Die Kohlmeise hat das Rennen gemacht

KohlmeiseVor drei Wochen habe ich meine Leser hier gebeten, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Nun sind die Ergebnissse des Landesbundes für Vogelschutz da, und die will ich natürlich weitergeben. Also: The winner is …  die Kohlmeise! Wieder, muss man dazu sagen, denn im vergangenen Jahr war sie es auch schon, die am häufigsten in Bayerns Gärten gesichtet wurde. Sie hat von den guten Brutbedingungen im langen Sommer 2015 profiiert, teilen der LBV und der Naturschutzbund Nabu mit. In Bayern machten in diesem Jahr 26.000 Teilnehmer bei der Aktion mit. Sie zählten insgesamt 700.000 Vögel, im Durchschnitt 40 Vögel pro Garten.

Außerdem interesssant für (Hobby-)Ornithologen: Der Fichtenkreuzschnabel ist bei der Zählung so oft aufgetaucht wie noch nie zuvor. Und auch beim Erlenzeisig ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr feststellt worden – er kam in Bayern auf 45.000 „Treffer“. Der Stieglitz erreichte mit 11.000 Sichtungen ebenfalls ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Wie schon in den letzten Jahren waren es in Bayern auch wieder mehr Silberreiher, die hier den Winter verbrachten: mindestens 700.

 

Stunde der Wintervögel – die sechste!

Blaumeise
Bundesweit ist es bereits die sechste Auflage der „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 8. bis 10. Januar ausrufen. Auch diesmal geht es darum, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dann zu melden. Der NABU hofft auch diesmal wieder auf eine rege Beteiligung bei dieser Mitmachaktion. Die verspricht heuer, besonders spannend zu werden. Denn die große Frage ist: Hat das bisher extrem milde Winterwetter Zugvögel zur Überwinterung in Deutschland verleiten können? Interessant ist auch, ob der Kaltlufteinbruch im Osten Deutschlands oder lautes Silvesterfeuerwerk Vögel dazu gebracht haben, den Ort zu wechseln. Es könnte also durchaus sein, dass eine Reihe von Vogelfreunden andere Vögel als 2015 beobachten werden.

Der Stieglitz, der zu den Finken gehört und zum Vogel des Jahres 2016 auserkoren wurde, verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sein Bestand nimmt bei uns deutlich ab. Er ist aber häufig an Futterstellen anzutreffen. Bisher hat er es auf Rang 22 der häufigsten Wintervögel geschafft. NABU und LBV bitten darum, viele bunte Meter aus samenreichen Wildblumen anzulegen oder zu erhalten. Die Stunde der Wintervögel wird zeigen, ob die Aktion zu höheren Stieglitzbeständen führt. Und so funktioniert die Wintervogelzählung:  Von einem ruhigen Beobachtungsposten aus notiert man von jeder Art die höchste Anzahl, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Ergebnisse meldet man dann bis zum 18. Janua via Internet unter:

www.stundederwintervoegel.de

Außerdem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 machten über 77.000 Tierfreunde mit und meldeten über zwei Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten. Damals lag der Haussperling auf dem Spitzenplatz als häufigster Wintervogel, gefolgt von der Kohlmeise. Dann kamen auf Rang drei bis fünf Feldsperling, Blaumeise und Amsel. NABU und LBV wollen mit der Aktion nicht nur Daten erheben, sondern auch den Zählern die Natur vor ihrer Haustür näher bringen und sie dazu anregen, ihren Garten naturnah zu gestalten, damit sich Vögel dort ansiedeln. Zur „Stunde der Wintervögel“ stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten und Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung.

So, und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Zählen!

Ein gutes Vorhaben fürs neue Jahr

WaldrappDas neue Jahr ist schon fast drei Tage alt. Manche haben da vielleicht ihre guten Vorsätze für 2016 bereits wieder vergessen. Ich finde aber, man kann sich nach dem vielen Feiern jetzt erst ernsthaft Gedanken darüber machen, was man in den kommenden Monaten unbedingt angehen beziehungsweise schaffen möchte oder auch darüber, was man unterstützen will. Das hier ist so ein Projekt: Der Waldrapp (Geronticus eremita) soll in Mitteleuropa und auch in Deutschland endlich wieder heimisch werden. Eine gute Sache, finde ich.

