Da kann man doch optimistisch sein!

Wie lang und beinahe schwarz die Zunge einer Giraffe doch ist! Davon konnte sich diese Besucherin des Tiergartens Nürnberg mit ihrem kleinen Sohn heute aus nächster Nähe überzeugen, als sie eine der Netzgiraffen mit Knäckebrot füttern durften. Mutter und Kind waren kurz vorher an der Zoo-Kasse überrascht worden, denn da hieß es plötzlich: Glückwunsch, Sie beide sind unsere millionsten Besucher des Jahres 2017! Es gab zunächst einige Geschenke – unter anderem eine 12 Monate gültige Dauerkarte für den Tiergarten. Der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel, der auch Tiergartenreferent ist, half dann bei der Giraffen-Fütterung (Foto: Roland Fengler).

Die Besucher-Millionengrenze in dem Zoo am Schmusenbuck wurde damit früher als im Jahr 2016 geknackt. Die Zooleitung hofft deshalb, heuer ein sehr gutes Besucher-Ergebnis zu erzielen und bis Dezember über 1,1 Millionen Gäste am Schmausenbuck verbuchen zu können. Bisher hat der Tiergarten 17 mal in seiner Geschichte die Jahresmarke von einer Million Besuchern überschritten. In jüngerer Vergangenheit lag die Zahl nur in den Jahren 2000, 2010 und 2013 unter einer Million. Abgesehen von diesen drei suboptimalen Werten waren es seit 1999 immer über eine Million. Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau hat eine aufschlussreiche Liste mit Besucher-Mittelwerten für die vergangenen Jahrzehnte erstellt. weiter lesen

Das Tiergarten-Jahr 2016

Während die meisten deutschen Zoos ihre „Inventur“ für die Medien immer schon um den Jahreswechsel durchführen, lässt sich der Nürnberger Tiergarten stets etwas mehr Zeit für seinen Jahresrückblick. Heute war es wieder so weit. Und das Interesse der Journalisten ist auch diesmal wieder groß gewesen, was das Interesse der Bevölkerung ja durchaus widerspiegelt. Auf dem Weg zur Pressekonferenez sind wir bei den Grauen Riesenkängurus vorbeigekommen, die munter in ihrer verschneiten Anlage herumhüpften.

Große Höhepunkte gab es 2016 für den Zoo am Schmausenbuck nicht. Es war ein Jahr ohne wirklich attraktiven Nachwuchs (siehe unten), aber zum Glück auch eines ohne ganz schlimme Nachrichten. Zumindest, wenn man vom „Dauerbrenner“ undichte Delfinlagune absieht, die für teures Geld saniert werden muss. Deshalb wird jetzt auch das nicht-öffentliche Delfinarium II (hier im Bild) für rund 1,2 Millionen Euro renoviert, um Große Tümmler oder Seelöwen ausquartieren zu können, wenn es bei der Lagunen-Reparatur zu laut oder zu staubig wird. Erfreulicher Ausblick für das neue Jahr: Rechtzeitig zu den Osterferien soll die Außenanlage der Totenkopfäffchen fertig saniert sein; dort ziehen dann – als neue Tierart – Sumpfmeerschweinchen mit ein. Und für den Herbst ist die Fertigstellung des Wüstenhauses angekündigt, das durch den Umbau des alten Flusspferdhauses entsteht.

Und das war das Tiergarten-Jahr 2016 in Zahlen:

Zum Jahresende lebten 3802 Tiere aus 287 Arten am Schmausenbuck, davon 216 Wirbeltierarten mit 2727 Individuen.
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Abgabe von Tieren: drei Große Tümmler (Kai, Noah und Arnie) nach Portugal und Lanzarote, zwei Kleine Pandas nach Köln und Kerkrade und ein Tiger nach Hannover
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Todesfälle: ein männlicher Gepard und das Zuchtpaar der Buntmarder (Gorbi und Alisa). Für die Tochter der beiden kam ein Partner aus dem Tierpark Berlin nach Nürnberg.
Auswilderung: drei Habichtskäuze (seit 2003 gingen 14 dieser Jungvögel in den Nationalpark Bayerischer Wald, neun in das Biosphärenreservat Wienerwald und in das Wildnisgebiet Dürrenstein).
Führungen: Von der Zoopädagogik wurden 16.147 Teilnehmer (Kinder und Erwachsene) in 1412 Führungen und anderen Angeboten betreut. Außerdem gab es fast 40 Vorträge im Naturkundehaus.
Tierpatenschaften: 770 Tierpaten mit einer Spendensumme von 132.517 Euro. 470 Tierpaten (61 Prozent aller Paten) setzten ihre Patenschaft nach einem Jahr fort.
Besucher: 1.087.360 Besucher (3,3 Prozent weniger als 2015)

Die Kohlmeise hat das Rennen gemacht

KohlmeiseVor drei Wochen habe ich meine Leser hier gebeten, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Nun sind die Ergebnissse des Landesbundes für Vogelschutz da, und die will ich natürlich weitergeben. Also: The winner is …  die Kohlmeise! Wieder, muss man dazu sagen, denn im vergangenen Jahr war sie es auch schon, die am häufigsten in Bayerns Gärten gesichtet wurde. Sie hat von den guten Brutbedingungen im langen Sommer 2015 profiiert, teilen der LBV und der Naturschutzbund Nabu mit. In Bayern machten in diesem Jahr 26.000 Teilnehmer bei der Aktion mit. Sie zählten insgesamt 700.000 Vögel, im Durchschnitt 40 Vögel pro Garten.

Außerdem interesssant für (Hobby-)Ornithologen: Der Fichtenkreuzschnabel ist bei der Zählung so oft aufgetaucht wie noch nie zuvor. Und auch beim Erlenzeisig ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr feststellt worden – er kam in Bayern auf 45.000 „Treffer“. Der Stieglitz erreichte mit 11.000 Sichtungen ebenfalls ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Wie schon in den letzten Jahren waren es in Bayern auch wieder mehr Silberreiher, die hier den Winter verbrachten: mindestens 700.

 

Tiergarten unter Deutschlands „Top Ten“

TiergartenbesucherWährend der Duisburger Zoo heute die traurige Pflicht hatte, den Tod eines seiner erst vor kurzem geborenen Delfinbabys bekanntzugeben, herrschte im Tiergarten Nürnberg eitel Freude und Sonnenschein: Das schöne Wetter des vergangenen Jahres brachte dem Zoo am Schmausenbuck bei den Gästezahlen das viertbeste Ergebnis in seiner Geschichte und zeigt, dass er zu den „Top Ten“ der deutschen Zoos gehört. 1.124.737 Besucher waren es, und damit 52.984 mehr als 2014. Selbst der Fünf-Jahres-Schnitt (1.074.000) wurde um 60.905 überschritten. Das beste Jahr hatte der Tiergarten mit Eisbärin Flocke 2008 erzielt. 1.281.286 Besucher waren es damals.

Um dem ewigen Genöle, das schon im Vorfeld im Netz zu lesen war, den Wind aus den Segeln zu nehmen, hier noch ein Hinweis zur Zählung, soeziell zu den Dauerkartenbesitzern. Deren Zahl ist ebenfalls wieder gestiegen: um 17 Prozent auf 7656. Und die Besitzer werden nicht bei jedem Besuch erfasst, sondern man rechnet bei ihnen 20 Besuche pro Jahr ein. Dabei hat die Umfrage, wie oft sie im Jahr mit ihrer Dauerkarte kommen, im Durchschnitt 34,62 Besuche ergeben.

