Immer mehr Störche im Winter

StorchüberwinterungNein, früher war nicht alles besser. Früher brachen zum Beispiel die Störche schon gegen Ende des Sommers auf und verschwanden in Richtung Süden. Sogar in Bayern wurde im Herbst und Winter einst kaum ein solcher Vogel gesichtet. Wie schön haben wir es dagegen heute! Jetzt bleiben immer mehr Weißstörche hier und lassen das mit dem tieferen Süden. Der Landesbund für Vogelschutz zählt mittlerweile im Winter über 200 Störche bei uns, um die Jahrtausendwende waren es gerade mal 50.

Wer nun glaubt, klar, kein Wunder, dafür ist der Klimawandel verantwortlich, der irrt. Fachleuten zufolge hat das ganz andere Ursachen, die schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegen. In den 50er und 60er Jahren gab es in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg nämlich Zuchtprogramme für Störche. Damals wurden einige von diesen Zugvögeln gefangen und am Wegfliegen gehindert. Sie haben ihr Verhalten dann auch nach dem Freilassen beibehalten und sogar an ihre Nachkommen vererbt. Kälte an sich stellt für diese Vögel übrigens kein Problem dar. Wichtig ist nur, dass ihre Futterquellen nicht versiegen: Feuchtwiesen mit Gräben, wo sie Mäuse, Würmer und kleine Fische finden.

In Bayern trifft man besonders im Altmühl- und Mindeltal während der Wintermonate auf Störche. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind auch Gaimersheim (Oberbayern), Biburg (Niederbayern), Kallmünz (Oberpfalz), Neudrossenfeld (Oberfranken), Ornbau (Mittelfranken) und Lauben (Schwaben).

Inzwischen diskutieren Wissenschaftler darüber, ob auch der Klimawandel zu dieser Verhaltensänderung beiträgt. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nimmt man aber andere Vogelarten zur Forschung her.

Für die Störche war es ein durchwachsenes Jahr

Stoerche

Der NABU hat ein neues Blog, und als Bloggerin möchte ich mich natürlich solidarisch zeigen und darauf hinweisen. Also: In dem Blog analysiert und kommentiert der NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen unter dem Titel „Störche auf Reisen“ den Zug der Störche Richtung Süden. Denn in diesen Tagen ist es ja so weit: Der diesjährige Storchennachwuchs tritt seine erste Reise in die südlichen Winterquartiere an. Die Eltern der Jungstörche starten dann ein paar Tage später. Der NABU hat einige Tiere mit Sendern ausgestattet, und so kann mit Hilfe der Satelliten-Telemetrie der Storchenzug auf einer interaktiven Karte verfolgt werden

Die Storchenschützer des NABU nehmen den Beginn des Storchenzugs zum Anlass, Bilanz über das Storchenjahr 2015 zu ziehen. Die Bestände dieser Vögel haben sich demnach, wie in den vergangenen Jahren auch schon, in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich entwickelt: In den westlichen Bundesländern gab es eine Zunahme, in den Hauptverbreitungsgebieten des Weißstorches östlich der Elbe hingegen sind leichte Rückgänge zu verzeichnen.

Die Brutsaison hatte bundesweit ganz gut begonnen. Die Störche, die in Spanien überwinterten, kehrten in diesem Jahr sehr zeitig in ihre Brutgebiete zurück. Tiere, die auf der Ostroute nach Deutschland zurückkehrten, trafen schon Anfang April wieder in ihren ostdeutschen Brutgebieten ein. Weißstörche, die danach noch unterwegs waren, hatten allerdings Pech: Das schlechte Wetter auf ihrer Reise führte dazu, dass viele mit Verspätung zu ihren Nesten zurückkamen. Da war es schon zu spät, um noch mit einer erfolgreichen Brut zu beginnen. In Brandenburg haben die Storchenpaare durchschnittlich weniger als zwei Nachkommen großgezogen. Das bedeutet für das storchenreichste deutsche Bundesland, dass der Bestand heuer nicht erhalten werden konnte. Außerdem hat sich die Ausweitung des großflächigen Mais-, Raps- und Sonnenblumenanbaus in Brandenburg ungünstig auf den Lebensraum der Weißstörche ausgwirkt.

