Ein Tag für Papageienfreunde

Am nächsten Samstag kommen Papageienfreunde im Tiergarten Nürnberg voll auf ihre Kosten: Dort findet von 9 bis 16 Uhr in der „Waldschänke“ der vierte Nürnberger Papageientag statt (Foto: Harald Hofmann). Die Veranstaltung ist für Papageienbesitzer gedacht, es geht dabei um Fragen der Papageienhaltung und des Trainings von Papageien, außerdem um die richtige Ernährung, das Fortpflanzungsverhalten dieser beliebten Vögel und um den Artenschutz. Das Ganze läuft in Form eines Seminars ab, für das noch Restplätze vorhanden sind. Die Kosten betragen inklusive Tiergarteneintritt 59 Euro. Weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist, muss man sich anmelden; das ist hier möglich. Der Erlös der Veranstaltung fließt als Spende in Artenschutzprojekte

Rede und Antwort stehen an diesem Tag die Verhaltenstierärztin Daniela Zurr, René Wüst von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), Gerd Britsch von der Vogel- und Reptilienpraxis Karlsruhe, Jürgen Hirt, Mitarbeiter beim Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA), Fritz Karbe von der Exotenpraxis Nürnberg und Hermann Kempf von der Exotenpraxis Augsburg.

Desari – eine wahre Himmelsstürmerin

Dieses Bild mit dem Luchsweibchen Desari  im Nürnberger Tiergarten sieht auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär aus (Foto: Tiergarten Nürnberg). Aber es war gar nicht einfach, die Luchsdame vor die Kamera zu bekommen, denn Desari sitzt sehr hoch oben in einem Baumwipfel – gut getarnt, und für die Besucher nicht ganz leicht zu entdecken. Man muss schon den Kopf in den Nacken legen und geduldig die Baumkronen absuchen. Was jetzt, ohne Laub, noch möglich ist. In ein paar Wochen wird es dann schon sehr schwierig, die Raubkatzen im Blätterdach ihres Geheges aufzuspüren.

Luchse sind eben sehr gute Kletterer, und es ist nicht so, dass sie sich im Tiergarten vor den Besuchern verstecken würden. Vielmehr gelten sie auch im Freiland als wahre Himmelsstürmer. Sie sind selbst in luftiger Höhe so gewandt und sicher, dass sie manchmal sogar in hochgelegenen Astgabeln schlafen. Vor Desari und ihrem Zwillingsbruder Dayon lebten im Tiergarten  drei Weibchen, die es vorzogen, unten am Boden zu bleiben. Die reine Frauengruppe wurde im Herbst vergangenen Jahres an das „Centro Fauna Selvatica Il Pettirosso“ bei Modena (Italien) abgegeben. Kurz darauf zogen Desari und Dayon am Schmausenbuck ein; das knapp zwei Jahre alte Zwillingspaar stammt aus dem tschechischen Zoo Liberec.

Experte zur Kampagne „Silent Forest“

Ich habe ja vor ein paar Wochen schon darüber geschrieben, dass auch der Tiergarten Nürnberg an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA) teilnimmt. Passend zu diesem Thema gibt es demnächst einen Vortrag, und zwar von Simon Bruslund, dem Vogelkurator des Heidelberger Zoos. Er spricht am Donnerstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens über den Rückgang der Singvögel im südostasiatischen Tropenwald.

Das dürfte ein äußerst interessanter Abend werden, denn Brusland will sowohl auf die problematische Situation der tropischen Singvögel in Südostasien eingehen, als auch die betroffenen Vogelarten vorstellen und mögliche Gegenmaßnahmen nennen, die Zoos ergreifen können. Der Vogelexperte wird außerdem erklären, wie derzeitige Schutzprojekte die Wissenschaftler dauerhaft beim Schutz verschiedener bedrohter Vogelarten unterstützen, etwa des oben abgebildeten, stark gefährdeten Bali-Stars (Foto: dpa). Außerdem wird Bruslund die Arbeit des europäischen Zooverbands erläutern und auf dessen Artenschutzkampagnen und politische Einflussnahme innerhalb und außerhalb Europas eingehen. In Asien selbst wird durch verschiedene Bildungsangebote bei den dortigen Zoobesuchern ebenfalls Interesse für das Thema geweckt.

