Giraffen brauchen dringend mehr Schutz!

Und wieder möchte ich meine Leser auf eine Veranstaltung im Nürnberger Tiergarten aufmerksam machen, die ich für äußerst interessant halte: Stephanie Fennessy, Ko-Direktorin der Giraffe Conservation Foundation kommt zu einem Vortrag dorthin. Am Donnerstag, 21. September, spricht sie um 19.30 Uhr im Naturkundehaus über Giraffen als Afrikas vergessene Riesen (Eintritt frei).

Giraffen rangieren bekanntlich unter Afrikas Tieren ganz weit oben in der Beliebtheit. Aber in den vergangenen Jahren ist ihr Bestand um schockierende 40 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile leben nur noch rund 100 000 Tiere dieser Art auf dem schwarzen Kontinent. Die Giraffe Conservation Foundation (GCF) ist weltweit die einzige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz der Giraffen in ganz Afrika widmet. Sie arbeitet mit großem Einfluss für den Schutz der Giraffen mit lokalen und internationalen Partnern zusammen. weiter lesen

Tierisch effizient!

Lange Zeit war mein Tier-Blog jetzt verwaist. Im Gegensatz zu meinem Kollegen Peter Viebig, Autor des NZ-Blogs „vipRaum“, der diesen privatisiert hat, weil er in Rente gegangen ist, werde ich aber noch ein paar Jahre bei der NZ arbeiten. In dieser Zeit will ich in „Achtung, Wolf!“ auch weiterhin über die Welt der Tiere und über Themen aus dem Bereich Zoologische Gärten – speziell aus dem Tiergarten Nürnberg – schreiben. Die tierische Zwangspause war auf eine mehrmonatige Erkrankung zurückzuführen, von der ich mich nun aber Gott sei Dank erholt habe.

Beginnen möchte ich mit einem Super-Tipp für alle Zoo-Freunde. Da gibt es am Samstag, 16. September, im Tiergarten Nürnberg eine von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der Stadt Nürnberg, dem Bionicum und dem Zoo am Schmausenbuck gemeinsam konzipierte Veranstaltung unter dem Motto „Tierisch effizient“. Was kann man sich darunter vorstellen? Nun ja: Bekanntlich sind Tiere energieeffizient. Sie setzen Energie sparsam ein und passen sich an ihre Umgebungsbedingungen an. Ein Meister darin sind zum Beispiel Eisbären (auf dem Foto oben ist die Nürnberger Eisbärendame Vera, die Mutter von Flocke, zu sehen). Wie das alles funktioniert, erfahren die Zoobesucher an diesem Tag. Die Gäste erwartet ein abwechslungsreiches Programm, dazu gibt es tolle Gewinnspiele. weiter lesen

Pippi Langstrumpf würde sich freuen

Vor allem die Kinder unter den Zoobesuchern haben sie vermisst – die Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten. Ihre Anlage am Giraffenhaus wurde ein gutes Jahr lang umgebaut, und während dieser Zeit waren die Tiere im Ausweichquartier Gut Mittelbüg untergebracht. Aber nun sind sie zurück und wieder an ihrem angestammten Platz zu sehen: entweder im umgestalteten Haus oder auf der Bauminsel gegenüber, wo sie auf den Ästen nach Herzenslust herumklettern. Die meisten Kinder fahren total auf Totenkopfäffchen ab – sie kennen schließlich „Herrn Nilsson“ aus den Pippi Langstrumpf-Büchern und -Filmen. Was wahrscheinlich nur wenige wissen: Die kleinen Primaten werden auch als Saimiri bezeichnet, und auf Englisch heißen die Tiere „squirrel monkeys“, also „Eichhörnchenaffen“. Das kommt wohl daher, dass sie mit ihrem langen Schwanz auf den Ästen balancieren und bei der Fortbewegung an Eichhörnchen erinnern. Ihre ursprüngliche Heimat ist Südamerika. Dort leben sie in ganz unterschiedlich großen Gruppen, bevorzugt im Bereich der Baumwipfel. Der Bestand in freier Wildbahn ist rückläufig, aber sie sind (noch?) nicht als bedroht eingestuft.

Mit der guten Nachricht über die Rückkehr der Totenkopfäffchen wünsche ich allen Lesern ein schönes Osterfest!

Und hier ist Tiergartenzeitung Nummer 14!

