Qualen eines Tigers werfen Fragen auf

Leider hören die schlechten Nachrichten über das, was Menschen Tieren antun, auch vor Weihnachten nicht auf. Ein Video, das zeigt, wie ein Tiger in einem thailändischen Zoo misshandelt wird, sorgt bei Tierschützern auf der ganzen Welt für Wut und Empörung. Auf dem seit Anfang dieser Woche mehr als eine Million Mal angeklickten Film sieht man, wie ein Zoomitarbeiter den Tiger immer wieder mit einem Stock ins Gesicht stößt, um die Raubkatze zum Knurren zu bringen. Wozu diese Tierquälerei? Man glaubt es kaum, aber es ist leider wahr: für Fotos mit Touristen! Der Zoomitarbeiter ist angeblich wegen des Vorfalls inzwischen versetzt worden.

In dem Zoo wurden sämtliche Regeln, die eigentlich weltweit für alle Zoos gelten, missachtet. Die Touristen sitzen manchmal sogar neben oder auf dem Tiger (Foto: AFP/Wildlife Friends Foundation Thailand/Edwin Wiek). In Thailand sind Fotos von wilden Tieren mit Touristen, ähnlich wie das Reiten auf  Elefanten, ein Geschäft, das nur so flutscht. Der Zoo in Pattaya damit Reklame, dass jeden Tag bei einer Show ein Mann mit bloßen Händen gegen ausgewachsene Krokodile kämpft. Und Hunderte Male jeden Tag wird der Tiger gestochen, nur um ihn zum Brüllen zu bringen! Das hat die Tierschutzorganisation Wildlife Friends Foundation Thailand aufgedeckt, das Video im Zoo The Million Years Stone Park and Pattaya Crocodile Farm aufgenommen und auf Facebook ins Netz gestellt. (Ich erspare meinen Lesern das Video, das bloße Foto reicht mir schon!) Die Organisation tritt dafür ein, Selfies mit Tieren ganz zu verbieten. Das würde auch dem Schutz der Zoobesucher dienen, denn jedes Jahr werden viele Menschen in ähnlichen Situationen verletzt.

Mir kommt es so vor, als hätten Menschen in Asien besonders wenig Respekt vor Tieren und deren Rechten. Man denke nur an die Traditionelle Chinesische Medizin, für deren Wundermittelchen Tiere wie etwa Nashörner endlos leiden müssen, oder an die grausame Wal- und Delfinjagd der Japaner. Verliert man womöglich den Respekt vor anderen Lebewesen, wenn man in besonders bevölkerungsreichen Ländern lebt? Irgendwie werde ich diesen Verdacht nicht mehr los.

Lasst die Finger von Exoten!

So, ich glaube, für den Moment haben die meisten erst einmal genug von allem, was mit dem Bereich Delfine/Lagune zu tun hat. Zumindest mir geht es so. Deshalb: Neue Woche, neues Thema.

Da hat heute der Deutsche Tierschutzbund einen weiteren Anlauf genommen, um das von ihm geforderte Verbot der Haltung von exotischen Tieren in Privathaushalten wieder ins Gespräch zu bringen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte die Referentin für Heimtiere und Artenschutz beim Tierschutzbund, Sandra Giltner: „Wer keinen wissenschaftlichen Grund dafür hat, sollte keine Exoten halten dürfen.“ Anlass für das Gespräch mit dapd war, dass gerade jetzt in der sommerlichen Reisezeit viele Touristen tierische Souvenirs aus dem Urlaub mit nach Hause bringen. Der Zoll beschlagnahmt jedes Jahr Hunderte solcher Mitbringsel.

Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes können Privatleute die meisten exotischen Tiere einfach nicht artgerecht  halten. Viele Besitzer wissen nicht einmal, was ihre Schützlinge brauchen, damit zumindest deren Grundbedürfnisse erfüllt werden. So artet die Exotenhaltung bei Privatpersonen häufig in Tierquälerei aus und führt immer wieder sogar zum Tod der armen Viecher; deshalb will der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot erreichen – wenn  nicht das der Haltung von Exoten, dann zumindest ein Verbot der Reptilienbörsen, auf denen bei uns diese Tiere ganz legal ver- und gekauft werden dürfen.

