Lichtblick für Schimpansen

Das könnte interessant werden und – wenn es funktioniert – für andere als Vorbild dienen: Mit Hilfe von Ökotourismus-Projekten soll die beängstigend schnell zurückgehende Schimpansenpopulation im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste gerettet werden. Hauptsächlich die Abholzung der Regenwälder ist schuld daran, dass das Überleben der Menschenaffen dort gefährdet ist. Laut der Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) ist die Schimpansenpopulation in der Elfenbeinküste in den letzten 20 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2008 sollen es nach einer Untersuchung des WWF in der Elfenbeinküste noch zwischen 8000 und 12 000 Schimpansen gegeben haben, inzwischen sollen die Zahlen weiter gesunken sein. Den weltweiten Bestand schätzt die Organisation auf 150 000 bis 200 000 Schimpansen.

Die Regierung der Elfenbeinküste will nun gemeinsam mit Tierschützern gegen diese negative Entwicklung kämpfen. Seit Jahrzehnten sind Wissenschaftler in dem Nationalpark damit beschäftigt, die Schimpansen an Menschen zu gewöhnen – mit Erfolg: Die Tiere akzeptieren mittlerweile die Anwesenheit von Wildhütern und nehmen auch Futter an, das die Wildhüter ihnen bereitstellen. Nun hofft man, die Einheimischen so weit zu bringen, zu erkennen, dass sie durch Ökotourismus Gewinn machen können und auf diese Weise begreifen lernen, wie wertvoll der Regenwald auch für sie ist. In den letzten Jahrzehnten haben sie riesige Regenwald-Gebiete abgeholzt, vor allem um Kakao-Felder anzulegen, für die man immer mehr Platz benötigte, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Zwei von der Regierung betriebene Ökotourismus-Projekte sollen nun zu einem Umdenken der Bevölkerung verhelfen. Es werden mehrtägige Wandertouren für Touristen angeboten, durch den Wald, inklusive Aufstieg auf den Mont Nienokoue und Übernachtungen im Zelt. Dadurch werden für die Einheimischen Arbeitsplätze geschaffen. Noch sind die Zahlen der Touristen nicht hoch, aber sie nehmen langsam, aber sicher zu. Die Wild Chimpanzee Foundation hat außerdem Natur-Clubs eingerichtet, in denen Freiwillige Schulkindern beibringen, wie wichtig der Regenwald für das Gleichgewicht der Natur ist. Die Tierschützer organisieren auch freiwillige Beobachtertrupps: Dabei überwachen Einheimische die kontrollierte Abholzung von Waldgebieten.

Nürnberg liegt am Amazonas!

Zoos bieten immer öfter exklusive Führungen für ganz kleine Gruppen an, um diesen Gästen engen Kontakt mit bestimmten Tieren zu ermöglichen. Solche Angebote werden auch gern verschenkt und sind in der Regel sehr schnell ausgebucht. Auch der Nürnberger Tiergarten macht bei diesem Trend mit und weitet sein Exklusiv-Programm wie die stark nachgefragten „Besuche beim Lieblingstier“ oder die Tiergartenführungen am frühen Morgen und späten Abend  nun noch aus. Unter dem Motto „Begegnungen am Amazonas“ erleben die Teilnehmer im  Manatihaus aus nächster Nähe eine Vielfalt an Wasser- und Landtieren: 80 verschiedene Tierarten, dazu noch 100 Pflanzenarten. Zweieinhalb Stunden dauert diese „Begegnung“, Kostenpunkt: 65 Euro pro Person zuzüglich ermäßigter Tiergarteneintritt (11,50 Euro). Ein nicht ganz billiges Vergnügen also, aber eben etwas Besonderes.