Sie ist da, die neue – mittlerweile 14. Nummer der – Tiergartenzeitung. Zweimal im Jahr erscheint sie und wird vom Tiergarten Nürnberg zusammen mit Nürnberger Journalisten erstellt (auch ich bin Mitglied der Redaktion). Klar, dass es bei der neusten Ausgabe der kleine Panzernashorn-Junge Sanjai mit seiner Mutter Sofie auf die Titelseite geschafft hat. Auf einer Doppelseite in der Mitte wird übersichtlich dargestellt, wie der Tiergarten Nürnberg weltweit vernetzt ist, in welche Zoos Tiere von Nürnberg abgegeben werden, woher Tiere nach Nürnberg kommen, wie Forschung im Tiergarten mit internationalen Partnern funktioniert usw.

Um Vernetzung geht es auch, wenn ein Tierarzt aus Kasachstan in Nürnberg den Umgang mit Kulanen trainiert, die wieder in der zentralkasachischen Steppe heimisch werden sollen. Wie im Tiergarten Grundlagenforschung betrieben wird, zeigt ein Beispiel mit Berberaffen, die lernen, die richtigen Wege zum Futter zu finden. Natürlich kommen auch Geschichten über Tiere nicht zu kurz, im Porträt wird diesmal der Riesenseeadler vorgestellt. Viele Zoobesucher fragen immer wieder, wie Zootiere zu ihrem Namen kommen – in der Tiergartenzeitung gibt es die Antwort darauf. Das 12 Seiten starke Blatt schließt mit einem Artikel über ein Inklusionsangebot im Tiergarten: Von Künstlern gestaltete Tierfiguren vermitteln Blinden und sehbehinderten Besuchern Erkenntnisse über Zootiere.

Im Verbreitungsgebiet der „Nürnberger Zeitung“ und der „Nürnberger Nachrichten“ lag die Tiergartenzeitung heute der Tageszeitung bei. Für alle Leser meines Blogs, die weiter weg wohnen: Hier findet man sie im Internet.

Ein echter Siegertyp

Über das vor gut vier Wochen im Tiergarten Nürnberg geborene Panzernashorn-Baby habe ich hier ja schon ausführlich geschrieben. Heute mal ein kurzer Zwischenstand: Der kleine Bulle namens Sanjai wächst und gedeiht prächtig. Mittlerweile bringt er schon 99 Kilogramm auf die Waage und hat damit über die Hälfte seines Geburtsgewichts (60 Kilogramm) zugelegt. Der Kleine macht seinem Namen, den die Tierpfleger ihm gegeben haben,  alle Ehre: Sanjai ist ein in Indien beliebter männlicher Name und bedeutet so viel wie „Der Siegreiche“. Wie ein echter Siegertyp erobert er bei den milden Frühlingstemperaturen derzeit sein Freigehege. Mama Sofie lässt ihn natürlich trotzdem nicht aus den Augen. Für den Zoo am Schmausenbuck ist Sanjai ein Glücksfall: Gerade in dieser Jahreszeit, in der es die Menschen ins Grüne hinauszieht, kann er mit dem Nashorn-Racker eine echte Sensation bieten. Auch bei den Mähnenwölfen hat sich bekanntlich Nachwuchs eingestellt, den man als Besucher keinesfalls versäumen sollte. Na dann: Ich wünsche allseits einen schönen Tag im Tiergarten!

Nashörner ohne Horn – ist das die Zukunft?

So weit ist es jetzt schon gekommen: Nach dem grauenhaften Anschlag auf ein Nashorn im Zoo von Thoiry bei Paris reagiert nun der tschechische Zoo Dvur Kralove  und schneidet aus Angst vor Wilderern seinen Nashörnern die Hörner zurück. Der Zoo hält insgesamt 21 Nashörner. Bei Paris hatten Unbekannte – für mich sind es Wahnsinnige! – vor einer Woche ein seltenes Breitmaulnashorn in seinem Gehege erschossen, um an sein Horn heranzukommen, es abzusägen und zu stehlen. Damit hofften sie, auf dem asiatischen Schwarzmarkt einen guten Preis für aus Nashorn hergestellte vermeintliche Wundermittel zu erzielen.

