Im Dezember 2010 waren sie im Tiergarten Nürnberg zur Welt gekommen: die Eisbären-Zwillinge, die später auf die Namen Gregor und Aleut getauft wurden. Inzwischen sind sie fast ausgewachsen und lehnen sich immer öfter gegen ihre Mutter Vera auf. In der Natur trennen sich zu diesem Zeitpunkt die Wege von Eisbärmüttern und ihrem Nachwuchs. Im Zoo ist das nicht so einfach. Ich habe hier schon darüber geschrieben.
Der Tiergarten hat lange warten müssen, bis die Koordinatoren des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP einen Platz für Gregor und Aleut in einem anderen Zoo vermittelt haben. Jetzt ist es so weit: Die Bärenbrüder ziehen heute in den Warschauer Zoo um. Dort werden sie bis zur Geschlechtsreife in einigen Jahren zusammenbleiben. Das Foto von Gregor entstand kurz vor der Abreise.
Schon seit Herbst vergangenen Jahres haben die Nürnberger Tierpfleger Gregor und Aleut für die Fahrt trainiert. Sie wurden mit den Transportkisten vertraut gemacht und haben geübt, von selbst dort hineinzulaufen. So klappte die Abreise in Nürnberg heute früh reibungslos, die Tiere mussten nicht betäubt werden. Die beiden Eisbären werden von zwei Nürnberger Tierpflegern begleitet, die ein paar Tage in Warschau bleiben, bis sich Gregor und Aleut an die neue Umgebung gewöhnt haben. Im Warschauer Zoo wurden zuletzt keine Eisbären mehr gehalten. Die Haltung soll nun neu beginnen, in einigen Jahren soll eine neue Anlage für diese Tiere gebaut werden.
Im Tiergarten Nürnberg werden sich Vera und Felix, die Eltern von Gregor und Aleut, in nächster Zeit immer wieder zusammen in einem Gehege aufhalten. Schon vor über einem Monat hat Felix Vera gedeckt. Im Tiergarten hofft man, dass Vera im nächsten Winter wieder Nachwuchs bekommt.
Wer kennt dieses Tier nicht: Walross Antje, das jahrzehntelang als Markenzeichen für den NDR im Einsatz war. Antje starb im Jahr 2003, aber in den Köpfen vieler Menschen ist sie unsterblich. Sie machte nicht nur den NDR berühmt, sondern auch den Zoo, in dem sie lebte: den Hamburger Tierpark Hagenbeck.
Dessen Gründer wiederum, Carl Hagenbeck, starb am 14. April 1913, also vor 100 Jahren. Doch seine Idee lebt in vielen Zoologischen Gärten auf der ganzen Welt fort: Hagenbeck gründete als erster einen Zoo, in dem die Besucher das Gefühl hatten, als würden sie Tiere in freier Wildbahn beobachten. Hagenbeck schaffte Gitterkäfige, die vorher Zoos und Menagerien geprägt hatten, weitgehend ab. Er wollte Tiere nicht in engen Käfigen zur Schau stellen. Vielmehr ließ er für seinen Zoo Kulissen bauen, die Tiere in einer der Natur nachempfundenen Landschaft präsentierten.
Im 1907 eröffneten Tierpark Hagenbeck gab es von Anfang an künstliche Gebirge für Steinböcke oder Wildschafe, Steppentiere auf freiem Gelände oder Raubtiere in Schluchten, die nur durch einen Graben von den Besuchern getrennt waren. Nach diesen Hagenbeckschen Vorstellungen wurde später, im Jahr 1939, beispielsweise auch der Nürnberger Tiergarten am Schmausenbuck angelegt. Heute mag der gitterlose Zoo nichts Aufsehenerregendes mehr sein – zu Hagenbecks Zeit kam diese Idee aber einer Revolution gleich. Hagenbeck hat das selbst erkannt und sich seine Panorama-Idee für Tierparks patentieren lassen. Er hat Maßstäbe für die Zoowelt gesetzt, die immer noch gelten.
