Forever young!

HydraEinst hat uns Bob Dylan davon träumen lassen, als er „Forever young“ sang. Zehn Jahre später hat Alphaville nachgezogen.  Alle möglichen Menschen versuchen, dieses Ziel durch operative Eingriffe zu erreichen, kriegen es aber meist nicht so gut hin. Er schafft es dagegen von ganz allein: Der kleine Süßwasserpolyp der Gattung Hydra altert nicht! Das ist nun wissenschaftlich bewiesen worden.

Dazu haben Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock ein Langzeitexperiment durchgeführt. Fast zehn Jahre lang beobachteten sie die nicht einmal einen Zentimeter große Hydra und fanden dabei Erstaunliches heraus: Im Gegensatz zum Menschen baut der kleine Polyp im Alter nicht ab und vermehrt sich munter weiter. Die Forscher halten nun schon seit fast zehn Jahren 1800 der kleinen Kerlchen in einem Labor, jeweils getrennt in einer Glasschale und unter konstanten Bedingungen. Bei dem Experimant vermehren sich die Polypen asexuell; sie bilden sozusagen Ableger.

Sterbefälle gab es dagegen kaum. Pro Jahr waren es gerade mal fünf tote Hydras, die meist nicht von selber starben, sondern durch einen Laborunfall umkamen: Sie waren an den Deckeln ihrer Glasbehälter hängen geblieben und vertrockneten dann.  Nach Hochrechnungen der Wissenschaftler ist die Sterblichkeit der Hydra so niedrig, dass sogar nach einem halben Jahrtausend noch fünf Prozent eines Polypen-Jahrganges am Leben wären.

Wie macht dieses Tier das bloß? Offenbar hält die Hydra ihren Körper jung, weil sie die Fähigkeit besitzt, sich zu regenerieren. Kaputte oder verloren gegangene Körperteile kann sie ersetzen. Sie kann sich sogar aus einem fast komplett zerstörten Körper wieder voll regenerieren, denn ihr Anteil von Stammzellen ist besonders hoch.

Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass wir Menschen das nicht können. Für immer jung sein – na gut, das wäre ja vielleicht noch was. Aber praktisch ewig leben – nein, danke!