Zirkus ohne Tiere – nein danke!

Ich habe ja in meinem Blog schon öfter über Zirkustiere geschrieben bzw. über Wildtiere im Zirkus. Tierschutzaktivisten fordern seit langem ihr Verbot, während Zirkusvertreter versichern, dass ihre Tierhaltung den Vorschriften entspricht, artgerecht ist und von Tierärzten  regelmäßig kontrolliert wird. Ein schwieriges Thema, bei dem oft Emotionen über Argumente gestellt werden.

Es gibt linzwischen einige Kommunen, die einem Zirkus Aufführungen verbieten wollen, wenn er Wildtiere zeigt. Vor kurzem hat allerdings dabei eine Stadt den kürzeren gezogen, und zwar Hameln. Das Verwaltungsgericht Hannover hat in diesem Fall entschieden, dass so ein Verbot nicht zulässig ist und damit dem Eilantrag eines Zirkusunternehmens gegen die Stadt Hameln stattgegeben. Der Stadtrat von Hameln hatte beschlossen, kommunale Flächen nur noch Zirkusbetrieben zur Verfügung zu stellen, die keine wildlebenden Tiere wie zum Beispiel Bären, Elefanten oder Raubkatzen präsentieren. Das Verwaltungsgericht urteilte, dieses Vorgehen sei rechtswidrig (Az. 1 B 7215/16). Ein Verbot wildlebender  Tiere in Zirkussen müsse der Bund beschließen. Doch der hat im Tierschutzgesetz nur festgelegt, dass für das gewerbliche Vorführen von Tieren in einem  Zirkus eine behördliche Erlaubnis nötig ist. Der Zirkus in Hameln besaß so eine Erlaubnis.

Es kann aber auch anders kommen, wie der berühmte amerikanische Zirkus Ringling erfahren musste:  Er wird nach fast 150 Jahren schließen. Das schreiben sich natürlich die Aktivisten von Peta als Riesenerfolg auf ihre Fahnen, dass sie der „Greatest Show on Earth“ riesige Probleme gemacht und sie zum Aufgeben gebracht haben. Ausschlaggebend dafür waren ausgerechnet die Elefanten, die immer das Aushängeschild des Zirkus Ringling waren. Die Dickhäuter galten früher als größte Besucherattraktion von „Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus“, wie der Zirkus vollständig heißt – bis vor 36 Jahren Peta-Leute gegen die Elefantenhaltung bei Ringling und anderen Unternehmen zu kämpfen begannen. Sie wiesen immer wieder auf angebliche Mängel in der Tierhaltung hin, bis Ringling nachgab und nahm im Mai vergangenen Jahres die Elefanten aus dem Programm nahm. Das führte letztlich zum Endes des legendären Zirkus wegen ausbleibender Besucher. Den Rest haben dem Unternehmen die steigenden Kosten wie etwa teure Mieten für Hallen gegeben.

In Deutschland befürchten die Zirkusse ebenfalls einen drastischen Besucherrückgang, wenn keine Wildtiere mehr gezeigt werden dürfen. Traditionsunternehmen wie der Münchner Zirkus Krone, der wie Ringling auch Elefanten als Wappentiere hat, wollen deshalb nicht darauf verzichten. Mit Aufklärung der Besucher bemüht sich zum Beispiel Krone, die Argumente von Tierschützern zu entkräften. Es werden auch Unterschriften gegen das Wildtierverbot in Zirkussen gesammelt.

Ich schließe mich solchen Unternehmen mit moderner Tierhaltung an: Für mich ist ein Zirkus ohne Tiere kein richtiger Zirkus.

Katzenmusik – oder doch lieber Bach?

KatzenmusikMusikalische Tiere? Gibt es so was? – Ich würde sagen: ja. Allerdings kann ich da nur aus der Erfahrung sprechen, die ich während der Wochen gesammelt habe, in denen ich über Jahre hinweg immer wieder einen Kater betreut habe, während seine Besitzer im Urlaub waren. Pino hieß der mittlerweile leider verstorbene, ganz normale Bauernkater (nicht die – auch sehr sympathische – Katze auf diesem dpa-Foto!), der Musik liebte. Vor allem bei klassischer Musik kam er vom entlegensten Winkel in der Wohnung sofort angerannt, sprang auf „seinen“ Hocker im Wohnzimmer, rollte sich ein – und lauschte. Seine besonders groß geratenen Ohren richteten sich deutlich sichtbar nach den Lautsprechern aus, und man konnte zusehen, wie er die Musik so richtig genoss. Bei den Instrumenten waren es vor allem Violine und Cello, die er liebte, und bei den Komponisten bevorzugte er eindeutig Johann Sebastian Bach.

