Skandal in Kanada

Ich bin eigentlich ein großer Fan von Kanada und der liberalen, toleranten Politik in diesem Land – gerade im Vergleich zu den USA. Zu den Dingen, die ich in Kanada ablehne, gehört allerdings die kommerzielle Robbenjagd, die nur die Interessen der Industrie befriedigt. In diesem Jahr ist es besonders schlimm: Die Jagdsaison wurde mit Erlaubnis der Regierung Trudeau statt – wie vorgesehen – am 7. April schon vergangene Woche eröffnet. Dabei wäre auch der 7. April schon ein sehr früher Beginn der Jagdsaison gewesen – eigentlich gilt nämlich bis Mitte April ein Jagdverbot. Das Einknicken der Regierung vor dem Kommerz bedeutet also, dass die Jäger wesentlich länger als sonst Jagd auf ausgewachsene Sattelrobben machen.

Der Zeitpunkt Mitte April war bislang so gewählt, damit die Robbenmüter ihre Babys in Ruhe zur Welt bringen und säugen können. Es war eine der ohnehin wenigen Schutzmaßnahmen, die es in Kanada für die Robben gibt. Der vorverlegte Zeitpunkt hat grausame Folgen für die Robbenbabys: Werden ihre Mütter während der Gebär- und Stillphase getötet, verhungern sie jämmerlich. Sie haben allein keinerlei Chance zu überleben. Was da in diesen Tagen passiert, ist also nur als Skandal zu bezeichnen, der unbedingt gestoppt werden muss.

Der International Fund for Animal Welfare (IFAW), von dem ich auch obiges Foto verwendet habe, hat einen internationalen Aufruf gestartet, um die kanadische Regierung zum Umdenken aufzufordern. Ich möchte mich in meinem Blog gerne dieser Aktion anschließen und dafür werben, die Petition zu unterzeichnen.

Wer tut so etwas?

HollyWelchem kranken Hirn entspringt so eine Tat, frage ich mich, seit ich folgende Meldung gelesen habe: Im Dortmunder Zoo wurde eine Seelöwin so schwer misshandelt, dass sie an den Folgen gestorben ist. Zoomitarbeiter hatten die 21 Jahre alte Seelöwin Holly morgens tot in ihrem Gehege gefunden. Bei der Obduktion stellte die Zootierärztin fest, dass der Schädel der Seelöwin zertrümmert wurde und ihr drei Zähne ausgeschlagen wurden.

Offenbar haben sich der oder die Täter nachts durch ein Loch im Zaun des Zoos Zutritt zum Seelöwen-Gehege verschafft. Das ist ihnen anscheinend gelungen, obwohl nachts ein Wachdienst durch das 28 Hektar große Tierpark-Gelände patroulliert. Nun überlegt sich die Zooleitung, ob man zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen muss und wenn ja, wie die aussehen könnten.

Die übrigen sechs Seelöwen blieben bei dem Angriff unverletzt. Holly war ein „Eigengewächs“ des Dortmunder Zoos und bei den Besuchern sehr beliebt. Das Foto zeigt sie mit einem ihrer Jungen im Jahr 2011. Einen derartigen Vorfall hat es laut dem Verband Deutscher Zoologischer Gärten bisher noch nicht gegegen.

Es leben die Robben!

Klar: Minderheiten wie die Inuit muss man schützen und ihre Rechte stärken. Aber im Zweifelsfall finde ich den Tierschutz immer noch wichtiger. Und der hat jetzt glücklicherweise einmal gesiegt bei einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der Handel mit Robbenprodukten bleibt demnach in der EU – wie gesetzlich vorgesehen – weitgehend verboten, weil die Tötung der Tiere als zu grausam eingestuft wird. Ureinwohner von Kanada, die dieses Gesetz als ungerecht empfinden, haben gegen diese Handelsbeschränkung geklagt – und verloren. Der Europäische Gerichtshof hat die Klage zurückgewiesen. Und das Beste daran: Eine Berufung ist nicht möglich; die Inuit scheiterten im April dieses Jahres schon in erster Instanz vor dem EU-Gericht. Allerdings sind einige Fragen zu EU-Regelungen vom Europäischen Gerichtshof nach wie vor nicht entschieden.