Was kann man da erleben? – Zum Beispiel, von tropischen Blütenfledermäusen umschwirrt zu werden, die man mit Honig anlockt. Oder, nachdem man in eine Wathose geschlüpft ist und selbst im Wasserbecken des Manatihauses steht, wie einem Seekühe und Pacus bis ans Bein schwimmen. Oder wie einem ein Weißgesichtssaki die Mehlwürmer aus der Hand frisst. Oder wie ein Schmetterling schlüpft, seine wunderbar schillernden Flügel langsam entfaltet und dann auf seinem ersten Flug zwischen tropischen Blüten durch die Luft gaukelt. Das alles bei einer angenehmen Temperatur zwischen 28 und 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent – also unter klimatischen Bedingungen, die denen am Amazonas sehr nahekommen.

Informiert werden die Besucher außerdem über Artenschutzprogramme am Amazoans, an denen sich der Tiergarten beteiligt. Seine Schmetterlingspuppen bezieht der Zoo übrigens regelmäßig direkt aus Costa Rica, von Bauern, die sich mit ihren kleinen Schmetterlingsfarmen den Lebensunterhalt sichern können. Die neue Führung, die dann beginnt, wenn das Manatihaus für die Allgemeinheit geschlossen wird, ist auf vier Personen (Mindestalter: 17 Jahre) begrenzt. Für Kinder eignet sich diese Führung, bei der es vor allem auf Ruhe ankommt, nicht. Eine ausgebildete Zoobegleiterin versorgt die Teilnehmer mit spezieller Ausrüstung und Tierfutter und leitet die Gäste an, wie sie sich bei der direkten Begegnung mit den Tieren zu verhalten haben, damit die Bewohner des Manatihauses nicht beeinträchtigt werden.

Informationen über die „Begegnung am Amazonas“ und Anmeldung per E-Mail unter diezoobegleiter@gmx.de oder unter Telefon 0911/5454-854 montags, mittwochs, freitags und samstags von 11 bis 12 Uhr (sonst über Anrufbeantworter).

Nanu, eine zahnlose Ratte?

Von der Höhlenräuber-Spinne in den USA zu einer Ratte in Indonesien. Dort, genauer gesagt im Regenwald in den Bergen der Insel Sulawesi, haben Forscher bei einer Expedition eine neue Rattenart entdeckt (Foto: Kevin Rowe). Kaum zu glauben, aber Tatsache: eine Ratte, die nur zwei kleine spitze Zähne im Oberkiefer besitzt, ansonsten aber völlig zahnlos ist. Deshalb hat man ihr den Namen Paucidentomys vermidax gegeben. Der erste Teil des Namens bedeutet so viel wie „fast zahnlose Maus“, der zweite „Wurmfresser“.

Da wundert man sich als Laie zunächst schon ein wenig. Schließlich, so dachte ich bisher, ist das Markenzeichen von Nagetieren doch das Gebiss mit kräftigen Schneidezähnen und ausgeprägten Backenzähnen. Denn wie der Name schon sagt: Nagetiere verbringen einen großen Teil ihres Lebens mit Nagen und Beißen.

Nicht so diese neu entdeckte Ratte, die laut den Wissenschaftlern bisher einzigartig ist. Sie verfügt zwar über eine besonders lange, spitze Schnauze. Damit wühlt sie im Urwaldboden nach ihrer Hauptmahlzeit, nämlich Würmern. Und weil Würmer bekanntlich weich sind, braucht die Ratte keine scharfen, kräftigen Zähne, sondern kann sich mit den zwei kleinen Hauern im Oberkiefer begnügen, mit denen sie die Würmer in mehrere Teile zerhackt, bevor sie sie hinunterschluckt.

Die Forscher haben aus der Entdeckung der ungewöhnlichen Ratte folgenden Schluss gezogen: Wenn sich Tiere an neue Lebensräume anpassen, sind sie in der Lage, Fähigkeiten wieder zurückzubilden, die sie während der Evolution über lange Zeiträume hinweg entwickelt haben.