Carl Hagenbeck war übrigens der Sohn eines Tierhändlers und stieg selbst schon als Jugendlicher in dieses Geschäft ein. Er lieferte exotische Tiere an Zoos und veranstaltete selbst Tierschauen, etwa mit Löwen, Affen oder Giraffen in “C. Hagenbeck´s Handlungs-Menagerie” auf St. Pauli. Auch als die sogenannten Völkerschauen zum Ende des 19. Jahrhunderts in Mode kamen, mischte Hagenbeck mit: Er präsentierte mit großem Erfolg einem sensationslüsternen Publikum zum Beispiel echte Lappländer oder Eskimos. An dieser Zurschaustellung exotischer Völker störte sich damals niemand – erst später geriet sie in die Kritik.
Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg ist nach wie vor einer der beliebtesten Zoos in Deutschland mit durchschnittlich 1,6 Millionen Besuchern im Jahr. Hagenbecks Nachfahren führen den Zoo weiter. Sie streiten sich derzeit allerdings vor Gericht um die Geschäftsführerposten. Gut, dass Carl Hagenbeck das nicht mehr miterleben muss!
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Das muss man dem Leipziger Zoo wirklich lassen: Er versteht es wie kaum ein anderer Zoologischer Garten in Deutschland, die Werbetrommel zu rühren und die Aufmerksamkeit der Medien zu gewinnen. Durch die Zoo-Doku “Elefant, Tiger & Co.” des MDR hat der Zoo auch deutschlandweit eine ungeheuere Popularität erreicht.
Auch die Geburt eines Schabrackentapirs im Februar – der erste Tapirnachwuchs im Leipziger Zoo seit dem Jahr 1929 – haben die Leipziger äußerst geschickt und publikumsträchtig vermarktet. Wochenlang lief eine Aktion, bei der man Namensvorschläge für das Tierbaby machen konnte. Über verschiedene Foren im Internet fanden sich Fans auf der ganzen Welt für das niedliche Tapirbaby. So gingen schließlich 4500 Vorschläge für einen Tapirnamen ein.
Schließlich wurde sogar eine Jury eingesetzt, die aus den vielen Ideen die schönsten auswählte. Und aus den vier, die am Ende noch zur Auswahl standen, konnte sich der kleine Tapir nun selbst seinen Namen aussuchen – wiederum äußerst medienwirksam vor laufenden Kameras. Die Pfleger schrieben die Anfangsbuchstaben der vier Vorschläge jeweils auf einen Apfel. Das Tapirbaby schnüffelte erst und entschied sich schließlich für das Obst mit dem großen B darauf.
B stand für Baru, und auf diesen Namen wurde der Kleine schließlich getauft. Baru ist ein Begriff aus dem Indonesischen und bedeutet so viel wie “der Neue”.
Als im vergangenen Jahr im Tiergarten Nürnberg ein Schabtrackentapirbaby zur Welt kam, versuchte man auch, ein großes Interesse in der Öffentlichkeit zu erreichen: Die Kleine bekam den Namen Pinola. Doch selbst als der Namensvetter, der beliebte Spieler des 1.FC Nürnberg, das Tier besuchte, blieb die Publicity auf den Großraum Nürnberg beschränkt. Aber das passt ja irgendwie zur fränkischen Mentalität: lieber nicht zu viel Aufsehen um sich machen, den Ball immer schön flach halten!
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Am Wochenende soll es ja endlich wieder wärmer werden. Für alle, die noch überlegen, was sie unternehmen könnten, habe ich einen Tipp: Der Tiergarten Nürnberg veranstaltet am Sonntag, 17. März, seinen diesjährigen Thementag. Er steht unter dem Motto “Tierwelt Südostasiens”. Der Tiergarten schließt sich damit der Südostasienkampagne des Europäischen Zooverbands EAZA an.
Im Tiergarten am Schmausenbuck sind die wichtigsten Vertreter von Tieren aus Südostasien Weißhandgibbons, Schabrackentapire, Przewalskipferde, Panzernashörner, Sibirische Tiger und Prinz-Alfred-Hirsche.