Mag sein, dass er nicht der schönste Vogel ist, mit seiner Fast-Glatze, die nicht etwa von der Mauser herrührt. Auch ein Farbtupfer wie viele andere Vögel ist er mit seinem dunklen Gefieder nicht. Der Waldrapp, der zu den Ibissen gehört und etwa so groß wie eine Gans wird, ist aber als äußerst gesellig und zutraulich bekannt. Eine Eigenschaft, die ihm schließlich gefährlich wurde. Bis ins 17. Jahrhundert lebte er im Alpen- und Mittelmeerraum, doch weil er die Menschen zu wenig scheute, hatten Vogelfänger und -jäger ein leichtes Spiel. Inzwischen kommt er in freier Natur so gut wie nicht mehr vor; in verschiedenen Zoos kann man ihn allerdings noch beobachten.

Jetzt gibt es ein EU-Projekt namens LIFE+Biodiversity, mit dessen Hilfe diese Zugvögel bis zum Jahr 2020 wieder in unseren Breiten heimisch werden sollen. Die für das Wiederansiedlungsvorhaben zuständigen Biologen haben Überlingen am Bodensee dafür ausgewählt. Ganz in der Nähe befindet sich das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, außerdem gibt es für diese Vogelart zwischen Überlingen und Sipplingen gute Brutmöglichkeiten in den Sandsteinfelsen – deshalb hält ja auch der Nürnberger Tiergarten mit seinen Felden am Schmausenbuck Waldrappe. Das Projekt wird von der Heinz-Sielmann-Stiftung betreut.

In den Jahren 2017 und 2018 sollen jeweils 30 im Wiener Tierpark Schönbrunn aufgezogene Küken mit Hilfe von Leichtflugzeugen über die Alpen in die südliche Toskana geleitet werden, zum Überwintern. Man hofft, dass die Waldrappe dann im darauffolgenden Frühjahr an den Bodensee zurückkehren. Bis zur Landesgartenschau 2020 soll sich der Waldrapp in Überlingen wieder angesiedelt haben und in den Felsnischen brüten. Dafür gibt es natürlich auch öffentliche Gelder, die das Projekt gut brauchen kann.

Das Max-Planck-Institut für Ornithologie hat übrigens Solarsender entwickelt, mit denen man die Position der Vögel bestimmen kann. Die Daten werden auf die Internetplattform Movebank übertragen. So können Vogelfreunde die Flugstrecken der bayerischen und österreichischen Waldrappe verfolgen.

Immer mehr Störche im Winter

StorchüberwinterungNein, früher war nicht alles besser. Früher brachen zum Beispiel die Störche schon gegen Ende des Sommers auf und verschwanden in Richtung Süden. Sogar in Bayern wurde im Herbst und Winter einst kaum ein solcher Vogel gesichtet. Wie schön haben wir es dagegen heute! Jetzt bleiben immer mehr Weißstörche hier und lassen das mit dem tieferen Süden. Der Landesbund für Vogelschutz zählt mittlerweile im Winter über 200 Störche bei uns, um die Jahrtausendwende waren es gerade mal 50.

Wer nun glaubt, klar, kein Wunder, dafür ist der Klimawandel verantwortlich, der irrt. Fachleuten zufolge hat das ganz andere Ursachen, die schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegen. In den 50er und 60er Jahren gab es in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg nämlich Zuchtprogramme für Störche. Damals wurden einige von diesen Zugvögeln gefangen und am Wegfliegen gehindert. Sie haben ihr Verhalten dann auch nach dem Freilassen beibehalten und sogar an ihre Nachkommen vererbt. Kälte an sich stellt für diese Vögel übrigens kein Problem dar. Wichtig ist nur, dass ihre Futterquellen nicht versiegen: Feuchtwiesen mit Gräben, wo sie Mäuse, Würmer und kleine Fische finden.

In Bayern trifft man besonders im Altmühl- und Mindeltal während der Wintermonate auf Störche. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind auch Gaimersheim (Oberbayern), Biburg (Niederbayern), Kallmünz (Oberpfalz), Neudrossenfeld (Oberfranken), Ornbau (Mittelfranken) und Lauben (Schwaben).