Schlechtes Wetter – weniger Besucher im Tiergarten, schönes Wetter – viele Besucher. Eine Binsenweisheit eigentlich. Doch Zoogegner stellen sie stets als Ausrede hin, als bloßes Schutzargument. In Wirklichkeit seien rückläufige Gästezahlen ein Ausdruck des immer deutlicheren Desinteresses an Zoos, womöglich gar ein stummer Protest gegen „Tiergefangenschaft“. Im Fall des Nürnberger Tiergartens kommt dann meist noch die Behauptung, die Leute würden nicht mehr kommen, weil sie die Lagune bzw. die Delfinhaltung  ablehnen.

Langjährige Erfahrung zeigt aber: Das Wetter ist bei der Frage, gehen wir heute in den Zoo oder lieber woanders hin, der Faktor Nummer eins. Was nicht heißen soll, dass Tierparks nur auf Sonnenschein und Wärme setzen dürfen. Sie müssen vielmehr ständig daran arbeiten, dass ein Zoobesuch in guter Erinnerung bleibt. Sie müssen regelmäßig etwas Neues bieten – und wenn es so anscheinend Nebensächliches ist wie eine ansprechende Toilettenanlage oder schöne Pflanzen vor einem Gehege. Denn nur, wer am Ausgang sagt, schön war’s, der kommt auch wieder – und vielleicht auch öfter.

Mein persönlicher Tipp: Der Nürnberger Tiergarten als Landschaftszoo ist gerade auch im Winter bei Schnee besonders schön und einen Besuch wert.

Weltrekord im Pazifik

grauwalIch gehöre normalerweise zu den Leuten, die es mit Rekorden oder – noch schlimmer – dem „Guinnessbuch der Rekorde“ – überhaupt nicht haben. Anders sieht das aber bei Rekorden aus, die Tiere erreicht haben. Und da hat mich jetzt die Leistung eines neun Jahre alaten Grauwal-Weibchens schwer beeindruckt. Es legte im Pazifischen Ozean in 172 Tagen eine Strecke von sage und schreibe 22 511 Kilometern zurück – die längste Distanz, die Menschen je bei einem Säugetier dokumentiert haben. Erst schwamm es innerhalb von 69 Tagen von der Küste der russischen Insel Sachalin bis vor die mexikanische Küste – 10 880 Kilometer -, danach kehrte das riesige Tier um und kam fast ein halbes Jahr später wieder dort an, wo es gestartet war. Dabei nahm es einen anderen Rückweg, was für seine hoch entwickelte Orientierungsfähigkeit spricht. Die bewundern auch die US-Forscher in ihrer Studie, die im britischen Fachmagazin „Biology Letters“ veröffentlicht wurde.

Wale überwinden so weite Entfernungen übrigens nicht aus Jux und Tollerei oder aus der Freude an Bewegung, wie es uns so mancher „Walfreund“, zum Beispiel vom WDSF, glauben machen will. Vielmehr tun die Tiere das, um in dem anderen Teil des Ozeans zu überwintern. Die Biologen aus den USA hatten sieben Grauwale mit Spezialsendern ausgestattet, die Signale übermitteln. Damit konnten sie verfolgen, wie die Wale durchs Meer ziehen – allen voran „Varvara“, wie die Wissenschaftler das Tier für sich genannt haben.

Eine traurige und eine gute Nachricht

Das neue Jahr im Nürnberger Tiergarten hat  leider mit einem traurigen Ereignis begonnen: Die schon seit längerem kranke Brillenbärin La Bamba wurde am 2. Januar eingeschläfert. Sie war mit ihren fast 33 Jahren zwar das älteste Exemplar ihrer Art in Europa, hatte sich in letzter Zeit aber meist in ihrem Gehege zurückgezogen und war deshalb für die Besucher nicht immer zu sehen. Die Obduktion ergab, dass La Bamba unter schmerzhafter Arthrose in der Lendenwirbelsäule sowie im Hüft- und Kniegelenk litt. Das Tier hatte  am 13. Januar 1981 im Zoo Basel das Licht der Welt erblickt und war am 30. Oktober 1981 in den Tiergarten Nürnberg gekommen. Die Bärin zog im Laufe ihres Lebens vier Jungtiere erfolgreich auf. Mit dem Tod von La Bamba wird die Haltung von Brillenbären im Nürnberger Tiergarten beendet. Welche anderen Tiere in das Gehege in der Nähe des Raubtierhauses einziehen sollen, darüber wird derzeit noch diskutiert.

