Luxusanlage für Pippi Langstrumpfs Lieblingstiere

Und wieder gibt es Neuigkeiten über die Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten (hier zusammen mit Tierpfleger Ramón Göschel, Foto: Günter Distler). Viele Zoobesucher – vor allem Kinder – kennen diese kleinen Primaten hauptsächlich durch die Pippi Langstrumpf-Geschichten, in denen Pippis Affe „Herr Nilsson“ ja eine wichtige Rolle spielt. Darüber habe ich in meinem Blog schon ab und zu geschrieben, zuletzt hier.

Im Frühjahr waren die Totenkopfäffchen aus dem Ausweichquartier im Gut Mittelbüg in Schwaig in ihr angestammtes Gehege zurückgekehrt. Die Totenkopfäffchen-Anlage ist im Giraffenhaus untergebracht, die lustigen Zoobewohner können sich frei von der Anlage im Innern des Hauses in einen vorgebauten Wintergarten bewegen. Dort ist jetzt für Besucher ein überdachter Unterstand neu hinzugekommen, durch den man während der kalten Jshreszeit vor Regen und Wind geschützt ist. Und auch die bislang störende Spiegelung des verglasten Wintergartens gehört endlich auch der Vergangenheit an. – Die Äffchen können in der wärmeren Jahreszeit über eine Art Hängebrücke zu einer eigenen kleinen Insel mit einer riesigen Eiche gelangen, ein Ort den sie sehr genießen. weiter lesen

Da kann man doch optimistisch sein!

Wie lang und beinahe schwarz die Zunge einer Giraffe doch ist! Davon konnte sich diese Besucherin des Tiergartens Nürnberg mit ihrem kleinen Sohn heute aus nächster Nähe überzeugen, als sie eine der Netzgiraffen mit Knäckebrot füttern durften. Mutter und Kind waren kurz vorher an der Zoo-Kasse überrascht worden, denn da hieß es plötzlich: Glückwunsch, Sie beide sind unsere millionsten Besucher des Jahres 2017! Es gab zunächst einige Geschenke – unter anderem eine 12 Monate gültige Dauerkarte für den Tiergarten. Der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel, der auch Tiergartenreferent ist, half dann bei der Giraffen-Fütterung (Foto: Roland Fengler).

Die Besucher-Millionengrenze in dem Zoo am Schmusenbuck wurde damit früher als im Jahr 2016 geknackt. Die Zooleitung hofft deshalb, heuer ein sehr gutes Besucher-Ergebnis zu erzielen und bis Dezember über 1,1 Millionen Gäste am Schmausenbuck verbuchen zu können. Bisher hat der Tiergarten 17 mal in seiner Geschichte die Jahresmarke von einer Million Besuchern überschritten. In jüngerer Vergangenheit lag die Zahl nur in den Jahren 2000, 2010 und 2013 unter einer Million. Abgesehen von diesen drei suboptimalen Werten waren es seit 1999 immer über eine Million. Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau hat eine aufschlussreiche Liste mit Besucher-Mittelwerten für die vergangenen Jahrzehnte erstellt. weiter lesen

Sogar Kinder können Pate werden

Nach meinem letzten Beitrag über ein trauriges Ereignis im Nürnberger Tiergarten nun wieder eine erfreuliche Nachricht von dort: Vor 25 Jahren begann für den Zoo am Schmausenbuck die Geschichte der Tierpatenschaften; die hießen damals noch „Futterpatenschaften“. Der Aufruf in verschiedenen Medien – auch in der Nürnberger Zeitung – löste schnell eine große Resonanz bei Zootierfreunden aus. Und die Zahl der Menschen, die ihre Lieblinge auf diesem Weg unterstützen, steigt seit einem Vierteljahrhundert stetig (Foto: Manuel Mederer).

Inzwischen sind es mehr als 770 Paten, die sich auf diese Art und Weise engagieren. Sie haben dafür gesorgt, dass bisher über 1,7 Millionen Euro zusammenkamen. Mit dem Geld, das dadurch für Tierfutter eingespart wurde, konnten zum Beispiel das Mediterraneum sowie die Anlagen für Buntmarder, Erdmännchen und Fischkatzen teilfinanziert werden. Tierpatenschaften werden übrigens gern verschenkt, und zwar zu allen möglichen Anlässen wie etwa Geburtstag, Weihnachten, Taufe, Schulanfang oder Hochzeit. Rund um das Thema Tierpatenschaften kann man sich bei Zoo-Mitarbeiterin Monika Prell informieren, die diesen Bereich betreut. Entweder telefonisch unter 09 11/5 45 48 38, per Mail unter monika.prell@stadt.nuernberg.de oder man klickt einfach hier. weiter lesen

Auf geht´s, Igel zählen!

