Auf geht´s zum „Ur-Amazonas“!

Das ehemalige „Nilpferdhaus“ im Tiergarten Nürnberg ist nun schon seit langem für Besucher geschlossen – wegen Umbau. Und die Flusspferde sind noch länger weg. Ich bedauere das sehr – und nicht nur ich! Diese Dickhäuter gehörten in Nürnberg für viele Zoogäste zu den Favoriten. Ein legendärer Liebling war der Flusspferd-Bulle Webbi, an den sich meine älteren Leser vielleicht noch erinnern. In dem Gebäude, das zu den ersten Tierhäusern des 1939 am Schmausenbuck eröffneten Tiergartens gehört und deshalb unter Denkmalschutz steht, soll den Zoobesuchern künftig etwas ganz anderes geboten werden: der Lebensraum Wüste unter dem Motto „Ur-Amazonas“.  Zuletzt war das Haus in die Schlagzeilen geraten, weil die vorübergehend im Außenbereich untergebrachten Präriehunde spurlos verschwanden und nie mehr auftauchten.

Die erste Etappe des Umbaus ist abgeschlossen: Das städtische Hochbauamt hat das Haus nach 14 Monaten Bauzeit am 1. Dezember an den Tiergarten übergeben (Foto: Stadt Nürnberg). Zoo-Mitarbeiter statten nun den Innenraum für die künftigen Bewohner aus. Die Eröffnung des Wüstenhauses für die Öffentlichkeit ist im kommenden Frühjahr geplant. Bis dahin sollen auch die Außenflächen fertig angelegt sein. Für die Darstellung des Lebensraums Wüste stehen rund 170 Quadratmeter zur Verfügung. Die Gesamtkosten für den Umbau betragen rund 980 000 Euro. Davon schießt der Bund 200 000 Euro zu – im Zuge der nationalen Klimaschutzinitiative: Weil es sich um eine besonders anspruchsvolle energetische Sanierung zum Passivhaus handelt, wird der Bau von der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Um gleichzeitig das alte Gemäuer zu erhalten, wurde ein Haus im Haus konstruiert. Um die Lichtverhältnisse zu verbessern, sind einige Fenster bis zum Boden vergrößert worden. Außerdem wurde das Dach komplett neu eingedeckt.

Die künftigen tierischen und pflanzlichen Bewohner des Hauses – darunter der pillendrehende Mistkäfer als Hauptperson – wollen es warm haben. Daher ist eine exakte Temperierung ebenso notwendig wie die Befeuchtung des Wüstensands. Um dieses Wüstenklima sicherzustellen, hat das Hochbauamt im Bodenaufbau auf mehreren Ebenen Heizspiralen und Wasserkreisläufe installiert. Man darf gespannt sein, ob es mit der für das Frühjahr 2018 angekündigten Eröffnung klappt. – Hoffentlich!

Auch Volodya hat den Tiergarten verlassen

Katinka und Samur sind nun wieder allein im Tigergehege im und am Raubtierhaus des Nürnberger Tiergartens. Denn auch Volodya (Foto: Tiergarten Nürnberg/Marion und Dieter Sempf), der zweite der beiden jungen Sibirischen Tiger, hat den Zoo am Schmausenbuck vor kurzem verlassen. Er ist in den Tierpark Chemnitz umgezogen, und zwar auf Empfehlung des Europäischen Ex-situ-Zuchtprogramms (EEP). Sibirische Tiger werden in Chemnitz seit den 1970er Jahren gehalten, zuletzt lebte dort ein weiterer Tigerkater, der 18 Jahre alt ist. Volodya hatte jetzt erst mal Zeit, sich an seine neue Heimat zu gewöhnen und war in dieser Anfangsphase nicht auf der großen Anlage zu sehen.