Am Thementag stellen Tierpfleger die Tapire als seltene Relikte aus der Urzeit vor. (Das Foto zeigt das inzwischen ausgewachsene Schabrackentapir-Baby Pinola mit seiner Mutter Indah.) Es werden außerdem die typischen “Gesänge” der Gibbons zu hören sein. Im Raubtierhaus kann man sich darüber informieren, wie der Lebensraum der Sibirischen Tiger immer knapper wird. Präsentiert wird auch das Przewalski-Urwildpferd-Projekt in Tennenlohe, über das ich hier auch schon geschrieben habe. Im Naturkundehaus informieren Zollbeamte die Besucher, welche Souvenirs aus Südostasien nicht erlaubt sind und welche Strafen man kassiert, wenn man das Verbot nicht beachtet und erwischt wird. Für Kinder gibt es eine Möglichkeit, direkt mit Tieren in Kontakt zu kommen: Sie dürfen von 14 bis 15 Uhr im Kinderzoo Ponys striegeln.
Um Nashörner dreht sich alles im Untergeschoss des Naturkundehauses. Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau erläutert, wie stark Nashörner in freier Wildbahn durch Wilderei bedroht sind (10 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr im Untergeschoss des Naturkundehauses). In natura kann man die Panzernashörner des Tiergartens im Dickhäuterhaus um 11 Uhr und 15 Uhr bei Fütterungen beobachten. Der Bestand der freilebenden Panzernashörner in Asien liegt derzeit bei rund 2600 Tieren. Vom Aussterben unmittelbar bedroht sind das Sumatranashorn (250 Tiere) und das Javanashorn (65 Tiere).
Ich denke, an diesem Sonntag findet jeder etwas im Veranstaltungsprogramm, das ihn besonders interessiert. Ein Plan mit den einzelnen Aktionen des Thementags ist an der Tiergartenkasse erhältlich.
Diese junge Gorilladame heißt Louna. Sie ist heute im Tiergarten Nürnberg angekommen und soll dort in die Gorillagruppe eingewöhnt werden.
Louna ist sechs Jahre alt und kommt aus dem “Pongoland” im Zoo Leipzig. Ihre Eltern Gorgo und Bebe leben mittlerweile im Darwineum des Rostocker Zoos. In Leipzig stimmte die Chemie zwischen Louna und dem neuen Haremschef der dortigen Gorillagruppe nicht. Nun soll Louna im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP langfristig in die Zuchtpläne des Tiergartens Nürnberg integriert werden.
Derzeit ist das Gorillaweibchen allerdings noch nicht geschlechtsreif. Sie soll aber den Grundstein für einen neuen Harem bilden, der später einmal am Schmausenbuck für Nachwuchs sorgen soll. Chef der Nürnberger Gorillas ist der alte Silberrücken Fritz, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Mit dem Weibchen Hakuna Matata, mit dem Fritz eigentlich Nachwuchs in die Welt setzen sollte, paart sich Fritz schon seit einigen Jahren nicht mehr – er hat vielmehr eine Art “Vater-Tochter-Beziehung” zu ihr entwickelt. Hakuna wird deshalb bald in eine Zuchtgruppe in einem anderen Zoo umziehen. Im Tiergarten leben außerdem noch die beiden älteren Gorillaweibchen Lena und Bianca.
Die Besucher des Nürnberger Tiergartens können die neue Gorilladame aus Leipzig zunächst noch nicht sehen. Sie muss sich in Ruhe und hinter den Kulissen an ihre neue Umgebung gewöhnen. Als sie heute aus der Transportkiste kletterte, inspizierte sie gleich ihr neues Zuhause. Sie entwickelte auf jeden Fall schon einmal einen gesunden Appetit und ließ sich das Gemüse schmecken, mit dem sie nach der Reise belohnt wurde.
Einen tierischen Rückblick aufs Jahr 2012 gab es in meinem Blog ja hier schon zu lesen. Zum Jahreswechsel möchte ich aber auch noch einmal die wichtigsten Ereignisse im Tiergarten Nürnberg Revue passieren lassen.