Insofern lese ich die vor mir liegende Agenturmeldung zumindest mit einem leisen Zweifel: David Teie, Profi-Cellist und Mitglied des National Symphony Orchestra Washington, der außerdem an der Universität von Maryland Musik lehrt, komponiert nun Klänge speziell für Katzenohren. „Hohe Harfenläufe, die an zwitschernde Vögel erinnern, unterlegt mit einer Art computergeneriertem Katzenschnurren als Bass“, heißt es in der Agenturmeldung. Teies Werke heißen zum Beispiel „Rusty’s Ballad“ oder „Cozmo’s Air“, und sie klingen offenbar wie esoterisch angehauchte New Age-Musik auf Harfe, Cello oder Geige. Manchen Katzen sollen sie echte Entspannung bringen.

Das ist jedenfalls bei einer Studie herausgekommen, die im Fachjournal „Applied Animal Behaviour Science“ veröffentlicht wurde: 77 Prozent der Katzen zeigten positiv-erregte oder entspannte Reaktionen auf die Katzenmusik von Teie, aber nur 38 Prozent auf Musik, die wir Menschen als Meisterwerke empfinden, etwa wie Bachs „Air in G-Dur“. Es soll die erste Studie sein, die zeigt, dass Katzen überhaupt auf Musik reagieren. Teie hat mit einem Experten für Tierverhalten extra ein Musikprofil entwickelt, das zum Teil in Frequenzbereiche geht, die Katzen vertraut sind, von Menschen jedoch nicht gehört werden. In seine Katzenmusik hat er aber auch für Menschenohren erträgliche Frequenzen eingebaut.

Als Journalistin bin ich bei der Meldung gleich misstrauisch und denke mir: Da geht es doch bestimmt wieder nur ums Geld. Und tatsächlich: Ganz am Schluss der – langen – Meldung lese ich folgendes: „Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat Teie jetzt binnen gut eines Monats mehr als 240 000 US-Dollar von gut 10 000 Spendern gesammelt, um das Projekt voranzutreiben und sein Studio, bisher improvisiert im heimischen Badezimmer, zu professionalisieren. Was steht an? Die erste Katzenmusik-CD.“

Auch das noch: Fitness-Center für Vierbeiner!

Schön, dass so vielen Lesern mein Tiergarten-Rückblick auf 2013 gefallen hat – da schreibt man doch gleich viel lieber den nächsten Beitrag! – Also, auf geht´s, in ein neues Jahr, das sicher in Sachen Tiere viel Interessantes bringen wird. Auch 2014 werde ich das eine oder andere Thema für dieses Blog aufgreifen – und damit auch wieder die eine oder andere Diskussion anstoßen.

Abspecken ist ja in diesen Nachfeiertagen bei so manchem Zeitgenossen angesagt – die Pfunde, die man in den letzten Wochen zugelegt hat, sollen möglichst schnell wieder runter. Doch nicht nur bei Menschen machen sich die Leckereien von Weihnachten und Silvester auf der Waage bemerkbar – auch unsere Haustiere sind zum Teil sehr verwöhnt worden und tragen nun ebenfalls Fettpölsterchen mit sich herum. Das sollte normalerweise kein Problem sein, schließlich haben wir ja noch ein paar freie Tage, um mit dem Hund längere Touren als sonst zu gehen und vielleicht eine Extra-Spielrunde einzulegen.

So schlimm wie bei den Haustieren in den USA ist es bei uns wohl noch nicht. Dort legten 80 Millionen Hunde und Katzen in den letzten Jahren extrem zu: 55 Prozent von ihnen haben Übergewicht oder sind sogar fettleibig. Der Verband zur Verhinderung von Fettleibigkeit unter Tieren (Association for Pet Obesity Prevention/APOP) ist alarmiert. Die Folgen: Vor allem Hunde leiden verstärkt unter Arthritis, Diabetes, Gelenk- und Herzproblemen.

