Stadtwohnungen für Fledermäuse

ZwergfledermausDas vergisst man schnell: Auch Fledermäuse sind Stadtbewohner. Aber diese Tiere haben es in Stadtgebieten immer schwerer – sie finden nämlich kaum noch passende Quartiere. Normalerweise bewohnen Fledermäuse morsche oder kaputte Bäume. Doch in städtischen Grünanlagen müssen solche Bäume meist wegen der Verkehrssicherung entfernt werden. Was kann man also tun, um Fledermäusen wieder mehr „Stadtwohnungen“ zu bieten? In Nürnberg gibt es da jetzt ein Projekt, das mir ausnehmend gut gefällt und das gemeinschaftlich von der Regierung von Mittelfranken, dem Service Öffentlicher Raum (SÖR), der Beruflichen Schule für Holztechnik und der Fledermausbeauftragten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt durchgezogen wird: Fledermauskästen für den öffentlichen Raum. 20 solcher Kästen werden von den Berufsschülern gebaut.

Das Konzept dieser neuartigen Fledermauskästen stammt aus den USA. Sie bestehen aus zwei Kästen, die in Spalten aufgeteilt sind, und werden in rund drei Metern Höhe angebracht. Neu an den Kästen ist, dass sie mehrere Wohneinheiten in einem Kasten und damit Platz für viele Tiere bieten. Außerdem kann man sie von unten gut einsehen und so den Tierbestand gut kontrollieren. Die Fledermauskästen werden in Nürnberg zum Beispiel am Dutzendteich, im Volkspark Marienberg oder auf der Hallerwiese aufgestellt.

In Nürnberg sind übrigens 16 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Ob sich alle in den neuen  Kästen heimisch fühlen, wird sich herausstellen. Den Zwergfledermäusen (auf obigem Foto zu sehen) gefällt diese neue Art von Quartier jedenfalls –  die ersten sind nämlich schon eingezogen!

Rettet die Maui-Delfine!

MauidelfinDieses Foto könnte in einigen Jahren Seltenheitswert haben. Es zeigt einen Maui-Delfin (Foto: Auckland Conservancy/dpa). Das Aussterben dieser ausschließlich vor der Küste Neuseelands lebenden Meeressäuger ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Im Augenblick wird der Bestand dieser kleinsten Delfine der Welt – sie werden nur etwa 1,40 Meter groß und haben eine abgerundete Rückenflosse – auf ganze 45 (!!!) geschätzt. Vor 40 Jahren waren es laut Naturschutzbund (Nabu) noch etwa 2000 Exemplare. Tierschützer gehen davon aus, dass die Art in 15 bis 20 Jahren komplett verschwunden sein wird. Und sie werfen der neuseeländischen Regierung vor, der Entwicklung seit Jahren untätig zuzuschauen. Denn die Delfine bleiben häufig in den Schleppnetzen industrieller Fischer hängen. Etwa 95 Prozent dieser Meeressäuger sterben offenbar durch die Fischerei.
Als weiteres Problem kommt hinzu, dass sich Maui-Delfine sowieso besonders langsam vermehren. Bei Nabu hat man folgende Rechnung aufgemacht: Es würde über 80 Jahre dauern, bis der Bestand wenigstens wieder die 500er-Marke erreicht. Allerdings dürften dafür keine Tiere mehr durch Fischerei sterben. Und es gibt noch einen Negativfaktor: Der Lebensraum dieser kleinen Delfine wird immer interessanter für Ölfirmen. Sie sind durch ihre Bohrungen eine zusätzliche Bedrohung für die Art.
Naturschützer hoffen nun auf Druck durch die Öffentlichkeit, auf Proteste, an denen die Regierung nicht so einfach vorbeikommt. Die Hauptforderung sind mehr Schutzgebiete füßr die Maui-Delfine. Im Gegensatz zu den Verantwortlichen sind die Tierschützer nicht der Meinung, dass die bisherigen Gebiete genügen.

Fledermaus-Paradies Plankstetten

Heute habe ich eine Nachricht, die alle Fans von Fledermäusen freuen wird. Das Kloster Plankstetten in der Oberpfalz macht nämlich seinem Ruf als ökologischer Musterbetrieb alle Ehre und heißt Fledermäuse auf eine ganz besondere Art willkommen. Wie das? Ganz einfach: Die Benediktinerabtei wird gerade saniert. Dabei hat man darauf geachtet, eigens Einflugöffnungen für Fledermäuse im Dach zu schaffen und auch Hangplätze für die Tiere einzurichten. Na, wenn das kein toller Service ist! Der Orden verweist stolz auf eine der größten Wochenstuben von Fledermäusen in der Oberpfalz mit bis zu 1000 Tieren.

Die Generalsanierung des denkmalgeschützten Konventgebäudes von Plankstetten soll im Sommer abgeschlossen werden. Während der Arbeiten hat man trotz strenger Auflagen des Denkmalschutzes darauf geachtet, das barocke Gebäude ökologisch und energieeffizient zu sanieren. Das Kloster gilt völlig zu Recht als Öko-Vorzeigekloster in Deutschland.