Wir erinnern uns: Der Tiergarten hat im Mai sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der Alte Nürnberger Tiergarten war am 11. Mai 1912 im Luitpoldhain eröffnet worden. Er musste 1939 an den Schmausenbuck umziehen, als die NS-Machthaber Platz für das Reichsparteitagsgelände brauchten.
Vor allem die Geparden sorgten dafür, dass das Jubiläumsjahr recht stürmisch verlief. Gepard Turbo brach im Januar aus seinem Gehege aus und sprang auf ein Shetlandpony los, das mit seiner Pflegerin am Gehege vorbeispazierte. Doch das Pony – die vier Jahre alte Graciella – wehrte sich, versetzte der geschmeidigen Raubkatze Tritte mit den Hufen und schlug sie in die Flucht. Nach zwei Stunden wurde Turbo mit leichten Verletzungen wieder eingefangen. (Mehr dazu hier)
Im März durfte Turbo dann Vaterfreuden genießen. Seine Partnerin Kelly brachte Fünflinge zur Welt, drei Kater und zwei Katzen. (Mehr dazu hier) Teilweise scheinen die Jungen den Freiheitsdrang von Turbo geerbt zu haben: Im Juni gelang es einem von ihnen, die Mauer, die das Gehege umgibt, und die Stromsicherung zu überwinden. Eineinhalb Tage dauerte der Ausflug des kleinen Ausreißers, dann ging er seinen Fängern ins Netz. Zum Glück, denn sonst wäre er wohl verhungert. (Mehr dazu hier)
Zu den traurigen Nachrichten dieses Tiergarten-Jahres gehörte der Tod von Tiger Cornelius im Oktober. Der Sibirische Tiger und sein Bruder Claudius sind eigentlich in Straubing zu Hause und nur vorübergehend in Nürnberg untergebracht, während in ihrem Heimatzoo eine moderne Raubtieranlage gebaut wird. Obwohl die sechs Jahre alten Zwillinge seit ihrer Geburt zusammenlebten und sich gut verstanden, kam es zwischen ihnen zu einer Rauferei, die nicht wie sonst spielerisch ablief. Vielmehr trug Cornelius schwere Verletzungen davon, die er nicht überlebte. (Mehr dazu hier)
Abschied nehmen hieß es im November auch von Purana, der 20-jährigen Panzernashorndame. Sie erholte sich nicht mehr von einer Fehlgeburt, die zu einer schweren Infektion führte. Während ihrer 19 Jahre am Schmausenbuck hatte sich Purana zu einem der beliebtesten Zootiere entwickelt – vor allem, weil sie drei gesunde Babys zur Welt brachte und liebevoll großzog: Die beiden Söhne Albrecht und Hans sowie eine Tochter, die wegen ihres heller gefärbten linken Vorderbeins Seto Paitala heißt. Das bedeutet auf Nepalesisch so viel wie „Weißer Fuß“. (Mehr dazu hier)
Traurige Nachricht aus dem Tiergarten Nürnberg: Die 20-jährige Panzernashorndame Purana , die seit Juli 1993 am Schmausenbuck lebte, ist tot. Sie war bei den Zoobesuchern äußerst beliebt und hat im Tiergarten drei Jungtiere großgezogen. Der Vater der ersten beiden Jungtiere Albrecht (geboren am 8. Oktober 1999) und Hans (geboren am 29. Januar 2004) war Noel. Der Vater von Seto Paitala (geboren am 27. August 2009) ist Ropen, der noch im Tiergarten Nürnberg lebt. Auf diesem Foto ist Purana mit ihrer Tochter Seto Paitala im Januar 2010 zu sehen.
