Trauer um Jia Jia

jiajiaKaum komme ich aus meinem achttägigen Wander-Urlaub im Allgäu zurück, gibt es schon wieder eine äußerst traurige Nachricht aus dem Tierreich zu vermelden: Der älteste, in einem Tierpark lebende Riesenpanda der Welt ist tot. Es handelt sich um Jia Jia, die im Ocean Park von Hongkong (in dem sie fast ihr halbes Leben verbracht hat) im Alter von 38 Jahren eingeschläfert wurde. Die Tierärzte wollten der Bärin, die schon länger krank war, weiteres Leiden ersparen. Ihr Gesundheitszustand – sie litt wegen ihres hohen Alters unter anderem an Bluthochdruck und wollte auch nichts mehr fressen – hatte sich seit zwei Wochen immer mehr verschlechtert. Im Ocean Park leben noch drei andere Riesenpandas.

In freier Wildbahn werden Riesenpandas 18 bis 20 Jahre alt, in Menschenobhut erreichen sie oft 30 Jahre und mehr. Die als Nationaltiere von China geltenden Bären gehören zu den am stärksten gefährdeten Arten der Welt: In freier Wildbahn leben nur noch um die 1600 Tiere – hauptsächlich in den Bergen der südwestchinesischen Provinzen Sichuan und Shaanxi -, in Zoos und Tierparks rund 300 Exemplare. In Zoohaltung kommt es allerdings äußerst selten zu Nachwuchs. Die Weibchen sind nur an drei Tagen des Jahres zur Paarung bereit; deshalb versuchen Zoos immer wieder eine künstliche Befruchtung. Jia Jia hat im Laufe ihres Lebens sechs Babys zur Welt gebracht. Sie selbst wurde in der Wildnis geboren und mit zwei Jahren in ein Zuchtzentrum der Provinz Sichuan (China) gebracht. 1999 kam sie zusammen mit dem Panda An An nach Hongkong, anlässlich des zweiten Jahrestags der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie an China.

Kleine Pandas endlich für Besucher zu sehen

PandasEndlich: Die beiden Kleinen Pandas, die Ende Juni im Tiergarten Nürnberg das Licht der Welt erblickten, sind jetzt auch für die Zoobesucher zu sehen. Bisher waren sie meist noch in ihrer Wurfbox und machten nur selten mal einen kurzen Ausflug ins Außengehege.

Die zwei hatten es nicht leicht, denn im August starb ihre Mutter an einem akuten Herzversagen, so dass die Babys von Hand aufgezogen werden mussten. Das hat aber gut geklappt: Sie haben einiges an Gewicht zugelegt – von 600 Gramm auf jetzt rund zwei Kilo, wobei das Weibchen 350 Gramm mehr auf die Waage bringt. Die beiden werden weiterhin mit Spezialmilch und -brei versorgt.

Der Vater der beiden, der den schönen Namen Rex junior trägt – so war er im Parco Faunistico in Italien genannt worden -, lebt ebenfalls im Nürnberger Tiergarten. Er wurde im Jahr 2004 geboren und war von 2006 bis 2012 im Zoo von Rotterdam untergebracht. Die verstorbene Panda-Mutter Patna stammte aus Aalborg in Dänemark und kam 2011 nach Nürnberg; sie wurde nur fünf Jahre alt.

Nachwuchs bei den Kleinen Pandas

KatzenbarenNach der Prügel, die der Tiergarten Nürnberg kürzlich – meiner Meinung nach zu Unrecht – wegen der notwendigen Sanierung der Delfinlagune von verschiedenen Seiten einstecken musste, kommen jetzt mal wieder richtig gute Nachrichten aus dem Tiergarten: Bei den Kleinen Pandas gibt es wieder Nachwuchs – bereits zum zweiten Mal vom derzeitigen Zuchtpaar Patna und Rex junior. Die beiden Babys kamen schon Ende Juni zur Welt. Dem Muttertier Patna hatten die Tierpfleger für den Wurf mehrere Boxen zur Verfügung gestellt. Zum Glück hat Patna sich für die einzige Box mit Einblick durch eine Scheibe entschieden, so dass die Zoomitarbeiter die Entwicklung der Jungen mitverfolgen können und ihnen auch obiges Foto möglich war.