„Ein Nashorn ohne Horn ist immer noch besser als ein totes Nashorn“, sagte eine Sprecherin des Tierparks Dvur Kralove laut dpa-Bericht. Die Hornkürzung werde unter Narkose vorgenommen und sei für die Tiere völlig schmerzlos, außerdem sei das Horn nicht lebensnotwendig. Es soll sogar in der Natur hin und wieder vorkommen, dass ein Horn abbricht, ohne dass es den Tieren schadet. Mit dem Zoo Dvur Kralove tauscht übrigens der Nürnberger Tiergarten immer wieder Tiere aus. Auf obigem Foto ist allerdings nicht ein Nashorn zu sehen, bei dem das Horn zurückgeschnitten wurde, auch kein Breitmaulnashorn, sondern der Panzernashornbulle Albrecht, als er im  Januar 2001 anlässlich der Tiergarten-Inventur in Nürnberg für die Medien vermessen wurde. Albrecht rieb sich sein Horn immer an den Sandsteinfelsen an seinem Gehege ab – so wie auch andere Nashörner in Nürnberg (früher waren es noch Breitmaulnashörner, die am Schmausenbuck inzwischen nicht mehr gehalten werden). Übrigens: Auch Natal, der älteste Nashornbulle von Dvur Kralove, wetzt sein Horn selbst ab.

Ich halte von der Maßnahme in dem tschechischen Zoo überhaupt nichts. Erstens, weil man damit Verbrechern nachgibt, statt Verbrechen zu bekämpfen. Zweitens, weil man die Nashörner nicht nur verunstaltet, sondern auch in ihrer Unversehrtheit verletzt. Wenn sich ein Nashorn sein Horn selbst abwetzt, ist das doch etwas ganz anderes!

Und das Tiergarten-Jahr geht gut weiter!

In einem Kommentar von „heidi_z“ ist die freudige Botschaft ja schon zu lesen, und ich widme ihr selbstverständlich einen eigenen Blog-Beitrag: Im Nürnberger Tiergarten wurde ein männliches Panzernashornbaby geboren. Diese Tierart ist in freier Wildbahn bedroht – umso wichtiger ist dieser Nachzucht-Erfolg in einem Zoo.

In diesem Fall kann man wirklich sagen, was lange währt, wird endlich gut. Denn die Tragzeit hat immerhin 481 Tage lang gedauert. Dafür ging bei der Geburt alles sehr schnell, und das, obwohl die Mutter Sofie zum ersten Mal ein Jungtier zur Welt brachte. Schon 20 Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase war das 60 Kilogramm schwere Kalb geboren, und nach fünf Stunden hat es zum ersten Mal getrunken. Die Mutter kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs. Der Kleine wurde auf den Namen Sanjai getauft, weil das Hauptverbreitungsgebiet der Panzernashörner in Indien liegt. „Sanjai“ bedeutet „Der Siegreiche“ – ein Name, der in Indien sehr beliebt ist.

Zwischen Sofie (elf Jahre alt), die im September 2015 im Tausch mit Seto Paitala aus dem britischen West Midland Safari Park nach Nürnberg kam, und dem jetzt 28-jährigen Nashornbullen Ropen ging es nach einer kurzen Kennenlern-Phase schnell zur Sache. Gleich die erste Paarung war offenbar erfolgreich. Weil Sofie für eine Erstgebärende erstaunlich ruhig und entspannt ist, können Tiergartenbesucher mit ein wenig Glück Mutter und Kind im Dickhäuterhaus oder, wenn es draußen warm genug ist, auch in der Außenanlage bewundern.

Tag des internationalen Artenschutzes

Morgen, am 3. März, ist Tag des internationalen Artenschutzes. Dieses Thema nehme ich gern als Anstoß für einen Blog-Beitrag auf. Denn weltweit sind bereits über 5000 Tier- und etwa 30.000 Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet – wenn nicht sogar vom Aussterben bedroht. Anlässlich von solchen Tagen äußern sich natürlich alle möglichen Verbände und Organisationen zum jeweiligen Thema. Diesmal ist der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) vorgeprescht und macht auf die  Bedeutung der heimischen Tierwelt in unseren Wäldern aufmerksam, wo viele bedrohte Tierarten leben.

Ein Beispiel sind ist der Eurasische Luchs, der auf der nationalen Roten Liste des Bundesamts für Naturschutz als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Diese Tierart war ja in Deutschland bekanntlich schon durch Jagd und Verlust des natürlichen Lebensraums weitgehend ausgerottet. Zum Glück kehrt der Luchs seit dem Jahr 2000 zu uns zurück: In Bayern, Baden Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es inzwischen wieder kleine Populationen. Sie sind zum Teil auch den Auswilderungen von Nachzucht-Luchsen aus Zoologischen Gärten zu verdanken.