Purana war eine erfahrene Mutter. Sie hat sich vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert. Auch jetzt war Purana wieder trächtig; ihr Nachwuchs hätte im Frühsommer 2013 zur Welt kommen sollen. Doch am 3. November hatte sie eine Fehlgeburt. Der tote Fötus war sieben bis acht Monate alt. Ursache für den Abgang des Fötus war eine eitrige Gebärmutterentzündung. Purana wurde gegen die Infektion behandelt, und die Behandlung schlug erst einmal gut an – die Nashorndame erholte sich zunächst. Doch plötzlich zeigte sie Störungen im zentralen Nervensystem und hielt den Kopf ungewöhnlich schief. Die Zootierärzte zogen Fachärzte für Augenerkrankungen hinzu, und die diagnostizierten eine starke Entzündung in einem Auge von Purana. Man versuchte, die Infektion gezielt antibiotisch zu bekämpfen, aber der Krankheitsverlauf war nicht mehr aufzuhalten.
Am Abend des 14. November war Purana so schwach, dass sich die Tierärzte schweren Herzens entschlossen, sie einzuschläfern. Das tote Tier wird nun im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen untersucht. Ob die Obduktion Klarheit über den Krankheitsverlauf und die Fehlgeburt bringt, weiß im Augenblick noch niemand.
Puranas Tochter Seto Paitala hat bisher die meiste Zeit mit ihrer Mutter zusammengelebt, war aber auch schon zeitweise von ihr getrennt. Da Seto auch schon lange nicht mehr gestillt wird, hofft die Tiergartenleitung, dass sie Puranas Tod verkraftet. Bisher haben sich sowohl Seto Paitala als auch Ropen ruhig verhalten.
Wie es mit der Panzernashorn-Haltung im Tiergarten nun weitergeht, ist derzeit noch unklar. Die Zooleitung möchte Ropen auf jeden Fall hier behalten. Ob er eine neue Partnerin aus einem anderen Zoo bekommt und mit ihr weiterzüchten soll, oder ob für Seto ein Jungbulle nach Nürnberg geholt wird, mit dem sie in einigen Jahren selbst Nachwuchs haben könnte, muss von der Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms entschieden werden, die im Zoo Basel sitzt.
Bleiben wir beim Thema Bären – allerdings geht es diesmal um Eisbären, und zwar die im Tiergarten Nürnberg. Wer unter meinen Blog-Lesern im Großraum Nürnberg lebt und sich für Tiere interessiert, wird sich bestimmt noch gut daran erinnern, wie die Zwillinge von Eisbärin Vera auf die etwas sperrigen Namen Gregor und Aleut getauft wurden. Oder daran, wie die beiden weißen Bärchen im Freigehege zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Die Zeit vergeht wie im Fluge: Bald schon, am 2. Dezember, werden die Eisbärenbrüder zwei Jahre alt. Kleine weiße Fellknäuel sind sie schon längst nicht mehr. Wer ab und zu den Tiergarten besucht, hat längst entdeckt, dass die Zwillinge ihre Mutter größenmäßig eingeholt haben. Und sie sind auch keine braven Bärchen mehr, sondern haben sich zu rechten Flegeln entwickelt. Noch akzeptieren sie ihre Mutter als Chefin im Gehege, aber sie suchen auch den Streit mit ihr und lehnen sich immer öfter gegen sie auf. Auf gut Deutsch: Sie werden langsam erwachsen. Und es besteht die Gefahr, dass sie ihre Mutter auch einmal ernsthaft angreifen.
In freier Wildbahn gehen Eisbärenjunge im Alter von zwei bis drei Jahren eigene Wege. Das können sie in einem Zoo nicht von selbst tun. Vielmehr müssen sich die Zoos darum kümmern, anderswo einen Platz für sie zu finden. Gregor und Aleut werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP in einen anderen Zoo vermittelt. Noch weiß man allerdings nicht, wohin und ob sie zusammenbleiben oder in unterschiedlichen Einrichtungen landen werden. Im Tiergarten hofft man auf eine baldige Nachricht von den EEP-Koordinatoren.
