Zum Tod von Eisbärenbaby Fritz

Das dürfte wieder Wasser auf die Mühlen von Zoo-Gegnern und Tierschutzaktivisten sein: Im Berliner Tierpark ist Eisbärenbaby Fritz vier Monate nach seiner Geburt an einer Leberentzündung gestorben. Ich höre schon die Peta-Leute, wie sie zum zigsten Mal ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos fordern. Fritz war der Sohn von Tonja (sieben Jahre) und Wolodja (fünf Jahre) und am 3. November 2016 zur Welt gekommen – zusammen mit einem Zwilling, der allerdings nicht überlebte. Es handelte sich um den ersten Eisbärennachwuchs im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde seit 22 Jahren, das wurde natürlich groß gefeiert. Mutter Tonja kümmerte sich liebevoll um ihr Baby, alles schien gut zu laufen. Der Kleine, der bislang nur über eine Webcam zu sehen war, sollte noch in diesem Monat der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch am vergangenen Wochenende gab es erste Anzeichen für gesundheitliche Probleme bei Fritz, und am Montag lag er apathisch im Stall. Die Tierärzte und Pfleger entschieden, dass man den Kleinen von seiner Mutter trennen müsse, um ihn untersuchen zu können. Fritz wurde ins benachbarte Leibniz-Institut gebracht und dort durchgecheckt. Zunächst brachten die Untersuchungen allerdings kein Ergebnis. Man stellte schlechte Leberwerte fest, gegen die Fritz ein Antibiotikum bekam, außerdem verabreichte man ihm Schmerzmittel. Am Montagabend wurde sein Atem unregelmäßig. Der kleine Eisbär starb gegen 20 Uhr. Es wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache herauszufinden.

So traurig der Tod des Eisbärenbabys ist – in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten dieser Tiere sterben viele Polarbären einen wesentlich schlimmeren Tod: Sie krepieren regelrecht, weil ihnen aufgrund der Klimaerwärmung das Eis unter dem Hintern wegschmilzt und sie deshalb nur unter schwierigsten Bedingungen auf Robbenjagd gehen können. Die Folge: Sie verhungern jämmerlich oder schleppen sich monatelang völlig abgemagert auf der Suche nach Nahrung weiter. Ich habe hier ja auch das bekannte Foto von Kerstin Langenberger gezeigt und über das Problem geschrieben. Damals gab es zwar im Netz viel Aufregung, doch leider folgten dem virtuellen Aufschrei keine Taten, sprich Kehrtwende in der internationalen Umweltpolitik. Da sollte sich Peta mal so engagieren wie bei den vielen lächerlichen Aktionen gegen Zoos.

Internationaler Eisbärentag

Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 27. Februar, ist ja Welt-Eisbärentag! Der darf natürlich nicht ohne Blog-Beitrag zu Ende gehen. Weil Eisbären in freier Wildbahn durch die Klimaerwärmung stark bedroht sind, sollte man an einem Datum wie dem heutigen daran erinnern, dass Zoos mit ihrer Eisbärenhaltung eine wichtige Rolle spielen. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) weist denn auch darauf hin, dass in der Obhut von 15 der 69 wissenschaftlich geleiteten VdZ-Mitgliederzoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 31 Eisbären leben. Im vergangenen Jahr sind auch wieder zwei Jungtiere zur Welt gekommen: im Tierpark Berlin und im Münchner Tierpark Hellabrunn (dort enstand auch das Foto).

Und: Zoos tun einiges, um so über die Situation und die Gefährdung der Eisbären im Nordpolargebiet zu informieren und dieses natürliche Verbreitungsgebiet wenn irgend möglich zu schützen. So unterstützen der Münchner Tierpark und die beiden Zoos von Berlin die Organisation „Polar Bears International“ bei der Besenderung von weiblichen Eisbären in der Hudson Bay (Kanada). Die Untersuchungsergebnisse liefern Langzeitdaten über den Lebensraum der Tiere dort, der sich ja ständig verändert, und über den Einfluss dieser Veränderung auf die Eisbärenpopulation. Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass es weltweit noch zwischen 22.000 und 31.000 Eisbären in freier Wildbahn gibt. Eisbären werden als gefährdete Tierart eingestuft. Und die Aussichten für sie sind katastrophal schlecht: Der jetzige Bestand soll in den nächsten 45 Jahren noch einmal um mindestens 30 Prozent zurückgehen.

