Der Kuss des Spinnenmännchens

Spinnen: Diese Tiere faszinieren mich immer wieder – auch wenn ich sie wie viele andere Menschen schon ein wenig unheimlich finde. Besonders gruselig ist für mich zum Beispiel das Phänomen, dass die Schwarze Witwe während der Kopulation das Männchen oft durch einen Biss tötet. Was da genau dahinter steckt, kann man hier nachlesen. Nun wurde eine neue Spinnengattung entdeckt, die auf Bisse beim Liebesspiel zu stehen scheint: Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt kam der bislang unbekannten Gattung aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen auf die Spur (Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung/John Leroy/dpa). An den Vorderkörpern der weiblichen Spinnen entdeckte er paarweise Bissspuren. Der Forscher geht davon aus, dass diese Verletzungen bei der Paarung entstanden sind. Bei den Männchen fand er keine solchen Bissspuren. Er vermutet nun, dass die Männchen bei der Paarung gegenüber den Weibchen etwas rabiater vorgehen.

Lebensraum der neu entdeckten Spinnenart ist der Sand in der südafrikanischen Wüste. Es handelt sich um nachtaktive Tiere, denen der Wissenschaftler den Namen „May bruno“ gab. Außer den Bissen sind bei diesen Spinnen Borstenbüschel an den Fußspitzen auffallend. Die haben wohl den Zweck zu verhindern, dass die Tiere in den Sand einsinken. Die Viecher sind auch nicht gerade klein: Ihre Beinspannweite wird mit acht bis zehn Zentimeter angegeben.

Neu: der Veggie-Piranha

Die Natur leistet sich manchmal erstaunliche Kapriolen. Jüngstes Beispiel: In Brasilien haben Forscher jetzt Piranhas entdeckt, die – man glaubt es kaum – Vegetarier sind. Man hat diesen Fisch, so die Angaben des WWF, Tometes camunani genannt. Die Tiere leben im Amazonasgebiet, und sie fressen offenbar nur Algen. Ihre unauffällige Farbe erinnert an Schlamm. Richtig langweilig – und irgendwie zu ihrer Ernährung passend. Die fleischfressenden Artgenossen der vegetarischen Piranhas dagegen schillern dagegen zum Teil in kräftigen Farben.

Nun mögen um Piranhas aufgrund von Abenteuerromanen oder Filmen manche wilde Gerüchte kursieren, was ihre Angriffslustigkeit bei der Jagd angeht. Sie gelten jedoch auf jeden Fall als äußerst aggressiv. Piranhas, die vegetarisch leben, kann ich mir deshalb nur schwer vorstellen. Das ist ja wie … na ja, vielleicht wie ein Porsche, der nicht mehr als hundert fährt. Oder wie der Wolf, der Kreide gefressen hat – passt vielleicht besser zu meinem Blog, dieses Beispiel. Oder sollten die Grünen mit ihrer Idee vom Veggie-Day am Amazonas auf mehr Gegenliebe gestoßen sein als bei den deutschen Wählern?

 

Eine tierische Sensation

Nein, das auf dem Foto ist kein Kleiner Panda. Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit zu diesem possierlichen Tierchen – der unvergessene Bernhard Grzimek verwendete dieses Wort gern in seiner Kultsendung „Ein Platz für Tiere“ – vorhanden ist. (Zum Vergleich bitte hier klicken, zu einem Blog-Eintrag über Kleine Pandas im Tiergarten Nürnberg.) Auf diesem Bild sieht man dagegen eine Tierart, die gerade erst entdeckt wurde: ein Olinguito.

Während die Kleinen Pandas oder Katzenbären, wie man sie auch nennt, aus Asien stammen und zur Gattung der Ailurus gehören, lebt der Olinguito in den nördlichen Anden und gehört zu den Olingos oder Makibären (wissenschaftliche Bezeichnung: Bassaricyon). Der Katzenbär hat – wer zu meinem frühren Beitrag geklickt hat, konnte es sehen – spitze Ohren wie eine Katze (!), der Olinguito runde Ohren wie alle (Maki-)Bären.