Im Nürnberger Tiergarten sind vor knapp drei Jahren Luchse in die frühere Anlage der Wölfe eingezogen und bewohnen damit ein großes Waldgelände, das ihnen jede Menge Rückzugsmöglichkeiten bietet. Auch andere Zoos legen wieder Wert auf die Haltung dieser Tiere, die ständig verbessert wird. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe zum Beispiel setzt sich als „Tor zum Nationalpark Schwarzwald“ besonders für den Schutz der Luchse ein. Am Lauterberg entsteht gerade ein neues, naturnah gestaltetes, 1100 Quadratmeter großes Gehege. Dort werden die  Luchse künftig sogar Gelegenheit haben, ihr Futter selbst zu „erjagen“: Ein quer über die Anlage gebauter Beutezug, an den Fleischstücke gehängt werden, macht´s möglich.

Außerhalb von Zoologischen Gärten gibt es auch eine Reihe von Erfolgen bei Naturschutzmaßnahmen zu vermelden, etwa bei einigen Vogelarten: So haben sich beispielsweise die Bestände von Wanderfalken, Uhus und Weißstörchen erholt, seit sie ihre Jungen wieder hierzulande großziehen. Hingegen verzeichnen Naturschützer vor allem bei Rebhühnern, Feldlerchen und Rauchschwalben Rückgänge.

Guter Start ins Tiergarten-Jahr

Das Jahr im Nürnberger Tiergarten geht gut los: Am 13. Januar kamen dort erstmals seit neun Jahren wieder Mähnenwolf-Babys zur Welt. Die Besucher konnten sie allerdings bisher nicht sehen, denn während der ersten Lebenswochen hat sich der Nachwuchs noch meist im Stall aufgehalten. Seit einiger Zeit trägt die Mutter aber immer wieder ihre Babys raus an die frische Luft. Der Vater hilfte bei Mähnenwölfen übrigens vorbildlich bei der Aufzucht mit. Vor einigen Tagen lernten die beiden Jungtiere, aus eigener Kraft zu laufen. Ihre Eltern sind „Chaco“, der aus dem polnischen Zoo Gdansk (Danzig) nach Nürnberg kam, und „Mesue“, die aus dem tschechischen Zoo Hodonin stammt. Ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist, weiß man noch nicht.

In freier Wildbahn wurden Mähnenwölfe  von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ eingestuft. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren: Auf ihrem Speiseplan stehen beispielsweise Meerschweinchen und Mäuse, Wurzeln, viele Früchte und vor allem der Wolfsapfel, eine Kartoffelart, die in den Pampas wächst.

Die drei kleinen Schweinchen – ganz ohne Wolf!

Na, wenn die keinen Knuddel-Faktor haben: Minischweine bereichern ab sofort als neue Art den Kinderzoo des Tiergartens Nürnberg: ein Eber und zwei Sauen. Im Alter von sieben beziehungsweise fünf Monaten bringen sie gerade mal knapp Kilogramm auf die Waage. In Nürnberg sind sie schon im vergangenen Spätherbst eingetroffen. Zuerst mussten sie aber in die Quarantänestation, die sich außerhalb des Tiergartens – auf Gut Mittelbüg bei Schwaig – befindet. Jetzt durften die Schweinchen in den Haustierstall im Tiergarten umziehen. Oft werden diese Tiere als „Minipigs“ oder „Teacup pigs“ bezeichnet. Feste Rassestandards existieren bei diesen Tieren nicht. Die Neulinge im Tiergarten stammen von einer Privatzüchterin, es handelt sich um Forsthofer Minipigs. Die wurden zunächst aus afrikanischen und asiatischen Zwergwildschweinen gezüchtet, später kamen kleine weiße Laborschweine und kleine bunte Wiesenauer Minischweine in die Zucht mit hinein. Die Tiere haben eine Schulterhöhe von nur 30 Zentimetern und werden höchstens zwölf Kilo schwer. Es gibt sie in Rosa, Dunkelgrau und in gescheckter Ausgabe. Ich glaube, die Mini-Säue und -Eber werden ein echter Knüller im Kinderzoo, denn ich erinnere mich noch gut an den riesigen Hype um den Erfolgsfilm mit Schweinchen Babe. Und als „Wolf“ muss ich natürlich auch an „Fiedler“, „Pfeifer“ und „Schweinchen Schlau“ aus dem Walt-Disney-Film denken, in dem das alte englische Märchen leicht variiert wurde. Gefiel mir persönlich viel, viel besser als „Babe“!