Den Zoos ist es ein wichtiges Anliegen, die Haltung von Eisbären immer weiter zu verbessern. So wurde im Tierpark Hellabrunn 2010 eine moderne Eisbärenanlage fertiggestellt, die viermal so groß ist wie die frühere. Im Tiergarten Nürnberg wurde schon 2001 im neuen Aquapark ein größerer Bereich mit einem abwechslungsreichen Land-Teil für die Polarbären geschaffen. Im Tierpark Berlin gingen die jüngste Eisbärengeburt und die Aufzucht noch in der alten Eisbärenanlage über die Bühne. Es gibt aber bereits einen Plan zur Umgestaltung. Mit der wurde nur deshalb noch nicht begonnen, um der Eisbärenmutter, die zum ersten Mal trächtig war, lieber ihre vertraute Umgebung zu bieten, damit alles glatt geht. In vielen Zoos gibt es für die Eisbären schon seit Jahren viele Ideen, mit denen die Tierpfleger ihre Tiere beschäftigen, damit sie sich nicht langweilen. Die Zucht klappt bei dieser Tierart recht gut, und Eisbären sind bei Zoobesuchern besonders beliebt. Trotzdem werden Tierrechtler und Tierschutzaktivisten wie PETA nicht müde, gegen die Haltung von Eisbären in Zoologischen Gärten zu protestieren und deren Verbot zu fordern. Die meisten Zoos haben sich aber auch schon gut auf solche Protestaktionen eingestellt.

Auf jeden Fall haben diese wunderbaren Tiere einen Tag im Jahr verdient, an dem man an sie und ihre Gefährdung erinnert. Und die Zoos leisten ihren Beitrag dazu.

Zirkus ohne Tiere – nein danke!

Ich habe ja in meinem Blog schon öfter über Zirkustiere geschrieben bzw. über Wildtiere im Zirkus. Tierschutzaktivisten fordern seit langem ihr Verbot, während Zirkusvertreter versichern, dass ihre Tierhaltung den Vorschriften entspricht, artgerecht ist und von Tierärzten  regelmäßig kontrolliert wird. Ein schwieriges Thema, bei dem oft Emotionen über Argumente gestellt werden.

Es gibt linzwischen einige Kommunen, die einem Zirkus Aufführungen verbieten wollen, wenn er Wildtiere zeigt. Vor kurzem hat allerdings dabei eine Stadt den kürzeren gezogen, und zwar Hameln. Das Verwaltungsgericht Hannover hat in diesem Fall entschieden, dass so ein Verbot nicht zulässig ist und damit dem Eilantrag eines Zirkusunternehmens gegen die Stadt Hameln stattgegeben. Der Stadtrat von Hameln hatte beschlossen, kommunale Flächen nur noch Zirkusbetrieben zur Verfügung zu stellen, die keine wildlebenden Tiere wie zum Beispiel Bären, Elefanten oder Raubkatzen präsentieren. Das Verwaltungsgericht urteilte, dieses Vorgehen sei rechtswidrig (Az. 1 B 7215/16). Ein Verbot wildlebender  Tiere in Zirkussen müsse der Bund beschließen. Doch der hat im Tierschutzgesetz nur festgelegt, dass für das gewerbliche Vorführen von Tieren in einem  Zirkus eine behördliche Erlaubnis nötig ist. Der Zirkus in Hameln besaß so eine Erlaubnis.

Es kann aber auch anders kommen, wie der berühmte amerikanische Zirkus Ringling erfahren musste:  Er wird nach fast 150 Jahren schließen. Das schreiben sich natürlich die Aktivisten von Peta als Riesenerfolg auf ihre Fahnen, dass sie der „Greatest Show on Earth“ riesige Probleme gemacht und sie zum Aufgeben gebracht haben. Ausschlaggebend dafür waren ausgerechnet die Elefanten, die immer das Aushängeschild des Zirkus Ringling waren. Die Dickhäuter galten früher als größte Besucherattraktion von „Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus“, wie der Zirkus vollständig heißt – bis vor 36 Jahren Peta-Leute gegen die Elefantenhaltung bei Ringling und anderen Unternehmen zu kämpfen begannen. Sie wiesen immer wieder auf angebliche Mängel in der Tierhaltung hin, bis Ringling nachgab und nahm im Mai vergangenen Jahres die Elefanten aus dem Programm nahm. Das führte letztlich zum Endes des legendären Zirkus wegen ausbleibender Besucher. Den Rest haben dem Unternehmen die steigenden Kosten wie etwa teure Mieten für Hallen gegeben.