Genug der biologischen Systematik – zurück zur Neuentdeckung! Die ist einerseits eine Sensation, weil seit 35 Jahren erstmals wieder in der westlichen Hemisphäre ein neues Raubtier wissenschaftlich erfasst werden konnte. Andererseits ist die Geschichte, wie es dazu kam, fast interessanter als das Tier an sich. Denn den Olinguito haben Forscher nicht etwa bei einer Expedition in die Nebelwälder der Anden auf einem Baum sitzend gefunden. Vielmehr brachten ein paar ausgestopfte Tiere die Forscher auf die richtige Spur.

Und das geschah so: Eine Gruppe von Wissenschaftlern vom Smithsonian´s National Museum of Natural History in Washington D.C. wollte wissen, wie viele Arten von Makibären (oder Olingos, wie wir eben gelernt haben) wo genau existieren. Um das herauszufinden, untersuchten sie zunächst eine Reihe von Museums-Ausstellungsstücken dieser Art. Dabei bemerkten sie, dass einige Exemplare kleiner waren und ein dichteres Fell hatten und einen anders geformten Schädel sowie nicht die gleichen Zähne besaßen wie die übrigen Exponate. Den alten Museumsunterlagen zufolge stammten diese Tiere aus den nördlichen Anden, und zwar aus einem Gebiet, das 1500 bis 2700 Meter hoch liegt – höher als der bisher bekannte Lebensraum der Makis. Daher veranlassten die Wissenschaftler eine genetische Untersuchung dieser ausgestopften Tiere. Dabei stellte sich heraus: Es handelt sich um eine noch nicht beschriebene neue Art.

So kam es dann doch noch zu einer Expedition, bei der die Forscher tatsächlich einigen Olinguitos in freier Wildbahn begegneten. Das sind kleine, quicklebendige Raubtiere, die allerdings nur nachts munter sind, kaum ihre Bäume verlassen und – wenn sie Nachwuchs haben – jeweils ein Junges aufziehen. Und eines verhält sich bei den Olinguitos leider nicht anders als bei allen anderen Neuentdeckungen von Tieren in der letzten Zeit: Kaum wissenschaftlich erfasst, werden sie schon wieder als gefährdet eingestuft. Im Fall der Makibären ist bereits fast die Hälfte (genauer: 42 Prozent) ihres Lebensraums, die Nebelwälder in den Anden, zerstört, sei es durch Umwandlung des Waldes in Ackerland oder in Siedlungsflächen.

Nun will man die Olinguitos zu „Botschaftern“ für die bedrohten Nebelwälder in Ecuador und Kolumbien ernennen, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit über die putzigen Tiere auf dieses ernste Thema zu lenken. – Wie viel so was tatsächlich bringt, hat man ja bei Knut und Flocke gesehen, die für die Erhaltung ihres Lebensraums in der Arktis werben sollten: So gut wie nichts, fürchte ich. Oder bin ich da schon wieder zu negativ?

Zwei winzige "Rolande" ohne Augen

Wieder einmal haben Forscher neue Tiere entdeckt – diesmal in Höhlen im Nordosten von Brasilien. Es handelt sich um zwei bisher unbekannte Spinnentierarten, die zu den Zwerggeißelskorpionen gehören. Die Tierchen sind nur wenige Millimeter groß und rötlich-braun. Mit dem bloßen Auge kann man sie kaum erkennen. Entdeckt hat sie ein Forscherteam der Universität von Minas Gerais im Südosten Brasiliens.

Eine der beiden Spinnenarten bekam den Namen Rowlandius ubajara; sie wurde bislang nur in einer einzigen Höhle des Ubajara Nationalparks gefunden und ist auf diesem Foto von Adalberto Santos (Bundesuniversität Minas Gerais) zu sehen. Die andere Art heißt Rowlandius potiguar; die Wissenschaftler konnten sie in zwanzig verschiedenen Höhlen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte nachweisen.