In Westdeutschland hingegen wirkte sich die Witterung gut auf die Entwicklung der Störche aus. Obendrein war das ein echtes Mäusejahr, das Meister Adebar viel Futter bescherte. Im Westen wuchsen deshalb überdurchschnittlich viele Jungstörche heran. Die endgültigen Zahlen will NABU zum Jahresende vorlegen. Sicher ist aber jetzt schon, dass die Zahlen von 2014 heuer nicht erreicht werden.

Sensation in Cottbus

Der Tierpark Cottbus zählt normalerweise nicht zu den Zoos, über die in den Medien groß berichtet wird. Nun aber hat der Zoologische Garten, der sich vor allem durch die Zucht von Wasservögeln einen Namen gemacht hat, einen echten Coup gelandet, der auch von den Nachrichtenagenturen aufgegriffen wird: Als erstem europäischen Zoo gelang dem Tierpark die Nachzucht von Sattelstörchen.

Diese größte Storchenart halten europaweit nur 25 Zoos. Die Tiere sind an ihrem langen, leicht nach oben gebogenen, leuchtend rot-schwarz-rot gefärbten Schnabel zu erkennen, dessen oberes Ende, der Sattel, kräftig gelb leuchtet – sie sind ein echter Hingucker. Sattelstörche können bis zu 1,45 Meter groß und sechs Kilogramm schwer werden. Auf der ganzen Welt hat es in Zoos außer in Cottbus erst fünf Nachzuchten dieser Vogelart gegeben. In Cottbus ist Mitte Dezember 2012 und Anfang Januar dieses Jahres jeweils ein Jungtier nach 30 Tagen Brutzeit geschlüpft.

Dieser Erfolg hat über zehn Jahre auf sich warten lassen. So lange hat man in Cottbus versucht, die in Afrika beheimateten Vögel nachzuzüchten. Geschafft hat man es letztlich durch den Bau einer neuen Aufzuchtanlage. Der Tierpark an der Spree erhofft sich durch die beiden Jungstörche in den nächsten Monaten ein deutliches Plus bei den Besucherzahlen; die Tiere dürften sich durchaus zu Publikumsrennern entwickeln.

 

Dennis: ein Storchendrama

Er heißt Dennis, ist ein Storch und war in den letzten Tagen die Hauptperson in einem Tierdrama, das sich in Forchheim und Umgebung abgespielt hat.

Dennis dürfte dem einen oder anderen Tierfreund kein Unbekannter sein. Denn er hat schon als Jungvogel Schreckliches erlebt. 2003 schlüpfte er im Storchenhorst in Dannberg (Kreis Erlangen-Höchstadt) aus dem Ei, als eines von sechs Storchenküken. Der Erlanger Storchenexperte Michael Zimmermann kontrolliert regelmäßig die Storchenhorste der Umgebung. Bei der Überprüfung des Dannberger Horstes musste er bei der Beobachtung durchs Fernrohr mit anschauen, wie die Storchenmutter auf eines ihrer sechs Jungen – Dennis – einhackte und versuchte, es aus dem Nest zu drängen. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte Zimmermann den Jungstorch retten und zum Aufpäppeln in den Nürnberger Tiergarten bringen. Der Kleine erholte sich schnell und wurde im Tiergarten beringt.

Die Geschichte wurde damals weit über Bayern hinaus bekannt. Eine Grundschule in Gummersbach übernahm die Patenschaft für den Vogel, ein Wettbewerb unter den Schülern führte dazu, dass der junge Storch auf den Namen Dennis getauft wurde. Im Mai 2004 verschwand Dennis und tauchte später in Gibraltar wieder auf. Das ließ sich mithilfe seiner Ringnummer einwandfrei nachweisen.

