Makaken leiden weiter für die Hirnforschung

Schön ist es nicht, wenn man darüber berichten muss, dass Tiere leiden. Noch weniger schön ist es, wenn so etwas auch noch unter dem Deckmantel der Gesetzlichkeit geschieht. Wie an der Uni Bremen, wo im Rahmen der Hirnforschung seit 1998 Tierversuche mit Makaken durchgeführt werden, über die ich hier schon geschrieben habe. Neurobiologen wollen durch ihre Experimente mit den Affen herausfinden, wie man Menschen helfen kann, die unter Krankheiten wie Epilepsie oder Alzheimer leiden.

Seit 2008 dauert nun bereits ein Rechtsstreit darüber an, ob die Forschung auf diesem Gebiet so weitergeführt werden darf. Ursprünglich hatte die Bremer Gesundheitsbehörde das genehmigt, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass die Makaken bei den Versuchen zu sehr leiden.

Das Oberverwaltunsgericht hat nun wieder eine Entscheidung gefällt. Demnach dürfen die Experimente mit den Makaken erst einmal weitergehen – allerdings nur vorläufig, betonen die Richter. Die Verlängerung der Erlaubnis ist auf ein weiteres Jahr befristet. Die Richter folgten in ihrer Anordnung dem Argument der Hirnforscher, dass ein Abbruch der Tierversuche den Erfolg der bisherigen Forschungsergebnisse in Frage stellen würde. Dann hätten die Tiere also auch noch umsonst gelitten. In der Angelegenheit gibt es auch noch ein Hauptsacheverfahren, bei dem es um die grundsätzliche Genehmigung von Tierversuchen geht.

Solche feinen Unterschiede dürften den Makaken, die an der Uni Bremen unter Qualen Denksportaufgaben lösen, allerdings schnurzpiepegal sein. Sie müssen sich dafür weiterhin, angeschnallt auf Stühlen, Elektroden ins Hirn jagen lassen. Zur Belohnung gibt es dann erst mal leckeren Saft – und später den Tod, denn das Gehirn muss ja auseinandergenommen werden, damit man richtig darin forschen kann. Der Bremer Tierschutzverein ist ebenso wie der Deutsche Tierschutzverein enttäuscht, dass diese Grausamkeiten jetzt wieder ein Jahr lang so weitergehen dürfen.

Der Wolf kann mal durchschnaufen!

Es ist ein Streitthema, das wir wohl nicht so schnell vom Tisch kriegen werden: die Wolfsjagd in Schweden. Im letzten Winter hatte sie ja zu heftigen Diskussionen in Schweden selbst – aber auch international und sogar in meinem Blog – geführt.

Gerade haben wir zwar noch (oder besser gesagt: endlich) Sommer, aber der nächste Winter wirft im wahrsten Sinne des Wortes schon seine Schatten voraus. Was die Wolfsjagd in Schweden angeht, zeichnet sich allerdings ein unerwarteter Lichtblick ab: Im kommenden Winter soll es dort nichts werden mit der Hatz auf diese faszinierenden Tiere, die für mich als Namensvetterin natürlich etwas ganz Besonderes sind. Die schwedische Regierung will diesmal keine Jagdlizenzen für Wölfe ausgeben.

Dazu hat man sich offenbar entschlossen, um eine Klage der Europäischen Kommission in Brüssel zu vereiteln, über die ich hier auch schon berichtet habe: So sollte ein Jagdverbot gerichtlich erzwungen werden. In Schweden möchte man aber anscheinend keinen endlosen Prozess führen, den die Skandinavier letztlich wohl doch verlieren würden. Die EU-Kommission hält die Freigabe der Wolfsjagd für rechtswidrig, denn die Wölfe drohen dort auszusterben.

Wer in Schweden seine Macht gern durch Herumballern und Abknallen hilfloser Tiere beweist, hat im Winter 2011/12 also zumindest in Bezug auf Wölfe schlechte Karten. Allerdings soll es eine Ausnahme geben: Wenn Wölfe dem Vieh von Bauern zu gefährlich werden, dürfen sie abgeschossen werden. Ich bin gespannt, wie man das kontrollieren will. Schließlich kann ja jeder relativ leicht behaupten, dass der Wolf sein Vieh bedroht – das Gegenteil lässt sich dagegen schwer beweisen. Ob und wie eine von der EU geplante Kommission zur Beobachtung des Wolfbestands in Schweden solche Gratwanderungen meistert, bleibt abzuwarten.

