Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Es war eine Autoimmunerkrankung

Jetzt steht es fest, woran Seekuh Luna im Tiergarten Nürnberg gestorben ist. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, das die Sektionen der Kadaver von Tiergartentieren vornimmt, hat „ein komplexes Krankheitsbild“ zum Tod von Luna geführt. Zu den schon von den Zootierärzten festgestellten Befunden einer leichten Anämie und einer auffälligen Hauttveränderung wurde eine autoimmune Dermatopathie (Hauterkrankung) festgestellt. Das heißt, das Immunsystem von Luna hat gegen körpereigenes Gewebe überreagiert. Das Gewebe wurde als ein zu bekämpfender Fremdkörper gesehen, mit der Folge schwerer Schäden des betroffenen Organs. Solche Phänomene kennen wir ja auch beim Menschen. Und Humanmediziner stehen dabei meist ebenso vor einem Rätsel wie Veterinäre.

Die Tierpathologen haben bei der Untersuchung von Luna außerdem in Kombination mit der Autoimmunerkrankung eine bakterielle und eine Pilzinfektion der Haut nachgewiesen. Die Haut konnte sich nicht mehr gegen Pilze und Bakterien schützen. Weil so viele verschiedene Faktoren bei der Manati-Dame zusammenkamen, starb sie schließlich an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.

Ich habe mich noch einmal bei den Tierärzten am Schmausenbuck erkundigt, ob sich denn die drei übrigen Seekühe im Manatihaus bei Luna angesteckt haben könnten. Darauf weist bisher nichts hin, man hält eine Ansteckung auch für unwahrscheinlich. Denn es gebe überall Bakterien und Pilze, die aber bei einer gesunden Haut nicht gesundheitsschädigend sind.

Eine Seekuh weniger im Tiergarten

Leider gibt es schon wieder eine traurige Meldung aus dem Nürnberger Tiergarten: Seekuh Luna ist tot, sie starb am vergangenen Freitag, nur gut eine Woche vor ihrem zehnten Geburtstag. Kurz nach dem Tod von Gepardin Kelly ist das ein schwerer Schlag für den Zoo am Schmausenbuck. Nun sind noch drei Seekühe im Manatihaus übrig: Zorro, der künftige Zuchtbulle, Mara und ihr Sohn Herbert.
Luna kam am 5. November 2003 im Zoo Parc de Beauval (Frankreich) zur Welt. Im Juni vergangenen Jahres übersiedelte sie im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Nürnberg. Der Tiergarten ist für die Koordination des EEP für alle Seekühe in Europa zuständig. Nachdem Luna in Beauval 2008 und 2011 Kälber zur Welt gebracht hatte, die nicht überlebensfähig waren, sollte sie es im Tiergarten mit Zorro, einem Bullen aus einer anderen Zuchtlinie, versuchen. Sie verstand sich auch gut mit ihren Mitbewohnern im Manatihaus.

Mitte Oktober fielen Tierpflegern Hautveränderungen bei Luna auf, die sich schnell ausbreiteten. Man entnahm ihr deshalb Hautproben, die aber keinen eindeutigen Befund ergaben. Lunas Zustand verschlechterte sich innerhalb weniger Tage. Schließlich trennte man sie von ihren Artgenossen; im medizinischen Becken des Manatihauses nahmen die Tierärzte weitere Untersuchungen vor und behandelten das Tier mit Antibiotika. Auch Ultraschalluntersuchungen wurden durchgeführt. Sie ergaben, dass Luna nicht trächtig war. Die Blutbefunde zeigten lediglich eine leichte Anämie.
Nun wartet der Tiergarten auf die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung, mit denen allerdings frühestens in der nächsten Woche gerechnet wird.

P.S. Ob es sich bei Lunas Krankheit um eine ansteckende gehandelt hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Laut Tiergartendirektor Dag Encke gibt es bei Zorro, Mara und Herbert derzeit keine Anzeichen dafür. „Sie sehen putzmunter aus“, hat er mir heute am Telefon gesagt. Erst wenn der Befund aus der Pathologie komme, könne er mehr dazu sagen.

