Was ist schlimmer: Schweinepest oder Jagd?

Von wegen Weihnachtsfrieden! Nur wenige Tage vor dem sogenannten Fest der Liebe soll es bayerischen Wildscheinen an den Kragen gehen. Das bayerische Kabinett hat offenbar Angst vor der Afrikanischen Schweinepest, deshalb sollen in Bayern mehr Wildschweine abgeschossen werden. Ja, geht´s noch?

Mit dieser Maßnahme wollen Umweltministerin Ulrike Scharf und Agrarminister Helmut Brunner (beide CSU) dafür sorgen, dass heimische Tiere vor der Schweinepest geschützt werden. Die Politiker nennen so etwas konsequente Vorbeugung. Die hochansteckende Krankheit war vor einigen Monaten bei Wildschweinen in Südosttschechien ausgebrochen (Foto: dpa). Nun hat man bei uns wohl Angst vor einer „Grenzüberschreitung“ der Viren, die zu der Erkrankung führen. Infizierte Tiere sterben in der Regel daran. Bayern ist bisher allerdings verschont geblieben. Für Menschen stellt die Krankheit gar keine Gefahr dar. Nun wird Panik gemacht vor der Einschleppung in Nutztier-Zuchtbetriebe, woraus wirtschaftliche Schäden resultieren könnten.

Da fällt den bayerischen Politikern nichts Besseres ein, als für den Abschuss von bestimmten Wildschweinen Jägern eine Prämie von 20 Euro zu versprechen. Na bravo! So etwas nennt man dann „entschlossenes Vorgehen“ gegen eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest. Da wird die Jäger-Lobby mal wieder prompt bedient. Wetten, dass andere Maßnahmen wie das Testen toter Wildschweine auf Schweinepest-Viren, zweisprachige Aufklärungskampagnen in den bayerisch-tschechischen Grenzgebieten, gezielte Kontrollen der Veterinärbehörden und strengere Hygienemaßnahmen weit weniger konsequent umgesetzt werden als das Losballern auf unschuldige Tiere?

Amerikas erste Katze mit Schweinegrippe

Wieder einmal sind die Vereinigten Staaten dem „Alten Europa“ einen Schritt voraus – einen Schritt, den wir aber am liebsten überhaupt nicht tun möchten: In den USA ist jetzt der erste Fall von Schweinegrippe bei einer Katze aufgetreten. Nicht nur der Verdacht, sondern diagnostisch bestätigt.

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte hat sich schon beeilt, die Katzenbesitzer in Deutschland zu beruhigen: Es bestehe kein Grund zur Panik. Menschen, die sich mit dem H1N1-Virus infiziert haben, können grundsätzlich Tiere, die mit ihnen in der Wohnung leben, anstecken. Das ist übrigens bei allen Influenza-A-Viren möglich, nicht nur bei der so genannten Schweinegrippe.

Wie sollen sich an dieser Grippe erkrankte Halter von Haustieren nun verhalten? Experten raten dazu, möglichst Abstand zu den Tieren zu halten – soweit das eben möglich ist. Also bitte: Das Schmusen mit der Katze einstellen! Katzen, die Freigang haben, braucht man aber auch jetzt nicht in die Wohnung sperren, und Hundebesitzer sollten weiter mit ihren Hunden Gassi gehen.

Einen Trost haben die Tierärzte auch parat: Bei der in den USA – genauer gesagt,  im Bundesstaat Iowa – an Schweinegrippe leidenden Katze ist die Erkrankung eher harmlos verlaufen. Dem Tier geht es schon wieder besser.

Man sagt ja auch, dass Katzen neun Leben haben, oder?