Und nun? – Typisch Amerika: Immer mehr Hundebesitzer schicken ihre Lieblinge ins Fitness-Center oder (siehe Foto) in den Fitness-Pool. Kein Witz: In Kalifornien sind solche Einrichtungen aus dem Boden geschossen. Auf Laufbändern und mit Trainingsgewichten um den Bauch sollen die Hunde abspecken. Das lassen sich Herrchen und Frauchen bis zu 100 Dollar im Monat kosten. Eine andere gern genutze Möglichkeit: Hundesitter, die mit den Vierbeinern nicht einfach spazierengehen, sondern sie beim Joggen oder gar beim Rollerskaten auf Trab bringen. Für eine Stunde legen die Besitzer schon mal 60 Dollar hin.

Und im US-Bundesstaat Oregon hat ein spezielles Trainingscamp für fette Hunde seit ein paar Jahren schon großen Erfolg. Wer seinen Hund dort für vier Wochen unterbringt und ihn ein Diät- und Sportprogramm absolvieren lässt, blättert dafür 800 Dollar hin. Wie wir das von der Werbung für Schlankheits-Mittel für Menschen gewohnt sind, macht das Camp mit «Vorher/Nachher»-Fotos der Hunde auf seiner Webseite Reklame. Es gibt Hunde, die gleich für mehrere Monate dort zur Kur sind. – Sicher ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei uns ähnliche Angebote kommen.

Ich habe da meine eigene Meinung: Man könnte ja selbst mit dem Hund zusammen laufen oder ihn mit Spielzeug locken, in einen Fluss oder einen Weiher zu springen, wo er überflüssige Pfunde beim Schwimmen abtrainieren könnte. Doch da müsste man sich halt intensiv mit seinem Tier beschäftigen. Lieber schmeißt man mit Geldscheinen um sich und lädt das Problem bei anderen ab. – Traurig, oder?

Schneeschuhhasen in Gefahr

Eigentlich hat die Natur gut für sie vorgesorgt: Die im Norden der USA, in den Rocky Mountains, in Kanada und Alaska lebenden Schneeschuhhasen (nicht zu verwechseln mit Schneehasen!) wechseln im Winter ihre Fellfarbe von braun in weiß. Damit besitzen sie im Schnee eine perfekte Tarnung vor ihren Feinden. Schneeschuhhasen sind außerdem durch ihre besonders großen Füße perfekt an ihren Lebensraum angepasst – sie sinken damit fast nicht im Schnee ein.

Nun aber haben Wissenschaftler der University of Montana in Missoula herausgefunden, dass die weiße Tarnfarbe für die Hasen zunehmend eine Gefahr darstellt. Denn durch die Erderwärmung verkürzt sich die Schneeperiode auch dort, wo diese Tiere vorkommen. Weiße Hasen, die durch braun-grüne Wälder und Tundra-Gebiete hoppeln, sind für ihre Feinde auch aus größerer Entfernung besonders gut zu erkennen (Foto: Dr. L. Scott Mills Research Photo).

Die Forscher haben rund 150 Schneeschuhhasen über drei Winter lang im Nordwesten der USA beobachtet. In diesem Zeitraum gab es die längste und die kürzeste Schneesaison seit 1970. Im Herbst dauerte die komplette Umfärbung des Hasenfells von braun auf weiß bis zu 40 Tage, im Frühjahr verzögerte sich die Rückfärbung bei einer längeren Schneeperiode um über zwei Wochen. Der Wechsel der Fellfarbe hängt nach den Erkenntnissen der Biologen von der Länge des Tageslichts ab, weniger davon, ob Schnee liegt oder nicht.

Die Wissenschaftler gehen aufgrund von Klimamodellen davon aus, dass Schnee während des Winters in den Verbreitungsgebieten der Schneeschuhhasen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts etwa einen Monat kürzer liegen wird, als es derzeit noch der Fall ist. Wenn sich das Klima tatsächlich so entwickelt und die Tiere den Fellwechsel im Herbst nicht hinausschieben könnten, müssten sie eine längere Zeit mit der Fehlanpassung leben. Das zu überleben, dürfte für einen Großteil der Tiere äußerst schwierig werden, denn mit dem leuchtenden Weiß wären sie ihren natürlichen Feinden sozusagen auf dem Präsentierteller ausgeliefert. Füchse, Kojoten, Luchse und Wölfe hätten dann mit ihrer Beute ein leichtes Spiel.

