Tier-Boom im Fernsehen – woher kommt der nur?

Tiere, Tiere, Tiere: Das deutsche Fernsehen ist so tierisch drauf wie nie zuvor. Nehmen wir uns mal eine Programmzeitschrift für, sagen wir: Mittwoch, 12. März, vor und fangen vormittags an. Dann können wir uns bis abends nahtlos eine zoologische Doku-Soap nach der anderen reinziehen,  denn auf jedem Kanal kommt irgendeine Wiederholung einer schon erfolgreich gelaufenen Reihe.

Probieren wir das also mal in chronologischer Reihenfolge: 10.05 Uhr: „Panda, Gorilla & Co.“. 11.10 Uhr: „Pinguin, Löwe & Co.“, das ich aber nicht zu Ende sehen kann, wenn ich um 11.30 Uhr den Anfang von „Grzimeks Erbe in Asien“ nicht verpassen will. 12.55 Uhr: „Menschen, Tiere und Doktoren“. 14.15 Uhr: „Heupferd, Blattlaus, Pfauenauge“. Dann muss ich mich zwischen „Nürnberger Schnauzen“ um 15.15 Uhr und – zeitgleich – „Verwunschenes Naturparadies“ entscheiden. 16.05 Uhr: „Flockes Tagebuch“ in „Wir in Bayern“, das Gott sei Dank nur zwei, drei Minuten lang dauert. Denn um 16.10 Uhr beginnt schon „Eisbär, Affe & Co.“. 17.00 Uhr: Ein neues „Menschen, Tiere und Doktoren“. 17.05 Uhr: „Giraffe, Erdmännchen & Co.“. 17.10 Uhr: „Nashorn, Zebra & Co.“. 17.35 Uhr: „Auf nach Afrika! Abenteuer wilde Tiere“. Nach kurzer Pause (endlich kann ich mal aufs Klo) um 19.50 Uhr: „Tierisch, tierisch“. Das dauert glücklicherweise nur bis 20.15 Uhr. Zeit zum Umschalten auf „Expeditionen ins Tierreich“. 21.15 Uhr: „Der Bulle von Tölz“. Ach Quatsch, das hat ja gar nichts mit Tieren zu tun, hat nur einen tierischen Namen.

Das ist mitnichten ein besonderer Fernsehtag. Ich könnte das praktisch täglich so machen. Und wenn ich in einem Privatsender gelandet bin, habe ich sogar noch die Chance auf eine tierische Werbung zwischendurch. Denn da machen jetzt Biber und Elefanten für Autos Werbung, Jack Russell-Terrier für die Telekom – von der üblichen Tierfutter-Werbung ganz abgesehen. Und wenn mir das alles noch nicht reicht, gehe ich ins Kino, da  läuft „Unsere Erde“, „Knut und seine Freunde“ oder auch „Bären“.

Und jetzt möchte ich von Euch/Ihnen wissen: Wie erklärt Ihr Euch/Sie sich diesen Tier-Boom? Ich wäre froh, wenn ich dazu ein paar Meinungen in Kommentaren bekommen könnte. 

Wer weiß, warum der Muntjak die Pandas getötet hat?

Kleiner PandabärGanz wird sich der unheimliche Vorgang im gemeinsamen Gehege der Kleinen Pandas und Muntjaks im Tiergarten nie aufklären lassen. In dieser Woche gab es zwar einen Abschlussbericht über die traurige Geschichte. Aber der stellt nur fest, dass es der Muntjak-Hirsch gewesen sein muss, der die zwei Katzenbären getötet hat: mit seinen Eckzähnen oder den scharfen Klauen. Warum er das gemacht hat, bleibt wohl für immer sein Geheimnis. Denn diese Tierarten leben nicht nur in Nürnberg in einer Anlage, sondern seit Jahrzehnten auch in anderen Zoos – wie eben in der freien Natur.

Nun gibt es verschiedene Szenarien, welcher Hafer den Muntjak gestochen haben könnte. Der allwissende Boulevard hat eine hanebüchene Rachetheorie entworfen: Der Muntjak soll sich gerächt haben, weil die Pandas einen Hirsch-Baby getötet haben. Doch das ist schon länger her und deshalb ausgeschlossen, meint Tiergartendirektor Dag Encke. Muntjaks sind nicht intelligent genug, solche Vorfälle im Gedächtnis zu behalten. Und zu Racheakten sind Tiere im Gegensatz zu uns Menschen so gut wie gar nicht fähig. Im Tiergarten werden Muntjaks und Kleine Pandas künftig nicht mehr zusammen gehalten. Die Muntjaks werden umziehen müssen, sobald neue Kleine Pandas aus einem anderen Zoo nach Nürnberg kommen.

Was könnte der Auslöser für den „Mord“ an den Pandas gewesen sein? Vielleicht haben die Leser dieses Blogs eine Idee? Das würde mich wirklich interessieren. Bitte schreibt/schreiben Sie mir einen Kommentar.