In diesem Frühjahr kehrte Dennis in seine fränkische Heimat zurück – zusammen mit seiner Angebeteten. Das Storchenpaar ließ sich auf dem stillgelegten Schornstein des Beruflichen Schulzentrums in Forchheim nieder. Das Weibchen legte fünf Eier, und das Familienidyll schien zunächst perfekt. Dennis und seine „Frau“ wechselten sich mit dem Brüten und Futterherbeischaffen ab, wie es sich für anständige Störche gehört. Doch plötzlich blieb Dennis für mehrere Tage verschwunden. Das alles konnte über eine Web-Cam verfolgt werden, die vor einigen Jahren am Horst installiert wurde.

Nun bestand höchste Gefahr für den Nachwuchs. Denn die Mutter wartet nicht, bis sie verhungert. Irgendwann verlässt sie das Nest, um sich Futter zu beschaffen. Das hätte den Tod für die Storchenküken in den Eiern bedeutet. Als die Störchin tatsächlich wegflog, entschlossen sich Storchenfreunde und Feuerwehr zu handeln. Über die Feuerwehrleiter holten sie die fünf Eier aus dem Nest und fuhren sie, in warme Tücher gepackt, in den Nürnberger Tiergarten. Dort werden sie jetzt im Brutkasten ausgebrütet.

Mittlerweile ist auch Dennis wieder aufgetaucht: Er spazierte seelenruhig an der Gosberger Mülldeponie entlang (siehe obiges Foto), gesund und munter. Über seine Ringnummer konnte er wieder identifiziert werden. Nun spekuliert man darüber, warum er nicht mehr auf den Horst zurückkehrte. Die Experten gehen davon aus, dass Dennis von einem Rivalen vertrieben wurde. Storchenfreunde haben auch beobachtet, wie sich mehrere Störche um den Horst auf dem stillgelegten Schornstein stritten – sie wollten dem Neuling Dennis offenbar nicht einfach das Terrain überlassen.

Tatsächlich hat sich inzwischen herausgestellt, dass ein ebenfalls beringter Konkurrent sich mit Dennis´verlassener Partnerin zusammengetan hat. Storchenfreunde haben gemeldet, die beiden hätten sich bereits gepaart. Damit dürfte Dennis bei diesem Weibchen endgültig aus dem Rennen sein. Trotzdem sind Storchenfreunde und -experten erleichtert, dass es dem Storch, dessen Schicksal sie seit Jahren verfolgen, wenigstens gut geht. Vielleicht findet er ja im nächsten Jahr sein Storchenglück.

 

Gut geklappert, Storch!

Ein scheinbar harmloses Storchenpaar bringt einen ganzen Ort in Aufruhr: Trommetsheim im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dort haben Frau und Herr Storch seit Jahren ihr Nest auf dem 15 Meter hohen Kamin der ehemaligen Molkerei gebaut. Auch heuer wollen sie an diesem lauschigen Plätzchen wieder ihren Nachwuchs hochpäppeln und richten sich dafür häuslich ein. Dass der Schlot angeblich baufällig ist, kümmert sie wenig. Das mag für Menschen gefährlich sein, aber doch nicht für sie!
Als beide von einem Ausflug in die schöne Umgebung von Trommetsheim zurückkehren, ist ihr Zuhause spurlos verschwunden, von Menschenhand einfach auf den Turm des benachbarten Feuerwehrhauses umgesetzt. Damit kann das Storchenpaar nun gar nichts anfangen. Denn vom neuen Standort in nur acht Metern Höhe haben die Vögel keinen Ausblick in ihre Jagdgründe im Altmühltal. Frau und Herr Storch sind hartnäckig und errichten ein neues Nest auf dem alten Molkereikamin.
Die tierischen Hausbesetzer erobern sich damit die Herzen der Trommetsheimer Bürger. Die wollen jetzt nicht nur ihr Storchennest behalten, sondern auch den Schlot. Sie gehen für beides auf die Straße, um das Wahrzeichen ihres Ortes zu retten. Den geplanten Abriss musste man erst mal verschieben.
Auch wenn es vielleicht teuer wird, den einsturzgefährdeten Kamin zu erhalten – als Storchenfeind in die Schlagzeilen zu geraten, kann man sich erst recht nicht leisten. Vor ein paar Jahren hat zum Beispiel Fürth für viel Geld seinen Storchenkamin in der Gustavstraße saniert und so für ein positives Image als Storchenstadt gesorgt. In diesem Sinn kann man schon einmal nach Trommetsheim rufen: „Gut geklappert, Storch!“