In Europa dürfen Robbenerzeugnisse nur unter sehr strengen Auflagen verkauft werden, etwa wenn sie aus traditioneller Jagd stammen und zum Lebensunterhalt von Ureinwohnern dienen. Diese Regelung gilt aus Gründen des Tierschutzes. Die erneute Klage der Ureinwohner Kandas sei nicht zulässig, so die Richter. Die Inuit hatten sich auf eine Erweiterung der Klage-Möglichkeiten von Bürgern vor EU-Gerichten berufen. Doch diese Begründung akzeptierten die Richter nicht, ihrer Meinung nach lässt sie sich nicht auf den Handel mit Robbenprodukten anwenden.

Die Rückkehr der Kegelrobben

Na, wenn das nicht eine höchst erfreuliche Nachricht ist: Der Bestand der Kegelrobben an der deutschen Ostseeküste stabilisiert sich wieder. Vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, vor Rügen, dem Darß und Zingst, hat sich die Population auf 30 bis 40 Exemplare eingependelt. Nun fehlt nur noch eines: die erste Geburt eines  Robbenbabys in diesen Gebieten. Das wäre für Fachleute der Durchbruch in Sachen Rückkehr der Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste. Denn Robben kommen später immer wieder an ihren Geburtsort zurück. Durch die Geburt eines oder mehrerer Robbenbabys könnte sich deshalb ein Besiedlungskern herausbilden. Darauf hoffen Forscher jetzt.

Lange Zeit galten Kegelrobben an der deutschen Ostseeküste als ausgestorben. Dabei gab es Ende des 19. Jahrhunderts noch rund 100 000 von diesesn Meeressäugern in der Ostsee. Aber sie wurden in der südlichen Ostsee durch erbarmungslose Jagd bis in die 1920er Jahre ausgerottet. Katastrophal wirkte sich auch die Belastung der Ostsee durch PCB aus: Die meisten weiblichen Tiere wurden dadurch unfruchtbar. Anfang der 1980er Jahre wurde der Kegelrobben-Bestand in der Ostsee mit 2500 angegeben. Mittlerweile geht man in der gesamten Ostsee wieder von 10 000 bis 25 000 Tieren aus, wobei der größte Teil in der nördlichen und zentralen Ostsee lebt.

Vor der deutschen Ostseeküste dauerte es länger, bis sich die Anzahl der Kegelrobben wieder auf einem stabilen Niveau hielt. Das ist nach Meinung von Fachleuten des Deutschen Meeresmuseums, des Bundesamts für Naturschutz und des WWF nun zumindest gesichert. Als nächstes wollen Fachleute die Bevölkerung – sowohl Einheimische als auch Touristen – über die Rückkehr der Kegelrobben informieren. Dazu werden an den Stränden Infotafeln aufgestellt, mit Hinweisen über Biologie, einstige Ausrottung und Wiederansiedlung der Tiere. Damit die auch weiterhin gelingt, bitten Forscher und Tierschützer, einen gebührenden Abstand zu den Tieren zu halten. Vor allem in den ersten Lebenswochen brauchen die Robbenmütter und die Heuler abgeschiedene Liegeplätze.

 

Seehunde als Sündenbock

In Schleswig-Holstein ist ein Streit entbrannt: Küstenfischer und Jäger machen sich dafür stark, Seehunde zum Abschuss freizugeben, weil die Population angeblich zu groß geworden ist. Tierschützer wie zum Beispiel der WWF  zeigen sich entsetzt angesichts dieser Forderung und halten sie für völlig absurd – nachdem der Schutz des Wattenmeeres als Nationalpark für die Seehunde den erwünschten Effekt gebracht und der Bestand sich auf über 24 000 Exemplare im gesamten Wattenmeer eingependelt habe. Die Seehund-Jagd war Mitte der 1970er Jahre eingestellt worden.

Dagegen beschweren sich die Fischer, dass die Seehunde ihren Fang deutlich beeinträchtigen. Es gebe im Watt fast keine Plattfische oder Kabeljau mehr. Das führen sie auf den großen Appetit der Seehunde zurück, die am Tag rund fünf Kilo Fisch verspeisen und damit den Fischern angeblich praktisch alles wegfressen.

Die Tierschützer können diese Argumentation nicht nachvollziehen. Schließlich würden die Seehunde nur kleinere Fische fressen, die sich für die Fischer sowieso nicht lohnen. Für die Küstenfischer seien außerdem Muscheln und Garnelen die Haupteinnahmequelle.