Es kann eine Menge passieren, wenn ahnungslose Menschen solche Lebewesen bei sich zu Hause unterbringen. Die Folgen sind oft skurril – Geschichten darüber kann man regelmäßig in der Zeitung lesen oder auch in diesem Blog, zum Beispiel hier (unter dem Stichwort „Teuer“). Manchmal wird es aber richtig lebensgefährlich, etwa wenn Giftschlangen ihre Besitzer beißen. Oder wenn die Tiere ausbüxen bzw. von ihren überforderten Haltern ausgesetzt werden. Da kann es dann vorkommen, dass ahnungslose Spaziergänger giftigen Reptilien wie Schnappschildkröten in einem Teich begegnen. Das endet dann höchstwahrscheinlich böse, denn Schnappschildkröten beißen äußerst kräftig zu: einen Besenstiel  knacken sie beispielsweise mühelos.

 

Tierische Olympia-Maskottchen

Den Vorschlag von „mandy wagenknecht“, die in ihrem Kommentar auf meinen letzten Beitrag über Wölfe die Idee hatte, auch mal was über Werwölfe zu schreiben (gerade jetzt, da dieses Thema groß im Kino rauskommt), finde ich an sich gut. Aber der Aktualität wegen muss ich mich heute unbedingt um ein anderes Thema kümmern, das ich schon seit Tagen vor mir herschiebe: die Olympischen Spiele, die morgen in Vancouver beginnen.

Was soll denn Sport mit Tieren zu tun haben, mag sich nun vielleicht mancher fragen. Doch er vergisst, dass auf der Welt alles irgendwie zusammenhängt. Also: Auch bei diesen Spielen kommen wieder einmal tierische Maskottchen zum Einsatz. Das macht die sportlichen Ereignisse, die ich zu einem guten Teil auch am Fernseher verfolgen werde, für mich noch viel interessanter. Wenn ich schon vor einem Wettkampf den netten Glücksbringern begegne, steigt bei mir die Laune gleich ein Stück weiter nach oben. Und auch als Souvenirs werden sie eine Menge Geld in die Kassen spülen.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100203-99-02064Diesmal heißen sie Sumi, Miga und Quatchi. Drei Figuren, denen die Kanadier jetzt dauernd über den Weg laufen und umgekehrt. Es handelt sich um Wesen, die für die Ureinwohner Kanadas eine bedeutende Rolle spielen. Sumi, das ist der Schutzengel für Tiere – womit ich wieder bei meinem oben erwähnten Beitrag „Schutzengel für die Wölfe“ wäre. Sumi besitzt Flügel, nämlich die des Donnervogels. Wenn er nicht fliegt, sondern geht, dann tut er das auf den starken Fellbeinen des Schwarzbären. Miga ist ein sportliches Seebär-Mädchen, das gerne surft und snowboardet. Miga ist halb Orca, halb Bär. Das rührt daher, dass sich in den Mythen der kanadischen Urbevölkerung Orca-Wale an Land in Bären verwandeln. Das Ungetüm Quatchi mit den Riesenfüßen und dem dicken Fell soll es tatsächlich gegeben haben. Quatchi ist allerdings ein sanfter, fast schüchtern zu nennender Riese, und er hat eine Schwäche für Eishockey. Toll: Da kommt wirklich (fast) alles zusammen, was Kanada ausmacht!

Dann gibt es da noch einen Vierten im Bunde, der allerdings kein offizielles Olympia-Maskottchen ist: Mukmuk, das Murmeltier. Mukmuk heißt in der Sprache der Ureinwohner so viel wie Essen, und das deutet auch schon auf MukMuks Lieblingsbeschäftigung hin: Er widmet einen großen Teil seiner Zeit der Nahrungsaufnahme.

Im Vergleich zu diesen Gestalten nehmen sich die Maskottchen früherer Olympischer Winterspiele direkt langweilig aus. Ich erinnere mich trotzdem gern an den Waschbären von Lake Placid (1980), der auf den schönen Namen Roni the Raccoon hörte. Oder an den kleinen Wolf Vucko von Sarajevo (1984), der immer so süß „Sarajevooooooooo“ heulte und dafür sorgte, dass das vorher schlechte Image der als ekelhafte Räuber verschrienen Wölfe sich schlagartig verbesserte. Und dann fallen mir noch die zwei Eisbären von Calgary (1988) ein, Hidy und Howdy. Ob die beiden auch ein wenig zum allgemeinen Eisbären-Hype beigetragen haben, der in den letzten Jahren überall auf der Welt ausgebrochen ist?

Teure Liebe zu Alligatoren

Tierliebe kann zuweilen seltene Blüten treiben. So zum Beispiel im Fall einer Frau, die offenbar Alligatoren über alles liebt. Die Mainzerin hatte in ihrem USA-Urlaub in Florida den präparierten Kopf eines Alligators als Souvenir gekauft und ihn als Postpaket zu sich nach Hause geschickt. Doch dort kam er nie an: Zollbeamte stellten das gute Stück, das immerhin ungefähr einen halben Meter lang war, sicher und beschlagnahmten es.