In Deutschland befürchten die Zirkusse ebenfalls einen drastischen Besucherrückgang, wenn keine Wildtiere mehr gezeigt werden dürfen. Traditionsunternehmen wie der Münchner Zirkus Krone, der wie Ringling auch Elefanten als Wappentiere hat, wollen deshalb nicht darauf verzichten. Mit Aufklärung der Besucher bemüht sich zum Beispiel Krone, die Argumente von Tierschützern zu entkräften. Es werden auch Unterschriften gegen das Wildtierverbot in Zirkussen gesammelt.

Ich schließe mich solchen Unternehmen mit moderner Tierhaltung an: Für mich ist ein Zirkus ohne Tiere kein richtiger Zirkus.

Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert

Mein Artikel in der „Nürnberger Zeitung“ über den Protest der Tierrechtler-Organisation PETA gegen Delfin-Umsiedlungen nach Lanzarote, über den ich hier auch geschrieben habe, ist auf großes Interesse gestoßen. PETA-Sympathisanten aus dem ganzen Bundesgebiet haben  reagiert. Darunter waren ganz offensichtlich gesteuerte Mails mit zum Teil mit fast identisch lautenden Sätzen. Verschiedene Absender haben mir  eine falsche Berichterstattung unterstellt und behauptet, Delfine aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP seien durchaus immer wieder ausgewildert worden. Dies kann ich eindeutig widerlegen.

Der im Nürnberger Tiergarten tätige Meeresbiologe Lorenzo von Fersen ist für den Verein Yaqu Pacha auch international zuständig für den Schutz von Säugetieren, die im Wasser leben. Er hält wenig von betreuten Meeresbuchten, wie PETA sie fordert. Denn die Großen Tümmler würden auch dort irgendwo gegen eine Absperrung stoßen. Die Größe eines solchen „Sanctuarys“ könnte ja bei weitem nicht den bis zu 150 Kilometern entsprechen, die Tierrechtler immer für ein artgerechtes Leben von Delfinen reklamieren.

Bliebe also letztlich nur das Auswildern als Lösung, wenn man der Argumentation von PETA folgen würde, die eine Haltung von Delfinen innerhalb des EEP als „Gefängnis“ brandmarkt. Lorenzo von Fersen bestätigt meine bisherigen Beiträge: „Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert.“ Das wäre sogar kontraproduktiv. Die IUCN, die sozusagen als Papst unter den einschlägigen Gremien gilt, ist weltweit zuständig für die Richtlinien bei der Auswilderung von Tieren. Sie lehnt darin diese Maßnahme bei Großen Tümmlern ab. Für eine Auswilderung Großer Tümmler gibt es auch gar keinen Anlass. Diese Delfine gehören nicht zu den bedrohten Arten. Und: Einige wenige EEP-Tümmler stammen noch aus Wildfängen vor Florida oder Kuba – zum Beispiel der mit seinen inzwischen etwa 55 Jahre alte Moby im Tiergarten Nürnberg.  Tiere wie er und seine Nachkommen haben im Mittelmeer nichts zu suchen.

Dass eine Auswilderung gründlich daneben gehen kann, hat der Fall des Schwertwals aus dem Film „Free Willy“ gezeigt. Die Aktion kostete Millionen – am Ende war er tot. Auch Auswilderungen, die der jetzige Tierbefreiungsaktivist und einstige „Flipper“-Trainer Rick O’ Barry anregte, haben nicht funktioniert.  Die Tiere waren nicht auswilderungsfähig. Bisher gibt es keine Auswilderung von Delfinen, deren Erfolg dokumentiert ist.

PETA – einmal mehr unglaublich!

delfinphilippkahWieder einmal geben sie eine Pressemitteilung heraus, und wieder einmal merken sie gar nicht, wie sie sich selbst ein Ei damit legen: die Tierrechtler von PETA. Diesmal kritisieren die „Überführung“ von vier Delfinen aus Nürnberg und Duisburg auf die Ferieninsel Lanzarote. Vor einer Woche waren die Großen Tümmler Noah und Kai aus dem Tiergarten sowie Darwin und Diego aus dem Zoo Duisburg auf die Kanareninsel Lanzarote geflogen worden. Dort sollen die vier in einer „Junggesellen“-Gruppe zusammenleben. Für PETA-Vertreter ist der Umzug in den Rancho Texas Park gleichbedeutend mit einem Transport „von einem Gefängnis ins nächste“.