Auch schleswig-holsteinische Jäger haben sich in den Streit eingemischt. Sie befürchten, der große Seehund-Bestand könnte zum Ausbruch einer Seuche führen. Fachleute des WWF halten auch das für äußerst unwahrscheinlich. Ob die Robben eine Immunität gegen Krankheiten aufbauen oder nicht, habe nichts mit der Größe ihrer Population zu tun.

Während die Fischer in Schleswig-Holstein für den Abschuss von Seehunden plädieren und eine Begrenzung des Bestandes auf 15 000 Tiere fordern, wollen ihre Kollegen in Niedersachsen davon nichts wissen. Sie haben erkannt, dass die Jagd auf Seehunde in der Öffentlichkeit gar nicht gut ankommt und schlecht fürs Image ist.

Mir scheint die Diskussion auch an den Haaren herbeigezogen zu sein. Schließlich weiß doch jedes Kind, dass der Mensch für die Überfischung der Meere verantwortlich ist. Nun die Seehunde zum Sündenbock zu machen, stellt die Tatsachen schlichtweg auf den Kopf.

 

 

Streit um Robben-Roboter

Wir Menschen finden Tierbabys süß –  und zwar umso mehr, je hilfloser die kleinen Geschöpfe auf uns wirken. Erinnern wir uns an unsere berühmte Nürnbergerin Flocke: winzig, weiß, schwarze Knopfaugen, von der Mutter getrennt, leise Jammerlaute ausstoßend. Da will man, da muss man als Mensch einfach helfen, streicheln, liebkosen. Das gleiche Phänomen stellt sich ein, wenn wir Babyrobben, sogenannte Heuler, zu Gesicht bekommen. Sie ähneln Flocke ja auch sehr: ebenfalls winzig, weiß, Knopfaugen, Jammerlaute. Viele Tierfreunde beneiden die Mitarbeiter von Robbenauffangstationen, wo die Babys aufgepäppelt werden, bis sie groß und stark genug zum Überleben in freier Natur sind.

Ein solcher Heuler erhitzt jetzt – ganz Jahreszeit-untypisch, denn Robben kommen bei uns im Frühjahr zur Welt – die Gemüter. Paro heißt er, und er ist nicht einmal ein echtes Tier, sondern ein von Menschen gemachtes. Ein Roboter, als Kuscheltier verkleidet. Paro stammt aus Japan und kommt nun auch in deutschen Pflegeheimen bei Demenzkranken zum Einsatz. Seinem künstlichen Augenaufschlag kann keiner widerstehen – man muss sich einfach um ihn kümmern, wenn er einen so treuherzig und hilfesuchend anblickt. Das ist gut für die Patienten, die von Paro emotional angesprochen werden sollen.

Was in Japan, den USA und in Europa bislang nur in Dänemark längst Praxis ist, stößt bei uns in Deutschland noch(?) auf ungläubiges Kopfschütteln: Roboter in der Altenpflege. Darf das sein? Computertechnik statt emotionaler Zuwendung? Kalte Elektronik statt menschlicher Wärme? Auf diese beiden Gegensätze reduziert man das Thema hierzulande im großen und ganzen – typisch deutsch. Statt die Vorzüge einer neuen Technik zu nutzen und sie dort einzusetzen, wo Pflegekräfte Mangelware sind und Demente verkümmern, weil der Pflegeschlüssel hinten und vorne nicht reicht, lehnen wir die Roboter-Robbe erst mal ab.

Ich sage nicht, dass Elektronik ein Ersatz für Betreuung durch Menschen und für Nächstenliebe sein kann. Aber sie darf Menschen dort unterstützen, wo sie es allein nicht schaffen. Und solange nicht mehr Pflegekräfte eingestellt bzw. gefunden werden, kann Paro erst mal das Schlimmste – nämlich die völlige Vereinsamung alter oder/und demenzkranker Menschen – verhindern. In einer Handvoll deutscher Heime, beispielsweise in Bremen, probiert man die elektronische Babyrobbe nun doch aus. Mit Erfolg übrigens: Paro, der in Bremen Ole heißt, löst Menschen, die sonst nicht mehr sprechen, die Zunge und zaubert Kranken, die sonst mit versteinerter Miene irgendwo in der Ecke sitzen, ein Lächeln auf die Lippen.