Der Nürnberger Tiergarten wird, um auf die Silent-Forest-Kampagne optisch aufmerksam zu machen, bis Ende Februar unter dem Vordach des Delfinariums einen „Vogelmarkt“ aufbauen.

Wohin mit dem Mist?

Mistkäfer bei der „Arbeit“. Foto: dpa

Am 14. Februar ist nicht nur Valentinstag, sondern auch Tag des „Ideenforum Bionicum 2019“, das ein interessantes Programm bietet. „Wohin mit dem ganzen Mist?“, fragt zum Beispiel Dag Encke, Direktor des Tiergartens Nürnberg, in einem Vortrag um 15 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens. Dabei geht es um Mistkäfer in der Savanne – oder auch im Wüstenhaus des Tiergartens. Thematisch greift das Ideenforum Bionicum die aktuelle Sonderausstellung „Ganz schön eklig“ auf. Und Mist gehört ja bekanntlich zu den Dingen, die beim Menschen Ekel auslösen. Das Gefühl von Ekel wiederum zählt zu den stärksten Empfindungen, derer die Menschen fähig sind, und ist uns angeboren.

Beim Ideenforum gibt es drei wissenschaftliche Vorträge: Außer Dag Encke referiert Sebastian Lotzkat vom Naturkundemuseum Stuttgart über Blutegel und Schlangen (13 Uhr) und Olga Speck von der Uni Freiburg (Kompetenznetz Biomimetik) über Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt (13.45 Uhr). Wenn Ihr Euch für das Ideenforum interessiert: Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, aber man sollte sich anmelden unter www.bionicum.de

Tiergarten braucht Vogelkäfige für „Silent Forest“

Eine Reihe von deutschen Zoos macht schon mit, jetzt beteiligt sich auch der Nürnberger Tiergarten an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA). Der Tiergarten sucht zu diesem Zweck gebrauchte Vogelkäfige. Die Behausungen sollen aufgehängt werden, um ein sichtbares Zeichen für die Kampagne zu setzen, die asiatischen Singvögeln zugute kommt. Von den rund 850 in den Regenwäldern Asiens lebenden Vogelarten stehen viele kurz vor der Ausrottung. Vor allem in Südostasien werden täglich Tausende von Singvögeln gefangen und auf großen Vogelmärkten verkauft. Nicht selten fristen die Tiere ihr Dasein in viel zu kleinen Käfigen – ob als Haustiere oder Teilnehmer an Gesangswettbewerben – und können das nur wenige Tage überleben (Foto: Silent Forest, EAZA).

Durch den breit angelegten Vogelfang sind die meisten Singvogelarten aus den Wäldern verschwunden. Von der Stille, die deswegen dort herrscht, leitet sich der Name „Silent Forest“ ab. Die Kampagne soll die Lage der asiatischen Singvögel in ihrem Lebensraum verbessern, indem sie darüber informiert und Verständnis für die Bedrohung der Vögel weckt. Außerdem wird im Rahmen der Aktion für Artenschutzprojekte gesammelt, um Schulmaterial für die lokale Bevölkerung zu entwickeln. Es werden Zuchtstationen in Asien und in Zoos aufgebaut, die bei der Kampagne mitmachen, auch Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekte sind geplant.

Wer gebrauchte – gern auch kaputte – Vogelkäfige abzugeben hat, kann eine Mail an den Zoopädagogen Christian Dienemann schicken, und zwar unter folgender Adresse: zooschule@stadt.nuernberg.de

Gutes Jahresende für die Zoopädagogik

Kühe sind lila, Hasen kennt man von Ostern, Fleisch kommt aus der Kühltruhe: Manche Stadtkinder kommen heutzutage nicht mehr mit echten Kühen, Kaninchen oder Schweinen in Berührung und können auch keine Zusammenhänge zwischen Tier-, Pflanzen- und ihrer direkten Umwelt mehr herstellen. Exotische Tiere, denen sie in Zoos  begegnen, finden sie meist spannender. An diesem Punkt kann die Zoopädagogik ansetzen. Denn Kinder, deren Interesse an Tieren erst einmal grundsätzlich geweckt ist, lassen sich leichter für Natur- und Umweltthemen begeistern. Deshalb hat die Zoopädagogik längst neue Aufgaben hinzubekommen, die natürlich mehr Personal, Aufwand und Geld erfordern.

