den genannten Ländern leben 80 Prozent aller Geier Europas. In Deutschland ist der Wirkstoff verboten.

Fachleute von NABU und BirdLife International befürchten ein Geier-Massensterben in Europa. Das wäre doppelt tragisch, denn zuletzt haben jahrzehntelange Schutzprogramme für die Greifvögel endlich Erfolge gezeigt. Die in Europa vorkommenden vier Geierarten sind Schmutzgeier, Mönchsgeier, Gänsegeier (siehe Foto) und Bartgeier. Gänsegeier und Bartgeier haben sich in ihrem Bestand einigermaßen erholt – durch Schutzmaßnahmen, die die Europäische Union Millionen Euro gekostet haben. Es wurden auch erfolgreiche Auswilderungen durchgeführt, beispielsweise mit Bartgeiern aus dem Tiergarten Nürnberg.

Auf dem indischen Subkontinent haben Millionen von Geiern in den 1990er Jahren mit dem Leben dafür bezahlt, dass sie Rinder-Kadaver gefressen haben, die Diclofenac-Rückstände enthielten. Innerhalb von etwa zehn Jahren sind so 99 Prozent aller Geier Indiens verschwunden. Fast wären sie ganz ausgestorben, wenn nicht Naturschützer über das Netzwerk SAVE-Vultures ein Verbot der Anwendung von Diclofenac bei Tieren durchgesetzt hätten. In den EU-Mitgliedsstaaten gilt die EU-Vogelschutzrichtlinie und eine Gesetzgebung, die Tier-Medikamente vorschreibt, die keinen ökologischen Schaden anrichten.  Der NABU hat deshalb die Bundesregierung aufgefordert, bei der EU-Kommission eine europaweite Neubewertung und ein Verbot des Mittels zu verlangen.

Graue Maus wird zum Star

Sie ist ein eher unauffälliger Zeitgenosse, nicht zum Knuddeln süß und reißt auch das Maul nicht so weit auf. Eine graue Maus wie sie findet in den Medien normalerweise keine große Beachtung. Trotzdem macht sie jetzt Karriere. Denn sie wurde zum „Lurch des Jahres 2014“ gewählt: die Gelbbauchunke (Bombina variegata). Das hat die Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Mannheim beschlossen. Die Umweltverbände BUND und Nabu unterstützen diese Aktion. So soll die Aufmerksamkeit auf sonst kaum beachtete Tiere gelenkt werden und ein Beitrag zu ihrem Schutz geleistet werden.

Während der nur ungefähr fünf Zentimeter messende Lurch europaweit noch nicht zu den stark bedrohten Tieren gehört, hat er es in Deutschland ziemlich schwer: Er verliert immer mehr von seinen natürlichen Lebensräumen – der Mensch schnappt sie ihm immer öfter weg. Doch diese Unke zeigt sich äußerst flexibel: Sie gibt sich auch mit Abbaugruben und militärischen Übungsplätzen zufrieden.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, warum das Tier zu seinem Namen gekommen ist. Von oben ist die Gelbbauchunke wegen ihrer graubraunen bis lehmfarbenen Rückenfärbung eher unauffällig. Ihr gelb-schwarz gemusterter Bauch aber ist ihr Markenzeichen. Er sieht nicht nur attraktiv aus, sondern hat einen nützlichen Effekt. Wenn sich die Unke nämlich aufrichtet, schreckt sie ihre Feinde ab; das rettet ihr mitunter das Leben. Und dieses Leben kann für so ein vergleichsweise kleines Tier ganz schön lang dauern: bis zu 19 Jahre alt werden Gelbbauchunken.

Gebt alles für die Schneeleoparden!

Der Anlass ist zwar ein trauriger, aber die Veranstaltung lässt trotzdem hoffen: Heute treffen sich in der Kirgisischen Republik, genauer gesagt in Bischkek, die Vertreter von zwölf Staaten und verschiedenen Naturschutz-Organisationen, um grenzübergreifend und gemeinsam etwas zur Erhaltung der letzten Schneeleoparden auf der Welt und zum Schutz ihres Lebensraums zu unternehmen. Schneeleoparden, von denen es nach Schätzungen nur noch 4000 bis 6000 weltweit gibt, sind bekanntlich vom Aussterben bedroht.