Der Fernsehsender ARTE – für mich eine Wohltat in der sonst meist trostlosen deutschen Fernsehwelt – greift das brisante Thema auf: Anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September zeigt ARTE heute Abend um 21.50 Uhr die Dokumentation „Roboter zum Kuscheln – Heilsam für Demenzkranke?“ Die Sendung wird morgen, also am 17. September, um 9.55 Uhr im ZDF wiederholt.

 

Reh auf der Vogelinsel, Seehund an der Loire

Immer wieder mal gibt es skurrile Geschichten aus der Welt der Tiere zu erzählen. In dieser Woche haben mich folgende zwei Begebenheiten zum Schmunzeln gebracht:

Auf der Nordseeinsel Trischen, die als Vogelinsel bekannt ist, tauchte plötzlich ein Reh auf. Noch nie zuvor wurde auf dem Eiland mitten im Wattenmeer ein solches Tier gesichtet. Ein Ornithologe des Naturschutzbundes (NABU) hat es entdeckt. Nun fragt sich nicht nur er, wie das Reh die zwölf Kilometer zwischen dem Festland – wo es eindeutig herstammt – und der Insel überwunden hat: Zu Lande (als Ebbe herrschte) oder zu Wasser (während der Flut). Rehe können angeblich sehr gut schwimmen… Da auf der Insel sonst nur Vögel leben, dürfte das Reh sich aber wohl schnell einsam fühlen und wieder aufs Festland zurückkehren.

Unerklärlich bleibt auch, was ein Seehund beim Sonnenbaden am Ufer der Loire in Frankreich zu suchen hat. Dort haben Spaziergänger die Robbe entdeckt: an einer Stelle am Flussufer bei Tours, immerhin 250 Kilometer vom Atlantik entfernt. Der Seehund muss diese Strecke die Loire aufwärts geschwommen sein. Nun wissen wir zwar von Seehunden definitiv, dass sie gut schwimmen können, auch Hunderte von Kilometern. Doch was wollte das Tier in Tours? Man vermutet, dass es einen Schwarm von Meerbarben verfolgt hat. Die Jagd auf diese Fische soll im Fluss einfacher sein als im Meer. Es handelt sich auch mit Sicherheit um keinen verspäteten Aprilscherz, sondern um eine seriöse Meldung. Die wird noch dadurch erhärtet, dass bereits im dritten Jahr in Folge Seehunde in der Loire beobachtet werden. Übrigens: Der Feuerwehr gelang es nicht, den Seehund einzufangen. Die Robbe sprang schnell ins Wasser und verschwand, als die Feuerwehr eintraf.

Mal sehen, was bei uns in der Pegnitz demnächst so alles angeschwommen kommt.

 

 

Quecksilberbelastung in der Arktis

Über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Tierwelt in der Arktis und Antarktis habe ich schon öfter in diesem Blog geschrieben.

Nun gibt es ein neues, besorgniserregendes Problem, das durch die Klimaerwärmung verursacht wird: Im Nordpolarmeer sind immer mehr Tiere von einer Quecksilber-Vergiftung bedroht. Forscher haben herausgefunden, dass davon Eisbären, Ringelrobben und Narwale betroffen sind. Bei einem Fünftel der untersuchten Tiere stellte man eine erhöhte Quecksilber-Konzentration fest.

Der Grund dafür liegt nach Ansicht der Wissenschaftler in den seit fünf Jahren permanent steigenden Temperaturen in der Arktisregion. Das über lange Zeit in den Dauerfrostböden und im Eis gebundene Quecksilber wird dadurch freigesetzt und gelangt schließlich in die Nahrungskette der Tiere. Das Quecksilber wurde einst von Kohlekraftwerken in die Atmosphäre abgegeben und landete mit Niederschlägen in der Polarregion. Dort war es aber zunächst im „ewigen Eis“ und in den Permafrostböden eingefroren. Durch die Klimaerwärmung taut mit dem Eis und den Böden jetzt auch das Quecksilber auf.

Noch haben die Forscher keine direkten Vergiftungssymptome bei den belasteten Tieren beobachtet. Doch die werden auf Dauer ja wohl kaum ausbleiben. Außerdem sind auch Menschen bedroht: Innuit-Stämme in Kanada und Grönland ernähren sich traditionell auch von Robben- und Walfleisch.

