A „Zar“ is born!

Man könnte meinen, der Fasching hat jetzt sogar schon im Tierreich Einzug gehalten. Dieses Raubkatzenbaby wäre demnach ein Tiger, der sich als Löwe verkleidet hat – oder umgekehrt. Im Ernst: Es handelt sich bei dem Tier um einen sogenannten Liger, eine Kreuzung  zwischen Löwe und Tiger. Er besitzt das beige Fell eines Löwen und hat im Gesicht die Zeichnung eines Tigers. Das seltene Exemplar hat in einem Wanderzoo bei Rostow am Dom (Südrussland) das Licht der Welt erblickt und heißt – typisch russisch – Zar. Das passt, denn seine Tiger-Mama heißt Prinzessin, sein Löwen-Vater Cäsar. Und als ob das ganze Arten-Kuddelmuddel nicht schon genug wäre, auch das noch: Eine Ziege aus dem Wanderzoo ist als Amme für den kleinen Zar eingesprungen und säugt ihn.

Liger gelten als die größten Raubkatzen der Welt. In der Wildnis kommen sie praktisch nicht vor, weil Tiger bekanntlich nur in Asien leben und Löwen in Afrika – abgesehen von den ganz wenigen Persischen oder Indischen Löwen. Solche wiederum kann man immerhin im Nürnberger Tiergarten sehen. Momentan soll es weltweit nur rund 20 Liger geben. Einer davon heißt Herkules und lebt – na klar, dort, woll alles „great“ ist seit Trump – in den USA. Er ist laut Guinness-Buch der Rekorde derzeit die größte Raubkatze der Welt: 418 Kilogramm bringt er auf die Waage und ist 3,33 Meter lang. Mal sehen, ob ihn der vor zweieinhalb Monaten in Russland geborene Zar nicht eines Tages verdrängt, wenn er erst mal erwachsen ist!

Der tierische Jahresrückblick

ErdmaennDie Erdmännchen haben zwar im Tiergarten Nürnberg im zu Ende gehenden Jahr keine Schlagzeilen gemacht. Trotzdem gehören sie zu den beliebstesten Zootieren überhaupt, und deswegen habe ich für meinen traditionellen Jahresrückblick dieses Foto ausgewählt. Auch, weil es so etwas Erwärmendes hat, nicht nur temperaturtechnisch gesehen. – Nun aber mal zu den harten Fakten. Der Tiergarten war 2015 mit außergewöhnlich vielen Tierbabys gesegnet: Charlotte, Aljoscha, Volodya, Kang-Ju, Ayana, um nur die attraktivsten Publikumsmagneten zu nennen:

  • Eisbärenmädchen Charlotte gehört mit ihrem Geburtstag am 21. November 2014 streng genommen noch zu den Vorjahresbabys. Doch erst im März 2015 kommt sie zum ersten Mal mit Mama Vera aus der Wurfhöhle und stellt sich dem Publikum vor. Ein echter Wonneproppen!
  • Groß ist die Freude, als am 6. Juli die Tigerzwillinge Aljoscha und Volodya das Licht der Welt erblicken. Vor dem Raubtierhaus bilden sich Besucherschlangen.
  • Bei den Schneeleoparden stellt sich mit Kang-Ju und Ayana nur ein paar Wochen später Nachwuchs ein.
  • Die im Juni geborenen beiden Kleinen Pandas (auch Katzenbären genannt) werden bald zu Halbwaisen: Ihre Mutter Patna liegt eines Tages tot im Gehege – Herzversagen! Die Babys wachsen und gedeihen per Handaufzucht trotzdem gut.

Außer den Geburten gab es auch eine Reihe von Neuzugängen im Tiergarten. So sind seit April  zum ersten Mal überhaupt im Zoo am Schmasuenbuck Fischkatzen zu sehen, und zwar im früheren Gehege der Brillenbären. Besser gesagt, ein Fischkater. Er wartet immer noch auf eine Partnerin. Ein neuer Tiergartenbewohner ist auch Sofie. Die neunjährige Panzernashorndame kam im Oktober für Seto Paitala, die in Nürnberg geborene „Weißfüßige“. Sonst hätte es Inzucht mit Seto Paitalas Vater Ropen geben können. Nun hofft man, dass sich Ropen und Sofie gut verstehen und die bedrohte Tierart zu erhalten helfen.