Die Zoopädagogik im Nürnberger Tiergarten kann sich jetzt über eine kräftige finanzielle Unterstützung durch die Manfred-Roth-Stiftung freuen. Dadurch wird es möglich, ein fünftägiges umweltpädagogisches Ferienprogramm zu entwickeln. Es zielt darauf ab, Stadtkindern ihre Umwelt durch tiergestützte Naturbegegnung nahezubringen. Und das funktioniert so: Der Tiergarten lobt für ein Jahr ein Semester-Stipendium für Masterstudenten aus, die ein neues zoopädagogisches Angebot für den Tiergarten entwickeln sollen. In dieses Konzept fließen die Erfahrungen aus der bisherigen zoopädagogischen Arbeit des Tiergartens ein. Am Ende soll ein neues Angebot der Zoopädagogik für Kinder herauskommen. Das Stipendium wird im Januar 2019 als Zuschuss zum Lebensunterhalt eines Masterstudenten ausgeschrieben. Um das alles finanzieren zu können, übergaben Wilhelm Polster, Vorstand der Manfred-Roth-Stiftung, Günther Beckstein und Klaus J. Teichmann, beide Mitglieder des Stiftungsrats der Manfred-Roth-Stiftung, an Tiergartendirektor Dag Encke einen symbolischen Scheck. Als Dank erteilte Zoopädagoge Christian Dienemann ihnen eine Lektion über Vogelspinnen und Bartagamen (Foto: Tiergarten Nürnberg).

Der mit den Nashörnern redet – und der sie rettet

Es gehört zu den interessantesten Revieren des Nürnberger Tiergartens: das weitläufige „Revier 4“. Sein Mittelpunkt ist das Dickhäuterhaus – Kenner des Tiergartens wissen, dass es früher „Elefantenhaus“ hieß, als am Schmausenbuck noch Elefanten gehalten wurden. Im „Revier 4“ leben pflanzenfressende Tiere aus vier verschiedenen Kontinenten: südamerikanische Guanakos, schottische Hochlandrinder, aus Asien stammende Panzernashörner und Hirsche sowie die in Afrika beheimateten Somali-Wildesel und Grévy-Zebras. Die „Stars“ des Reviers sind natürlich die Panzernashörner. Derzeit gibt es im Tiergarten allerdings nur noch die oben abgebildete Nashorndame Sofie (Foto: Tiergarten Nürnberg) und ihren Sohn Sanjay. Sein Vater Ropen lebt bekanntlich seit Herbst vergangenen Jahres nicht mehr.

Jeder Tierpfleger würde wohl gern in einem solchen Revier arbeiten, in Nürnberg hat René Kaiser dieses Glück. Der stellvertretende Revierleiter berichtet am Donnerstag, 13. Dezember, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens über seine Arbeit. Er will die ganz besonderen Ansprüche seiner Schützlinge vorstellen, ebenso wie das tägliche Management und das Spezialtraining mit den Tieren in seinem Revier. Außerdem geht es bei Kaisers Vortrag um die Frage, ob seine „gepanzerten“ Nashörner in Wirklichkeit nicht eher „dünnhäutige Dickhäuter“ sind. (Der Eintritt zum Vortrag ist gratis.)

In freier Wildbahn sind die asiatischen Panzernashörner stark bedroht. Dieses Stichwort bringt mich auf einen anderen Vortrag, den ich letzte Woche im Nürnberger Presseclub besucht habe. Dort war Ralph Koczwara zu Gast. Er ist Gründer der „Hemmersbach Rhino Force“, einer privaten Schutztruppe, die im südlichen Afrika den Kampf um das Überleben der Nashörner gegen Wilderer und deren Geschäfte mit asiatischen Syndikaten aufgenommen hat. (Über das Unheil, das kriminelle Tierhändler und verbrecherische Geschäftsleute aus Asien durch verbotenes Bejagen und Abschlachten von bedrohten Tierarten anrichten, habe ich in diesem Blog ja schon öfter geschrieben, etwa hier oder hier.) Etwa ein Fünftel des jährlichen Gewinns, den Koczwara mit seiner IT-Firma Hemmersbach GmbH & Co. KG macht, fließt in diesen Nashorn-Trupp. Beileibe keine geringe Summe, die Koczwara allerdings nicht veröffentlicht haben möchte. Man kann sich aber vorstellen, dass es sich um viel Geld handelt, wenn man die Firmendaten kennt: rund 3500 Mitarbeiter in 35 Ländern, 700 davon sind in Nürnberg tätig.