Mittlerweile trägt Patna ihre Kleinen von einem Unterschlupf zum anderen, so dass die Zoobesucher mit etwas Glück die Babys zu Gesicht bekommen. Patna ist sieben Jahre alt und kam aus dem Zoo von Aalborg (Dänemark) an den Schmausenbuck. Ihr elf Jahre alter Partner Rex junior stammt ursprünglich aus dem italienischen La Torbiera und lebte eine Zeitlang in Rotterdam, ehe er in den Nürnberger Tiergarten umzog.

Kleine Pandas, auch Katzenbären genannt, sind seit 2008 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ eingestuft. Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich am „Red Panda EEP Forest Guardians Programme“, dem Programm des Europäischen Zooverbands zum Schutz des Lebensraums dieser Tiere in Nepal: Mit jährlich 1000 Euro kann einer der dortigen Naturschutzwächter ausgebildet und finanziert werden. So hilft der Tiergarten mit, den Schutz des Lebensraums der Kleinen Pandas zu unterstützen und die örtliche Bevölkerung aufzuklären, warum der Schutz dieser Tierart und ihres Lebensraums notwendig ist.

Muss Kung Fu Panda nun hungern?

Mit Trickfilmen Träume wahr werden lassen – das konnte und kann wohl keiner so gut wie Walt Disney und seine vielen, vielen Zeichner. Immer wieder versuchten andere Studios, an diesen Riesenerfolg anzuknüpfen. Richtig geschafft hat es aber kaum ein Vertreter dieser Branche.

Zu den Möchtegern-Disneys gehört „Dreamworks Animation“, Hollywoods größtes unabhängiges Trickfilm-Studio. Dort wird jetzt für 500 Angestellte der vermeintlich schöne Traum zum Albtraum: Sie müssen gehen, weil ihr Arbeitgeber ungefähr 25 Prozent der Stellen streicht und das Unternehmen umstrukturiert.

Was diese Nachricht in einem Tier-Blog verloren hat, fragt sich nun vielleicht mancher Leser. Ganz einfach: Dieser Schritt hat auch für ein „Tier“ indirekte Folgen, nämlich für „Kung Fu Panda“. Er ist neben „Shrek“ einer der Superhelden bei „Dreamworks Animation“. Die neuen Firmenstrukturen ziehen ein Sparprogramm bei diesem Produzenten nach sich. Das heißt im Klartext, dass bis 2017 statt (wie bisher drei) nur noch zwei Zeichentrick-Streifen pro Jahr erscheinen. – Was soll da bloß aus dem armen Panda werden? Kriegt er künftig nur noch Dreiviertel-Portionen zu fressen?

An dieser Stelle möchte ich, weil es gerade so gut hierher passt, ein Gerücht aus der Welt schaffen: Bambus ist zwar die Lieblingsspeise von Großen Pandas, doch längst nicht alles, was sie zu sich nehmen. Sie fressen außerdem Pflanzen, beispielsweise Enzian, Schwertlilien, Krokus oder Bocksdorn. Wie man etwa bei „Wikipedia“ nachlesen kann, stimmt es ebenso wenig, dass diese Tiere reine Vegetarier sind. Sie lassen sich manchmal Raupen und kleine Wirbeltiere schmecken. – „Again what learnt“, würde ein bekannter fränkischer Ex-Fußballstar da wohl sagen.

Wenn Tiere in den Rang von Menschen erhoben werden

Die Welt wird immer wundersamer. Da beherrscht tagelang eine getötete Zoogiraffe, die den Löwen zum Fraß vorgeworfen wird, die Schlagzeilen – als ob es sonst nichts Schrecklicheres auf der Welt gäbe. Und nun sind in Belgien zwei Pandabären empfangen worden, als wären sie mindestens Staatsgäste. Ich bin wirklich eine große Tierfreundin, aber meiner Meinung nach sollte man doch die Kirche im Dorf lassen und Tiere wie Tiere behandeln, nicht wie Menschen.