Für überregionales Presse-Interesse sorgte der Tiergarten 2015 aber mit Bewohnern, die plötzlich vom oder im Erdboden verschwanden. Schaf Rosi wird im Mai nach München ins Bordell entführt, von der Polizei aufgespürt und schließlich zurückgebracht. Anders die Präriehunde, die nach dem Winterschlaf nicht mehr aus ihrem unterirdischen Höhlensystem auftauchten. Spätere Suchaktionen mit Baggern brachten auch keinen Erfolg. Ein chinesischer Muntjak, der mit den Panzernashörnern in einer WG lebte, suchte im Juni das Weite. Warum und wohin, bleibt sein Geheimnis.

So, und nun wünsche ich meinen Lesern und allen Tieren einen schönen Jahreswechsel ohne zu lautes Böllern und ein wunderbares 2016!

Tierheim und Welpen brauchen Hilfe!

Jetzt, vor Weihnachten, müssten sich doch nicht nur die Herzen öffnen, sondern auch die Spendenbereitschaft erhöhen: Das Tierheim Nürnberg braucht dringend Hilfe!!!

217 Hundewelpen – unter anderem Rottweiler, Malteser und Chihuahuas -, 48 Zebrafinken und 20 Pantherschildkröten: Das war die traurige Bilanz einer Beschlagnahmung von zwei illegalen Tiertransporten vergangene Woche in Bad Reichenhall. Davon landeten 34 Welpen, alle Zebrafinken und Pantherschildkröten im Tierheim Nürnberg; die Tiere sollten zunächst wieder abgeschoben werden, durften dann aber doch bleiben. Die Schildkröten befinden sich inzwischen in der Reptilienauffangstation München.

Die Tierärzte stellten bei der Untersuchung der Welpen fest, dass die winzigen Hunde erst zwischen vier und acht Wochen alt sind und damit viel zu jung, um von der Mutter weggenommen zu werden. Bei einem Welpen hat ein Schnelltest eine Infektion mit Parvovirose ergeben. Nach den Erfahrungen von früheren Transporten sind weitere Parvovirosefälle wahrscheinlich, außerdem dürften die Tiere alle Darmparasiten haben. Inzwischen ist ein Malteser im Tierheim Nürnberg gestorben, ein American Staffordshire-Terrier befindet sich noch in der Tierklinik. Die anderen Welpen sind im Tierheim auf der Quarantäne-Station (Foto) und werden von Tierärzten geimpft, regelmäßig untersucht und behandelt.

Die Tiere sind vom Veterinäramt Bad Reichenhall beschlagnahmt und werden im Augenblick nicht vermittelt, es gibt deshalb auch keine Reservierungsmöglichkeit für die Welpen.

Man kann dem Tierheim auf verschiedene Weise helfen: mit Geld, aber auch durch Spenden von Pedigree Pal junior Nassfutter. Es gibt eine Spendenhotline und die Möglichkeit von Charity SMS: Die Nummer der Spendenhotline ist 0900/111 0 116 (5 Euro pro Anruf für das Tierheim, nur aus dem deutschen Festnetz), die Charity-SMS unter dem Kennwort „TIERHEIM“ gehen an die 81190.

Und hier das Spendenkonto: Tierschutzverein Nürnberg-Fürth, IBAN DE55760501010001120752, BIC SSKNDE77XXX.

Und jetzt auch noch Schneeleoparden-Babys!

Junge Schneeleoparden Ayana und Kang-JuAuf die Welt gekommen sind Kang-Ju und Ayana vor drei Monaten, jetzt zeigen sich die zwei kleinen Schneeleoparden im Tiergarten Nürnberg den Besuchern. Die Geschwister sind die Babys von Pia und Indra. Pia ist 2003 in Krakau geboren und gelangte durch die Städtepartnerschaft mit Nürnberg als Geschenk mit ihren beiden Schwestern 2004 in den Tiergarten. 2006 wurde für Pia der Kater Indra aus Szeged in Ungarn als Lebenspartner auserkoren. Deshalb siedelten Pias Schwestern um: nach Japan und in die Tschechische Republik.

Pia und Indra hatten schon vor fünf Jahren Nachwuchs, der im Rahmen des EEP an die Zoos in Kolmarden (Schweden) und Darjeeling (Indien) vermittelt wurde. Die Babys von 2012 ging nach Dresden und New York. Nach einjähriger Zuchtpause auf Empfehlung des EEP hat es nun wieder mit dem Nachwuchs geklappt.

Kang-Ju und Ayana wurden von den Tierärzten gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut geimpft. Die flauschigen Kleinen durften jetzt erstmals mit Mutter und Vater ins Außengehege. Der Tiergarten präsentiert sich derzeit auch mit den Tigerbabys, den knuffigen Kleinen Pandas, Eisbärenmädchen Charlotte, Delfinkind Nami und der herbstlichen Laubfärbung am Schmausenbuck von seiner schönsten Seite.