Bei dem Treffen in Bischkek bekommen der kirgisische Präsident und die Regierung Unterstützung von der Global Tiger Initiative, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Naturschutzbundes NABU und anderen Naturschützern, die sich für den Schneeleoparden einsetzen. Experten sprechen angesichts dieser hochkarätigen Teilnehmer von einem Meilenstein in Sachen Schneeleoparden-Schutz. Die Vertreter der zwölf Staaten in Zentral- und Südasien, in denen diese Großkatzen noch leben, und Artenschützer aus aller Welt haben sich zu einer gemeinsamen „Bischkek-Deklaration“ zur Erhaltung der Schneeleoparden durchgerungen.

Die Vereinbarung hat folgende Ziele: die Ökosysteme der Hochgebirgslandschaften, in  denen die Tiere leben, zu erhalten; Wilderern das Handwerk zu legen; gegen die Gefahren des Klimawandels vorzugehen. Der Klimawandel hat in den letzten Jahren die Gletscher in Zentralasien schmelzen lassenund damit die Zukunftsaussichten für die Schneeleoparden deutlich verschlechtert.

Die Bischkek-Deklaration ist hoffentlich ein Anfang zur Rettung dieser herrlichen Tiere, die auch im Nürnberger Tiergarten gehalten werden. An der schön gestalteten Freianlage stehen immer viele Besucher, um vor allem die wunderbare Fell-Zeichnung der Raubkatzen zu bewundern. Die wird Schneeleoparden in freier Wildbahn allerdings oft zum Verhängnis: Das flauschige Fell ist bei Wilderern besonders begehrt.

Biber auf dem Vormarsch

Sie lassen sich nicht mehr aufhalten: Nachdem sie in Deutschland schon einmal als ausgerottet galten, breiten sich Biber hierzulande immer weiter aus – sehr zur Freude von Naturschützern, die in vergangenen Jahrzehnten durch Auswilderungsprojekte den Grundstein für die Wiederansiedlung von Castor fiber (so sein wissenschaftlicher Name) gelegt haben.

Vor ein paar Jahren hatten die Biber bereits unsere Hauptstadt Berlin für sich entdeckt, jetzt machen sie sich in Deutschlands Finanzhauptstadt Frankfurt breit. Vertreter des Naturschutzbundes NABU haben Biber mitten im Stadtgebiet gesichtet. Fachleute gehen davon aus, dass die Biber in ganz Hessen mittlerweile die 300er-Marke geknackt haben. Und sie sind weiter an Flüssen und Bächen auf dem Vormarsch.

Dieser Trend gilt für ganz Deutschland. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF gibt es insgesamt schon wieder 21 000 Biber in Deutschland: 6000 allein an der Elbe, wo die eigene Unterart der Elbebiber ansässig ist. Auch in Süddeutschland fühlen sich die Nager offenbar sehr wohl; hier sind mehrere Unterarten wieder ansässig geworden.

Während Naturschützer diese Entwicklung äußerst positiv beurteilen, weil mit ihr die Renaturierung der Gewässer vorankommt und mit dem Biber auch verschiedene Amphibien- und Vogelarten wieder bei uns heimisch werden, zeigen sich zum Beispiel Vertreter des hessischen Bauernverbands skeptisch: Sie befürchten, dass die Tiere durch ihren Dammbau Felder überfluten.

Und das ist die Libelle des Jahres

Sie haben noch niemals etwas von der Speer-Azurjungfer gehört? Falls es Sie tröstet: Ich auch nicht. Ist ja auch egal, denn jetzt dürfte das ungefähr drei Zentimeter große Tierchen auf der Bekanntheitsskala um einiges nach oben klettern. Die Speer-Azurjungfer ist nämlich vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Libellenkundler zur Libelle des Jahres 2013 gekürt worden.