An allen Fundorten der Spinnentiere leben auch Fledermäuse. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass sich die Spinnen von winzigen Insekten ernähren, die sie im Kot von Fledermäusen finden. Die beiden neuen Arten besitzen keine Augen, was bei Zwerggeißelskorpionen aber nichts Besonderes ist. Es muss auch nicht heißen, dass die Tiere ausschließlich in Dunkelheit leben können, sondern bedeutet nur, dass sie sich nicht in erster Linie durch visuelle Wahrnehmung orientieren. Möglicherweise kommen sie auch außerhalb von Höhlen vor; das weiß man aber (noch) nicht. – Vielleicht melden sich die Biologen ja wieder zu Wort, wenn sie dem ersten spinnenartigen „Roland“ im Tageslicht auf die Spur gekommen sind!

Willkommen, Xenagama wilmsi!

Wenn man häufig über bedrohte Tierarten schreibt, freut man sich umso mehr über eine Meldung wie diese: In Somalia wurde eine neue Echsenart entdeckt (Foto: Tomas Mazuch). Die Tiere besitzen einen platten Schwanz – ähnlich wie Biber. Offenbar hängt das damit zusammen, dass sie in Gängen leben, die sie sich selbst graben und die sie mit diesem platten Schwanz gut verschließen können.

Die neu entdeckte Echse gehört zur Familie der Agamen in Somalia. Sie hat den wissenschaftlichen Namen Xenagama wilmsi bekommen und ist damit nach Thomas Wilms benannt, den Kurator des Frankfurter Zoos. Er beschäftigt sich seit langem intensiv mit der Erforschung der Artenvielfalt in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel.

Entdeckt hat das Tier der Reptilien-Spezialist Philipp Wagner vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn zusammen mit Wissenschaftlern der Villanova Universität in den USA und aus der Tschechischen Republik. Am Horn von Afrika, in den Wüsten von Nordsomalia und Äthiopien, leben besonders viele Biberschwanzagamen. Das Gebiet ist unter Forschern für seine große Artenvielfalt bekannt und dürfte uns in Zukunft noch mehr Tierarten bescheren, von deren Existenz wir bisher nichts geahnt haben.

Singender Frosch und Teufelsfledermaus

Wieder einmal haben Forscher neue Tierarten entdeckt: Innerhalb eines Jahres haben Wissenschaftler des WWF in der Mekong-Region fünf neue Säugetiere, fünf Amphibien, 13 Fische und 21 Reptilien nachgewiesen. Der hier abgebildete Frosch (Boraras naevus), fotografiert von Peter Maguire (WWF), gehört auch dazu. Ein anderer Frosch, Gracixalus quangi genannt, hat eine ganz besondere Eigenart: Auf der Suche nach seiner Traumfrau singt er wie ein Vogel.

Zu den neu entdeckten Arten gehört auch die Beelzebub-Fledermaus (Murina beelzebub), die eine trompetenförmige Nase besitzt und im tropischen Urwald vorkommt, außerdem eine Viper (Trimeresurus rubeus). Sie zeichnet sich durch ihre auffällige grasgrüne Färbung aus, zu der die rubinroten Augen einen reizvollen Kontrast bilden; ihr Lebensraum ist Vietnam und Kambodscha. Besonders sensationell war für die Wissenschaftler die Entdeckung einer Eidechse (Jarujinia bipedalis) in Thailand, die statt vier Gliedmaßen nur zwei (nämlich vorne) besitzt. Über erstaunliche Fähigkeiten verfügt ein Fisch (Clarias gracilentus) in Vietnam: Er beherrscht es, über Land zu robben.

Die Mekong-Region in Thailand, Kambodscha und Vietnam bietet nach wie vor äußerst artenreiche Lebensräume, in denen immer wieder solche neuen Entdeckungen gemacht werden. Andererseits warnen die Naturschützer davor, dass auch dort durch rasant wachsende Städte und den Bau von Trassen und Dämmen immer mehr natürliche Lebensräume verloren gehen. So stehen bereits 70 Prozent der Säugetierarten, die nur in dieser Region vorkommen, auf der Roten Liste.