Übrigens hatte der Tiergarten in der Vergangenheit, als die Manatis noch im alten Tropenhaus gehalten wurden, viele Jungtiere, die auch gesund großgezogen wurden. Der alte Zuchtbulle Abari wurde 27 Jahre alt und zeugte immerhin zehn Babys, die weibliche Seekuh Flora brachte 13 Jungtiere zur Welt. In früheren Zeiten lebten die Seekühe auf engstem Raum in einem verhältnismäßig kleinen Becken – und vermehrten sich fast ununterbrochen. Seekuh-Nachwuchs aus Nürnberg wurde an Zoos in ganz Europa abgegeben und hat dort häufig auch wieder für Nachwuchs gesorgt. Wegen dieses Erfolgs hat der Nürnberger Tiergarten die Koordination für das EEP für Manatis übertragen bekommen.

Innerhalb des EEP wurde der älteste Seekuh-Bulle bisher fast 40 Jahre alt, das älteste Weibchen 35 Jahre. Zurzeit ist das älteste noch lebende Männchen 32, die älteste Seekuh 27 Jahre alt.

Scheibe verkratzt – was nun?

Gerade mal ein paar Tage ist die Delfinlagune im Tiergarten Nürnberg für Zoobesucher zugänglich – schon hat einer (oder eine?) von ihnen der neuen Anlage für Große Tümmler, Seelöwen und Seekühe mutwillig Schaden zugefügt: Bereits in der vergangenen Woche wurde die riesige Panoramascheibe verkratzt, durch die man vom „Blauen Salon“ aus Delfinen und Seelöwen unter Wasser beim Schwimmen und Tauchen zuschauen kann (auf dem Foto ist der 51-jährige Moby durch die Scheibe zu erkennen, im Vordergrund eine der künstlichen Algen der Unterwasserlandschaft).

Der Tiergarten hat diese Sachbeschädigung nicht an die Medien weitergegeben – vielleicht aus Angst, andere damit auf dumme Ideen zu bringen, vielleicht auch aus Angst vor erneut schlechter Presse über die Lagune. Schließlich hatten im Vorfeld und am Tag der Eröffnung der Lagune zahlreiche Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehsender immer wieder negativ und einseitig über die Lagune berichtet. Auch das Bayerische Fernsehen hat sich da pseudokritisch eingereiht, wie hier bereits ausführlich berichtet.

Nun prangen in der Mitte der sündhaft teuren, 18 Meter langen, gekrümmten Acrylscheibe Kratzer in Zickzachform auf einer Fläche von ungefähr 25 mal 25 Zentimetern. Mancher Besucher mag sie im Halbdunkel gar nicht bemerken, vor allem wenn er in die Beobachtung der faszinierenden Meeressäuger vertieft ist. Andere werden sich vielleicht über den Akt von Vandalismus ärgern, wieder andere könnten sich animiert fühlen, dem bisher noch einsamen Kratzer einen weiteren zur Gesellschaft hinzuzufügen.

Leider ist man dem „Täter“ (warum eigentlich Anführungszeichen, es handelt sich ja eindeutig um eine Straftat?) nicht auf die Schliche gekommen. Die Überwachungskamera hat keine Bilder geliefert, auf denen man den Bösewicht erkennt. Tiergartenmitarbeiter, die immer wieder sozusagen auf Streife unterwegs sind, vermuten, es könnte ein Kind gewesen sein: Ständig tatschen nämlich Buben und Mädchen mit den Händen an die Scheibe und rennen davor auf und ab. Dabei könnte ein Kind ein „Werkzeug“ zum Verkratzen in der Hand gehabt haben. Es könnten auch Jugendliche gewesen sein, die sich ja überall im Stadtgebiet künstlerisch verewigen. Und dann bleibt natürlich die Möglichkeit, dass einer der Lagunen-Gegner seiner Wut über die Anlage freien Lauf gelassen hat.