Volodya und sein Zwillingsbruder Aljoscha wurden am 6. Juli 2015 im Tiergarten Nürnberg geboren. Aljoscha ging im November 2016 in den Erlebnis-Zoo Hannover, für Volodya war es nicht ganz einfach, ein neues Zuhause zu finden, weil in den Zoos die Plätze für Tigerkater begrenzt sind. Aljoscha und Volodya sind die Söhne von Katinka, die 2011 in Moskau geboren wurde und im  Mai 2013 in den Tiergarten gekommen ist. Aufgewachsen ist sie in der Außenstation des Zoos von Moskau. Der Vater der Zwillinge ist Samur, geboren 2012 in Wuppertal und seit November 2013 in Nürnberg. Auch Samurs Großeltern lebten in der Moskauer Auffangstation. Katinka und Samur sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms und gehören aufgrund ihrer Abstammung zu den genetisch nur noch selten vertretenen und daher sehr wertvollen Sibirischen Tigern in Europa.

Nun ist das Werk vollendet

Für einige meiner Leser, die es unbedingt sehen wollten und denen ich   versprochen habe, es zu zeigen: Das Bild  von Christan Rösner auf einer Hausfassade am Nürnberger Nordostring – einer der meistbefahrenen Straßen in der Stadt –  ist nun vollendet (Foto:
Anestis Aslanidis). Heute wurde es offiziell vorgestellt. Es handelt sich nicht wirklich um  Reklame (die war aus Denkmalschutz-Gründen nach der Sanierung der Hauswand nicht mehr  zulässig), trotzdem ist das Kunstwerk mit Sicherheit eine tolle Werbung für den Tiergarten. Denn an dem Gebäude fahren  Schätzungen zufolge jeden Tag rund 20.000 Fahrzeuge vorbei, und an der Kreuzung stehen die Autos ziemlich lange, wenn die Ampel Rot zeigt. So haben die Menschen in den Fahrzeugen Gelegenheit, das Bild auch genauer zu betrachten. Werbeexperten gehen davon aus, dass das Tier(garten)motiv im Jahr bis zu zehn Millionen Blicke auf sich ziehen wird. Finanziert wird die – im wahrsten Sinne des Wortes – Kunst am Bau vom Verein der Tiergartenfreunde.

Christian Rösner hat das Motiv auch als Linolschnitt in Schwarzweiß gedruckt. Von der Gesamtauflage von 120 Stück werden 100 Exemplare für 100 Euro verkauft: über die Geschäftsstelle des Vereins der Tiergartenfreunde. Wer Interesse hat, kann sich unter der Adresse vonfersen@tgfn.de auch per Mail an den Vereinsvorstand wenden.

Eine Hauswand für die Tiere

Der Nürnberger Künstler Christian Rösner hat ein Faible für den Tiergarten Nürnberg. Von ihm stammt auch die große Holzskulptur im Eingangsbereich des Zoos am Schmausenbuck. Jetzt ist der engagierte Künstler wieder für den Tiergarten aktiv. „Für Vielfalt in Nürnberg“ heißt sein neuestes Projekt, ein haushohes Tier(garten)-Kunstwerk. Das Bild an der Kreuzung Bayreuther Straße 41/Hintermayrstraße ist ein Auftrag des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg: ein Fassadenbild mit vielen verschiedenen Tieren auf einem fünfstöckigen Haus. Im Zentrum steht ein Schabrackentapir – und das aus gutem Grund: Der Tiergarten koordiniert für diese Art die Erhaltungszucht innerhalb der europäischen Zoos. Der prominente Ort direkt an der Kreuzung der vielbefahrenen Äußeren Bayreuther Straße dürfte dem Kunstwerk viel Aufmerksamkeit verschaffen. Ausgeführt wird Christian Rösners künstlerischer Entwuf von einem Fürther Malerbetrieb, der auf Kirchenrestaurierung spezialisiert ist und dessen Mitarbeiter das Bild auf die Brandmauer des Hauses überträgt.

Luxusanlage für Pippi Langstrumpfs Lieblingstiere

Und wieder gibt es Neuigkeiten über die Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten (hier zusammen mit Tierpfleger Ramón Göschel, Foto: Günter Distler). Viele Zoobesucher – vor allem Kinder – kennen diese kleinen Primaten hauptsächlich durch die Pippi Langstrumpf-Geschichten, in denen Pippis Affe „Herr Nilsson“ ja eine wichtige Rolle spielt. Darüber habe ich in meinem Blog schon ab und zu geschrieben, zuletzt hier.