Ich bin schon da! Das hat der Igel bekanntlich im Märchen vom Hasen und vom Igel immer gerufen. Er könnte es aber auch in diesen Wochen rufen: Denn die Igel haben ihren Winterschlaf beeendet und lassen sich zur Freude aller Tierfreunde wieder verstärkt blicken. Interessant dabei ist folgendes Phänomen: Die Igelmännchen kommen als erste aus ihren Winterquartieren, die Weibchen sind eher Langschläfer.

Der Landesbund für Vogelschutz ruft jedenfalls jetzt, nach Frühlingsbeginn, wieder zum Igel-Zählen auf. Ab sofort und dann bis in den Spätherbst hinein können Igel – auch tote, die man ja leider auch immer wieder findet – auf www.igel-in-bayern.de gemeldet werden. Das LBV-Projekt „Igel in Bayern“ läuft schon seit 2015 und hat zum Ziel, mehr über die Stacheltiere herauszufinden. In den vergangenen zwei Jahren war die Resonanz groß, es wurden mehr als 60 000 Igel gemeldet. Ergebnis der bisherigen Beobachtungen: Igel haben in unserer Zeit beeindruckende  Überlebensstrategien entwickelt und sogar in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten eine Nische gefunden. Doch ihre Gesamtsituation sieht weniger rosig aus. Denn Baumaßnahmen, Straßenverkehr und der Einsatz von Gift machen den Tieren das Leben schwer.

Pro oder kontra Katzensteuer?

Dieses dpa-Foto ist schon über fünf Jahre alt. Aufgenommen wurde es 2011 in Brandenburg. Die Kinder, die das selbstgemalte Schild damals an einer Futterstelle für Vögel aufgestellt haben, haben schon damals auf ein Problem aufmerksam gemacht, was nun in der Diskussion hochkocht: Sind Katzen daran schuld, dass es in öffentlichen Grünanlagen und Gärten immer weniger Singvögel gibt? Jagen Katzen, die als Freigänger draußen unterwegs sind, inzwischen so viele Vögel, dass man von staatlicher Seite einschreiten und eine Katzensteuer erheben sollte? Quasi als Wiedergutmachung für den entstandenen Schaden in der natürlichen Umgebung, zu der eben auch Wildvögel in bestimmter Anzahl gehören?

Natürlich war schon der erste Aufschrei von Katzenbesitzern zu vernehmen, die den Befürwortern einer Katzensteuer wiederum unterstellen, so etwas hätten sich nur Hundebesitzer ausdenken können. Weil die für ihre Vierbeiner auch vom Fiskus zur Kasse gebeten werden und schon lange finden, dass – nach dem Gleichheitsgrundsatz – auch Katzenbesitzer zahlen müssten. Eine Art Neid-Debatte, wie gerade wir in Deutschland sie gern führen. Immerhin gibt es hierzulande nach Schätzungen rund 13 Millionen Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund geht davon aus, dass mindestens zwei Millionen davon auf der Straße leben; dazu zählen auch Parks oder Industriebrachen.

Ist also eine Katzensteuer berechtigt? Politiker trauen sich in Wahljahren naturgemäß nicht an ein solch emotionsgeladenes Thema heran. Es könnte sie schließlich eine Menge Wählerstimmen kosten. Andere Interessenvertreter haben solche Ängste nicht. So spricht sich etwa der Deutsche Jagdverband für eine Katzensteuer aus. Mit dem Argument, die zweieinhalb Millionen besitzerlosen und unterernährten Katzen würden die Artenvielfalt gefährden. Katzenbesitzer müssten einfach mehr Verantwortung übernehmen. Wenn eine Kastrations- und Meldepflicht für Katzen – wie sie zum Beispiel die Stadt Paderborn 2008 eingeführt hat und weitere 430 Kommunen in Deutschland so oder ähnlich inzwischen haben – nicht den gewünschten Erfolg bringe, dann müsste eben die Politik mit der Katzensteuer eingreifen.

