Was leuchtet da im Tiergehege?

hyazinthara_mit_kuerbisKinder lieben es, manche Erwachsenen nervt es einfach nur – wie dem auch sei: Auch bei uns in Deutschland kommt längst niemand mehr an Halloween vorbei. Der Tiergarten Nürnberg will von dem Riesengeschäft, das mit dem Grusel-Event gemacht wird, ebenfalls profitieren. Deshalb heißt es am 31. Oktober von 10 bis 16 Uhr: „Wer findet Hokkaido und Co. im Landschaftszoo?“ Jeder Zoobesucher kann unter diesem Motto auf Kürbissuche im Tiergarten gehen. Bei der „Kürbis-Safari“ gilt es, die orangefarbenen Früchte in verschiedenen Tiergehegen – wie zum Beispiel bei den Hyazinth-Aras auf diesem Foto – zu entdecken. Die Fundorte sind auf einer Teilnahmekarte zu verzeichnen, die man sich am Eingang abholt. Bei richtigem Eintrag ergibt sich ein Lösungswort. Am Ende des Tiergartenrundgangs wirft man die Karte in eine Box am Ausgang. Zu gewinnen gibt es Jahres-, Familien- und Tageskarten für den Zoo am Schmausenbuck.

„Horror-Clowns“, die ihr Unwesen treiben, haben in diesem Jahr im Vorfeld des Halloween-Festes für Grauen gesorgt. In Nürnberg haben einige Geschäfte darauf reagiert und Clowns-Masken aus dem Sortiment genommen. Eine harmlosere Grusel-Variante, die große wie kleine Kinder begeistert, ist der Brauch, an Halloween Kürbisse auszuhöhlen und Fratzen in die Schale zu schnitzen. Davon hat man sich im Tiergarten anregen lassen. Die leuchtenden Früchte sind gleichzeitig eine willkommene Abwechslung und ein interessantes Spielzeug für die Zootiere. So macht auch ihnen Halloween Spaß.

Wo sonst findet man ein solches Blau?

p09082016tm2bm_tg_hyazinth_ara_2Der „Sommer“ 2016 hatte diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, doch nun werden wir durch einen wunderbaren Spätsommer für den entgangenen Genuss mehr als entschädigt. Mein Tipp für diese Tage: Ein Besuch im Tiergarten Nürnberg. Denn der Zoo am Schmausenbuck ist gerade in dieser Jahreszeit attraktiv, vor allem, wenn man während der Woche hingehen kann – da ist natürlich weniger Betrieb. Für Besucher, die nicht nur auf die großen Zootiere wie Löwen, Tiger, Gorillas, Giraffen, Nashörner, Eisbären etc. fixiert sind, dürfte besonders ein Abstecher zu den Hyazinth-Aras interessant sein. Die Voliere befindet sich direkt neben dem Menschenaffenhaus. Dort kann man zwei Jungvögel beobachten, die vor einigen Wochen das Nest verlassen haben. Farblich lässt sich der Nachwuchs, der im Juni geschlüpft ist, kaum noch von den Eltern unterscheiden. Nur auf der Schnabeloberseite ist ein heller Streifen zu sehen, den erwachsene Tiere verlieren. Bei den Jungen handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen.

Zu den Lieblingsspeisen von Hyazinth-Aras gehören Nüsse, und da ganz besonders Paranüsse. Die sehr harte Schale knacken die Papageien mit ihren kräftigen Schnäbeln mühelos. Hyazinth-Aras leben monogam. Meist bleiben sie ihr ganzes Leben mit einem Partner zusammen, bis dieser stirbt. Als Brutstätten bevorzugen sie Baumhöhlen. Dort legt das Weibchen zwei bis drei Eier ins Nest, das es während der gesamten Brutzeit bewacht, während das Männchen sich um das Futter kümmert. Die Brutzeit beträgt etwa 24 Tage, die Aufzucht der Jungvögel etwa 90 Tage. In ihrer brasilianischen Heimat hat sich der Bestand dieser Tiere wieder leicht erholt. Der von Naturschützern geforderte Schutz und das Anpflanzen von Nahrungs- und Bruthöhlenbäumen haben sich also gelohnt.

Papageien zu Ostern – warum nicht?

Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht aus dem Tierreich – passend zu Ostern, aber nicht abgedroschen wie Meldungen über Osterlämmer  und -hasen: In Schöneiche (Brandenburg) ist eine Nachzucht vom Spix-Aras (Cyanopsitta spixii) gelungen. Die äußerst seltene, in der Wildnis als ausgestorben geltende, Papageienart war in Brasilien heimisch, bevor ihr natürlicher Lebensraum nach und nach zerstört wurde. Auch der Tierhandel ist mit verantwortlich für das Aussterben dieser Vögel in der Natur.