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Die Waschbären sind los!

Ich habe in meinem Blog schon mehrmals über Waschbären geschrieben – zuletzt hier. Das Phänomen an sich ist bekannt: Diese Tiere breiten sich bei uns immer stärker aus. Nun liegen aber neue Zahlen vor, und die finde ich schon beeindruckend. Der Bestand in Deutschland wird mittlerweile auf eine halbe Million Tiere geschätzt, 40 000 werden durchschnittlich pro Jagdsaison erlegt; zwischen 1. April 2010 und 31. März 2011 waren es mit 67 700 allerdings deutlich mehr.

Auffallend ist, dass die Waschbären vor allem in Städten oder dicht besiedelten Gebieten immer häufiger auftauchen. Dort kommen die Allesfresser am leichtesten an Futter heran. Manchmal durchwühlen sie Mülltonnen, manchmal stehlen sie Obst aus Gärten, manchmal dringen sie bis in Häuser vor und klauen dort herumliegende Nahrungsmittel. In Berlin sollen bereits über 400 Waschbärfamilien leben. Wahre Waschbär-Hochburgen sind außerdem Hessen und Brandenburg.

Das hat seinen Grund. Denn Waschbären, die ursprünglich nicht bei uns heimisch sind, sondern in Nordamerika, wurden seit etwa 1920 nach Deutschland gebracht – in Pelztierzuchtfarmen. So brauchte man die Pelze nicht mehr für teures Geld aus den USA zu importieren. 1927 sollen aus einer Zuchtfarm in Hessen drei Paare ausgebüxt sein, weitere fünf Tiere 1929 und 1930 in der Eifel. 1934 wurden dann in Nordhessen die ersten Waschbären bewusst in die freie Wildbahn ausgesetzt. In Brandenburg schafften es 1945 mehrere Tiere, von einer Zuchtanlage in die Freiheit zu gelangen.

Waschbären haben bei uns keine natürlichen Feinde und können sich dadurch stark vermehren. Ob sie tatsächlich heimische Tierarten verdrängen bzw. eine Gefahr für die heimische Fauna und Flora darstellen, ist allerdings wissenschaftlich noch nicht bewiesen.

Wenn diese Beine nicht spektakulär sind!

In der Wissenschaft gibt es immer wieder Überraschungen, mit denen die Forscher selbst nicht gerechnet hätten. So haben nun Biologen der Universität von San Francisco in Höhlen des US-Staates Oregon eine Spinne entdeckt, die zu keiner der bisher bekannten Spinnenfamilien gehört – es handelt sich also nicht um eine neue Spinnenart, sondern um eine neue Spinnenfamilie. Eine solche Entdeckung kommt sehr selten vor.

Die Tiere sind ungefähr vier Zentimeter groß und besitzen bedrohlich aussehende, auffallende Fangklauen an ihren langen, dünnen Beinen. Weil man deshalb davon ausgeht, dass es damit seine Beute fängt, hat man das Tier Trogloraptor genannt, was so viel bedeutet wie „Höhlenräuber“; die Familie heißt Trogloraptoridae.  Um welche Beute es sich handelt, weiß man allerdings noch nicht.

Die Klauen faszinieren die Wissenschaftler offenbar besonders. Jedes der acht Spinnenbeine endet in zwei langen, gebogenen Fangklauen, und daran sitzen wiederum kleinere Dornen. Die Spinne verfügt also über perfektes Greif- und Fangwerkzeug. Das lässt die Forscher vermuten, dass diese Tiere ihre Opfer zu Fuß jagen und dann mit den Klauen packen. Die Trogloraptoridae gehören aber auch zu den Webspinnen. das heißt, sie könnten ihre Beute wahrscheinlich auch in ihrem Netz fangen. Ob sie beide Techniken anwenden und worauf genau sie Jagd machen, muss erst noch herausgefunden werden.

Mittlerweile ist ein anderes Forscherteam der Universität von San Diego auch außerhalb von Höhlen auf die neue Spinne gestoßen: Sie entdeckten sie in alten Rotholzwäldern an der Westküste der Vereinigten Staaten. Die Wissenschaftler wundern sich alle, dass ein so eigenartiges Tier dieser Größe so lange unentdeckt bleiben konnte.