Ich habe hier im Blog ja schon eine Rückschau auf das Jahr 2013 im Nürnberger Tiergarten gehalten. Nun hat die Zooleitung – wie jedes Jahr Anfang Januar – selbst dazu eine Pressekonferenz abgehalten. Dabei kam natürlich auch der Besucherrückgang noch mal zur Sprache, über den ich hier ja auch schon geschrieben hatte. Damals war allerdings die positive Entwicklung, die sich im Dezember eingestellt hat, noch nicht abzusehen: Dieser Monat wird von den Besucherzahlen her als der beste in der Geschichte des Tiergartens verzeichnet werden – das milde Wetter hat sich offenbar günstig ausgewirkt. Die Millionengrenze wurde fast noch erreicht: Am Ende waren es 997 474 Besucher. Für die Zooleitung gibt es noch eine erfreuliche Meldung: Es wurden noch nie so viele Dauerkarten verkauft – nämlich 5800. Die rentieren sich beim fünften Tiergartenbesuch und sind daher für alle, die den Zoo am Schmausenbuck gern öfter mal besuchen, wirklich rentabel.

Zum Jahresende wurden am Schmausenbuck auch Tiere gezählt: 2972 Tiere aus 291 verschiedenen Arten wurden erfasst, darunter 216 Wirbeltier-Arten mit 2033 Individuen.

Besucherrückgang im Tiergarten – woran liegt´s?

Der Tiergarten verzeichnet in diesem Jahr einen Besucherrückgang. Und ich wusste es: Sofort kommt wieder das alte Argument: Die Lagune ist schuld, weil sie angeblich den Eintrittspreis verteuert hat und weil obendrein viele Besucher die Delfinhaltung sowieso ablehnen.  Derzeit rechnet die Zooleitung für 2013 mit 985.000 Besuchern; das wäre das zweitschlechteste Ergebnis in den letzten zehn Jahren. Nur 2010 waren es mit 933.157 weniger. Damals gab es allerdings einen nachvollziehbaren Grund für die ausbleibenden Gäste: Mehrere Baustellen – allen voran die der „Lagune“ – sorgten für Schmutz, Lärm und ein nur wenig ansprechendes Ambiente, vor allem im Eingangsbereich des Tiergartens.

Doch schon 2011, im Eröffnungsjahr von Delfinlagune und Manatihaus, schien die Welt wieder in Ordnung: Über 1,22 Millionen strömten in den Zoo. Das war der zweitbeste Wert nach 2008, dem „Flocke-Jahr“ (1,28 Millionen). Die Rechnung der Verantwortlichen schien aufzugehen. Sie hatten mit 1,18 Millionen Besuchern jährlich kalkuliert, um die Kosten für die Lagune wieder hereinzubekommen. Allerdings wurde diese Marke mit 1.095.482 Besuchern bereits 2012 nicht erreicht. Damals führte man – wie jetzt auch – das maue Ergebnis auf das schlechte Wetter zurück. Die verregneten Oster- und Pfingstferien waren nicht mehr hereinzuholen.

Bei Besucherbefragungen punktet der Tiergarten vor allem mit Landschaft, Delfinen und Sauberkeit. Negativ beurteilt das Publikum, dass es keine Elefanten mehr gibt. Auch große Krokodile und Riesenschlangen werden vermisst, viele Besucher möchten außerdem mehr Affen sehen. Kritisch wird die Beschilderung eingestuft, die aktueller sein könnte. Immer wieder wurden auch leerstehende Gehege moniert, etwa bei den Wölfen, Brillenbären und Braunbären. Das Wolfsgehege wird nach dem Tod von Wölfin Cora jetzt für Luchse umgestaltet.