Tierischer Jahresrückblick

Das Jahr 2010 neigt sich langsam dem Ende zu. Die Medien bringen einen Jahresrückblick nach dem anderen. Da bietet sich für „Achtung, Wolf!“  natürlich ein tierischer Jahresrückblick an.

060410BER317Blau: Für Furore sorgten in diesem Jahr Blaue Störche in Brandenburg und in der Elbmarsch, über die ich auch in meinem Blog mehrfach geschrieben habe, zuletzt hier. Die Aufregung war groß, immer wieder gab es Schlagzeilen über die absonderlichen Vögel und jede Menge Schaulustige, die in die Dörfer mit den blauen Störchen fuhren, um sie zu fotografieren. Letzten Endes wurde das vogelige Rätsel gelöst: Die Störche waren bei einer Zwischenlandung auf einer Mülldeponie mit blauer Industriefarbe in Berührung gekommen.

Teuer: Einen jungen Mann in Mülheim/Ruhr kam sein außergewöhnlicher Geschmack in Sachen Haustier teuer zu stehen. Er hielt sich eine giftige Monokelkobra, die plötzlich verschwand. Es begann eine groß angelegte Suchaktion in dem Mietshaus, bei der sogar Bodendielen herausgerissen wurden. Alle Mieter mussten vorübergehend aus dem Haus ausziehen, weil es versiegelt wurde. Am Ende tauchte die kleine Giftschlange wieder auf – allerdings nicht mehr lebendig. Ein ausgelegtes Klebeband war zur tödlichen Falle für sie geworden: Die Schlange blieb daran kleben und vertrocknete. Die Suchaktion und ihre Folgen kosteten den Schlangenbesitzer immerhin um die 100 000 Euro.

Bekloppt 1: Ein Mann in Essex (England) wollte seiner Frau zuliebe eine Spinne töten. Er zielte mit einer Spraydose auf das Tier und wollte dann sichergehen, dass es auch wirklich tot war. Zu diesem Zweck hielt er ein Feuerzeug an die Spinne. Dadurch gab es eine Verpuffung, die den Mann quer durch den Raum schleuderte. Im Gegensatz zur Spinne überlebte er.

Bekloppt 2: Wenig Glück hatte ein Mann in der Steiermark (Österreich), der einem kleinen Nagetier an den Kragen wollte. In seinem neuen Haus versuchte er, ein Mauseloch mit Kunststoffschaum zu verkleben. Durch eine in der Nähe stehende brennende Kerze entzündeten sich die Dämpfe des Schaumes, und bald brannte die ganze Wand.

Wertvoll: Ein Hund in den USA hat das wertvollste Häufchen des Jahres 2010 produziert. Das Tier hatte einen Diamanten im Wert von ungefähr 15 000 Euro verschluckt, den es später auf natürlichem Wege wieder ausschied. Wohl selten hat ein Hundehaufen für so viel Aufregung gesorgt.

Quizfrage: Was ist ein Zedonk?