Der Tierschutzbund fordert wegen der zunehmenden Zahl von Katzen in Tierheimen und auf der Straße längst die bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Diese Tiere sind für die explosionsartige Fortpflanzung der Straßenkatzen schließlich mit verantwortlich. Der Tierschutzbund setzt sich deshalb für ein Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen ein. Der Naturschutzbund Deutschland, Nabu, setzt auf Kastrationspflicht, erteilt aber der Katzensteuer eine Absage. Eine der Hundesteuer ähnliche Katzensteuer hält man dort für politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Dass Katzen besonders junge Vögel jagen, liege in ihrer Natur als Raubtier begründet.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat das Thema vor kurzem erneut aufs Tapet gebracht – und Katzenfreunde auf die Palme. Klar: Die Sache polarisiert wie wenige andere. In den sozialen Netzwerken schlägt die Diskussion natürlich auch hohe Wellen. – Und wie ist die Meiung der Leser dieses Blogs? Sind Sie für oder gegen die Katzensteuer?

Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Auf die (Tier-)Freundschaft!

giraffenplakatEine gelungene Plakat-Aktion des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg: Wer in der Stadt unterwegs ist, kann die originellen Tierfotos an Plakatwänden kaum übersehen. Ich war so begeistert, dass ich gleich ein Plakat abfotografiert habe, um die Aktion hier im Blog vorzustellen. Gerade in Zeiten, da Zoos in öffentlicher Hand wie der Nürnberger Tiergarten unter chronischem Geldmangel leiden, finde ich diese Art der Unterstützung ebenso gelungen wie notwendig. Zusammen mit der neuen „Tiergarten-Straßenbahn“ wird auf diese Art und Weise Werbung für eine Einrichtung gemacht, die fast alle Nürnberger (einschließlich ihres Oberbürgermeisters Ulrich Maly!) lieben und der zunehmend auch deutschlandweit mehr Aufmerksamkeit zuteil wird.

Igel nicht gleich ins Haus holen!

igelJetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der so mancher Tierfreund meint, schwache oder vermeintlich kranke Igel ins Haus holen zu müssen, um sie noch vor dem Wintereinbruch zu retten und dann über den Winter zu bringen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor Überaktionismus in Sachen Igel: Bevor man ein soloches Tier in Obhut nimmt, sollte man es genau beobachten. Meist sind die Igel nämlich in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Nur wenn sie tatsächlich verletzt, krank oder stark von Parasiten befallen sind, brauchen sie die Hilfe des Menschen. Dann ist es jedoch am besten, sie Fachleuten zu überlassen.

Woran erkennt man nun, ob ein Igel Hilfe braucht? Deutlich zu sehen ist es zum Beispiel, wenn er abgemagert ist. Doch wenn man in diesen Wochen einen Igel bei sich im Garten findet, muss er deshalb noch nicht unbedingt gleich in menschliche Pflege genommen werden. Vielmehr ist es normal, dass Igel zu dieser Jahreszeit in Gärten und Parks auf Nahrungssuche sind, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Wenn der Garten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet, etwa in Form von Kompost- oder Blätterhaufen, kann man der Igel ruhig dort lassen und muss ihn nicht ins Haus holen.

Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark abgemagert sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Unbedingt notwendig ist das, wenn man beobachtet, dass der Igel sich apathisch verhält. Dann sollte man auf jeden Fall Rat beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein einholen. Handelt es sich um einen jungen Igel, kann eine Zufütterung sinnvoll sein, beispielsweise mit Katzenfutter aus der Dose, das man mit Haferflocken oder Weizenkleie mischt. Wichtig ist auch, dem Tier Wasser zum Trinken anzubieten. Achtung: Keinesfalls Milch oder Essensreste geben! Damit kann man den Tieren ernsthaft schaden.

Pro und contra „Barfen“

BarfenQuizfrage: Wer weiß, was „Barfen“ ist und wofür die Abkürung steht? – Also: „Barf“ ist die Abkürzung für „Bones and raw foods“ und bezieht sich auf die Verfütterung von Rohkost an Hunde und Katzen. Klar, mag man denken, das ist ja ganz natürlich und viel besser als Fertigfutter. Doch es gibt auch Gegner, die das „Barfen“ für gefährlich halten.