Im Sommer hat auch der Leipziger Zoo im Großraum Nürnberg plakatiert. Während manch einer mutmaßte, die Sachsen hätten dem Tiergarten Konkurrenz machen wollen, sieht die Tiergartenleitung das anders: Einige Leute seien dadurch überhaupt erst auf die Idee gekommen, mal wieder in den Zoo zu gehen – und zwar nicht unbedingt in Leipzig, sonedrn in Nürnberg.

Glückliche bayerische Kühe!

Na toll: Deutsche Kühe produzieren so viel Milch wie nie zuvor, vermeldet der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 lieferte eine Kuh im Schnitt 8237 Kilogramm Milch, das sind 64 Kilo mehr als im Jahr davor und sogar 400 Kilo mehr, als  die Jahresleistung noch vor fünf Jahren betrug. Diese Leistung wird tatsächlich in Kilogramm gemessen, wobei ein Kilogramm Milch fast genau einem Liter entspricht.

Übrigens schneiden die ostdeutschen Kühe dabei besser ab als die westdeutschen. An der Spitze liegen die Kühe in Thüringen, die durchschnittlich 9180 Kilo Milch pro Jahr geben, während die bayerischen Kühe mit 7349 Kilo die schwächsten Milchlieferanten sind.

So weit die Zahlen aus Sicht des Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Der führt diese Entwicklung darauf zurück, dass in Deutschland immer größere Kuhherden gehalten werden und damit eine professionellere Betreuung der Tiere möglich sei. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen haben im Schnitt 279 Kühe im Stall stehen, während es bei den Bauern in Bayern im Schnitt nur 38 Tiere sind.

Gegen diese Sichtweise läuft – meiner Meinung nach zu Recht – der Tierschutzbund seit Jahren Sturm. Er kritisiert, dass die meisten der auf Höchstleistung gezüchteten Kühe das ganze Jahr über im Stall gahalten werden. Denn unter natürlichen Bedingungen auf der Weide können die Tiere gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen, wie es für solche Milchmengen nötig wäre. Außerdem bekommen die Kühe mit der größten Leistung öfter Erkrankungen am Euter und leiden häufiger unter Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Vom Tierschutzgedanken her am schärfsten zu verurteilen ist die Tatsache, dass Kühe, die am meisten Milch geben, am frühesten geschlachtet werden: Die Milchleistung sinkt nämlich ganz schnell mit dem Alter. So haben laut Tierschutzbund Kühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag liefern, nur eine Lebenserwartung von vier Jahren.

Man kann den Milchbericht also auch anders als nur auf Leistung bezogen lesen. Dann käme man zu dem Ergebnis: In Bayern leben die glücklichsten Kühe.

 

 

Hände weg von den "sanften Riesen"!

Von wegen „sanfte Riesen“: Elefanten sind viel gefährlicher, als es den Anschein hat. Jedes Jahr kommen Zoo-Tierpfleger durch Angriffe von Elefanten zu Tode oder werden schwer verletzt. Der Verein Elefanten-Schutz Europa hat eine Aufklärungskampagne gestartet, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, und spricht von einem „vertuschten Skandal in deutschen Zoos“.

Das Problem der Übergriffe von Elefanten ist nicht neu. Die Dickhäuter werden leicht aggressiv und drücken ihre Pfleger dann meist an die Wand. Die Statistik, die der Verein Elefanten-Schutz Europa aufmacht, liest sich verheerend: Seit dem Jahr 2000 sind in europäischen und US-amerikanischen Zoos 12 Elefantenpfleger bei solchen Vorfällen gestorben. Insgesamt hat man in US-amerikanischen Zoos bereits 22 tote und 204 verletzte Elefantenpfleger verbuchen müssen, in deutschen Zoos 12 Tote und 51 Verletzte. In 15 deutschen Zoos hat man seit 1990 mindestens einen, zum Teil mehrere schwere Zwischenfällen mit Elefanten registriert. Der Verein geht außerdem von einer hohen Dunkelziffer an Unfällen aus, bei denen die Verletzungen nicht tödlich ausgehen, und die deshalb verharmlost werden.