 

 

Forscher entdecken neue Affenart

Gott sei Dank! Nach der niederschmetternden Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten gibt es heute eine ausgesprochen gute Nachricht: Forscher haben im Kongo eine neue Affenart entdeckt – erstmals wieder seit 28 Jahren in Afrika (Foto: Maurice Emetshu, Plos One/dpa) . Sie besitzen eine grau-blonde Mähne, ein blasses Gesicht, schwarzes und bernsteinfarbenes Fell, sind bis zu 65 Zentimeter groß und gehören zu den Meerkatzen: die bisher unbekannten Affen, denen man den wissenschaftlichen Namen Cercopithecus lomamiensis gegeben hat, weil man im Lomami-Becken auf die ersten Exemplare gestoßen ist.

Die Entdeckung ist auf einen Zufall zurückzuführen. Während einer Expedition im Kongo sahen die Biologen den ersten Affen dieser Art, ein junges Weibchen, im Haus eines Lehrers. Die Einheimischen nannten das Tier Lesula, ein Name, der den Forschern vorher noch nie untergekommen war. Der Lehrer hatte den Affen in seine Obhut genommen, nachdem die Mutter des Tieres im Wald getötet worden war.

Das Forscherteam übernahm den Affen und machte sich auf die Suche nach Artgenossen. Zuerst fanden sie noch einige in Gefangenschaft, dann das erste Exemplar in freier Wildbahn: in den immergrünen Feuchtwäldern im Osten des Kongo. Die Biologen trafen meist auf Gruppen von bis zu fünf Tieren, denen jeweils ein erwachsenes Männchen angehörte.

Weil die Affen den schon vorher bekannten Eulenkopf-Meerkatzen (Cercopithecus Hamlyni) ähnlich sehen, hat man die neu entdeckte Art genetisch untersucht, um zu überprüfen, ob es sich auch wirklich um eine andere Art handelt. Es stellte sich heraus, dass es eine Schwesterart der Eulenkopf-Meerkatze ist. Diese besitzt ein dunkleres Fell und ein dunkles Gesicht, außerdem einen weißen Strich auf der Nase.

Und nun gibt es bei der ganzen schönen Geschichte doch noch einen Haken: Kaum ist die neue Art entdeckt, gehört sie schon wieder zu den von Menschen bedrohten Arten: Sie ist wegen uneingeschränkter Jagd auf Buschfleisch gefährdet.

Nanu, eine zahnlose Ratte?

Von der Höhlenräuber-Spinne in den USA zu einer Ratte in Indonesien. Dort, genauer gesagt im Regenwald in den Bergen der Insel Sulawesi, haben Forscher bei einer Expedition eine neue Rattenart entdeckt (Foto: Kevin Rowe). Kaum zu glauben, aber Tatsache: eine Ratte, die nur zwei kleine spitze Zähne im Oberkiefer besitzt, ansonsten aber völlig zahnlos ist. Deshalb hat man ihr den Namen Paucidentomys vermidax gegeben. Der erste Teil des Namens bedeutet so viel wie „fast zahnlose Maus“, der zweite „Wurmfresser“.

Da wundert man sich als Laie zunächst schon ein wenig. Schließlich, so dachte ich bisher, ist das Markenzeichen von Nagetieren doch das Gebiss mit kräftigen Schneidezähnen und ausgeprägten Backenzähnen. Denn wie der Name schon sagt: Nagetiere verbringen einen großen Teil ihres Lebens mit Nagen und Beißen.

Nicht so diese neu entdeckte Ratte, die laut den Wissenschaftlern bisher einzigartig ist. Sie verfügt zwar über eine besonders lange, spitze Schnauze. Damit wühlt sie im Urwaldboden nach ihrer Hauptmahlzeit, nämlich Würmern. Und weil Würmer bekanntlich weich sind, braucht die Ratte keine scharfen, kräftigen Zähne, sondern kann sich mit den zwei kleinen Hauern im Oberkiefer begnügen, mit denen sie die Würmer in mehrere Teile zerhackt, bevor sie sie hinunterschluckt.

Die Forscher haben aus der Entdeckung der ungewöhnlichen Ratte folgenden Schluss gezogen: Wenn sich Tiere an neue Lebensräume anpassen, sind sie in der Lage, Fähigkeiten wieder zurückzubilden, die sie während der Evolution über lange Zeiträume hinweg entwickelt haben.

Wenn diese Beine nicht spektakulär sind!