PETA zufolge kämpfen Tierschützer auf Lanzarote seit zwei Jahren gegen ein Delfinarium in dem Park. Die Organisation hatte dem Tiergarten und dem Duisburger Zoo vor wenigen Wochen einen eigenartigen Vorschlag unterbreitet und vorgeschlagen, die Delfine in ein betreutes Meeresgehege umzusiedeln. Ein solches könne auf der griechischen Insel Lipsi entstehen. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um eine abgezäunte Meeresbucht, die aber erst realisiert werden müsste. Die Idee, solche Schutzräume im Meer zu schaffen, ist nicht neu. So hat das Dolphin Research Centre (DRC) bereits vor einiger Zeit eine derartige Zone geschaffen. Pikanterweise hat PETA in der Vergangenheit schon gegen das DRC quergeschossen. Außerdem müssten die Delfine auch in dieser beschützten Bucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnehmen. PETA kritisiert aber gerade, „dass die Meeressäuger unter dem Vorwand des EEP hin- und hergeschoben werden“. Tiere, die im EEP erfasst sind, kann man jedoch gar nicht auswildern!

Weiter prangert PETA an: Statt sich „ihre Artgenossen selbst auszusuchen, werden die Delfine in dem spanischen Freizeitpark in eine Sozialstruktur gepresst“. Dabei übersehen die Aktivisten allerdings eines: Auch frei lebende Tümmler gehören Sozialstrukturen an, die sie nicht auswählen können. Die Tiere werden vielmehr dort hinein geboren, so wie wir Menschen in eine Familie hinein geboren werden. Oder bei der Jagd auf ihre Beutetiere – auch da sind Delfine auf eine bestimmte Gruppe von Artgenossen angewiesen. In der Mitteilung von PETA ist vieles unvollständig, verdreht dargestellt oder so hingebogen, dass es irgendwie für die selbsternannten „Tierschützer“ passt. Folgender Satz ist allerdings korrekt: „Im Ozean schwimmen Delfine täglich bis zu 150 Kilometer und tauchen mehrere hundert Meter tief.“ Dazu kann ich nur eines sagen: Sie tun das nicht aus purem Vergnügen, sondern lediglich, um zu überleben. Das ist mittlerweile bekannt – aber wohl noch nicht bis zu PETA durchgedrungen!

Ein typischer Peta-Vorschlag!

delfinlaguneDas ist mal wieder so ein Vorschlag, bei dem man sich sofort denkt: typisch Peta – einfach unsinnig! Die Tierschutzaktivisten haben dem Nürnberger Tiergarten jetzt 100.000 Euro angeboten, wenn der Zoo seine Delfinlagune schließt. Einfach lächerlich, diese Idee! Was soll ein Zoologischer Garten mit einem Jahresetat von 13 Millionen schon mit dieser Summe groß anfangen? Allein die von Peta geforderte Umsetzung der Delfine in eine geschützte Meeresbucht würde ein Vielfaches kosten – ganz abgesehen von folgender, nicht ganz unwichtiger Tatsache: So eine betreute Einrichtung existiert bislang gar nicht!

Kein Wunder also, dass die Tiergartenleitung nicht auf das Angebot eingeht. „Eine Gruppierung, die uns regelmäßig anzeigt, ist für uns kein Gesprächspartner“, zitiert nordbayern.de den stellvertretenden Zoochef Helmut Mägdefrau. Er verweist darauf, dass sich der Tiergarten auch nicht – wie von Peta behauptet – in einer prekären finanzielle Situation befinde. Mägdefrau führt außerdem Zahlen an, die für sich sprechen: An Wochenenden besuchen bein gutem Wetter oft 15.000 Zoogäste die Lagune, sie ist also bei vielen Zoobesuchern äußerst beliebt.