Nach zwei Wolfsjagd-Wintern in Schweden dürfen also die Wölfe selbst – aber auch die Tierfreunde dieser Welt – zumindest mal durchatmen. Ich frage mich sowieso, was 200 freilebende Wölfe in einem so riesigen Land für eine Gefahr darstellen sollen und was es den Schweden gebracht hat, in zwei Wintern jeweils ungefähr 20 dieser Tiere abzuschießen. Zu denken gibt mir außerdem, dass sich beim letzten Mal Tausende von Jägern regelrecht um eine Lizenz zum Töten gerissen haben. Sie dürften kaum zur Flinte gegriffen haben, nur um die Gafahr der Inzucht bei dem relativ kleinen schwedischen Wolfsstamm zu bannen. Das wird von den  Befürwortern der Wolfsjagd nämlich gern als Argument für die Jagd vorgeschoben.

Lasst die Finger von Exoten!

So, ich glaube, für den Moment haben die meisten erst einmal genug von allem, was mit dem Bereich Delfine/Lagune zu tun hat. Zumindest mir geht es so. Deshalb: Neue Woche, neues Thema.

Da hat heute der Deutsche Tierschutzbund einen weiteren Anlauf genommen, um das von ihm geforderte Verbot der Haltung von exotischen Tieren in Privathaushalten wieder ins Gespräch zu bringen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte die Referentin für Heimtiere und Artenschutz beim Tierschutzbund, Sandra Giltner: „Wer keinen wissenschaftlichen Grund dafür hat, sollte keine Exoten halten dürfen.“ Anlass für das Gespräch mit dapd war, dass gerade jetzt in der sommerlichen Reisezeit viele Touristen tierische Souvenirs aus dem Urlaub mit nach Hause bringen. Der Zoll beschlagnahmt jedes Jahr Hunderte solcher Mitbringsel.

Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes können Privatleute die meisten exotischen Tiere einfach nicht artgerecht  halten. Viele Besitzer wissen nicht einmal, was ihre Schützlinge brauchen, damit zumindest deren Grundbedürfnisse erfüllt werden. So artet die Exotenhaltung bei Privatpersonen häufig in Tierquälerei aus und führt immer wieder sogar zum Tod der armen Viecher; deshalb will der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot erreichen – wenn  nicht das der Haltung von Exoten, dann zumindest ein Verbot der Reptilienbörsen, auf denen bei uns diese Tiere ganz legal ver- und gekauft werden dürfen.

Es kann eine Menge passieren, wenn ahnungslose Menschen solche Lebewesen bei sich zu Hause unterbringen. Die Folgen sind oft skurril – Geschichten darüber kann man regelmäßig in der Zeitung lesen oder auch in diesem Blog, zum Beispiel hier (unter dem Stichwort „Teuer“). Manchmal wird es aber richtig lebensgefährlich, etwa wenn Giftschlangen ihre Besitzer beißen. Oder wenn die Tiere ausbüxen bzw. von ihren überforderten Haltern ausgesetzt werden. Da kann es dann vorkommen, dass ahnungslose Spaziergänger giftigen Reptilien wie Schnappschildkröten in einem Teich begegnen. Das endet dann höchstwahrscheinlich böse, denn Schnappschildkröten beißen äußerst kräftig zu: einen Besenstiel  knacken sie beispielsweise mühelos.

 

Delfinhaltung soll transparenter werden

Im Vorfeld der Eröffnung der Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof heute ein interessantes Urteil gefällt: Der Tiergarten muss Kritikern der Delfinhaltung in Zoos Auskunft über seine Haltung von Großen Tümmlern geben. Bisher waren Unterlagen zu diesem Thema als vertraulich eingestuft worden, nun muss der Zoo Einsicht in entsprechende Dokumente gewähren.