Ich werde demnächst über eine zweite Rettungsaktion berichten, die Ralph Koczwara gestartet hat: die Umsiedlung von bedrohten Elefanten in Gebiete, wo sie in Sicherheit leben können.

„Advent, Advent“ im Tiergarten

Sogar wenn´s stürmt und schneit wie auf diesem Foto (Foto: Tiergarten Nürnberg), ist die Vorweihnachtszeit im Tiergarten alle Jahre wieder etwas ganz Besonderes. Die  sogenannte Lebende Krippe, die Zoomitarbeiter und Zoobewohner gemeinsam zum Leben erwecken, hat in Nürnberg eine lange Tradition und ist schon zu einem Brauch geworden. Früher waren Maria mit „Jesuskind“ und Josef, Esel und Schafe mit Hirten im hinteren Teil des Geländes am Schmausenbuck zu finden. Seit ein paar Jahren brauchen die Besucher nicht mehr so weit zu laufen: Die Lebende Krippe findet man jetzt nämlich gleich hinter dem Haupteingang. Für festliche Stimmung sorgen dort ein großer Christbaum und ein Christkindlesmarkt im Miniformat. In ein paar wenigen Buden wechseln sich unterschiedliche Standbetreiber ab; sie bieten Kunsthandwerk, aber auch Glühwein oder Weihnachtsgebäck an.

Los geht es an diesem ersten Adventswochenende. Am Samstag, 1. Dezember (also morgen), werden die Lebende Krippe und der Adventsmarkt ab 11 Uhr eröffnet. Krippe und Buden können dann an allen vier Adventswochenenden samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr besucht werden. –  sogar am Heiligen Abend, an dem die Lebende Krippe noch bis 15 Uhr  zu bewundern ist.

Es gibt aber noch weitere typische Adventsveranstaltungen im Tiergarten. Der traditionelle Lichterzug mit Posaunenbegleitung startet diesmal am Samstag, 8. Dezember, um 16.30 Uhr am Haupteingang (Eintritt: vier Euro für Erwachsene, Kinder können kostenfrei teilnehmen. Am dritten Adventssonntag, 16. Dezember, feiert die Evangelische Auferstehungskirche Zabo mit ihrem Posaunenchor die „Waldweihnacht“; Treffpunkt ist um 16 Uhr am Haupteingang (freier Eintritt). Kinder können zum Lichterzug und zur „Waldweihnacht“ Laternen mitbringen. Taschenlampen müssen dagegen aus Rücksicht auf die Tiere zu Hause bleiben.

Jetzt hat es auch noch Lilli erwischt

Das Jahr nähert sich so langsam seinem Ende. Für den Tiergarten Nürnberg wird 2018 als ein eher trauriges Jahr in die Geschichte eingehen: Zoomitarbeiter und -besucher mussten sich heuer schon von mehreren „Senioren“ am Schmausenbuck verabschieden. Heute nun der neueste Todesfall: Die 19 Jahre alte Giraffendame Lilli wurde eingeschläfert. Diese Netzgiraffe war wohl den meisten Zoobesuchern bekannt, weil sie wegen einer Fehlstellung des rechten Hinterbeins leicht hinkte und dadurch besonders auffiel. Mit dieser Einschränkung lebte Lilli (Foto: News5/Grundmann), seit sie ein Giraffenbaby war.

Im August 1999 hatte sie im Tiergarten das Licht der Welt erblickt. Die Giraffendame hat in Nürnberg drei Jungtiere geboren und aufgezogen, die wiederum für sieben Enkel sorgten. Haltung und Zucht von Netzgiraffen werden durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP koordiniert. Eigentlich kam Lilli mit ihrer Einschränkung überraschend gut zurecht. Die Fehlstellung konnte zumindest teilweise korrigiert werden: durch tiermedizinisches Training und regelmäßige Klauenpflege. Doch in den vergangenen Monaten verschlimmerte sich Lillis Behinderung zusehends – so sehr, dass die alte Giraffendame kaum mehr auftreten konnte. Auch eine Schmerztherapie hat nicht mehr angeschlagen.