Sobald die Eisbärenbrüder den Tiergarten verlassen haben, darf Eisbär Felix, der Vater von Gregor und Aleut, wieder mit Vera zusammenkommen. Derzeit lebt er getrennt von ihr und seinen beiden Söhnen im Nachbargehege. Felix soll Vera im nächsten Frühjahr wieder decken; die Paarungszeit bei Eisbären beginnt Ende Februar und kann bis Anfang Juni gehen. Eisbärennachwuchs kommt immer im Dezember oder Januar zur Welt. Deshalb hofft man im Nürnberger Tiergarten für den Winter 2013/14 wieder auf ein oder mehrere Eisbärenbaby(s).
Dieser Hoffnung schließe ich mich natürlich an.
Letzte Woche habe ich hier über den plötzlichen Tod von Tiger Cornelius im Tiergarten Nürnberg geschrieben. Auf den Beitrag gab es ein ungewöhnlich großes Echo. Nachdem die Todesursache unklar war, wurde das tote Tier beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen obduziert. Nun liegt der Obduktionsbericht vor.
Es war demnach tatsächlich eine Rauferei zwischen den beiden sechs Jahre alten Brüdern Cornelius und Claudius, die zum Tod von Cornelius führte. Der Befund des Landesamts gibt als Todesursache ein Trauma im Halsbereich von Cornelius an, in dessen Folge sich ein Halswirbel verschoben hat, außerdem Blutungen im Hals-Kopf-Bereich. Allerdings konnte man bei der Sektion nicht mehr klären, ob die Bisswunde im Hals-Kopf-Bereich entstanden ist, als Claudius seinen Bruder aus der Felshöhle herausziehen wollte, in die Cornelius gekrochen war, oder ob sie beim Spiel der zwei Tiger entstand.
Zwischen den beiden Tigern kam es oft zu spielerischen Raufereien, die aber nie so aggressiv verliefen, dass einer von ihnen Verletzungen erlitt. Auch am 16. Oktober gab es keine Anzeichen für einen ernsthaften Streit zwischen Cornelius und Claudius.
Traurige Nachricht aus dem Tiergarten Nürnberg: Cornelius, einer der zwei Sibirischen Tiger, ist völlig überraschend im Alter von sechs Jahren gestorben. Cornelius lebte seit seiner Geburt in Ostrava (Tschechische Republik) mit seinem Bruder Claudius zusammen. Der Tiergarten hatte die beiden Tiger im Mai dieses Jahres aus dem Zoo Straubing übernommen, weil dort die Raubtieranlage umgebaut wird. Noch ist die Todesursache nicht bekannt. Am Dienstagmittag spielten Cornelius und Claudius, die sich sehr gut verstanden, noch zusammen. Am Nachmittag zog sich Cornelius dann in eine Felsenhöhle im Freigehege zurück. Dann beobachteten Zoobesucher, wie Claudius versuchte, seinen Bruder aus der Höhle herauszuziehen. Weil ihnen das komisch vorkam, meldeten sie die Sache den Tierpflegern. Die riefen die Zootierärzte zu Hilfe.
Nachdem Claudius von den Pflegern ins Raubtierhaus gelockt worden war, beobachteten die Veterinäre Cornelius, so weit das von außerhalb der Höhle möglich war. Sie konnten einen Teil seines Rückens sehen, außerdem eine Vorderpfote. Das Tier bewegte sich über einen längeren Zeitraum nicht. Die Zootierärztin verabreichte dem Tiger per Blasrohrgewehr ein Atemstimulans, doch Cornelius blieb weiter reglos liegen.
Die Tierärzte beschlossen daraufhin, Cornelius in der Freianlage zu untersuchen. Dazu kletterten sie zum Schutz in eine Kiste, die von einem Kranfahrzeug der Feuerwehr in den Tigergraben gehoben wurde. Die Veterinäre gelangten nahe an das Tier, konnten aber nur noch seinen Tod feststellen. Um die Todesursache herauszufinden, nahmen sie Blutproben, ermittelten das Körpergewicht und machten Röntgenaufnahmen. Inzwischen wurde der Kadaver zur Sektion freigegeben, die Erkenntnisse über die Todesursache erbringen soll.