Kleine Pandas endlich für Besucher zu sehen

PandasEndlich: Die beiden Kleinen Pandas, die Ende Juni im Tiergarten Nürnberg das Licht der Welt erblickten, sind jetzt auch für die Zoobesucher zu sehen. Bisher waren sie meist noch in ihrer Wurfbox und machten nur selten mal einen kurzen Ausflug ins Außengehege.

Die zwei hatten es nicht leicht, denn im August starb ihre Mutter an einem akuten Herzversagen, so dass die Babys von Hand aufgezogen werden mussten. Das hat aber gut geklappt: Sie haben einiges an Gewicht zugelegt – von 600 Gramm auf jetzt rund zwei Kilo, wobei das Weibchen 350 Gramm mehr auf die Waage bringt. Die beiden werden weiterhin mit Spezialmilch und -brei versorgt.

Der Vater der beiden, der den schönen Namen Rex junior trägt – so war er im Parco Faunistico in Italien genannt worden -, lebt ebenfalls im Nürnberger Tiergarten. Er wurde im Jahr 2004 geboren und war von 2006 bis 2012 im Zoo von Rotterdam untergebracht. Die verstorbene Panda-Mutter Patna stammte aus Aalborg in Dänemark und kam 2011 nach Nürnberg; sie wurde nur fünf Jahre alt.

Den Panda-Babys geht es gut

Junge Kleine Pandabären auf dem Weg zum Futter

Nach der traurigen Nachricht vom Tod der Kleinen Pandabärin Patna im Nürnberger Tiergarten gibt es nun zum Glück auch eine gute Nachricht: Den beiden Ende Juni geborenen Babys von Patna von geht es gut. Seit dem Tod ihrer Mutter werden sie von Hand aufgezogen. Zweimal am Tag bekommen sie ein Fläschchen mit einer speziellen Milch, wie sie auch zur Hundeaufzucht verwendet wird. Und den einmal täglich angebotenen Milchbrei schlecken die Jungtiere schon selbst auf. Sie haben seit dem Verlust der Mutter sogar ihr Gewicht von je 600 Gramm auf jetzt 692 Gramm (Männchen) und 847 Gramm (Weibchen) steigern können. Und sie schauen auch schon immer wieder mal aus ihrer Wurfbox heraus. Wahrscheinlich wagen sie in ein paar Tagen ihren ersten Ausflug.

Inzwischen liegt das Obduktionsergebnis von Patna vor: Sie ist an einem akuten Herzversagen gestorben. Andere Erkrankungen oder Infekte wurden nicht nachgewiesen.

Tiger top, Panda tot

KatinkamitjungenEnde Januar habe ich hier noch über das „Liebesglück“ der beiden Tiger im Tiergarten Nürnberg geschrieben. Das war während der ersten Rolligkeit von Tigerin Katinka. Die damaligen Deckungsversuche von Samur waren dann letztlich doch nicht von Erfolg gekrönt. Aber bei der „zweiten Rolle“, wie die Tierpfleger sagen, hat es dann geklappt: Katinka wurde trächtig. Am 6. Juli hat sie ihre zwei Babys zur Welt gebracht – zwei Jungs, die von den Tierpflegern die Namen Aljoscha und Volodya bekommen haben.

Das Brüderpaar wurde jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, nachdem das Raubtierhaus in den letzten beiden Monaten geschlossen war, um Katinka mit ihrem Nachwuchs die nötige Ruhe zu gewähren. Die Kleinen haben mittlerweile schon ganz schön zugelegt und bringen schon 9,1 und 8,3 Kilo auf die Waage. Sie werden noch gesäugt, knabbern aber auch schon an Katinkas Fleischportionen mit herum. Geimpft wurden Aljoscha und Volodya ebenfalls schon, bei dieser Gelegenheit wurden sie auch mit Transpondern versehen.

Ab kommendem Montag, 7. September, dürfen die ersten Zoobesucher wieder ins Raubtierhaus: Vorerst täglich zwischen 10 und 11.30 Uhr lassen die Pfleger immer wieder kleinere Gruppen ins Raubtierhaus, um die Tigerin und ihre Babys nach und nach an Publikum zu gewöhnen. Wenn das klappt, soll das Haus so bald wie möglich wieder regulär geöffnet werden.