Geklagt hatte das Wal- und Delfinschutzforum WDCS, das auch in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Ansbach schon Recht bekommen hatte. Die WDCS-Vertreter glauben, in den Unterlagen Hinweise auf mögliche Todesursachen von Delfinen und Delfinbabys im Tiergarten zu finden. Der Verband kritisiert seit Jahren die Delfinhaltung im Tiergarten und lehnt auch den Bau der Delfinlagune ab.

Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Unterlagen über die Delfinhaltung eine Umweltinformation seien und bezogen sich damit auf das geltende Umweltinformationsgesetz. Die Dokumente dürften einer interssierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

Übrigens hat jetzt auch der „Spiegel“ das Thema Delfinlagune für sich entdeckt. Das Magazin, das vor einigen Jahren Nürnberg als „langweiligste Großstadt Deutschlands“ abtat, kritisiert in seiner online-Version die Lagune als „kompletten Unfug“ .

 

Zootiere sind keine Kuscheltiere

TotenkopfäffchenSie sehen so niedlich aus, die kleinen Totenkopfäffchen. Dabei können sie äußerst kräftig zubeißen. Wie schmerzhaft das sein kann, hat auch eine Frau in Magdeburg feststellen müssen. Sie war in ein Freilaufgehege mit Totenkopfäffchen gegangen. Dort sprang ihr eines der Tiere plötzlich auf den Kopf. Die Frau riss vor Schreck die Arme hoch, was wiederum das Äffchen zum Erschrecken brachte. Es reagierte, wie Tiere in Angst- oder Schreckenssituationen oft reagieren: Es biss zu, und zwar in den Finger der Frau.

Die Verletzung war immerhin so schwer, dass die medizinische Versorgung letztlich 5400 Euro kostete. Die Krankenversicherung der Frau verlangte diese Summe vom Betreiber des Zoos zurück. Doch ein Gericht entschied anders: Der Zoo muss nicht zahlen. Denn in dem Gehege standen Schilder, wie sich die Zoobesucher zu verhalten haben, und Schilder mit Warnhinweisen, man solle hastige Bewegungen vermeiden. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Frau freiwillig das Gehege betreten habe und durch die Schilder über mögliche Gefahren informiert worden sei.

Ich finde die Entscheidung richtig. Die Besucher von Zoos und Tiergärten sind oft zu leichtsinnig und realisieren gar nicht, dass Zootiere eben keine Kuscheltiere sind. So kommt es immer wieder zu Verletzungen oder gar größeren Unfällen, für die die Zoobetreiber nichts können. Manche Leute beachten auch die Abgrenzungen an Tiergehegen nicht und heben sogar ihre Kinder über die Absperrungen, damit die Kleinen die Tiere möglichst ganz aus der Nähe beobachten können. Wehe, dann  passiert etwas! Dann ist natürlich der Zoo schuld. Tierparks können aber nicht überall Verbotsschilder aufstellen. Das sieht erstens hässlich aus und versperrt womöglich die Sicht auf die Tiere und kann zweitens den Spaßfaktor beim Zoobesuch ganz schön nach unten drücken. Eigentlich müsste man bei den Besuchern ja vom gesunden Menschenverstand ausgehen können – doch mit dem ist es oft nicht sehr weit her.

So mächtig können kleine Tiere sein

urn:newsml:dpa.com:20090101:101004-99-00790Täglich demonstrieren Zehntausende von Menschen gegen Stuttgart 21. Ob ihr Protest den Bau des umstrittenen unterirdischen Bahnhofs verhindern kann? Man wird sehen. Vielleicht macht aber ein kleines Tier dem Projekt noch einen Strich durch die Rechnung: der Juchtenkäfer, gerade mal so groß wie ein Mistkäfer.