Gestern ist das Panda-Paar, das aus China kommt, auf dem Flughafen von Brüssel mit Glanz und Gloria begrüßt worden – von keinem Geringeren als dem Ministerpräsidenten Elio Di Rupo persönlich. Und die Presse hat das Ereignis ebenfalls wie einen Staatsempfang behandelt: 100 Journalisten waren zur Stelle, um das denkwürdige Ereignis zu dokumentieren. Außerdem hießen 40 Kinder einer benachbarten Schule die Bären willkommen. Passend dazu: Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein. Die Tiere kamen in einem pagodenförmigen Käfig an, der vom Flugzeug auf einen Lastwagen umgeladen wurde.  Der Transport ging unter Polizeischutz (!) weiter zum Tierpark „Pairi Daiza“ in Brugellette. Das Panda-Paar besteht aus einem vierjährigen Weibchen namens Hao Hao (Die Freundliche) und ihrem gleichaltrigen Partner Xing Hui (Funkelnder Stern). Es ist geplant, dass die beiden 15 Jahre lang als Leihgabe in Belgien bleiben.

In dem kleinen Land wird ein Hype um die Pandas gemacht, der auszuufern droht. Im Tierpark von Brugellette waren gestern keine Eintrittskarten mehr zu bekommen – ausverkauft! Und das, obwohl die Zooleitung vorher bekannt gegeben hatte, das die Neuzugänge erst in Quarantäne müssen, bevor sie für die Besucher zu sehen sind. Auch eine Eingewöhnungszeit will man den Tieren gönnen, bevor sie Anfang April vom Publikum bewundert werden können. Der Zoo hat für die zwei Gäste aus China eine Menge investiert: Zehn Millionen Euro wurden für ein Luxusgehege aufgebracht, das den Bären ein Schwimmbecken, eine Höhle und einen Bambushain bietet. Außerdem muss der Zoo offenbar eine Million Euro als Leihgebühr für die Pandas bezahlen.

Wäre es nicht sinnvoller, dieses Geld in ein Schutzprogramm für frei lebende Pandabären und in Naturschutzprojekte zu stecken? In freier Wildbahn gibt es nur noch 1600 Exemplare dieser Tierart, die bekanntlich zu den am stärksten bedrohten Arten überhaupt gehört. Der Anteil der in Zoos gehaltenen Pandabären ist mit 300 beachtlich hoch, er soll zur Rettung dieser Art beitragen.

Im Südwesten fehlt ein Nationalpark

Nationalparks sind wichtig für den Natur- und Tierschutz. In Südwestdeutschland besteht aber noch eine große Lücke im Netz der deutschen Nationalparks. Deshalb fordert die Umweltschutzorganisation WWF einen „Nationalpark Schwarzwald“, der diese Lücke schließen könnte.

Für diese Forderung hat der World Wide Found for Nature,  der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert,  in der Stuttgarter Innenstadt mit 1600 Pandabär-Figuren und geworben, außerdem mit 72 Auerhähnen; der Panda ist bekanntlich das Wappentier des WWF. Auf diese Zahlen kamen die Veranstalter, weil es weltweit noch rund 1600 Pandas in freier Wildbahn gibt und 72 Auerhähne auf der Fläche des geplanten Nationalparks leben.  – Das Foto zeigt die Aktion auf dem Stuttgarter Rathausplatz mit Diana Pretzell, der Leiterin des Bereichs Naturschutz Deutschland beim WWF, und dem grünen baden-württembergischen Naturschutzminister Alexander Bonde.

Chinesische Pandas und der flämisch-wallonische Konflikt

Der in Belgien seit Jahrhunderten schwelende Zwist zwischen Flamen und Wallonen ist immer wieder Ursache für interessante Begebenheiten. Zwei chinesische Pandabären sorgen jetzt für neuen Zündstoff zwischen den Französisch sprechenden Wallonen und den Niederländisch parlierenden Flamen.
Was ist passiert? Die beiden Pandas wurden dem belgischen Ministerpräsidenten Elio Di Rupo auf seiner Chinareise vom dortigen Premierminister Li Keqiang als zehnjährige Leihgabe versprochen. Di Rupo betont, dass die Ankunft der Tiere eine Ehre für Belgien sei und ein Zeichen für die vertrauensvolle Atmosphäre zwischen China und Belgien. Der eher frankophone Di Rupo tendiert dazu, sie ab dem Frühjahr 2014 im Tierpark Pairi Daiza im Süden Belgiens – also in der Wallonie – einquartieren zu lassen. Daraufhin sollen – so die Nachrichtenagentur Belga – Verantwortliche im Zoo in Antwerpen mehr als sauer reagiert haben. Sie plädieren dafür, dass die Pandas bei ihnen in Flandern untergebracht werden. Der Antwerpener Zoo (dessen Website es in einer niederländischen und französischen Sprachversion gibt) beherbergt über 5000 Tiere und ist der älteste und berühmteste Tierpark des Landes. Gegründet wurde er 1843 und zählt jährlich etwa 1,3 Millionen Besucher.
Der Sprachenstreit zwischen den Wallonen und Flamen ist eine never-ending Story in Belgien und hat vor drei Jahren das Land sogar fast zum Auseinanderbrechen geführt. Damals gab es 541 Tage keine gewählte Regierung, bis der Sozialist Elio Di Rupo dann Chef einer Koalitionsregierung wurde.