Im Frühjahr waren die Totenkopfäffchen aus dem Ausweichquartier im Gut Mittelbüg in Schwaig in ihr angestammtes Gehege zurückgekehrt. Die Totenkopfäffchen-Anlage ist im Giraffenhaus untergebracht, die lustigen Zoobewohner können sich frei von der Anlage im Innern des Hauses in einen vorgebauten Wintergarten bewegen. Dort ist jetzt für Besucher ein überdachter Unterstand neu hinzugekommen, durch den man während der kalten Jshreszeit vor Regen und Wind geschützt ist. Und auch die bislang störende Spiegelung des verglasten Wintergartens gehört endlich auch der Vergangenheit an. – Die Äffchen können in der wärmeren Jahreszeit über eine Art Hängebrücke zu einer eigenen kleinen Insel mit einer riesigen Eiche gelangen, ein Ort den sie sehr genießen. weiter lesen

Da kann man doch optimistisch sein!

Wie lang und beinahe schwarz die Zunge einer Giraffe doch ist! Davon konnte sich diese Besucherin des Tiergartens Nürnberg mit ihrem kleinen Sohn heute aus nächster Nähe überzeugen, als sie eine der Netzgiraffen mit Knäckebrot füttern durften. Mutter und Kind waren kurz vorher an der Zoo-Kasse überrascht worden, denn da hieß es plötzlich: Glückwunsch, Sie beide sind unsere millionsten Besucher des Jahres 2017! Es gab zunächst einige Geschenke – unter anderem eine 12 Monate gültige Dauerkarte für den Tiergarten. Der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel, der auch Tiergartenreferent ist, half dann bei der Giraffen-Fütterung (Foto: Roland Fengler).

Die Besucher-Millionengrenze in dem Zoo am Schmusenbuck wurde damit früher als im Jahr 2016 geknackt. Die Zooleitung hofft deshalb, heuer ein sehr gutes Besucher-Ergebnis zu erzielen und bis Dezember über 1,1 Millionen Gäste am Schmausenbuck verbuchen zu können. Bisher hat der Tiergarten 17 mal in seiner Geschichte die Jahresmarke von einer Million Besuchern überschritten. In jüngerer Vergangenheit lag die Zahl nur in den Jahren 2000, 2010 und 2013 unter einer Million. Abgesehen von diesen drei suboptimalen Werten waren es seit 1999 immer über eine Million. Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau hat eine aufschlussreiche Liste mit Besucher-Mittelwerten für die vergangenen Jahrzehnte erstellt. weiter lesen

Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Sogar Kinder können Pate werden

Nach meinem letzten Beitrag über ein trauriges Ereignis im Nürnberger Tiergarten nun wieder eine erfreuliche Nachricht von dort: Vor 25 Jahren begann für den Zoo am Schmausenbuck die Geschichte der Tierpatenschaften; die hießen damals noch „Futterpatenschaften“. Der Aufruf in verschiedenen Medien – auch in der Nürnberger Zeitung – löste schnell eine große Resonanz bei Zootierfreunden aus. Und die Zahl der Menschen, die ihre Lieblinge auf diesem Weg unterstützen, steigt seit einem Vierteljahrhundert stetig (Foto: Manuel Mederer).

Inzwischen sind es mehr als 770 Paten, die sich auf diese Art und Weise engagieren. Sie haben dafür gesorgt, dass bisher über 1,7 Millionen Euro zusammenkamen. Mit dem Geld, das dadurch für Tierfutter eingespart wurde, konnten zum Beispiel das Mediterraneum sowie die Anlagen für Buntmarder, Erdmännchen und Fischkatzen teilfinanziert werden. Tierpatenschaften werden übrigens gern verschenkt, und zwar zu allen möglichen Anlässen wie etwa Geburtstag, Weihnachten, Taufe, Schulanfang oder Hochzeit. Rund um das Thema Tierpatenschaften kann man sich bei Zoo-Mitarbeiterin Monika Prell informieren, die diesen Bereich betreut. Entweder telefonisch unter 09 11/5 45 48 38, per Mail unter monika.prell@stadt.nuernberg.de oder man klickt einfach hier. weiter lesen