Inzwischen diskutieren Wissenschaftler darüber, ob auch der Klimawandel zu dieser Verhaltensänderung beiträgt. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nimmt man aber andere Vogelarten zur Forschung her.

So viele schöne Männer!

GefiederAch, wäre das bei uns Menschen doch auch so: Frauen, die einen Partner suchen, können unter lauter gutaussehenden Männern wählen – einer attraktiver als der andere. In der Vogelwelt ist das so. Schillernd-schöne Männchen, dafür unscheinbare Weibchen, die sich aber ihren Traumtypen auswählen können. Es gibt allerdings – und das ist dann doch wieder eine Parellele zu uns Menschen – auch Vogelweibchen, die knallbunt gefärbt sind. (Die sind allerdings absolut in der Minderzahl, auch darum beneide ich die Vögel!)

Die Frage, warum sich das bei den Vögeln so verhält, beschäftigt die Forschung und die Ornithologie schon seit langem. Um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, haben jetzt neuseeländische Wissenschaftler einen Versuch unternommen und die Gefieder-Färbung von fast 6000 Vogelarten gecheckt. Dabei haben sie festgestellt, dass es bunte Weibchen vor allem unter den besonders großen Vogelarten gibt. Das erklären sich die Forscher folgendermaßen: Auf bunte Vögel werden auch Fressfeinde eher aufmerksam; große Vögel werden jedoch seltener gefressen. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass große Vögel es sich eher erlauben können, bunt zu sein. Deshalb hat sich ihr Gefieder über lange Zeit hinweg so entwickelt.

Tja – was sagt mir das jetzt als Menschen-Weibchen? Nicht viel Neues. Freue ich mich halt weiterhin am Anblick schöner Vogelmännchen, von denen es glücklicherweise jede Menge gibt!

Stare sammeln sich vor dem Abflug

StareWer derzeit in Norddeutschland unterwegs ist, dem bietet sich vielerorts ein eindrucksvolles Naturschauspiel: In riesigen Schwärmen sammeln sich jetzt die Stare zum Vogelzug in den Süden. Viele Ornithologen lassen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Die großen Schilfgebiete an den Küsten und Seen in Mecklenburg-Vorpommern sind Sammelplatz für Hunderttausende dieser Vögel. Dort treffen sich die heimischen Stare mit ihren Artgenossen aus Russland, Polen und anderen osteuropäischen Ländern, bevor sie im Oktober in ihre Winterquartiere weiterfliegen: an den Atlantik, nach Nordafrika sowie in den Mittelmeerraum.

Bevorzugte Sammelgebiete sind das Peenetal und andere Flüsse im Küstengebiet, Boddengewässer wie vor Zingst und die Seenlandschaften. Touristen in der Region Fischland-Darß-Zingst etwa haben beste Gelegenheit, die riesige Staren-Schwärme zu beobachten, aber auch an der Mecklenburgischen Seenplatte kann man das Schauspiel gut verfolgen. Die Stare, die aus Osteuropa eingetroffen sind, kommen auch, weil sie in Norddeutschland einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Die Vögel bevorzugen vor allem Beeren von der Eberesche und Holundersträuchern.

Jeder Vogel zählt!

kraeheKaum haben wir die Wintervögel gezählt, sind wir schon wieder mittendrin im heftigsten Frühling. „Heftig“ deshalb, weil der Mai für Vögel der lebhafteste Monat des Jahres ist. Der beste Zeitpunkt also, die Vögel in Gärten und Parks wieder zu zählen, meint der Landesbund für Vogelschutz, LBV. Die Aktion läuft vom 8. bis 10. Mai, und jeder kann mitmachen, nicht nur Ornithologen! Denn für alle, die nicht alle Vogelarten auseinanderhalten können, gibt der LBV eine Hilfestellung und listet sichere Kennzeichen auf, damit es nicht zur Verwechslung kommt. Das Argument, „Ich kenn´ mich da nicht gut aus“, gilt also nicht! Vögel-Zählen kann außerdem wunderbar entspannend sein. Und kommunikativ: Man kann nämlich auch als Familie oder Gruppe mitmachen. Wichtig ist nur, überhaupt mitzumachen. Aber für Naturfreunde dürfte das ja sowieso Ehrensache sein.