Anfang dieser Woche hatte Peta dem Duisburger Zoo der ebenfalls Große Tümmler hält, ein ähnliches Angebot unterbreitet. In beiden Fällen dürfte das Geld laut den Tierschutzaktivisten ausschließlich zur Verbesserung der Situation bereits vorhandener Zootiere verwendet werden. Die Summen, die von den Tierrechtlern geboten werden, stammen angeblich von privaten Spendern.

Brisant – aber offen und ehrlich

Gerade erst auf Facebook entdeckt – der Beitrag lief bereits am 10. Mai  in der ARD-Sendung „Brisant“.

Ich finde die Sendung informativ und vor allem objektiv. Das Verfüttern von im Zoo getöteten überzähligen Tieren wie Antilopen, Hirschen, Rindern, Kaninchen oder anderen Nagetieren sollte kein Tabu sein. Dass die Tierrechtsorganisation Peta das anders sieht, ist bekannt. Ein Peta-Vertreter kommt in dem Beitrag auch zu Wort. Er kann mich aber nicht überzeugen. Für mich gibt es keine Alternative dazu, vom Aussterben bedrohte Arten wie zum Beispiel die im Film gezeigten Mendesantilopen in Zoos zu halten und im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP zu züchten. Wenn dann wegen der Haremsbildung zu viele männliche Nachkommen da sind – warum sollte man die ins Tierkrematorium karren und verbrennen oder auf einem Tierfriedhof verscharren, wenn sie gesund sind und als besonders hochwertiges Futter für die Raubtiere verwendet werden können?

Es freut mich, dass endlich auch eine Fernseh-Redaktion das ohne Emotionen zeigt und nicht wieder die üblichen Tierretter-Freibiergesichter vor die Kamera geholt hat, die – wie leider mehrmals in den letzten Jahren – wieder mal gegen den Nürnberger Tiergarten vom Leder ziehen. Ein Beitrag, der aufklärt und nicht aufhetzt!

 

PETA hat wieder mal zugeschlagen!

Zwei Wochen war ich im Urlaub, beim Langlaufen in Ramsau am Dachstein. Der eine oder andere wird sich schon gewundert haben, warum nicht so häufig wie sonst neue Beiträge in meinem Blog erschienen sind.

Im Urlaub hat mich eine Überschrift der online-Ausgabe unserer Zeitung kurz aufgeschreckt: „Im Tiergarten Nürnberg mussten 60 Tiere getötet werden“. Oh Gott, dachte ich, was ist denn da passiert, gerade jetzt, wo ich nicht da bin? Der folgende Text erwies sich allerdings als wesentlich harmloser. Es handelte sich lediglich um einen Vortrag, den Zoodirektor Dag Encke gehalten hatte. Darin ging es um den Artenschutz, der manchmal nur durch die Tötung von Tieren zu gewährleisten sei. Das Populationsmanagement könne sich für einen Zoo manchmal als problematisch erweisen. PavianjungesIn Nürnberg gibt es zum Beispiel derzeit elf überzählige Paviane, die im zoo-eigenen Gut Mittelbüg untergebracht sind. Man hofft, sie an einen chinesischen Zoo vermitteln zu können, der die europäischen Anforderungen an die Haltung erfüllt. Der erste Vermittlungsversuch schlug allerdings fehl.

Heute, an meinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, hat sich die Tierrechtsorganisation PETA zu dem Thema gemeldet und – wer PETA kennt, wird sich darüber kaum noch wundern – wieder mal eine Anzeige gegen den Tiergartendirektor erstattet. Grund: Das Töten gesunder „Überschusstiere“ im Rahmen des Populationsmanagements eines Zoos stelle „keinen vernünftigen Grund nach § 17 des Tierschutzgesetzes“ dar. Schon im Mai 2015 hatte PETA gegen Encke Anzeige erstattet, ebenfalls „wegen der Tötung eines gesunden Pavians ohne vernünftigen Grund“. Jetzt geht die Organsisation noch weiter und fordert, dass der Zoochef sofort entlassen wird, weil er „offenbar unbesonnen weiter strafrechtlich relevant Tiere tötet“, so PETA.

PETA hat den Tiergarten Nürnberg seit Jahren auf dem Kieker, hauptsächlich wegen der Eisbären- und Delfinhaltung und des vermeintlichen „Bauskandals um die Delfinlagune“. Die bisherigen Anzeigen der Tierschutzaktivisten gegen die Tiergartenleitung hatten keinen Erfolg – haben aber den Verantwortlichen im Zoo schon unendlich viel Zeit gestohlen, die sie für wichtigere Arbeit hätten verwenden können.

