Tigerfarmen: Das muss ein Ende haben!

Ich möchte mich heute mit diesem Blog einer Kampagne anschließen, die ich für äußerst unterstützenswert halte: „Schließt die Tigerfarmen!“, fordert derzeit eine ganze Reihe von Natur- und Tierschutzorganisationen wie zum Beispiel der WWF. Ihre Kritik: Die Tiere würden unter schrecklichen Bedingungen und in viel zu engen Käfigen gehalten. Es gehe in diesen Einrichtungen außerdem weder um Umweltbildung, um ein Zuchtprogramm noch um Artenschutz. Obendrein werden die Raubkatzen auf solchen Farmen für die Herstellung von angeblichen medizinischen Wundermitteln – etwa aus Tigerknochen –  missbraucht.

Der International Fund for Animal Welfare, kurz IFAW, prangert an, dass es in China nicht mal mehr 50 Tiger in freier Wildbahn gibt, aber über 6000 dieser Raubkatzen in kommerziellen Farmen gehalten und nur für den Kommerz gezüchtet werden. Dadurch entwickelt sich ein Teufelskreis: Je mehr an zweifelhaften Produkten wie Tigerknochenwein oder Stärkungselixieren vor allem in Asien auf den Markt kommt und gekauft wird, desto größer wird die Nachfrage nach toten Tigern. Das nützt dann nicht nur diesen Farmen: Es werden dadurch auch immer mehr Menschen zum Wildern angestachelt. Immerhin gibt es einen schwachen Hoffnungsschimmer: Laut IFAW lehnen mittlerweile Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Verwendung von Tigerprodukten ab und setzen sich dafür ein, alternative Mittel zu verwenden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Tigerfarmen zu engagieren. Deshalb möchte ich hier keine einzelne herausgreifen. Von Spenden für Aufklärungskampagnen der Bevölkerung bis zu Petitionen reichen die Möglichkeiten. Ich glaube, jeder sollte für sich den geeignetsten Weg herausfinden. Wichtig ist nur, irgendetwas zu tun, damit diese Tierquälerei bald beendet wird.

P.S. Mit einer Zucht zur Arterhaltung dieser bedrohten Tierart, wie einige Zoos sie betreiben, haben Tigerfarmen nichts, aber auch gar nichts zu tun!

Kopf ab – soll das lustig sein?

GänsereitenIn Bochum-Wattenscheid gibt es eine alte Karnevalstradition am Rosenmontag: das „Gänsereiten“. Ein Brauch, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, als man so etwas vielleicht noch lustig fand: Eine eigens zu diesem Zweck getötete Gans wird an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Wer das schafft, wird für ein Jahr zum „Gänsereiterkönig” ernannt. Die Gans wird anschließend verspeist.

Das Spektakel gibt es auch in anderen Städten, doch dort verwendet man längst  Attrappen statt der echten Tiere. Nur in Bochum-Wattenscheid hängt man an der echten toten Gans. Der Brauch wurde einst von spanischen Kriegern abgekupfert, als körperliches und psychisches Training für die Reiter: Sie sollten möglichst alle Skrupel verlieren, um in den Krieg ziehen zu können. In den Anfängen des „Gänsereitens“ riss man sogar einer lebenden Gans den Kopf ab. Das wurde aber schon im Jahr 1806 verboten.

Tierschützer fordern seit einiger Zeit, dass Gänse für diesen Karnevalsbrauch nicht getötet werden dürfen. Sie argumentieren auch damit, dass die Misshandlung von Tieren der Misshandlung von Menschen vorausgehe und vor allem dazu führe, bei jungen Leuten Gewalt zu verharmlosen. Gegner dieser Veranstaltung fordern die Stadt Bochum auf, dem Treiben Einhalt zu gebieten und dafür zu sorgen, dass vor allem Kinder das blutige Schauspiel nicht sehen sollten, weil es zu grausam sei. Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, bei der man gegen das „Gänsereiten“ unterzeichnen kann. Wer das tun möchte, hat hier die Möglichkeit dazu.

WM-Maskottchen vom Aussterben bedroht?

KINA - Ein gepanzerter Ball -  Das KugelgürteltierEs sieht nett aus und dürfte Brasilien als Austragungsland der Fußball-WM 2014 viel Sympathie einbringen: Das Kugel- oder Dreibindengürteltier wurde zum WM-Maskottchen auserkoren. Sein Name ist „Fuleco“ – ein Kunstbegriff, der sich aus den portugiesischen Begriffen „futebol” (Fußball) und „ecologica” (Umwelt) zusammensetzt.

Mit wissenschaftlichem Namen heißt das Gürteltier Tolypeutes tricinctus – und diese Tierart ist leider eine vom Aussterben bedrohte Art. Sie steht nun schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten, denn der Lebensraum dieser Tiere, die Caatinga-Region im Norden von Brasilien, befindet sich in einem schlechten Zustand.

Nun wollen Biologen der Universität von Pernambuco die weltweite Aufmerksamkeit, die mit der Fußball-WM auf Brasilien gerichtet wird, nutzen: Sie haben eine Petition gestartet und fordern, dass die Schutzgebiete für dieses Tier endlich ausgeweitet werden. Das brasilianische Umweltministerium hat offenbar über 80 Standorte genannt, wo ein Schutz der biologischen Vielfalt in der Caatinga-Region möglich wäre. Und im Rahmen des Programms „WM-Parks“ wurden schon vor drei Jahren 275 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, die man in die Einrichtung von Schutzgebieten stecken wollte. Die Biologen beklagen aber, dass von dieser Summe bisher nur zwei Prozent tatsächlich zur Verfügung gestellt wurden. Und sie befürchten, dass nach der WM sich außer ihnen kein Mensch mehr für die bedrohten Gürteltiere interessiert.

Deshalb wollen sie mit ihrer Kampagne nun die Gelegenheit beim Schopf ergreifen, etwas für das Gürteltier zu tun. Sie hoffen, dass Tierschützer aus aller Welt sie bei ihrem Kampf unterstützen. Wer das tun möchte: Zur Petition gelangt man hier.

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