Wie dem auch sei: Nun muss der Tiergarten die wertvolle Scheibe für teures Geld (die Kosten stehen noch nicht fest) reparieren lassen. Die Tiergartenleitung will vermeiden, dass sich irgendein zweiter Verrückter durch die Kratzer eingeladen fühlt, auch seine „Handschrift“ auf dem Acrylglas zu hinterlassen. An Absperrungen vor der Scheibe, die einen gewissen Sicherheitsabstand garantieren würden, denkt man – vorläufig jedenfalls – noch nicht. Denn der Besucher soll ja den Eindruck haben, dass die Tiere ganz nah auf ihn zuschwimmen. Da kann man nicht einen Meter entfernt vor der Scheibe stehen. Wenn die Überwachung verstärkt werden sollte, würde das auch zusätzliche Kosten verursachen. Was man schließlich auf keinen Fall möchte, ist, den Besuchern das Gefühl einer ständigen Überwachung zu vermitteln. In solch einer unguten Atmosphäre würde sich bestimmt niemand wohlfühlen – weder Mensch noch Tier.

Das Bayerische Fernsehen und die Lagune

Die neue Delfinlagune im Tiergarten Nürnberg ist ab Samstag, 30. Juli,  endlich auch für die Zoobesucher zugänglich. „Endlich“ deshalb, weil sich nun jeder selbst ein Bild von der Anlage machen kann, die im Vorfeld deutschlandweit für einen Medienwirbel ohnegleichen gesorgt hat. Die Informationen, die über das Projekt gestreut wurden, waren tendenziös bis einseitig. Tierrechtler und Tierschutzaktivisten haben es geschafft, einen Großteil der Medien für sich zu vereinnahmen.

Eine ganze Reihe von Journalisten, die sich mit dem Thema Delfine bisher kaum beschäftigt haben, interviewten blauäugig Vertreter von PETA oder Pro Wildlife und ließen sich von denen alles Mögliche einreden, was vordergründig dagegen spricht, dass diese Tiere in Zoos gehalten werden können. Wobei offenbar weder die meisten Journalisten noch die Tierrechtler imstande sind,  zwischen „artgerecht“ und „naturgerecht“ zu unterscheiden.  Naturgerechte Haltung gibt es bei keinem Zootier, aber die Bestimmungen der Artenschutzgesetze werden in Zoos erfüllt; so auch in der Nürnberger Lagune.

In vielen Medien scheint es inzwischen Hauptsache zu sein,  sich als kritisch-engagiert zu geben – ob die Inhalte stimmen, ist dabei ganz egal. So macht man heutzutage Quote. Immer schön mit dem Mainstream schwimmen, sonst könnte man ja anecken und ein par Follower oder Freunde in den alles bestimmenden Internet-Foren verlieren.

Den Vogel abgeschossen hat für mich dabei das Bayerische Fernsehen. Am Donnerstag, als die Lagune offiziell eingeweiht wurde, brachte der Sender in der „Rundschau“ um 21 Uhr einen Beitrag über das Ereignis. Der Zuschauer erfuhr darin nicht sehr viel Neues über die Lagune und gar nichts über das Manatihaus, das immerhin ein Viertel der gesamten Investitionssumme des gemeinsamen Bauprojekts Lagune/Manatihaus ausmacht. In den Medien wurde das neue Zuhause für Seekühe allgemein sträflich vernachlässigt – leider, denn ich finde diese Tropenhalle als tiergärtnerische Anlage ehrlich gesagt wesentlich beeindruckender als die Lagune – ein echter Gewinn für den Tiergarten und die Stadt Nürnberg! Deshalb zeige ich einen Teil der Tropenhalle hier gern im Bild.

Aber zurück zum BR. Nachdem schon ein Großteil des aktuellen Beitrags über die Einweihung der Lagune aus Interviews mit Delfinariumsgegnern bestand, durfte hinterher im Studio auch noch eine Vertreterin von Pro Wildlife ihre Halbwahrheiten über die Biologie von Delfinen vom Stapel lassen. Sie behauptete zum Beispiel, die Delfine könnten in Becken wie der Lagune ihr Echolot-System nicht einsetzen. Das ist – mit Verlaub – Schwachsinn hoch drei! Delfine setzen dieses hochsensible Sonarsystem nämlich nur ein, wenn sie ihre Umgebung erkunden müssen. In Becken wie dem bisherigen Delfinarium, die sich über Jahre hinweg nicht verändern, können die Tiere auf das Echolot verzichten, weil sie es nicht brauchen; die Abmessungen des Beckens, Betonwände oder andere Hindernisse haben die Großen Tümmler längst sozusagen in ihrem Gedächtnis eingescannt. Erst wenn die Tiere die Umgebung wechseln (wie vor ein paar Wochen beim Umzug in die Lagune), aktivieren sie die Echolot-Peilung wieder. Sonst würden die schnellen Schwimmer brutal gegen die Beckenwände prallen. Haben sie die Formen, Wassertiefe und Maße der neuen Becken erst einmal neu im Gehirn programmiert, deaktivieren die Delfine das Sonarsystem.