Der springende Punkt ist die Art der Elefantenhaltung: Man unterscheidet dabei „Direkten Kontakt“ bzw. „Hands on“, wobei Pfleger und Elefanten ohne trennenden Schutz miteinander in Kontakt treten, und „Geschützten Kontakt“ bzw. „Hands off“: Hier sind Mensch und Tier durch schützende Gitter, Zäune, Pfähle oder ähnliches voneinander getrennt. Die Intensität der Pflege beeinträchtigen solche Schutzvorrichtungen nicht, die Elefanten können entsprechend umgewöhnt werden.

Doch in der überwiegenden Mehrzahl deutscher Zoos, in denen Elefanten gehalten werden, beharrt man immer noch auf dem „Direkten Kontakt“, während die Zoos in ganz Europa schon weiter sind und zu 70 Prozent auf „Geschützten Kontakt“ umgestellt haben, um die Sicherheit ihrer Pfleger zu gewährleisten. In Deutschland sind nur Zoos, die erwachsene Bullen halten, zu „Geschütztem Kontakt“ verpflichtet – wohl weil man davon ausgeht, dass männliche Dickhäuter gefährlicher sind. Doch es ist erwiesen, dass rund 80 Prozent der Unfälle mit Elefantenkühen passieren.

Aus der verpflichtenden Umstellung auf „Geschützten Kontakt“ wurde bei uns möglicherweise auch deshalb noch nichts, weil eine ganze Reihe von Pflegern den „Direkten Kontakt“ wollen, in der (leider manchmal irrigen) Meinung, sie würden ihre Tiere genau kennen und könnten einschätzen, wie gutmütig sie sind. Außerdem kostet es natürlich, wenn man entsprechende Schutzmaßnahmen einbaut – und kein Zoo der Welt wird für so etwas gern Geld ausgeben, wenn es ihm an allen anderen Ecken und Enden fehlt.

 

Hier mal ne gute Nachricht

Während in Neuseeland und an der Nordsee Wale gestrandet sind und qualvoll zu Tode kamen, gibt es von anderen Meeressäugetieren Erfreuliches zu berichten: von den Seehunden. Ihre Zahl im Wattenmeer ist auf den bisher höchsten Stand seit Beginn der Zählung im Jahr 1975 gestiegen.

Die Tiere werden vom Flugzeug aus gezählt, wenn sie auf den Sandbänken liegen. Dabei kommt es natürlich vor, dass einige im Wasser schwimmende Seehunde nicht miterfasst werden. Und so muss man die sehr genauen Zahlen, die das Internationale Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven gerade bekannt gegeben hat, wohl sogar noch etwas nach oben korrigieren.

Also: Im August lebten den Mitarbeitern dieser Einrichtung zufolge 24 118 Seehunde im Wattenmeer an den Nordseeküsten von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden – neun Prozent als bei der Zählung im Vorjahr. Und: Es gibt nicht nur mehr Seehunde insgesamt, sondern mit 7044 auch mehr Jungtiere; das bedeutet eine Steigerung von acht Prozent gegenüber 2010. Wenn das keine gute Nachricht ist!

Am meisten Seehunde hat man in Schleswig-Holstein entdeckt, gefolgt vom niederländischen Wattenmeer, Niedersachsen und den Wattgebieten rund um Hamburg. Am wenigsten Tiere gibt es in Dänemark. Diese Unterschiede sind aber nicht etwa darauf zurückzuführen, dass manche Länder sich besser oder schlechter um den Bestand kümmern. Verantwortlich dafür sind vielmehr die Tiere selbst, die nicht an einem Ort bleiben, sondern auf Wanderschaft gehen. Auch die Zählung kann Fehler aufweisen, etwa bei schlechter Sicht vom Flugzeug aus. Es gibt deshalb Schätzungen, die von bis zu 35 000 Seehunden im Wattenmeer ausgehen.