 

 

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Tragödie auf Cape Cod

Kommen wir von den Walen zu ihren Verwandten, den Delfinen: Ein trauriges Kapitel, wenn man in diesem Monat nach Cape Cod schaut, der Halbinsel im Südosten des US-Staates Massachusetts. Dort findet seit Wochen ein regelrechtes Delfin-Massensterben statt. Die Tiere stranden aus unerfindlichen Gründen an der Küste von Cape Cod, und die meisten verenden im Schlick, aus dem sie sich allein nicht mehr befreien können.

Den ganzen Winter über spielen sich dort schon grauenhafte Szenen ab, vor allem, wenn die Retter trotz aller Mühen, den Tieren zu helfen, wieder einmal scheitern und nur noch zuschauen können, wie die Delfin qualvoll sterben. Im vergangenen Monat sind auf der Halbinsel 178 Delfine gestrandet, 125 davon überlebten das nicht. Das ist eine ungewöhnliche hohe Zahl, denn in den vergangenen zwölf Jahren waren es im Schnitt „nur“ 37 Tiere, die dort am Strand aufliefen und jämmerlich zugrunde gingen.

Forscher suchen nach einer Erklärung für das Phänomen – bisher allerdings ohne Erfolg. Mitarbeiter des International Fund for Animal Welfare (IFAW) kennzeichnen die Delfine und nehmen ihnen Blut ab. Man seziert die Kadaver gestrandeter Tiere, die es nicht mehr ins Meer zurück geschafft haben. Aber das Massensterben bleibt vorerst ein Rätsel.

Die Wissenschaft wartet mit verschiedenen Theorien auf: Auslöser für das Phänomen könnte die Veränderung des Wetters sein oder die Veränderung der Wassertemperatur, möglicherweise auch ein verändertes Verhalten der Beutetiere. Oder verirren sich die Delfine einfach nur an der zerklüfteten Küste?

Nur dank des unermüdlichen Einsatzes von Dutzenden von Helfern sind es nicht noch mehr Delfine, die den Tod finden. Sie unterstützen die Tiere bei ihren Befreiungsversuchen, wenn die Flut kommt und lotsen sie mit Booten aus der Gefahrenzone. Manche Delfine werden auch auf Tragriemen manövriert, näher zu anderen Gestrandeten gebracht und in die richtige Richtung gedreht, damit sie in der Herde den Weg zurück ins Meer finden. Mit dem Geräusch der Bootsmotoren versuchen die Retter, die Tiere hinaus in den Atlantik  zu treiben – leider nicht immer mit Erfolg. Kurz gesagt, es ist eine Tragödie, die sich auf Cape Cod abspielt.

 

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Der Ruf der Wale

In Deutschland läuft jetzt der Film „Der Ruf der Wale“ an. Er schildert eine spannende Rettungsaktion für drei Grauwale, die sich 1988 tatsächlich so abgespielt haben soll. Ein Film, der auf uns sicher an manchen Stellen etwas sehr amerikanisch (sprich: kitschig) wirken mag in seiner Machart, der aber die Konflikte zwischen Natur- und Tierschutz auf der einen Seite und politischer Gier nach Macht und den Interessen der Erdölindustrie auf der anderen Seite ganz anschaulich darstellt. Und ein Familienfilm, bei dem es keine Altersbeschränkung gibt und den sich tatsächlich die ganze Familie anschauen kann.

Denn auch im Film geht es um eine Familie, keine menschliche allerdings, sondern eine Familie von Grauwalen, deren Namen uns irgendwie bekannt vorkommen: Fred, Wilma und Baby Bamm-Bamm. Familie Feuerstein lässt grüßen. Die drei wollen vom äußersten Norden der USA in wärmere Gefilde ziehen, werden dabei aber vom Eis eingeschlossen. Das ist die Chance für Reporter Adam (John Krasinski), der im lokalen Fernsehsender über das Schicksal der Walfamilie berichtet. Schließlich verfolgen Millionen von Zuschauern gebannt Adams anrührende Fernsehberichte mit Bildern, die mitten ins Herz der Fernsehzuschauer treffen: durch Eislöcher verzweifelt nach Luft schnappende Wale, deren Schicksal besiegelt zu sein scheint. Wenn – ja wenn nicht eine große Rettungsaktion ins Leben gerufen wird, die den drei Meeresbewohnern aus ihrer verzwickten Lage heraushilft.