Das ist nur ein Beispiel, wie diese Debatte seit Jahren geführt wird, und ein Grund, warum sie mir gelinde gesagt zum Hals heraushängt. Ich habe deshalb in meinem Blog lange Zeit nicht über Delfinhaltung in Zoos und Delfinarien geschrieben. In den letzten Wochen blieb mir als Redakteurin der „Nürnberger Zeitung“ aus aktuellem Anlass aber nicht anderes übrig – die Delfinlagune ist halt nun mal ein Topthema für Nürnberg und die Region, das ich als Journalistin nicht ignorieren kann.

Umzug bei Familie Seekuh und Seelöwe

Die Eröffnung von Delfinlagune und Manatihaus im Nürnberger Tiergarten rückt unweigerlich näher. Ab 30. Juli ist die neue Anlage für die Besucher zugänglich. Nach und nach ziehen auch die künftigen Bewohner in ihr neues Zuhause um.
Auch für die Mitarbeiter des Zoos am Schmausenbuck ist das eine logistische und organisatorische Herausforderung. Außer den Delfinen selbst müssen sie acht kalifornische Seelöwen und drei Seekühe in die Delfinlagune bzw.ins Manatihaus umsiedeln. Trotzdem gingen die beiden Umzüge jetzt glatt über die Bühne.
Die Seelöwen – neugierig, wie sie nun mal sind – haben nach einem kurzen Aufenthalt im „Kinderbereich“ gleich ihr neues Becken erkundet. Bei den Seelöwen handelt es sich um sechs Weibchen – Ella, Tiffy, Soda, Foster, Hazel, Blue – und zwei junge männliche Seelöwen, nämlich Salomon und Scott. Salomon soll – wenn er nächstes Jahr geschlechtsreif wird – die Rolle des Haremschefs im Aquapark des Tiergartens übernehmen. Er wird also, wenn es klappt, Nachfolger des langjährigen Haremsführers Patrick, der kürzlich gestorben ist, wie meine Kollegin Jule hier berichtet hat.

Die drei Seekühe Mara, Zorro und Herbert haben es – ihrer behäbigen Natur gemäß – in ihrem neuen Zuhause etwas langsamer angehen lassen (auf dem Foto ist der Transport von Mara zu sehen). Ruhig haben sie sich erst einmal in ihrem Becken im neuen Manatihaus umgeschaut. Ob sie die üppige, tropische Pflanzenpracht in ihrer neuen Umgebung wohl wahrnehmen? Oder ist ihnen diese prachtvolle „Inneneinrichtung“ im neuen Quartier schnurzegal – nach dem Motto: Hauptsache, es gibt regelmäßig was zu fressen? – Sei´s drum, jedenfalls haben sich die drei Manatis gleich gut mit ihren neuen Mitbewohnern vertragen, mit denen sie künftig in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben: Perlmutt-Barsche, Schilderwelse und Pacu-Fische.

Delfinlagune eröffnet am 30. Juli

Lange hat der Nürnberger Tiergarten ein Geheimnis daraus gemacht. Doch nun hat er es gelüftet: Die im Vorfeld umstrittene Delfinlagune wird planmäßig fertig und am 30. Juli für die Besucher eröffnet, gleichzeitig mit dem neuen Manatihaus.

Die Delfinlagune ist die erste Freianlage für Delfine in Deutschland. Große Tümmler und Seelöwen, die bisher im geschlossenen Delfinarium gehalten wurden, erleben in der neuen Anlage zum ersten Mal Sonne, Wind und Regen in einer naturnahe gestalteten Wasserwelt. Die Anlage wird von begrünten Hügeln umgeben sein und soll sich in den Landschaftscharakter des Schmausenbuck einfügen.