Wie das? Dieser vom Aussterben bedrohte Käfer kommt ausgerechnet auf dem Gelände von Stuttgart 21 vor. Und zwar auf  Bäumen, die zum Teil allerdings schon gefällt wurden. Deshalb hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bereits Anzeige gegen die Deutsche Bahn erstattet. Der Juchtenkäfer, der auch unter dem Namen Eremit bekannt ist, lebt zurückgezogen in Baumhöhlen – besonders in sehr alten Eichen, wie sie auf dem Stuttgart-21-Gelände stehen. Oft verbringt dieses seltene Tier sein ganzes Leben in den Höhlen. Nicht einmal zur Nahrungsaufnahme muss es sie verlassen, denn es ernährt sich von Mulm, also vom zersetzten toten Holz alter Laubbäume. Der Name Juchtenkäfer lässt sich folgendermaßen erklären: An heißen Tagen kriechen die männlichen Käfer manchmal an den Eingang der Baumhöhlen und verströmen einen intensiven Geruch nach mit Öl behandeltem Juchtenleder.

Der Juchtenkäfer ist übrigens nicht das erste Tier, das ein riesiges Bauvorhaben zumindest gefährden könnte. Die Deutsche Presseagentur hat aus ihrem Archiv einige interessante Beispiele ausgegraben, wie kleine Tiere große Projekte (fast) schon gestoppt haben. Ein tolles Thema, das ich hier gerne an meine Leser weitergeben möchte.

Die Agentur erinnert etwa an die Kleine Hufeisennase: Diese bedrohte Fledermausart hat es immerhin geschafft, den Bau der Dresdener Waldschlösschenbrücke eine Zeitlang lahmzulegen. Die Belange dieser Tierart seien nicht ausreichend berücksichtigt, urteilte damals das Verwaltungsgericht Dresden. Das war im Jahr 2007. Auch wenn der Bau nicht verhindert wurde, ordnete das Gericht zumindest an, dass Auflagen zum Schutz der Tiere beachtet werden mussten.

Noch bei einer anderen Fledermausart, nämlich der großen Mopsfledermaus, wurde die Nachrichtenagentur fündig. Diese Tiere haben den Ausbau der Start- und Landebahn am Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland Pfalz um eineinhalb Jahre bis 2007 verzögert.

Auch dem Frankfurter Flughafen kam beim Bau einer 150 Millionen teuren Halle schon einmal ein kleines Tier in die Quere: der Hirschkäfer. Erst als der Betreiber des Flughafens dafür gesorgt hatte, dass die Käferbrut umgesiedelt wurde, erhielt er die Erlaubnis, Wald für die Halle zu roden.

Den Bau der Ostseeautobahn A 20 konnte der Wachtelkönig (ein mittelgroßer geschützter Vogel) zwar nicht stoppen. Aber immerhin gelang es ihm, in Hamburg im Stadtteil Neugraben 1997 ein großes Wohnungsbauprojekt zu verhindern. Und wegen Kammmolchen musste im Jahr 2005 die Streckenführung der Autobahn A 49 zwischen Kassel und der A 5 bei Gemünden geändert werden.

Da laust mich doch der Affe!

Also, ich möchte den Blick in meinem Blog ja nicht einzig und allein auf interessante Prozesse richten, die sich um Tiere und Recht drehen. Aber nachdem ich vor fast einem Monat über einen Fall in Bremen geschrieben habe, in dem es um Tierversuche mit Makaken geht, fühle ich mich doch verpflichtet, auch den Ausgang der Sache zu vermelden. Ich habe nämlich einige Leser(innen), die sehr genau darauf achten, dass einmal hier im Blog angerissene oder angekündigte Themen auch zu Ende gebracht werden – stimmt´s, „mandy wagenknecht“?

Deshalb hier das Urteil im Makaken-Prozess von Bremen: Die Stadt Bremen muss die umstrittenen Versuche an der Uni Bremen mit den Affen weiterhin erlauben. Die Stadt hatte die Genehmigung für diese Tierversuche nicht mehr verlängern wollen – aus ethischen Gründen – und war deshalb vors Gericht gezogen . Damit die Angelegenheit endgültig entschieden werden kann, muss die Stadt Bremen dem Gericht laut dessen Sprecherin  „Gutachten zum Wert der Experimente für die Forschung und zum Maß des Leidens der Tiere“ beibringen. Mit den bisher vorgelegten Gutachten gibt sich das Gericht nicht zufrieden.