Der LBV hat die Aktion in diesem Jahr wieder um Zusatzfragen erweitert: Diesmal möchten die LBV-Mitarbeiter wissen, ob die Teilnehmer auch Admiral, Blindschleiche und Fledermaus in ihrem Garten beobachtet haben und ob eine Eberesche – auch als Vogelbeerbaum bekannt – im Garten wächst. Damit soll die Bedeutung von naturnahen Gärten untersucht werden, die als Indikator für die Artenvielfalt gelten. Und weil es immer weniger Schwalben gibt, interessiert den LBV, ob die Teilnehmer Schwalbennester am Haus haben und ob Schwalben darin nisten.

Wer teilnimmt, kann sogar etwas gewinnen: Der LBV verlost wertvolle Preise, zum Beispiel ein Fernglas im Wert von 1300 Euro, außerdem ein Überwinterungsquartier für Igel und jede Menge Vogelnistkästen. – Also: Los geht´s, jeder Vogel zählt!

Nürnberg: Einsatz für Mauersegler

MauerseglerDas hört man doch gern als Bürger und Tierfreund oder Ornithologe: Die Stadt Nürnberg saniert nicht immer einfach drauflos, sondern nimmt zumindest bei manchen Bauarbeiten Rücksicht auf die Interessen von Tieren. So jetzt beispielsweise im Fall der Dachsanierung des Unschlitthauses. Da hat das Hochbauamt nämlich Nistplätze der geschützten Mauersegler entdeckt. Diese Vogelkolonie soll dort erhalten werden. Deshalb hat sich das Hochbauamt mit dem Umweltamt zusammengetan, um für die Vögel als Zwischenlösung geeignete Ersatznistkästen anzubringen. Die Kästen sollen für die Dauer der Bauarbeiten bis September 2016 an den Dachgauben auf der Nordseite des Unschlitthauses bleiben.
Die bisherigen Nistplätze werden vor der Rückkehr der Vögel aus dem Winterquartier dicht gemacht. Um die Vögel zu den Ersatznistkästen zu locken und dazu zu bringen, diese als Brutstätten anzunehmen, wurden kleine wetterfeste Lautsprecher installiert. Daraus erschallen Aufnahmen von den typischen Rufen der Mauersegler. Man geht davon aus, dass die Vögel etwa ab 20. April zu brüten beginnen. Die Jungen schlüpfen dann so um den 25. Mai herum. Sobald die Mauersegler umgezogen sind, können die Arbeiten für die Dachsanierung beginnen. Im Zuge dessen werden auch Teile des Traufbereichs und der Gauben mit festen Nistkästen ausgestattet, um den Vögeln nach Abschluss der Baumaßnahme ein neues, dauerhaftes Zuhause zu schaffen.

Jetzt sehe ich es erst: Das ist mein 1000. Blog-Beitrag in „Achtung, Wolf!“. Da möchte ich mich doch gleich bei meinen vielen Lesern bedanken, die mir immer so viele Klicks bescheren. – Im Ernst: Vielen Dank für Ihre/Eure Treue und vor allem für die meist sehr fachkundigen Kommentare!