Soll Robby den Zirkus verlassen?

BellyWieder einmal macht ein Zirkustier Furore: Diesmal ist es Schimpanse Robby, der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus. Seit fast 40 Jahren gehört er nun schon zum „Circus Belly“ und ist fast so etwas wie ein Familienmitglied der Truppe. Das soll sich jedoch bald ändern, denn der Amtstierarzt hat dem Zirkus die Genehmigung zur Haltung des Menschenaffen jetzt nicht mehr verlängert. Robby soll in eine Spezialeinrichtung zur Resozialisierung von Schimpansen, damit er künftig unter Artgenossen leben kann. Die jetztige Haltung im Zirkus sei nicht artgerecht.

Robby kam zum Circus Belly, als er drei Jahre alt war und wurde dort fast wie ein Menschenkind behandelt. Kein Wunder, dass der Zirkusdirektor nun auf die Barrikaden geht. Er will es nicht zulassen, dass Robby woanders eingesperrt wird und meint, das sei das sichere Ende des Schimpansen. Er verweist auch darauf, dass vor gar nicht langer Zeit Amtsveterinäre dem Zirkus bescheinigt hätten, dass es Robby gut gehe. Und laut einem Gutachten soll der Affe auch zu alt für eine Resozialisierung sein. Zu dem jetzt ausgesprochenen Verbot ist es nach Ansicht des Zirkusdirektors nur gekommen, weil sich der Tierarzt nicht länger mit den Tierrechtsaktivisten von Peta habe herumärgern wollen, die schon seit langem für die Freilassung von Robby eintreten.

Die niederländische Stiftung „Aap“ hat zugesagt, dass sie Robby zur Sozialisierung aufnehmen will. Dort soll er Schritt für Schritt lernen, in einer Gruppe Schimpansen zu leben. Nach Erfahrung der Einrichtung kann eine solche Wiedereingliederung unterschiedlich lang dauern.

Ich bezweifle eher, dass dieser Weg dazu führt, dass Robby glücklicher wird. Dass Schimpansen mittlerweile nicht mehr als Zirkustiere gehalten und präsentiert werden dürfen, finde ich zwar richtig. Aber in diesem Einzelfall, wo das Tier seit fast vier Jahrzehnten an seine Umgebung und „seine“ Menschen gewöhnt ist und auch schon ein beträchtliches Alter erreicht hat, halte ich es für falsch, es aus seinem vertrauten Leben herauszureißen. Soll Robby doch sein Leben als letzter Zirkusaffe Deutschlands beenden dürfen!

Urheberrecht für Tiere?

NarutoFür mich schießen die Tierrechtler von Peta wieder mal den Vogel ab. Ihr neuester Coup: Sie fordern ein Urheberrecht für Tiere und haben im Streit um das Urheberrecht an Tier-Selfies bei einem Bundesgericht in San Francisco Klage im Namen eines betroffenen Affen eingereicht. Peta verlangt, der sechs Jahre alte Makake Naruto von der indonesischen Insel Sulawesi solle zum Urheber und Eigentümer seines Fotos erklärt werden. Begünstigt wird diese abstruse Geschichte durch die Tatsache, dass das Urheberrechtsgesetz in den USA  einem Tier nicht das Copyright verbietet. Peta argumentiert nun, der Makake habe das Selfie von sich gemacht, daher liege auch das Copyright bei ihm.

Und so ist es ursprünglich zu dem Selfie gekommen: Der britische Fotograf David Slater hatte vor vier Jahren auf Sulawesi eine Serie von Tierbildern aufgenommen. In einem Buch, das er später veröffentlichte, waren auch zwei Selfies von Naruto abgedruckt. Für den Fotografen steht es außer Frage, dass er das Urheberrecht an den Fotos hat. Schließlich habe er das Stativ aufgebaut und sich dann nur für wenige Minuten davon entfernt. In dieser kurzen Zeit hat der Makake dann Slaters Kamera an sich gerissen.

Was Naruto mit dem Urheberrecht anfangen will, sollte er es vom Gericht zugesprochen bekommen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber den Tierrechtlern von Peta geht es offenbar wieder mal ums Prinzip, nicht um den Sinn ihrer Aktivitäten.