Hintergrund ist, dass für das artengeschützte Tier keine Einfuhrgenehmigung vorlag. Alligatoren gehören nämlich zu den besonders geschützten Tierarten, und ihre Einfuhr bei uns ist nur mit einer Ausfuhrgenehmigung des Herkunftslandes und einer zusätzlichen Genehmigung der deutschen Behörden erlaubt. Diese Regelung gilt auch, wenn es sich nur um Teile eines Alligators – wie in dem gschilderten Fall den Kopf – handelt.

Die Frau kann sich nun nicht nur nicht über ihr tierisches Souvenir freuen – sie muss obendrein mit einem Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz rechnen. Dürfte also insgesamt eine ziemlich teure Sache werden!

Dabei hätte die gute Frau für weit weniger Geld echten Spaß mit ihren Lieblingstieren haben können. Nicht einmal in die USA hätte sie dafür fliegen müssen – eine Autofahrt von Rheinland-Pfalz ins benachbarte Bundesland Hessen hätte genügt. Dort gibt es in Ockstadt (Wetterau-Kreis) einen Privatzoo, der sich auf Alligatoren und Kaimane spezialisiert hat. Auf der „Alligator Action Farm“ kann man nicht nur den größten Alligatoren-Verband Europas anschauen, man kann mit den „gators“ richtig was erleben: zum Beispiel zu ihnen ins Gehege gehen und sogar mit ihnen gemeinsam schwimmen.

Zoofachleute mögen diese Art von Zurschaustellung von Tieren und die sensationelle Erlebniswelt, die eine solche Farm vorspiegelt, nicht unbedingt gutheißen. Eine bessere Alternative als der Alligator-Tourismus in die USA ist diese Farm aber allemal – oder was glauben Sie/glaubt Ihr?

Glückliche Meeresschildkröten

Nach meinen letzten Beiträgen hier und hier zur Abwechslung mal wieder eine Tiergeschichte mit glücklichem Ausgang.

In Frankfurt sind aus Eiern einer äußerst seltenen Meeresschildkrötenart fünf Junge geschlüpft. Die Eier hatte eine Urlauberin als Souvenir von den Seychellen illegal mit nach Hause nehmen wollen. Die Frau wurde aber am Frankfurter Flughafen erwischt, die Schildkröteneier wurden beschlagnahmt und in den Frankfurter Zoo gebracht. Dort legte man sie in den Brutkasten.

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-04318Nur vier Tage später schlüpften die jungen Karettschildkröten. Sie waren gesund und munter und sind mittlerweile 20 Zentimeter groß und 800 Gramm schwer. Man weiß nicht, wie viele Exemplare dieser bedrohten Art heute noch in freier Natur vorkommen. Die Tiere waren wegen ihres Panzers, aus dem Brillengestelle, Kämme u.ä. hergestellt wurden, beinahe ausgerottet worden. Deshalb beschlossen die Zoofachleute, die kleinen Schildkröten auf die Seychellen, in ihr natürliches Umfeld, zurückzubringen. Man wollte diese seltene Gelegenheit nutzen -normalerweise ist bei solchen Fällen von Schmuggel nämlich der genaue Herkunftsort der Tiere nicht bekannt.

Nun sollen die Schildkrötenkinder an ihrem Heimatstrand, wo die Eier eingesammelt wurden,  wieder freigelassen werden. Sie haben laut den Fachleuten vom Frankfurter Zoo beste Chancen, zu überleben. Für die Transportkosten kommt die Fluggesellschaft Condor auf. Karettschildkröten können übrigens über 70 Kilo schwer und bis zu 100 Jahre alt werden, ihr Panzer kann die Länge von einem Meter erreichen.

Sag´s mit Flocke!

Sommerzeit, das ist auch Kirchweih-Zeit. Und selbst wenn es noch so altmodisch ist: Irgendwie verkaufen sich die zuckerguss-verzierten Lebkuchenherzen mit Schriftzügen „Ich hab´ Dich lieb“, „Denk´an mich“ oder ähnlichen Sprüchen.

flockelebkoung.jpgIrgendwie kitschig, trotzdem kommen die Dinger anscheinend nicht aus der Mode.  Jetzt gibt es sogar noch eine Steigerung für derartige süße Liebesgrüße: den ultimativen Flocke-Lebkuchen. Nicht in Herzform, sondern in Flocke-Form. Erhältlich im Tiergarten, am Kiosk vor dem Delfinarium. Naja, es gibt durchaus noch kitschigere Nürnberg-Souvenirs.