Je treuer, desto mehr Nachwuchs

Auch im Tierreich gibt es verschiedene Arten, bei denen sich die Partner ein Leben lang treu sind. Das hat aber nicht unbedingt etwas mit sentimentalen Gefühlen zu tun, sondern dient vor allem einem Zweck: Bei bestimmten Tieren, wie zum Beispiel den Blaufußtölpeln, ist Treue ein Garant für mehr Erfolg bei der Fortpflanzung. Diese tropischen Meeresvögel binden sich lange an ihren jeweiligen Partner, weil sie dann früher Eier legen und mehr Küken haben. Das haben mexikanische Wissenschaftler nun in einer Studie bewiesen. Bei Blaufußtölpeln handelt es sich um eine Vogelart, die hauptsächlich auf den Galapagosinseln vorkommt, außerdem an den Küsten von Kalifornien, Mexiko und Ecuador. Ihren Namen tragen die Tiere wegen ihrer kräftig blau gefärbten Füße, die durch die Zusammensetzung der Nahrung zustandekommt.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Blaufußtölpel mit Langzeitbindung ihre Eier bis zu einem Monat früher legen als die Erstlingspaare dieser Vogelart. Sie schaffen es auch, mehr Eier auszubrüten und ziehen bis zu einem Drittel mehr Küken auf. Oscar Sánchez-Macouzet und seine Kollegen von der Universidad Nacional Autónoma in Mexiko-Stadt haben auch den Grund dafür herausgefunden: Wenn sich immer dieselben Vogelpartner paaren, brauchen sie weniger Zeit für die Partnersuche und weniger Energie, bis es zur Paarung kommt. Weil die Partner, die schon lange zusammen sind, eng miteinander vertraut sind, sind sie in Sachen Nachwuchs hervorragend aufeinander eingespielt. Solche Vogelpaare harmonieren in allen Fragen der Brutaktivitäten besser als Paare, die sich erst aneinander gewöhnen müssen. Sie bewältigen etwa die Verteidigung ihres Reviers müheloser und ergänzen sich auch optimal beim Nestbau, bei der Aufzucht und der Betreuung der Küken. Übrigens: Die Weibchen der Blaufußtölpel fahren am meisten auf die Männchen ab, deren Füße besonders intensiv blau leuchten. Die haben eindeutig die größten Chancen, von den Damen auserwählt zu werden.

Der Tiergarten: ein Besucher-Magnet

Die Löwen und Tiger im Raubtierhaus des  Nürnberger Tiergartens haben neue, „märchenhafte“ Mitbewohner, über die sich vor allem auch alle Ornithologen freuen dürften: Dort hält der Zoo neuerdings drei Elfenblauvögel-Paare, die auch unter dem Namen Türkissirenen bekannt sind. Diese Singvögel leben in freier Wildbahn in Südostasien und gehören zur Familie der Feenvögel. Ihren Namen tragen sie zurecht – wegen ihres Federkleids: Die Männchen haben ein glänzend schwarzes, teilweise leuchtend kobaltblaues Gefieder, die Weibchen sind türkisfarben und haben graue Flügel. Beide Geschlechter besitzen rote Augen und werden 21 bis 26 Zentimeter groß. In den dichten Tropenwäldern Südostasiens sind diese Vögel meist hoch in den Baumwipfeln in kleineren Gruppen unterwegs. Sie suchen dort nach Früchten, fressen aber auch Insekten und Spinnen. Die Weibchen bauen ihre Nester aus Zweigen, Moos und Wurzeln in den Astgabeln der Bäume; sie legen zwei bis vier Eier, die sie allein ausbrüten. Von den Männchen werden sie aber bei der Fütterung der Jungen unterstützt.

Die Elfenblauvögel hat der Tiergarten von einem holländischen Züchter übernommen. Sie mussten wie alle Vögel, die Zoologische Gärten von Privatpersonen übernehmen, erst einmal in Quarantäne – das heißt im Fall des Tiergartens: 30 Tage Gut Mittelbüg. Als nächstes wurden zwei Paare im Betriebshof einquartiert und ein Paar zur Eingewöhnung in der Voliere hinter der Kunstfelswand des Raubtierhauses. Die Vögel haben sich inzwischen akklimatisiert und haben auch kein Problem, die Glasscheiben zu erkennen. Für die Besucher sind die Elfenblauvögel nicht nur eine optische Bereicherung: Auch ihre Gesänge sind einen Abstecher ins Raubtierhaus wert.

Und noch etwas durchaus Erfreuliches gibt es aus dem Tiergarten zu vermelden: Im ersten Quartal dieses Jahres hat der Zoo einen Rekordbesuch verbucht. Allein im März waren es 96.350 Besucher (Vorjahr 50.372, Fünf-Jahres-Durchschnitt 55.653 Besucher), und das ganze erste Vierteljahr war mit 175.596 Besuchern das beste in der Geschichte des Tiergartens. Auch der schon im vergangenen Jahr florierende Verkauf von Dauerkarten hält weiter an: Heuer wurden bereits 2159 Dauerkarten verkauft (Vorjahr: 1450).

So viel zu den ewigen Zweiflern, die dem Tiergarten schon das Ende voraussagen und behaupten, die Einrichtung würde in der Bevölkerung nicht mehr akzeptiert!