Derzeit werden bereits die Wasserbecken gefüllt. Mehr als 5,4 Millionen Salzwasser passen dort hinein. Die Tiefe der Becken liegt zwischenn 50 Zentimetern und sieben Metern. Besucher des Tiergartens werden die Tiere nicht nur von einer Landschaftstribüne im Freien beobachten können, sondern auch durch eine riesige Unterwasser-Panoramascheibe.

Ins Manatihaus werden die Seekühe einziehen, die seit Jahren sehr beengt im alten „Tropenhaus“ untergebracht sind. Das Manatihaus soll mit mehr als 50 südamerikanischen Pflanzenarten endlich ein Tropenhaus werden, das diesen Namen tatsächlich verdient. Außer Seekühen sieht das Publikum dort auch Weißgesichtsakis – eine Affenart, die es im Nürnberger Tiergarten bisher noch nie gab -, außerdem Blütenfledermäuse, Kleinvögel, Schmetterlinge, Enten, Schildkröten und verschiedene Fischarten. Die Besucher bekommen auch Einblick in die hochinteressante Welt der Blattschneiderameisen, deren Lebensweise und Arbeitsteilung genau erklärt wird.

Tiergarten-Eintritt wird teurer

Im Nürnberger Tiergarten sollen im Sommer die neue Delfinlagune und das Manatihaus für Seekühe eröffnet werden – wenn alles plangemäß läuft. Noch gibt es keinen genauen Termin für die Eröffnung. Aber eines steht jetzt schon fest: Die Besucher müssen dann mehr Geld für den Eintritt hinlegen.

Das heißt, so ganz allgemein kann man das nicht sagen. Denn für alle, die bisher schon nicht nur in den Zoo, sondern auch ins Delfinarium wollten, bleibt der Eintritt gleich. Künftig zahlt man nämlich die Summe aus dem bisherigen Eintritt für den Tiergarten und das Delfinarium. Für Erwachsene sind das 13,50 Euro, für Kinder 6,50 Euro, für Familien 31,50 Euro. Ermäßigungen, unter anderem für Nürnberg-Pass-Inhaber, bleiben bestehen. Die Preiserhöhung tritt erst mit der Eröffnung der Lagune in Kraft. Dafür gibt es in diesem Jahr nicht die sonst übliche kleine Preiserhöhung um 50 Cent.

Die Wegführung durch den Tiergarten wird in Zukunft durch Lagune und Manatihaus führen, beides ist nicht durch einen separaten Eingang abgetrennt wie das bisherige Delfinarium. Deshalb gibt es dann auch keine Extra-Karten mehr. Sicher werden sich viele Leute ärgern, die eigentlich gar nicht in die Lagune wollen und trotzdem tiefer in die Tasche greifen müssen. Schließlich erhöhen sich für sie die Preise um die Hälfte. Allerdings wird ihnen aber – von der Delfinlagune mal abgesehen – mit dem neuen Manatihaus auch eine neue Attraktion geboten, die eben nicht zum Nulltarif zu haben ist. In dem Glaspalast für Seekühe bekommen sie einen Einblick in den Lebensraum Regenwald und seine faszinierende Pflanzenwelt. Derzeit werden dort die ersten Urwaldbäume gepflanzt. Es wurden ausschließlich Bäume und andere Pflanzen ausgesucht, die in Südamerika vorkommen.

Im Vergleich zu anderen Zoos in Deutschland bleibt der Eintritt in den Nürnberger Tiergarten weiterhin moderat. In Zoos mit Delfinarium (allerdings nicht mit der künftigen Lagune in Nürnberg vergleichbar) kostet der Eintritt 14,50 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder (Duisburg) bzw. 14 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder (Münster). Es gibt aber auch wesentlich teurere Zoos.  Hannover verlangt zum Beispiel 23 Euro für Erwachsene und 13 bis 16 Euro für Kinder, der Berliner Zoo 13 bis 20 Euro für Erwachsene und 6,50 bis 10 Euro für Kinder. In beiden Zoos gibt es kein Delfinarium.