Ein Frosch, der abfärbt

Forscher haben wieder einmal eine neue Tierart entdeckt. Im dichten Regenwald von Panama sind sie auf den Gelbfärber-Regenfrosch (Diasporus citrinobapheus) gestoßen. Das Tierchen ist gerade mal zwei Zentimeter groß, aber es zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus: Zum einen stoßen die Männchen äußerst ungewöhnliche Paarungsrufe aus, die sich offenbar ganz anders anhören als die anderer Froscharten. Diese Rufe brachten die deutsch-panamische Expeditionsgruppe überhaupt erst darauf, nach dem Frosch zu suchen. Zum anderen fällt das Tier durch sein leuchtendes Gelb auf – und der Frosch färbt auch noch ab, sobald man ihn berührt. Bisher können sich die Wissenschaftler allerdings nicht erklären, warum er die Farbe abgibt. Sie schließen nur aus, dass der Gelbfärber-Regenfrosch auf diese Weise Feinde abwehren will, denn die gelbe Farbe enthält keinerlei Giftstoffe.

Die Expedition hat außer der Neuentdeckung noch eine andere positive Erkenntnis gebracht: In der unzugänglichen Bergwelt Panamas haben mehr Amphibien einer Pilzerkrankung trotzen können als gedacht. Ursprünglich befürchtete man, dass die Ende des 20. Jahrhunderts in Mittelamerika wütende Krankheit, an der viele Tiere gestorben sind, ganze Arten auslöschen könnte. Das Forschungsteam stieß bei der letzten Expedition zum ersten Mal wieder auf eine Salamanderart, die seit ihrer Entdeckung vor 34 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden konnte und auf einen Frosch, von dem seit 27 Jahren jede Spur fehlte. Mittlerweile sind die Amphibien in Panama nach Ansicht der Wissenschaftler stärker durch mangelnden Lebensraum bedroht als durch die Pilzerkrankung. Die Forscher fordern deshalb, auf den geplanten Kupferabbau in dem entlegenen Gebiet zu verzichten und aus dem Areal ein Schutzgebiet zu machen. Ob sie sich mit diesem Vorschlag gegen wirtschaftliche Interessen durchsetzen können, bleibt allerdings abzuwarten.

Rettung für die Schimpansen im Kongobecken

Normalerweise bin ich niemand, der sich gleich für irgendwelche Spendenaktionen starkmacht. Aber ich glaube, es lohnt sich, die neue Hilfsaktion des WWF für den Schimpansenwald im Kongobecken zu unterstützen.

In der Lac-Tumba-Region, die zum größten Überschwemmungswaldgebiet der Erde gehört, leben mehrere Populationen von Schimpansen und Zwergschimpansen. Im Jahr 2009 haben außerdem WWF-Mitarbeiter dort die einzigartigen „Sumpfschimpansen“ entdeckt, die während der gesamten Regenzeit nur auf Bäumen leben. Außerdem gibt es in diesem Gebiet eine ganze Reihe von Säugetieren, die endemisch sind, also ausschließlich dort leben. Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat zwar über 7000 Quadratkilometer Wald unter Naturschutz gestellt, doch nun schlägt der WWF Alarm, dass das nicht ausreiche.

Denn vor allem die Sumpfschimpansen werden häufig ein Opfer von Wilderei. Es hat sich eine sogenannte Bushmeat-Mafia gebildet, die ganze Städte mit Wildfleisch beliefert. Leider ist auch Schimpansenfleisch sehr begehrt. Außerdem sind die Schimpansen durch Brandrodung bedroht: Wertvoller Regenwald wird niedergebrannt, weil die Menschen zusätzliche Ackerflächen anlegen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Der WWF will deshalb ein Schutzgebietsystem aufbauen, dafür Wildhüter ausbilden und diese mit notwendigen Geräten ausstatten. Der WWF hat es bereits geschafft, die Regierung zu überzeugen, dass langfristig 15 Prozent der Landesfläche unter Schutz gestellt werden. Die Organisation will auch mit den Einheimischen zusammenarbeiten und ihnen helfen, ihre Lebensgrundlage zu verbessern, damit sie nicht mehr auf Wilderei angewiesen sind. Auch Programme für eine verbesserte Landwirtschaft sind geplant, damit weniger Wald für neue Felder geopfert wird.

Falls jemand dieses Projekt unterstützen will, kann er seine Spende überweisen auf das Konto 809 871 1 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 550 205 00.