In der Wissenschaft gibt es immer wieder Überraschungen, mit denen die Forscher selbst nicht gerechnet hätten. So haben nun Biologen der Universität von San Francisco in Höhlen des US-Staates Oregon eine Spinne entdeckt, die zu keiner der bisher bekannten Spinnenfamilien gehört – es handelt sich also nicht um eine neue Spinnenart, sondern um eine neue Spinnenfamilie. Eine solche Entdeckung kommt sehr selten vor.

Die Tiere sind ungefähr vier Zentimeter groß und besitzen bedrohlich aussehende, auffallende Fangklauen an ihren langen, dünnen Beinen. Weil man deshalb davon ausgeht, dass es damit seine Beute fängt, hat man das Tier Trogloraptor genannt, was so viel bedeutet wie „Höhlenräuber“; die Familie heißt Trogloraptoridae.  Um welche Beute es sich handelt, weiß man allerdings noch nicht.

Die Klauen faszinieren die Wissenschaftler offenbar besonders. Jedes der acht Spinnenbeine endet in zwei langen, gebogenen Fangklauen, und daran sitzen wiederum kleinere Dornen. Die Spinne verfügt also über perfektes Greif- und Fangwerkzeug. Das lässt die Forscher vermuten, dass diese Tiere ihre Opfer zu Fuß jagen und dann mit den Klauen packen. Die Trogloraptoridae gehören aber auch zu den Webspinnen. das heißt, sie könnten ihre Beute wahrscheinlich auch in ihrem Netz fangen. Ob sie beide Techniken anwenden und worauf genau sie Jagd machen, muss erst noch herausgefunden werden.

Mittlerweile ist ein anderes Forscherteam der Universität von San Diego auch außerhalb von Höhlen auf die neue Spinne gestoßen: Sie entdeckten sie in alten Rotholzwäldern an der Westküste der Vereinigten Staaten. Die Wissenschaftler wundern sich alle, dass ein so eigenartiges Tier dieser Größe so lange unentdeckt bleiben konnte.

 

 

Ein Frosch, der abfärbt

Forscher haben wieder einmal eine neue Tierart entdeckt. Im dichten Regenwald von Panama sind sie auf den Gelbfärber-Regenfrosch (Diasporus citrinobapheus) gestoßen. Das Tierchen ist gerade mal zwei Zentimeter groß, aber es zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus: Zum einen stoßen die Männchen äußerst ungewöhnliche Paarungsrufe aus, die sich offenbar ganz anders anhören als die anderer Froscharten. Diese Rufe brachten die deutsch-panamische Expeditionsgruppe überhaupt erst darauf, nach dem Frosch zu suchen. Zum anderen fällt das Tier durch sein leuchtendes Gelb auf – und der Frosch färbt auch noch ab, sobald man ihn berührt. Bisher können sich die Wissenschaftler allerdings nicht erklären, warum er die Farbe abgibt. Sie schließen nur aus, dass der Gelbfärber-Regenfrosch auf diese Weise Feinde abwehren will, denn die gelbe Farbe enthält keinerlei Giftstoffe.

Die Expedition hat außer der Neuentdeckung noch eine andere positive Erkenntnis gebracht: In der unzugänglichen Bergwelt Panamas haben mehr Amphibien einer Pilzerkrankung trotzen können als gedacht. Ursprünglich befürchtete man, dass die Ende des 20. Jahrhunderts in Mittelamerika wütende Krankheit, an der viele Tiere gestorben sind, ganze Arten auslöschen könnte. Das Forschungsteam stieß bei der letzten Expedition zum ersten Mal wieder auf eine Salamanderart, die seit ihrer Entdeckung vor 34 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden konnte und auf einen Frosch, von dem seit 27 Jahren jede Spur fehlte. Mittlerweile sind die Amphibien in Panama nach Ansicht der Wissenschaftler stärker durch mangelnden Lebensraum bedroht als durch die Pilzerkrankung. Die Forscher fordern deshalb, auf den geplanten Kupferabbau in dem entlegenen Gebiet zu verzichten und aus dem Areal ein Schutzgebiet zu machen. Ob sie sich mit diesem Vorschlag gegen wirtschaftliche Interessen durchsetzen können, bleibt allerdings abzuwarten.