Seinen Namen trägt das Insekt wegen der Zeichnung auf dem Hinterleib der männlichen Exemplare, die einem Speer ähnelt. Mit der Wahl zur Libelle des Jahres will der BUND darauf aufmerksam machen, dass die Lebensbedingungen für diese Tiere immer schlechter werden. Die wunderschön bläulich schillernden Libellen bevorzugen Moore und ruhige Teiche als Lebensraum. Aber immer mehr Moore trocknen aus, und in immer mehr Teiche gelangt Düngereintrag aus der Landwirtschaft. Auch intensiv bewirtschaftete Teiche eignen sich nicht als Wohngebiet für diese Libellenart. Das hat dazu geführt, dass die Speer-Azurjungfer in Deutschland sehr selten geworden ist. Auf der neuen, in diesem Jahr erscheinenden Roten Liste wird sie deshalb zum ersten Mal als „stark gefährdet“ eingestuft. – Ob die Wahl zur Libelle des Jahres da wirklich weiterhelfen kann, bleibt fraglich. Aber zumindest kennen wir nun ein schönes Tier mehr, und das ist ja immerhin etwas.

 

Höchster Schutz für Wölfe

Passend zum Wochenende – und zum Titel meines Blogs! – eine positive Meldung: Wölfe genießen in Europa weiterhin höchsten Schutz nach dem Berner Artenschutzabkommen, das 1979 abgeschlossen wurde und Hunderte von Tier- und Pflanzenarten in Europa schützt. Demnach gelten Wölfe als „besonders gefährdet“. Im Europarat in Straßburg wurde jetzt schon zum vierten Mal einen Antrag der Schweiz abgelehnt, mit dem das Land ein Recht auf den Abschuss von Wölfen erreichen wollte.

Umweltschutzorganisationen haben die Schweiz deswegen immer wieder kritisiert. Schließlich lebt dort nur etwa ein Dutzend Wölfe. Das Parlament der Eidgenossenschaft dagegen wollte sogar aus der Artenschutzkonvention austreten, falls der Antrag auf das Jagdrecht wieder nicht durchkommt. Die Schweiz hat sich in ihrem Antrag auf einen Artikel in dem Artenschutzabkommen berufen, der den Abschuss von Wölfen zulässt, wenn diese andere Tierarten gefährden. Doch die Experten im Europarat halten diese Voraussetzung bei den wenigen in der Schweiz ansässigen Wölfen für nicht gegeben.

Wer sich für Zahlen interessiert: Der WWF beziffert die Anzahl der in Europa (einschließlich Russland) frei lebenden Wölfe auf 18 000; rund 2000 sind es in Spanien, ein paar Hundert in Polen, den Ländern des Baltikums und in Italien, auf rund sechzig  wird die Anzahl in den französischen Alpen beziffert. Auch in Deutschland haben sich wieder einige Rudel angesiedelt, hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Sachsen dürfen Einzeltiere in Ausnahmefällen mit Genehmigung des Umweltministeriums abgeschossen werden.

Das Drama muss ein Ende haben!

Afrikanische Elefanten gehören zu meinen absoluten Lieblingstieren – sie sind einfach ungeheuer beeindruckend; irgendwie strahlen sie für mich etwas Majestätisches aus. Umso unglaublicher finde ich es, dass jedes Jahr über 10 000 (!) von diesen wunderbaren Tieren wegen ihrer wertvollen Stoßzähne von gewissenlosen Wilderern regelrecht niedergemetzelt werden.

Allein im Norden Kameruns wurden im vergangenen Frühjahr laut WWF in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen über 350 Elefanten von kriminellen Banden getötet – aus Profitgier, weil der Handel mit Elfenbein nach wie vor ein äußerst lukratives Geschäft ist: In China und Japan werden bis zu 1600 Euro für ein Kilo des „weißen Goldes“ gezahlt (ein Stoßzahn wiegt 12 bis 15 Kilo). Der Elfenbeinhandel blüht. So wurden erst jetzt wieder, am Wochenende, in Hongkong vom Zoll vier Tonnen geschmuggeltes Elfenbein sichergestellt.