Es ist immer wieder originell, welche Launen die Natur sich einfallen lässt. Da macht sich zum Beispiel ein Pelikan nichts aus seinesgleichen, sondern zieht Störche seinen Artgenossen vor, wie wir es bei dem inzwischen berühmten Pelikan namens Quax beobachten können.

Ein anderes urn:newsml:dpa.com:20090101:101111-99-06448nettes Beispiel wurde jetzt aus Kenia bekannt: Dort verliebte sich eine Zebradame in einen Esel. Das geschah in einer Missionsstation, wo das Zebraweibchen nach einer Verletzung gesund gepflegt wurde. Zwischen den beiden Tieren kam es zu einer stürmischen Affäre, deren Ergebnis ein gemeinsames Baby ist – ein „Zedonk“, wie man die Kreuzung zwischen Zebra und Esel nennt: nach den englischen Wörtern zebra und donkey. Es gibt dafür auch den eingedeutschten Begriff „Zesel“.

Egal, wofür man sich entscheidet, auf jeden Fall sieht das Tier äußerst interessant aus: An den Beinen gestreift wie ein Zebra, am übrigen Körper kann man die Streifen nur noch am Bauch andeutungsweise erkennen. Die Ohren sind kleiner als bei einem Esel, und insgesamt ist der Zedonk/Zesel größer als ein Hausesel. Dieses ganz besondere Tierkind hat sich zunächst gut mit den anderen Tieren in der Missionsstation vertragen. Doch dann starb seine Mutter, und der Zedonk wurde aggressiv und begann Schafe und Ziegen zu beißen. Deshalb musste der Zesel in ein Tierwaisenhaus in Nairobi umziehen. Er lebt inzwischen mit einer Oryx-Antilope zusammen, der er – vielleicht wegen ihrer langen Hörner – mehr Respekt entgegenbringt.

In der Gattung Pferde gibt es noch andere ungewöhnliche Kreuzungen: „Zorse“ heißt der Nachwuchs von Zebra (zebra) und Pferd (horse). Und anstelle von „Zedonk“ findet man für das Ergebnis aus  Zebra und Esel auch die Kunstwörter „Zebrule“ (aus zebra und mule), „Zebdonk“ (zebra und donkey) oder „Zonkey“ (zebra und donkey).

Den Nachwuchs aus solchen ungleichen Verbindungen nennt man Hybriden. Die kann man allerdings nicht mehr weiter wild durcheinander kreuzen. Hybride sind nämlich in der Regel nicht fortpflanzungsfähig – und zwar aus folgendem Grund: Vater und Mutter besitzen nicht die identischen Chromosomenzahlen.

Rätsel um blauen Storch gelöst

BlaustorchÜber einen blauen Storch in Brandenburg wurde in diesem Frühjahr viel geschrieben. Auch ich kam in meinem Blog an diesem Thema nicht vorbei. Hier mein damaliger Beitrag.

Zunächst war unklar, warum der Storch so leuchtend türkisblau ist. Dieses Rätsel konnte nun gelöst werden: Der Storch hat sich sein Gefieder mit einer auf der ganzen Welt gängigen Industriefarbe blau eingefärbt. Der Sender RBB hat eine Feder des Storchs beim Landeskriminalamt in Eberswalde untersuchen lassen.

Spezialisten haben die Feder sorgfältig untersucht und ihre Farbzusammensetzung geprüft.  Es handelt sich offenbar um eine Industriefarbe, die unter anderem in Einbrennlacken und Druckfarben enthalten ist.  Der Storch könnte zum Beispiel auf einer Mülldeponie mit der Farbe in Kontakt gekommen sein.

Quax und Blaustorch: Vogelige Medienstars

urn:newsml:dpa.com:20090101:100419-10-12519Vor kurzem hatte ich hier über einen blauen Storch in Brandenburg berichtet. Mittlerweile ist ein solch seltenes Exemplar auch in der Elbmarsch aufgetaucht – und dieses Tier hat nun schon für Nachwuchs gesorgt: In seinem Nest in Avendorf  brütet ein weißes Weibchen.