Tja, nach dem Tigerbaby-Urteil von Magdeburg also schon wieder ein Gerichtsentscheid, der Tierfreunde und Tierschützer nicht wirklich zufriedenstellen kann, oder? Vor allem wenn man bedenkt, wie schwach die Kommunen zurzeit – finanziell gesehen – auf der Brust sind, frage ich mich, ob  sich Bremen weitere Gutachten überhaupt leisten kann. Denn die wollen schließlich auch bezahlt sein.

Alles in allem: Schon wieder ein schwarzer Tag für die Tierwelt.

War die Tötung der Tiger richtig?

SibirischerTigerEs gibt wieder einmal einen interessanten Fall vor Gericht, der sich um Tiere dreht – genauer gesagt: um Zootiere. Dem Direktor des Zoos von Magdeburg und dreien seiner Mitarbeiter wird ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. In dem Zoo waren im Jahr 2008 drei kleine Tiger eingeschläfert worden. Der Tötungsgrund: Sie waren angeblich nicht für die Zucht geeignet, weil ihr Vater kein reinrassiger Sibirischer Tiger – also so einer wie hier auf dem Foto – war. Den Angeklagten drohen nun Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen.

Der Verein „animal public“ hatte den Fall seinerzeit durch eine Anzeige ins Rollen gebracht. Laut diesen Tierschützern hat es keinen vernünftigen Grund gegeben, der gerechtfertigt hätte, die drei gesunden Tiger zu töten. Der Zoodirektor dagegen vertritt die Auffassung, zum Einschläfern der Raubkatzen habe es keine Alternative gegeben. Der Weltzooverband hat ihn darin bestärkt. Schließlich sei man in dem Zoo davon ausgegangen, dass der Vater der drei Tigerbabys reinrassig sei – er war über das Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) nach Magdeburg gekommen.
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Darf man mit Makaken so umgehen?

Tiere und Recht – ein Thema, das ich ab und zu gerne in meinem Blog behandle. Einen interessanten Fall gibt es da gerade in Bremen. Welches Recht hat Vorrang: Tierschutz oder das Recht auf freie Forschung? Diese Frage soll nun vor Gericht entschieden werden.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100525-10-10897Es geht darum, ob  an der Uni Bremen zu Forschungszwecken Experimente mit Affen weitergehen dürfen oder nicht. Einen Schlussstrich unter die Versuche ziehen will die Gesundheitsbehörde – aus Tierschutz-Gründen. Die Uni dagegen sieht ihre Forschungsfreiheit bedroht.

An der Uni Bremen erforscht ein Neurobiologe seit 12 Jahren an Makaken die Funktion des Gehirns.  Die Affen werden für die Versuche oft über Stunden in einem Stuhl aus Plexiglas fixiert. Die Wissenschaftler schieben durch ein Loch im Schädel der Tiere ganz feine Elektroden, um die Hirnaktivität zu messen. Die Makaken müssen bunte Symbole auf einem Bildschirm erkennen und dazu auf Tasten drücken. Zur Belohnung bekommen sie Saft zu trinken.
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Ein Sieg für den Kormoran?

kormoranEr ist zwar Vogel des Jahres 2010, aber immer wieder gibt er Anlass zu Streit: der Kormoran. Fischer und Angler beschweren sich regelmäßig, dass dieser Vogel die Fischbestände in Flüssen und Seen ausdünne. Fischzüchter beklagen, dass er ihnen großen wirtschaftlichen Schaden zufüge, weil er ganze Teiche – zum Beispiel die Karpfenteiche in Mittelfranken – leerfresse.

Jetzt hat es in Niedersachsen eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Kormorane am Steinhuder Meer gegeben. Dabei sind die Fischer als Verlierer nach Hause gegangen. Sie hatten geklagt, die Tiere seien verantwortlich für den Verlust von großen Mengen von Aalen, Zandern, Hechten und Barschen. Deshalb wollten sie die Kormorane abschießen. Das Gericht entschied jedoch, der Abschuss sei nicht zulässig.

Ich finde, das ist ein gutes Zeichen für den Tier- bzw. Vogelschutz. Die Naturschützer halten die Vorwürfe der Fischereiverbände seit langem für übertrieben und auch für nicht bewiesen.  – Eine Chance haben die Fischer am Steinhuder Meer aber noch: Sie können beim Oberverwaltungsgericht Berufung einlegen.