Deshalb hat der Tiergarten heute die Entscheidung getroffen, Lilli von ihren Schmerzen zu erlösen und einzuschläfern. Mit 19 Jahren erreichte das Tier immerhin ein erstaunlich hohes Alter. Unter den 99 weiblichen Netzgiraffen, die in europäischen Zoos gehalten werden, war Lilli die drittälteste.

Mit Lilli ist – nach dem Silberrücken Fritz, dem Gorillaweibchen Bianca, dem Löwenpaar Thar und Keera und dem Delfinbullen Moby – also jetzt ein weiterer hochbetagter Zoobewohner tot. – Und ich höre sie schon wieder aufschreien, die Zoogegner und Tierrechtler von Peta & Co., die nun wahrscheinlich wieder mit ihren altbekannten Vorwürfen gegen den Tiergarten kommen und behaupten, die Tiere seien in diesem Jahr nur gestorben, weil sie in einem Zoo „gefangengehalten“ wurden, der ihnen nicht die Lebensbedingungen wie in der Natur bieten kann. Nur: Durch ständige Wiederholung wird diese Behauptung auch nicht wahrer!

Culinartheater: „Ganz nach Wolfs Gusto“

Der Nürnberger Tiergarten ist nicht nur einer der schönsten Landschaftszoos, er gehört auch zu den Zoologischen Gärten mit einer richtig guten Gaststätte. Die „Waldschänke“ oben auf dem Schmausenbuck bietet qualitätvolle, teils fränkische, teils mediterran angehauchte Küche – weit mehr als übliche Zoo-Restaurant-Kost und natürlich alles „Bio“. Peter Noventa und seine Frau betreiben das urgemütliche, fränkische Fachwerk-Wirtshaus seit vielen Jahren. Peter Noventa ist aber mehr als ein hervorragender Gastronom, Wein- und Bierkenner. Der Nürnberger mit italienischen Wurzeln kennt sich außerdem bestens in der Kulturszene aus. Und er hat eine geniale Möglichkeit gefunden, Ess- und Trinkgenuss mit Kultur zu verbinden: Seit mittlerweile 22 Jahren macht er – immer an Freitag- oder Samstagabenden – sozusagen Theater ums Essen. Das nennt sich dann „Culinartheater“ (Foto: KH), bei dem Peter Noventa zeigt, dass er als Koch noch wesentlich mehr drauf hat als das, was er während des normalen Tiergartenbetriebs auf den Tisch bringt.

Die neueste Inszenierung, „Charme der Tiere“, ist ein äußerst amüsantes, schwungvolles Stück mit Musical-Charakter, das vor Kurzem Premiere feierte. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese Musikkomödie mitzuerleben (Foto: KH). Erstmals war auch Noventas Tochter – gelernte Kostümbildnerin – in eine Culinartheater-Aufführung involviert: Originell und ungewöhnlich, was sie da aus dem Hut gezaubert hat. Und während im Stück ein Gag den nächsten jagte, folgte im Menue ein umwerfendes Gericht dem anderen. Einer der beiden Hauptgänge scheint direkt für mich kreiert worden zu sein: „Ganz nach Wolfs Gusto“ entpuppte sich als ein Rippenstück vom Biorind; dazu kam unter anderem „Polenta al Tartufo“ auf den Teller. Mehr möchte ich über die raffinierte Speisenfolge nicht nicht verraten. Schließlich soll es für alle, die demnächst das Culinartheater besuchen wollen, noch die eine oder andere Überraschung geben (ich sage nur: Dessert-Buffet!).

Das irrwitzige Stück um ein verwöhntes Bioschwein, eine übereifrige Legehenne, einen obskuren Tierflüsterer und eine allzu menschliche Honigbiene – hinter oder besser: in der übrigens ein urkomischer Abschluss-Knüller steckt, –  wird am kommenden Samstag wieder aufgeführt, danach am 30. November, 7. und 15. Dezember. Genauere Informationen, auch über andere Stücke im Spielplan des Culinartheaters, gibt es hier.