Hype um Panda-Paarung

Sie zählen zu den am meisten bedrohten Tierarten auf unserer Erde: die Großen Pandas. In freier Wildbahn in China gibt es nur noch 1600 Exemplare, dazu kommen 300 in Zoos.Vielleicht lässt sich dadurch der Hype erklären, der im Augenblick um das Thema Panda-Paarung in Japan und in Schottland entstanden ist. Ganz Japan flippt aus, seit aus dem Zoo von Tokio die frohe Nachricht kam: Die beiden Pandabären Shin Shin und Ri Ri hatten Sex miteinander – und das, obwohl Pandas als Sexmuffel verschrien sind. Umso unglaublicher, dass die beiden sich in dieser Woche schon zweimal gepaart haben – einmal abends, und dann am nächsten Morgen schon wieder.

Das „Liebesspiel“ wurde auf einem Video und auf der Webseite des Zoos veröffentlicht. Das Video war sogar in den Haupt-Abendnachrichten des größten öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders zu sehen. Schon im vergangenen Jahr hatte es eine ähnliche landesweite Aufregung gegeben, als bekannt wurde, dass sich die zwei Pandabären, die 2011 als Leihgabe aus China nach Tokio gekommen waren, zum ersten Mal gepaart hatten. Im Juli 2013 erblickte sogar ein Pandababy das Licht der Welt. Es wurde aber nur eine Woche alt und starb dann an einer Lungenentzündung. Damals wurden für diese traurige Nachricht alle Fernseh- und Radiosendungen unterbrochen. Nun fiebert eine ganze Nation mit, dass es diesmal besser läuft und ein Happy End gibt. Pandamania in Japan!

Auch die Schotten geraten in Sachen Panda völlig aus dem Häuschen. Im Zoo von Edinburgh richten sich alle Hoffnungen auf die Großen Pandas Tian Tian und Yang Guang, die sich laut Expertenmeinung in den nächsten Wochen ebenfalls paaren werden. Weil die beiden im vergangenen Jahr offenbar keine Lust dazu hatten, helfen die Zoo-Mitarbeiter jetzt ein wenig nach, um möglichst günstige Voraussetzungen für ein Techtelmechtel der beiden Pandas zu schaffen. So ahmen sie zum Beispiel die natürlichen Lichtverhältnisse der Außenwelt im Gehege nach. Die beiden Bären durften auch einige Zeit im Gehege des Partners verbringen, um dort Duftmarken zu setzen oder aufzunehmen. Wenn es nichts wird mit dem natürlichen Sex, will man es mit künstlicher Befruchtung versuchen. Ob das alles von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Denn Pandas bekommen nur selten Nachwuchs in Zoos.

Dem Panda drohen hungrige Zeiten

Dass der Große Panda zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten auf unserer Erde gehört, ist bekannt. Der Mensch trägt die Hauptschuld daran, weil er die angestammten Lebensräume dieser Bären – bambusreiche Wälder an Berghängen – systematisch abholzt. Doch nun kommt auf die Pandas noch weiteres Ungemach zu: der Klimawandel. Der wiederum sorgt dafür, dass die Hauptnahrung der Pandabären, nämlich verschiedene Arten von Bambus, infolge der Erwärmung  in den nächsten Jahrzehnten regional zu verschwinden drohen.

