Oh wie schön ist Panama für Krabben!

KrabbenschwarmIn der Affäre um die sogenannten Panama-Papiere kommt derzeit ja praktisch täglich eine neue Hiobsbotschaft ans Licht. Hier mal eine gute Nachricht zum Thema Panama. In Anlehnung an Janosch könnte man sie so auf den Punkt bringen: Oh wie schön ist Panama für Krabben! Wahre Massen von diesen Tieren haben Forscher nämlich im Pazifischen Ozean vorgefunden, als sie mit einem kleinen U-Boot vor der Küste Panamas unterwegs waren.

Ein riesiger Schwarm von Krabben (Pleuroncodes planipes) bewegte sich dort auf dem Meeresgrund (Foto: Ocean Media Institute/dpa). Ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug, das die Wissenschaftler später noch in die Tiefe tauchen ließen, entdeckte weitere Krabben-Schwärme. Dabei schaffen es diese Tiere dort in Wasser zu leben, das extrem wenig Sauerstoff enthält. Möglicherweise dient das sauerstoffarme Wasser für diese Krabbenart als Schutz vor Feinden. Die meisten anderen Meeresbewohner benötigen nämlich viel mehr Sauerstoff im Wasser, um überleben zu können.

Panama ist also nicht nur für Steuerflüchtlinge und Geldwäscher ein Paradies, sondern auch für Krabben. Wer hätte es gedacht.

Was ist da los vor Costa Rica?

Schon gibt es wieder eine schlechte Nachricht aus der Tierwelt: Vor Costa Rica wurden an der Pazifikküste an der Bucht „Golfo Dulce“ massenweise tote Meeresschildkröten angespült, darunter auch Grüne Meeresschildkröten (siehe Foto) – das sind die Tiere, die man vielleicht besser als „Suppenschildkröten“ kennt.  Angaben über die Zahl der Kadaver gehen auseinander: Während es laut Umweltorganisationen und Medienvertretern bis zu 280 sein sollen, beziffert das Umweltministerium die toten Tiere auf 25 bis 30. Derzeit weiß niemand etwas über die mögliche Todesursache zu sagen.

Erst hieß es, eine Algenschwemme sei Schuld. Doch Küstenbewohner wollen bei einigen toten Schildkröten Angelhaken im Maul gefunden haben. Es könnte also sein, dass die Tiere nicht erlaubten Fangmethoden zum Opfer gefallen sind. Infektionen hat man bei den Kadavern jedenfalls nicht feststellen können. Sorgen macht den Umweltschützern, dass auch an der Küste vor dem Nachbarland Panama in einer Bucht tote Schildkröten gefunden wurden. Angeblich soll  das rätselhafte Schildkrötensterben jetzt von den Behörden untersucht werden.

Das Ganze ist umso schlimmer, weil der WWF vor einiger Zeit eine leichte Erholung bei den Beständen der Grünen Meeresschildkröten im Ozean vor Costa Rica melden konnte. Ob nun wieder eine gegenläufige Entwicklung einsetzt, kann man momentan noch nicht sagen. Sollte illegal auf die Tiere Jagd gemacht worden sein, dann müssen die Behörden schnell handeln, um die Schuldigen zu finden. Aber vielleicht ist das ja genauso schwierig wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Wenn überhaupt etwas unternommen wird…

 

Ein Frosch, der abfärbt

Forscher haben wieder einmal eine neue Tierart entdeckt. Im dichten Regenwald von Panama sind sie auf den Gelbfärber-Regenfrosch (Diasporus citrinobapheus) gestoßen. Das Tierchen ist gerade mal zwei Zentimeter groß, aber es zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus: Zum einen stoßen die Männchen äußerst ungewöhnliche Paarungsrufe aus, die sich offenbar ganz anders anhören als die anderer Froscharten. Diese Rufe brachten die deutsch-panamische Expeditionsgruppe überhaupt erst darauf, nach dem Frosch zu suchen. Zum anderen fällt das Tier durch sein leuchtendes Gelb auf – und der Frosch färbt auch noch ab, sobald man ihn berührt. Bisher können sich die Wissenschaftler allerdings nicht erklären, warum er die Farbe abgibt. Sie schließen nur aus, dass der Gelbfärber-Regenfrosch auf diese Weise Feinde abwehren will, denn die gelbe Farbe enthält keinerlei Giftstoffe.

Die Expedition hat außer der Neuentdeckung noch eine andere positive Erkenntnis gebracht: In der unzugänglichen Bergwelt Panamas haben mehr Amphibien einer Pilzerkrankung trotzen können als gedacht. Ursprünglich befürchtete man, dass die Ende des 20. Jahrhunderts in Mittelamerika wütende Krankheit, an der viele Tiere gestorben sind, ganze Arten auslöschen könnte. Das Forschungsteam stieß bei der letzten Expedition zum ersten Mal wieder auf eine Salamanderart, die seit ihrer Entdeckung vor 34 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden konnte und auf einen Frosch, von dem seit 27 Jahren jede Spur fehlte. Mittlerweile sind die Amphibien in Panama nach Ansicht der Wissenschaftler stärker durch mangelnden Lebensraum bedroht als durch die Pilzerkrankung. Die Forscher fordern deshalb, auf den geplanten Kupferabbau in dem entlegenen Gebiet zu verzichten und aus dem Areal ein Schutzgebiet zu machen. Ob sie sich mit diesem Vorschlag gegen wirtschaftliche Interessen durchsetzen können, bleibt allerdings abzuwarten.