„Barfen“ ist ein Trend, der – wie könnte es anders sein? – aus den USA nach Europa herüberschwappt. Das Konzept: Futter für Hunde und Katzen sollte möglichst naturnah sein, also zum Beispiel rohes Fleisch und Innereien, aber auch Fell und Knochen, dazu Gemüse und Obst. Nur Schweinefleisch ist „verboten“ (wegen der Gefahr des Befalls mit den für die Tiere tödlichen Aujeszky-Viren). „Barfer“ stellen die Nahrung ihrer Vierbeiner meist selbst zusammen. Längst existieren auch „Barf-Shops“, teils mit Internet-Versand, wobei das Fleisch tiefgefroren geliefert wird. In gut sortieren Futterhäusern sind außerdem fix und fertig zusammengestellte Rationen mit Fleisch, Gemüse und Zusätzen erhältlich.

Ob und was das „Barfen“ für Hunde bringt, ist umstritten. Befürworter glauben, dass es gut ist für Zähne, Fell und Organe ihrer Lieblinge. Die Gegner bezweifeln, ob Haushunde genauso ernährt werden sollten wie ein Wolf. Denn der Verdauungstrakt von Hunden hat sich durch das Leben in menschlicher Obhut verändert. Einige tierärztliche Vereinigungen und Ernährungswissenschaftler raten ebenfalls davon ab, weil es viele Risiken gebe. Zum Beispiel die Übertragung von Krankheiten durch rohes Fleisch – auf Hund und Besitzer. Falsche Dosierung kann außerdem Ursache für Nährstoffmangel sein, deshalb müssen die einzelnen Dinge im richtigen Maß verfüttert werden.

„Barfen“ bedeutet für den Tierhalten auf jeden Fall mehr Aufwand als Fertigfutter. Man muss sich gut informieren und am besten von einem Fachmann berechnen lassen, wie die Rationen zu berechnen sind. Das hängt von Alter, Geschlecht, Haltungsform und Rasse des Tiers ab. Und noch eins muss man abwägen: die Kosten. Fertigfutter ist teuer, aber beim „Barfen“ kommt auch einiges zusammen. Offenbar haben „gebarfte“ Hunde selten Übergewicht. Studien, die belegen, dass diese Tiere gesünder sind als mit Fertigfutter ernährte, gibt es jedenfalls noch nicht. Nur eines ist sicher: „Barfen“ wird immer beliebter. Fachleute schätzen, dass fünf Prozent der Hundebesitzer diesen Weg gewählt haben.

Kopf ab – soll das lustig sein?

GänsereitenIn Bochum-Wattenscheid gibt es eine alte Karnevalstradition am Rosenmontag: das „Gänsereiten“. Ein Brauch, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, als man so etwas vielleicht noch lustig fand: Eine eigens zu diesem Zweck getötete Gans wird an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Wer das schafft, wird für ein Jahr zum „Gänsereiterkönig” ernannt. Die Gans wird anschließend verspeist.

Das Spektakel gibt es auch in anderen Städten, doch dort verwendet man längst  Attrappen statt der echten Tiere. Nur in Bochum-Wattenscheid hängt man an der echten toten Gans. Der Brauch wurde einst von spanischen Kriegern abgekupfert, als körperliches und psychisches Training für die Reiter: Sie sollten möglichst alle Skrupel verlieren, um in den Krieg ziehen zu können. In den Anfängen des „Gänsereitens“ riss man sogar einer lebenden Gans den Kopf ab. Das wurde aber schon im Jahr 1806 verboten.

Tierschützer fordern seit einiger Zeit, dass Gänse für diesen Karnevalsbrauch nicht getötet werden dürfen. Sie argumentieren auch damit, dass die Misshandlung von Tieren der Misshandlung von Menschen vorausgehe und vor allem dazu führe, bei jungen Leuten Gewalt zu verharmlosen. Gegner dieser Veranstaltung fordern die Stadt Bochum auf, dem Treiben Einhalt zu gebieten und dafür zu sorgen, dass vor allem Kinder das blutige Schauspiel nicht sehen sollten, weil es zu grausam sei. Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, bei der man gegen das „Gänsereiten“ unterzeichnen kann. Wer das tun möchte, hat hier die Möglichkeit dazu.