„Gentleman“ Ropen ist tot

Er galt in der Damenwelt als „Gentleman“. Mit seinen Partnerinnen ging er nämlich äußerst zuvorkommend um: der mächtige Rhinozerusbulle Ropen, der seit elf Jahren im Tiergarten Nürnberg lebte. Am vergangenen Sonntag starb er. Die Tierärzte des Zoos am Schmausenbuck hatten sich schweren Herzens entschlossen, das 29 Jahre alte und rund zweieinhalb Tonnen wiegende Tier einzuschläfern.

Seit vielen Jahren, schon als Jungbulle, hatte Ropen unter Problemen mit seinen Füßen gelitten, die ihm immer wieder große Schmerzen bereiteten. Er war bereits mit dieser gesundheitlichen Einschränkung nach Nürnberg gekommen. Am 8. Mai 1988 im britischen Zoo Whipsnade geboren, zog er – koordiniert über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP – im November 1990 nach Aussig an der Elbe (Tschechien) um, und zwar in den Zoo Dvur Kralove. Im November 2006 traf er am Schmausenbuck ein. Hier versuchte man von Anfang an, Ropens Fußproblemen durch eine Umgestaltung der Böden in den Dickhäuter-Anlagen beizukommen. Das gelang zumindest teilweise: Gerade in jüngster Vergangenheit stellten Tierärzte und -pfleger trotz des hohen Alters von Ropen eine Besserung am Zustand seiner Füße fest.

Letzte Woche begannen die Schwierigkeiten aber erneut. Ropen konnte nicht mehr richtig stabil auf den Hinterbeinen stehen. Am 1. Oktober, gegen Mittag, fiel Ropen auf einmal um. Er versuchte zunächst, sich wieder aufzurappeln, kam jedoch einfach nicht mehr auf die Beine. Wäre dem Schwergewicht das nicht in einem Zoo, sondern in freier Wildbahn passiert, hätte es einen grausamen Tod zur Folge gehabt: Es wäre zum „Festliegen“ gekommen. Um ihm dieses qualvolle Sterben zu ersparen, entschieden sich die Tiergarten-Verantwortlichen, dem Nashorn ein Beruhigungsmittel zu verabreichen und es schließlich durch einen Schuss zu töten. Mit seinen 29 Jahren hat Ropen ein für männliche Panzernashörner hohes Alter erreicht. Sein Kadaver wird nun pathologisch untersucht; das Ergebnis dürfte allerdings einige Wochen auf sich warten lassen. weiter lesen

Der Tiergarten feiert den Herbst

Da staunt selbst das Graue Riesenkänguru: Schon wieder gibt es eine Veranstaltung im Tiergarten Nürnberg anzukündigen. Diesmal ist es das Herbstfest, das der Zoo am Sonntag, 1. Oktober,  feiert – und zwar unter dem Motto „Erntedank“ und „Die Tiergartenabteilungen stellen sich vor“. An einer ganzen Reihe von Mitmach-Stationen erfahren die Besucher, wie der Tierpark am Schmausenbuck funktioniert. Sie haben auch Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Außerdem geht es an diesem Familientag um Produkte des zooeigenen Bio-Bauernhofs, der am Gut Mittelbüg in Schwaig bei Nürnberg angesiedelt ist.

Hier einige Höhepunkte des Herbstfest-Programms: Die Besucher können Beschäftigungsfutter für Zootiere selber basteln. Die Speisekammer des Tiergartens im Betriebshof wird ebenso vorgestellt wie landwirtschaftliche Geräte. Kinder dürfen sich auf der Hüpfburg und beim Baumklettern vor dem Dickhäuterhaus austoben. Die Zoo-Tierärzte stehen bei Fragen der Besucher Rede und Antwort. Ums Fressen und Gefressenwerden geht es beim Steinbockgehege – und um das Bauen für Tier und Mensch beim Raubtierhaus. Auf eine spannende Mitmachaktion können sich die Gäste freuen, wenn es heißt: „Dem Tiger auf der Spur“. weiter lesen