Zum Schluss noch ein Tipp: Künftig rentiert es sich noch mehr als bisher, eine Dauerkarte für den Tiergarten zu kaufen. Die hat bisher 60 Euro gekostet (27 Euro für Kinder), für das Delfinarium gab es keine. Künftig kostet sie 65 Euro (35 Euro für Kinder), und bereits nach dem fünften Tiergartenbesuch hat sie sich amortisiert (bisher war das nach dem siebten Besuch der Fall).

 

Meeressäugetiere in Gefahr

Die Ölpest im Golf von Mexiko erreicht neue Dimensionen: Während an der Wasseroberfläche vergleichsweise wenig von dem unaufhörlich sprudelnden Erdöl treibt, gibt es in den Tiefen des Ozeans erschreckende Mengen davon. Riesige Ölschwaden wurden dort entdeckt, in bisher nicht gekanntem Ausmaß: Bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und 100 Meter hoch.

Gulf Oil SpillDiese Schwaden haben verheerende Auswirkungen für die im Meer lebenden Tiere: Der Sauerstoffgehalt in ihrer Nähe liegt ungefähr ein Drittel unter dem Normalwert. Möglicherweise ist das darauf zurückzuführen, dass Chemikalien verwendet wurden, die das Öl unter Wasser zersetzen. So gelangt es zwar nicht – oder nur in geringen Mengen – an die Oberfläche, richtet aber weiter unten schlimme Schäden an.

Für die Seevögel, die normalerweise unter einer Ölpest am meisten zu leiden haben, ist das zumindest im Augenblick günstig. Doch die im Meer lebenden Tiere sind nun extrem gefährdet. Auch Säugetiere wie Delfine, Seekühe, Wale, Robben oder Otter – Tiere, die wir Menschen besonders lieben – schweben nun in Lebensgefahr. Kommen sie mit dem Öl in Kontakt, können sie ersticken, außerdem drohen ihnen Vergiftung, Unterkühlung und Hungertod.
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"Nürnberger Schnauzen" wieder im ZDF

Seitdem das ZDF seine ersten Folgen für die Zoo-Doku-Serie „Nürnberger Schnauzen“ im Tiergarten gedreht hat, scheint der Fernsehsender ganz vernarrt in diesen Zoo. Die Einschaltquoten waren auch erfreulich – also spricht nichts gegen eine Fortsetzung.

Nun startet am Montag, 5. Oktober,  schon die dritte Staffel der beliebten Reihe, in der die Zuschauer wieder einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Arbeit von Tierpflegern und Tierärzten genau verfolgen können. Flocke ist zwar längst den Kinderschuhen entwachsen – trotzdem wird sie, zusammen mit ihrem Eisbärenfreund Rasputin, eine der Hauptrollen in den 20 neuen Folgen spielen, die das ZDF ausstrahlt.

ManatisgenovaNatürlich stellt das ZDF auch das Nashornbaby Seto Paitala und seine Mama Purana vor, auch der Nachwuchs der Sibirischen Tiger wird thematisiert. Die junge Seelöwin Foster, die per Hand aufgezogen wurde, hat sich inzwischen prächtig entwickelt und wurde bei ihren ersten Trainingseinheiten im Delfinarium gefilmt. Eine der Folgen wird sich um die beiden Nürnberger Seekühe Pepe und Husar drehen: Die zwei in Nürnberg geborenen Manatis sind vor kurzem in die italienische Hafenstadt Genua umgezogen, wo sie jetzt in einem großzügig gestalteten Becken des „Acquario“ leben (siehe Foto). In Nürnberg werden Seekühe nämlich so erfolgreich gezüchtet, dass der Tiergarten Exemplare dieser Tierart bereits in alle möglichen Zoos und Aquarien abgeben konnte. Seekühe aus Nürnberg leben heute in Frankreich, den Niederlanden, in Japan und Singapur.

Die 20 neuen Folgen der „Nürnberger Schnauzen“ sind ab 5. Oktober jeweils montags bis freitags um 15.15 Uhr im ZDF zu sehen.