Der WWF will diesem kriminellen Treiben nicht länger tatanlos zusehen und hat eine Initiative zur Rettung afrikanischer Elefanten gestartet, die ich in meinem Blog gerne vorstellen möchte. Die Naturschutzorganisation warnt davor, dass die Wilderer in Kamerun täglich näher in Richtung des Lobe-Nationalparks vorrücken. Im länderübergreifenden Schutzgebiet Tri-National de la Sangha leben die äußerst seltenen Waldelefanten, die nun auch von professionellen Wilderer-Banden bedroht sind.

Der WWF hat eine Art „Überlebensplan“ für die Tiere erarbeitet. Er will in diesem Nationalpark mehr Wildhüter als bisher auf Patrouille schicken und sie besser mit Funk- und GPS-Geräten ausrüsten. Nur eine ausreichende Anzahl von Wildhütern mit guter Ausstattung ist in der Lage, Wilderer dingfest machen. Außerdem unterstützt der WWF die Ausbildung von Artenschutzspürhunden, die das Elfenbein erschnüffeln, wenn es über die Grenzen gebracht werden soll. Über 20 WWF-Nationalbüros fordern schärfere Gesetze gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel. Die Mitarbeiter machen sich in den Hauptabnehmerländern wie China oder Thailand dafür stark, die Nachfrage nach Elfenbein zu unterbinden. Ziel ist es, den Handel zu einem äußerst riskanten und wenig Profit bringenden Geschäft werden zu lassen.

Für dieses Programm benötigt der WWF finanzielle Unterstützung. Weitere Informationen darüber gibt es hier. – Ich denke, das ist eine gute Sache.

 

 

 

Alarmstufe Rot für viele Affen

Es ist traurig, aber leider nicht zu vermeiden: Immer wieder muss sich hier in meinem Blog über Tierarten schreiben, die vom Aussterben bedroht sind. Das Thema wird bedauerlicherweise immer brisanter. Derzeit berät die Weltgemeinschaft UNO in Hyderabad (Indien) über den Erhalt der biologischen Vielfalt, und deshalb gibt es wieder einen aktuellen Anlass, auf das Thema einzugehen.

Die Weltnaturschutzunion IUCN gab auf der Konferenz bekannt, dass von 420 Affenarten auf der Welt 206 vom Aussterben bedroht sind. Also steht fast die Hälfte der Tiere, die als engste Verwandte des Menschen gelten, auf der Roten Liste. Gründe für die Bedrohung der Primaten sind die Zerstörung ihres Lebensraums, der illegale Handel mit den Tieren und die Jagd: Affenfleisch ist äußerst begehrt. Bei einigen Arten existiert nur noch eine sehr geringe Anzahl von Tieren. Dazu gehören auch die Goldkopflanguren aus Vietnam (siehe Foto), die Roloway-Meerkatzen aus Westafrika und die Roten Varis aus Madagaskar.

Apropos Madagaskar: Auf der vor Afrika liegenden Insel haben die Affen besonders schlechte Karten. Denn wegen der politischen Krise dort werden noch mehr Affen als bisher wegen ihres Fleisches bejagt, außerdem wird dort immer mehr tropischer Regenwald vernichtet. So wundert es einen nicht, wenn 25 der am stärksten bedrohten Affenarten auf Madagaskar leben. Aber auch in Vietnam, Indonesien und Brasilien sieht es für viele Primaten sehr schlecht aus.

Die IUCN mahnt in Hyderabad einen besseren Schutz der Affen an. Auch mit dem Hinweis auf menschliche Interessen: So spielen Affen etwa eine immer bedeutendere Rolle für den Tourismus der Länder, in denen sie vorkommen. Und sie sind unverzichtbar, wenn es um den Erhalt des Regenwaldes geht, weil sie Samen in den Wäldern verteilen und so ihren Beitrag zur Vielfalt des Regenwaldes leisten. Wenn Affen aussterben, zieht das also weitreichende Folgen nach sich, die sich auf den Menschen äußerst negativ auswirken werden. Das sollte niemand vergessen.