Wenn Orang-Utans fremdgehen

Bei Menschenaffen menschelt es mitunter ganz schön. Zum Beispiel bei den Orang-Utans im Zoo von Basel. Dort hat Vendel, ein verwegener Orang-Uran-Mann, kurzerhand bei den Paarungsplänen der Zooleitung dazwischengefunkt. Offenbar hat der 18-jährige Menschenaffe mit den unwiderstehlichen Backenwülsten die Orang-Utan-Dame Maja durch ein Gitter hindurch begattet. Dabei war sie doch als „Braut“ für einen anderen vorgesehen! Anscheinend wurde sie bei Vendel schwach, weil er ein sehr dominantes Orang-Männchen ist. Da die Paarung bei Orang-Utans kaum länger als eine Minute dauert, hat wohl niemand im Zoo die Deckung bemerkt. Der Vaterschaftstest (Foto: dpa) ergab jetzt jedenfalls, dass Vendel der Vater des Orang-Babys ist, das Maja im August vergangenen Jahres zur Welt brachte. Die Zooleitung war davon ausgegangen, ein anderer Zoo-Bewohner sei der glückliche Papa, nämlich der 14-jährige Budi.

Höchster Schutz für Wölfe

Passend zum Wochenende – und zum Titel meines Blogs! – eine positive Meldung: Wölfe genießen in Europa weiterhin höchsten Schutz nach dem Berner Artenschutzabkommen, das 1979 abgeschlossen wurde und Hunderte von Tier- und Pflanzenarten in Europa schützt. Demnach gelten Wölfe als „besonders gefährdet“. Im Europarat in Straßburg wurde jetzt schon zum vierten Mal einen Antrag der Schweiz abgelehnt, mit dem das Land ein Recht auf den Abschuss von Wölfen erreichen wollte.

Umweltschutzorganisationen haben die Schweiz deswegen immer wieder kritisiert. Schließlich lebt dort nur etwa ein Dutzend Wölfe. Das Parlament der Eidgenossenschaft dagegen wollte sogar aus der Artenschutzkonvention austreten, falls der Antrag auf das Jagdrecht wieder nicht durchkommt. Die Schweiz hat sich in ihrem Antrag auf einen Artikel in dem Artenschutzabkommen berufen, der den Abschuss von Wölfen zulässt, wenn diese andere Tierarten gefährden. Doch die Experten im Europarat halten diese Voraussetzung bei den wenigen in der Schweiz ansässigen Wölfen für nicht gegeben.

Wer sich für Zahlen interessiert: Der WWF beziffert die Anzahl der in Europa (einschließlich Russland) frei lebenden Wölfe auf 18 000; rund 2000 sind es in Spanien, ein paar Hundert in Polen, den Ländern des Baltikums und in Italien, auf rund sechzig  wird die Anzahl in den französischen Alpen beziffert. Auch in Deutschland haben sich wieder einige Rudel angesiedelt, hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Sachsen dürfen Einzeltiere in Ausnahmefällen mit Genehmigung des Umweltministeriums abgeschossen werden.