Ein Storchenbetreuer geht davon aus, dass sich die „Blaustörche“ wieder in normale Weißstörche zurückverwandeln werden – allerdings wird das seine Zeit brauchen. Man schätzt, es könnten zwei Jahre vergehen, bis von der blauen Farbe nichts mehr übrig ist. Im Gegensatz zu anderen Vogelarten verlieren Störche während der Mauser nämlich nur einzelne Federn – also wird der Wandel von blau zu weiß sehr langsam vor sich gehen.

Immer noch ist unklar, wie die Störche die Blaufärbung angenommen haben. Möglicherweise sind sie auf ihrer Reise vom Süden in den Norden in gefärbtes Wasser oder in Farbe geraten.

Nachrichten aus der Vogelwelt sind sonst ja nicht so spektakulär und locken im Vergleich zu Meldungen beispielsweise über Knut oder Flocke kaum jemanden hinterm Ofen hervor. Doch die blauen Störche haben sich – frei nach Walter Kempowski – zu „vogeligen“ Medienstars gemausert und sind für die kleinen Orte, in denen sie sich niedergelassen haben, echte Knüller: Sie kurbeln bereits den Tourismus an.

Ein weiterer Vogel hatte – wir erinnern uns – im Frühling letzten Jahres für Schlagzeilen gesorgt: Quax, der Rosapelikan. Vor ein paar Wochen habe ich hier vermeldet, dass Quax in diesem Jahr Frankreich den Vorzug gibt und sich bei uns nicht mehr blicken lässt. Alf Pille vom LBV  hat mich inzwischen wissen lassen, dass Quax doch wieder in unseren Gefilden gesichtet wurde, nämlich im mittelfränkischen Ornbau. Doch dort blieb er offenbar nicht lange – Vogelbeobachter aus Lothringen konnten ihn wieder bei unseren französischen Nachbarn ausmachen. Naja – zwischen Franken und Frankreich besteht halt doch eine gewisse Affinität!

Weiß-blaue Liebe in Brandenburg

Wir kennen in unseren Breiten den Weißstorch und den Schwarzstorch. In Afrika gibt es etwa noch den Sattelstorch, es gibt den kleinsten aller Störche, den Abdimstorch und sein großes Gegenstück, den Riesenstorch. Der Waldstorch könnte manchen auch noch ein Begriff sein. Den Storch im deutschen Namen tragen sie zwar nicht, trotzdem gehören zum Beispiel auch die Nimmersatte (oder sagt man Nimmersatts?), Klaffschnäbel und Marabus zur Familie.

blaustorchNun haben Forscher zu den bisher bekannten 19 Arten eine neue entdeckt: den Blaustorch. Wer dabei auf einen verspäteten Aprilscherz tippt, irrt. Nein, ein Blaustorch hat das verschlafene Nest Briesen in der Nähe von Frankfurt an der Oder jetzt berühmt gemacht. Seit der geheimnisvolle Vogel vor ein paar Tagen dort auf einem Schornstein sein Nest bezogen hat, fallen Scharen von Schaulustigen in den Ort ein, um das leuchtend türkisblaue Tier zu sehen bzw. vor die Kamera zu kriegen. Ein Rundfunksender berichtet regelmäßig über den komischen Vogel.

Kein Mensch weiß bisher, warum der Storch so blau ist. Hat er auf seiner langen Reise aus südlichen Gefilden ein Bad in ungeklärtem Abwasser genommen? Wurde er mit einer Farbkugel beschossen? Hat er etwas gefressen, das sein Gefieder verfärbt hat? Touristen und Vogelexperten stehen vor einem Rätsel. Selbst Fachleute des Naturschutzbundes NABU können sich keinen Reim auf das Phänomen machen.

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