Da stehen dann – wie immer in den USA, wenn es hart auf hart geht – Gute und Böse zusammen und tun ihr Bestes: von der Greenpeace-Aktivistin (Drew Barrymore) über den kleinen Inuit-Jungen und den Öl-Tycoon bis zum Präsidenten, der auf diese Weise nebenbei sein angeknackstes Image aufpolieren kann. Und sogar der kommunistische Erzfeind in Gestalt eines sowjetischen Eisbrecher-Schiffes – der Film spielt schließlich noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs – darf sein Scherflein zur dramatischen Rettung beitragen.

Ein modernes Märchen für Tierfreunde und Naturschützer, das die Botschaft vermittelt: Gemeinsam sind wir stark und können Gutes tun.

 

Nur die Kälte kann hier helfen!

Und jetzt auch noch das: Nutrias machen deutschen Bibern das Leben schwer! Früher mal, da gab es nur tote Nutrias bei uns – nämlich in Form von Pelzen. (Ich weiß auch nicht warum, aber das Thema Pelz verfolgt mich regelrecht in diesem neuen Jahr.) Dann führte man die aus Südamerika stammenden Pelztiere zur Zucht nach Deutschland ein. Und nun haben wir den Salat! Bei uns haben die auch unter dem Namen Biberratten bekannten Nager im Gegensatz zu ihrer ursprünlichen Heimat nämlich keine natürlichen Feinde. Werden sie dort von Alligatoren verspeist, sobald sie zu vorwitzig werden, können sie sich in unseren Breiten ungehindert vermehren, wenn ihnen nicht der einzige Feind einen Strich durch die Rechnung macht: grimmige Kälte. Und weil dieser Winter einfach nicht richtig kalt werden will, breiten sich die Nutrias lustig weiter aus und entwicklen sich zu gemeinen Futterkonkurrenten für unsere Biber. Sie zerstören auch Uferbefestigungen und setzen so viel Kot ab, dass sie kleinere Gewässer völlig verdrecken. – Und das alles nur, weil manche Leute unbedingt Pelz tragen müssen/mussten!

Doch auch dem deutschen Laubfrosch geht es ans Leder. Hier heißt die künstlich eingeführte Gefahr „Rotwangen-Schmuckschildkröte“. Die gehört eigentlich nach Nordamerika und hat bei uns höchstens in Terrarien was zu suchen. Aber sie ist schon so oft an heimischen Gewässern ausgesetzt worden, dass sich inzwischen eine beeindruckende Population entwickelt hat; nur wenn bei entsprechender Kälte Seen und Teiche zufrieren, wird der Zuwachs eingedämmt. Nun könnte man ja sagen: Ist doch schön, so nett aussehende Schildkröten hätten wir ja sonst bei uns nicht. Aber sie fressen und fressen und fressen – und zwar besonders gern Laich und Kaulquappen. Womit wir wieder bei den eh schon bedrohten Laubfröschen wären.

Über den Kältemangel in diesem Winter dürfte sich auch die asiatische Tigermücke freuen. Vor fünf Jahren hat sie sich zum ersten Mal bei uns niedergelassen, und schon verbreitet sie sich fröhlich immer weiter. Einziger Trost: Unter ihrem Import müssen wenigstens nicht Tiere leiden, sondern diejenigen, die Schuld daran sind, dass das Ungeziefer jetzt bei uns lebt. Denn die asiatische Tigermücke liebt es, zu stechen und Blut zu saugen. Dabei kann sie gefährliche Erreger aufnehmen und dann über ihre Eier weitergeben. Diese Eier sind äußerst widerstandsfähig; viele gelangen über Gewächshauspflanzen von Asien nach Europa. In Deutschland hat die Mücke bisher noch nicht zu gefährlichen Krankheitsübertragungen geführt, in Italien aber gab es schon einen Todesfall. Und was wäre der natürliche Feind dieser Mücke bei uns? Wir ahnen es: wieder die Kälte! Die könnte der Mückenbrut den Garaus machen, doch sie will einfach nicht kommen.

Aber ich bin optimistisch: Spätestens im März, wenn wir sie gar nicht mehr erwarten, wird sie uns rücksichtslos überfallen – und mit uns die Nutrias, die Schmuckschildkröten und die Tigermücken. Das wird ein Fest für Biber und Laubfrösche, die werden´s dann mal so richtig krachen lassen!

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