PatnaLeider wird das gedeihliche Heranwachsen der Tigerbabys vom Tod der Kleinen Panda-Dame Patna überschattet, die tot in ihrem Gehege gefunden wurde. Das ist vor allem auch deshalb tragisch, weil Patna hat zwei Junge hat, die erst vor zwei Monaten geboren wurden. Sie müssen nun von Hand aufgezogen und langsam auf feste Nahrung umgestellt werden. Woran Patna gestorben ist, bleibt vorerst ein Rätsel, denn noch am Tag vor ihrem Tod hat sich die fünf Jahre alte Katzenbärin ganz unauffällig verhalten. An ihrem Körper waren auch keine Verletzungen sichtbar. Per Obduktion will der Tiergarten nun hausfinden, was die Todesursache war. Schon einmal hatte es ja im Jahr 2009 im Tiergarten zwei tote Kleine Pandas gegeben. Damals kam es zu wilden Theorien, warum die Tiere von einem damals noch im selben Gehege lebenden Muntjak umgebracht wurden.

Tigerbabys weiter unter Verschluss

Katinkababys
Die Tiergartenbesucher werden wohl enttäuscht sein, aber die Zooleitung bleibt konsequent: Damit die Sibirische Tigerin Katinka und ihre beiden Babys nicht gestört werden, bleiben sie auch während der kommenden Sommerferienwochen von der Öffentlichkeit abgeschirmt im Raubtierhaus des Nürnberger Tiergartens – und das, bis die Kleinen acht bis zehn Wochen alt sind. Fürs Publikum gibt es aber zumindest ein kleines Trostpflaster: Ab diesem Wochenende werden Bilder von der Tigermutter und ihrem Nachwuchs auf einen Monitor am Eingang des Raubtierhauses übertragen. So bekommt man wenigstens einen gewissen Eindruck. Und den Vater der beiden, Tiger Samur, kann man bei seinen Streifzügen durchs Freigehege auch beobachten.

Die zwei kleinen Tiger wurden am 6. Juli geboren und entwickeln sich offenbar sehr gut. Katinka ziehe ihre Babys mit großer Gelassenheit auf, teilt die Zooleitung mit. Sie kümmere sich vorbildlich um sie und mache alles richtig, obwohl sie ja zum ersten Mal Mutter geworden ist.

 

„Dreegbär“ Charlotte

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Sieht so ein Eisbärenkind aus? Die kleine Charlotte, die im vergangenen November im Tiergarten Nürnberg das Licht der Welt erblickte, gleicht fast schon einem Braunbären. Wahrscheinlich gehört sie zur typischen fränkischen Spezies der „Dreegbärn“. Weil ihre Lieblingsbeschäftigung darin besteht, sich auf dem Boden zu wälzen, ist ihr Fell nicht weiß, wie es sich für ein Eisbärenbaby gehört. Ihre Mutter Vera dagegen sticht mit ihrem blütenweißen Fell eindrucksvoll von den roten Sandsteinfelsen in ihrem Gehege ab. Manchmal bekommt Vera beim Spielen mit ihrer Tochter allerdings den einen oder anderen Schmutzflecken ab. Eisbärenmütter brauchen eben auch eine Menge Geduld mit ihrem Nachwuchs. Aber Hauptsache, der entwickelt sich so gut, wie es bei Charlotte der Fall ist!

Willkommen, Charlotte!

VeraCharlotteUnd das ist sie: Charlotte, das Eisbärenbaby, das am 21. November 2014 im Tiergarten zur Welt kam. Seit heute Mittag ist sie mit ihrer Mutter Vera auf der Eisbären-Freianlage des Aquaparks zu sehen. Die kleine Schwester von Flocke hat bisher mit ihrer Mutter Vera in der Geburtshöhle gelebt, in der sie das Licht der Welt erblickte. Auf dem Strohlager in den Sandsteinfelsen des Schmausenbuck waren die Beiden ausschließlich über eine Videokamera zu beobachten. Die Bilder zeigten während der vergangenen Monate, wie gut sich Charlotte entwickelte. Als Vera sich heute nach viereinhalb Monaten erstmals in der Türöffnung der Sandsteinfelsen zeigte, um ihren neuesten Nachwuchs aus der Höhle ans Tageslicht und die frische Luft zu bringen, klatschten die Zoobesucher begeistert Beifall. Beim dritten Anlauf wagte sich die Eisbärenmutter mit der Kleinen schließlich ganz nach draußen.
Dann folgte eine Schrecksekunde: Charlotte purzelte über die Sandsteinstufen, und Vera sprang ihr erschrocken nach. Doch als sich herausstellte, dass nichts passiert war, ging der Auftritt der zwei Tiere ohne weitere Zwischenfälle über die Bühne. Charlotte ist eine putzmuntere Fellkugel und erkundet nun neugierig ihr „Reich“, die weiträumige Eisbären-Freianlage des Tiergartens. Allerdings sind in diesem Jahr nicht nur in Nürnberg Eisbärenbabys zu bewundern – bei diesen Tieren gibt es in Zoos zurzeit einen regelrechten Babyboom.