Internationale Forscher haben dazu in einem Panda-Schutzgebiet in den chinesischen Qin-Ling-Bergen Studien betrieben. Mit Hilfe von Computersimulationen und verschiedenen Erderwärmungs-Szenarien des Weltklimarates haben sie errechnet, dass in dem Schutzgebiet zwischen 80 und 100 Prozent der Bambusbestände bis zum Ende des 21. Jahrhunderts der Erwärmung zum Opfer fallen werden; bei einigen Szenarien war der Bambus sogar schon bis zur Mitte des Jahrhunderts ausgestorben. In den Qin-Ling-Bergen leben 270 Große Pandas, das entspricht 17 Prozent aller noch verbleibenden Exemplare dieser Tierart – also fast einem Fünftel. Den Pandas wäre damit – zumindest in diesem Gebiet – die Überlebensgrundlage entzogen. (Auf dem hier gezeigten Foto von Yange Yong sieht man, wie einer der wilden Pandas in dem Schutzgebiet bei der Zählung der Tiere erfasst wird.)

Fast alle Bambusarten reagieren äußerst anfällig auf höhere Temperaturen. Hinzu kommt, dass Bambus im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen nicht jedes Jahr Samen produziert. Manchmal blüht er nur alle paar Jahrzehnte einmal. Das macht es ihm besonders schwer, sich Klimaveränderungen anzupassen bzw. sich in anderen Gebieten zu verbreiten, die vom Klima her besser für Bambus geeignet wären.

Auf die Pandas kommen also, salopp gesagt, hungrige Zeiten zu.

Neue Attraktion in Edinburgh

Sie heißen Sonnenschein und Liebling und sollen die Attraktion des Zoos in Edinburgh werden: zwei Panda-Bären, die am Wochenende aus China nach Großbritannien eingeflogen wurden. Die Volksrepublik China hat das tierische Paar für die stolze Summe von 750 000 Euro pro Jahr an Schottland verliehen. Dem Zoo, auf den außerdem noch rund 70 000 Euro an Kosten für die Versorgung der Tiere zukommen, ist es das wert. Er scheint besucherzahlenmäßig vor sich hinzudümpeln und will mit seinen beiden neuen Zugpferden zumindest die Millionengrenze knacken.

Nachdem der Tiergarten Nürnberg seit Jahren im Schnitt eine Million Menschen im Jahr anlockt – auch ohne Flocke (da waren es mehr), und auch heuer wird man die Million überschreiten – muss es tatsächlich schlecht bestellt sein um den Zoo der schottischen Hauptstadt, wenn er auf zwei Pandas aus China setzen muss. Man hat jahrelange Verhandlungen geführt, um die Leihgabe aus dem Fernen Osten überhaupt zu kriegen, und der Leihvertrag ist auf zehn Jahre befristet. Sollten sich Yang Guang (auf dem Foto zu sehen) und Tian Tian in Schottland fortpflanzen, gehört der Nachwuchs China.

Dafür müssten sich die beiden Pandas aber erst einmal ineinander verlieben, denn bislang sind sie noch kein Paar. Sie hatten jedoch mit anderen Partnern schon Junge. Auch in Edinburgh werden sie getrennt gehalten; schließlich sind Pandas Einzelgänger. Für eventuelle Rendezvous hat man ihnen aber einen „Liebestunnel“ eingerichtet. Und Videokameras sollen das Liebesleben von Sonnenschein und Liebling (Tian Tian wird von einigen auch mit  „Süße“ übersetzt) dann im Internet öffentlich machen.

Das alles aber erst in zwei Wochen. Bis dahin lässt man den Tieren Zeit zum Eingewöhnen in Schottland. Zwei Panda-Spezialisten, die Liebling und Sonnenschein aus China begleitet haben, sollen ihnen dabei helfen. Ab 16. Dezember werden die Bären für die Zoobesucher freigegeben. Schon jetzt soll der Kartenverkauf nach oben gegangen sein.

Tierschützer kritisieren die ganze Aktion. Sie sind der Meinung, Zoos würden den Besuchern vorgaukeln, man könne Pandabären durch Nachzucht in Zoos vor dem Aussterben bewahren, was aber unmöglich sei. Weltweit schätzt man den Panda-Bestand in der Natur noch auf etwa 1600 Tiere; in Zoos leben 300. Haltung und Zucht von Pandas gelingen nicht überall.

Yang Guang und Tian Tian sind übrigens die ersten Pandas seit 17 Jahren in Großbritannien. Der Zoo von London hatte früher mit der Panda-Dame Chi Chi einen echten Star – die Bärin stand Modell für das Logo des WWF. Wer sich dafür interessiert: Ich habe hier darüber geschrieben.