Gute und schlechte Tiernachrichten

urn:newsml:dpa.com:20090101:101214-10-11005Es ist ja Vorweihnachtszeit – da möchte man gern Besinnliches oder Nettes lesen, auch aus der Welt der Tiere. Also gut: Ich fange mit einer erfreulichen Tiergeschichte an, die sich in Brandenburg zugetragen hat. Es geht um niedliche Hundebabys. Eine Hündin der Rasse Rhodesian-Ridgeback hat 17 (!) Welpen zur Welt gebracht, eine Zahl, mit der auch die Halterin der Hundedame nicht gerechnet hatte. Bei dieser Rasse sind Würfe mit acht bis zehn Welpen normal. Auf jeden Fall geht es den 17 Babys gut, ihre Mama mit dem schönen Namen Etana kümmert sich vorbildlich um sie, und die 17 Geschwister dürfen vorläufig noch alle zusammen herumtollen. Allerdings will die Besitzerin die meisten Welpen später verkaufen – 17 auf einen Streich sind ihr doch zu viel. (Auf dem Foto sind nicht alle 17 Welpen zu sehen, offenbar sind die kleinen Kerlchen zu lebhaft für ein Gruppenbild mit Dame!)

Leider gibt es aber auch in diesen Tagen wieder eine ausgesprochen schlechte Nachricht, die Tiere betrifft. Sie kommt aus Neuseeland. Dort waren unglaublich brutale Tierquäler am Werk und haben über 100 Maorimöwen in ihren Nestern erschossen und erschlagen. Neben toten Muttervögeln hat man auch Küken gefunden, die verhungert waren. Bisher tappen die Behörden im Dunkeln, wer diese Tat begangen hat und vor allem welches Motiv es dafür gibt. Maorimöwen sind eine sehr seltene Möwenart, die ausschließlich in Neuseeland vorkommt und deren Bestand stark gefährdet ist.

Ich frage mich, was eigentlich derzeit in Neuseeland los ist. Erst vor ein paar Wochen waren dort von Unbekannten Robben abgeschlachtet worden; darüber habe ich hier auch schon berichtet. Wenn das in dem Stil weitergeht, müssen sich die neuseeländischen Behörden wirklich etwas einfallen lassen. Derart grausame Angriffe auf wehrlose Tiere kann man einfach nicht länger hinnehmen!

Neuseeland über Robbenmassaker entsetzt

seebärenEine unglaublich grausame Meldung erreicht uns aus Neuseeland. Dort wurden an einem Strand an der Ostküste der Südinsel 23 tote Seebären gefunden. An den Wunden konnte man erkennen, dass die Robben erschlagen worden waren. Unter den getöteten Robben waren acht Jungtiere und 13 Weibchen. (Nebenstehendes Foto zeigt natürlich nicht die niedergemetzelten Tiere; ich veröffentliche es nur, weil nicht jeder automatisch weiß, wie Seebären aussehen.)

Der ungewöhnliche Vorfall hat sogar die Umweltschutzbehörden in Neuseeland auf den Plan gerufen. Bürger wurden dazu aufgefordert, bei der Suche nach den Tätern mitzuhelfen. Die Behörden vermuten, dass Fischer hinter der abscheulichen Tat stecken. Denn die sind der irrigen Meinung, die Seebären würden ihren Fang bedrohen. Dabei haben Forscher nachgewiesen, dass sich die Robben hauptsächlich von Laternenfischen ernähren, an denen die Fischer gar nicht interessiert sind.

Das Entsetzen über die grausame Tat hat aber auch noch einen andere Ursache: In Neuseeland sind Robben per Gesetz geschützt. Für das Töten von Robben kann man sechs Monate hinter Gitter wandern. So wurde vor ein paar Wochen ein junger Mann zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, der zusammen mit seinen Kumpeln eine Robbe mit Steinen malträtiert und auch noch Videoaufnahmen von dieser Tierquälerei ins Internet gestellt hatte.

Wer immer das neuerliche Massaker unter den Seebären angerichtet hat, muss äußerst kaltblütig vorgegangen sei. Die Behörden haben die Kadaver genau untersucht und gehen davon aus, dass die Täter an mehreren Tagen an den Strand zurückgekehrt sind, um die Robben totzuschlagen.