In Zuchtstationen lebten derzeit weltweit rund 90 Spix-Aras. Die brasilianische Regierung möchte diese Papageien nach und nach durch Wiederansiedlungsprojekte auswildern. Der Brandenburger Verein beteiligt sich am Zuchtprogramm dafür; in Schöneiche leben derzeit sieben erwachsene Spix-Aras. Die Vereinsmitglieder können auf einige erfolgreiche Nachzuchten in den vergangenen Jahren verweisen. Vor einigen Tagen sind dort wieder zwei Küken geschlüpft: ein Hahn und eine Henne, die auf die Namen Tiago und Carla getauft wurden. Der Verein zur Erhaltung bedrohter Papageien ist zurecht stolz auf diesen erneuten Erfolg. Die beiden Küken haben noch keine Federn und werden per Hand aufgezogen – mit einem eigens für sie zusammengemischten Brei, den sie alle zwei Stunden gefüttert bekommen. Damit sich die Papageienjungen gut entwickeln, steckt man sie noch den größten Teil des Tages in den Brutkasten.

Spix-Aras spielen übrigens auch in dem gerade angelaufenen Animationsfilm „Rio 2 – Dschungelfieber“ mit.

Happy End in Bangladesch

Tiergeschichten, die zu Herzen gehen, spielen sich nicht tagtäglich ab. Aber auf der Suche nach Themen für dieses Blog bin ich wieder mal auf eine gestoßen – eine besonders schöne, wie ich finde.

Hauptfigur ist eine Papageiendame namens Prinzessin. (Schon das hört sich ja beinahe wie im Märchen an.) Diese Papageiendame lebt seit fünf Jahren in einem Privatzoo in Bangladesch. Der Zoodirektor hatte das Vogelweibchen in Brasilien gekauft, weil er für einen einsamen Papageienmann namens Prinz eine Partnerin suchte. Besagter Prinz wohnte ebenfalls in dem Privatzoo, seit ihn sein früherer Besitzer dorthin verliehen hatte. Der Mann war umgezogen und hatte in seiner neuen Wohnung keinen Platz mehr für den Ara. Nun waren Prinz und Prinzessin in dem Zoo fünf Jahre lang ein glückliches Paar. Das Glück schien perfekt, als sich die beiden im September 2011 über dreifachen Nachwuchs freuen konnten.

Doch eines Tages überlegte es sich der Besitzer von Prinz wieder anders – er verlangte seinen Papagei zurück. Der Zoo wollte das Tier zwar zunächst nicht mehr herausrücken, aber der Besitzer zog vor Gericht und gewann. Anfang Januar wurden die beiden Tiere also getrennt. Doch Papageiendame Prinzessin verkraftete das nicht und war so von Trennungsschmerz gebeutelt, dass sie in den Hungerstreik trat. Das Tier wurde von Tag zu Tag schwächer, verweigerte aber trotzdem jede Nahrung.

Die Richter zogen daraufhin ihre Anordnung zurück und verfügten, dass Prinz wieder zu seiner Prinzessin zurückkehren darf. Das Gericht wollte schließlich nicht für den drohenden Tod der Papageiendame verantwortlich sein. Die beiden Aras sind jetzt wieder vereint – ein Happy End, wie es sich kein Drehbuchautor schöner ausdenken könnte.

Fast wie im Märchen

Es ist wie beim Märchen vom hässlichen Entlein, aus dem schließlich ein schöner Schwan wurde: Im Bergzoo Halle (Sachsen-Anhalt) schlüpfte im März dieses Jahres ein Kea. Britische Medien, die für ihren eigenartigen Humor bekannt sind, erklärten den Papagei schnell zum „hässlichsten Vogel Deutschlands“, weil er auf den ersten Fotos mit nacktem Bauch zu sehen und auch sonst nur mit einem äußerst spärlichen Federkleid ausgestattet war. Viele junge Vögel sehen nicht schöner aus, aber für die britische Presse war das Tier wohl trotzdem ein gefundenes Fressen. Und es wurde auf diese Weise berühmt.

Sei´s drum. Der Vogel wurde auf den Namen Nelson getauft und wuchs heran. Dabei entwickelte er ein prächtiges buntes Federkleid und ist – wie das Foto oben zeigt – mittlerweile ein sehr ansehnliches Tier. Nur der Name Nelson war unpassend: Ein DNA-Test ergab nämlich, dass es sich um ein Weibchen handelt. So wurde er in Nelly umgetauft.

Nelly muss jetzt umziehen: Im Bergzoo Halle ist nicht genügend Platz für sie. In Saarbrücken hat sie aber eine neue Heimat gefunden. Und so hoffen wir, dass alles gut ausgeht, wie eben im Märchen auch.

Kostenloses Wellness-Programm für Lucky

Und schon wieder eine der schier unglaublichen Geschichten aus der Welt der Tiere, in der sich manchmal vermeintliche Feinde wie beste Freunde gebärden. So auch Papagei Coco und Katze Lucky: Coco spendiert Lucky mit einer Kopfmassage ein regelrechtes Wellness-Programm. Festgehalten ist das auf folgendem Video.