Eine Hauswand für die Tiere

Der Nürnberger Künstler Christian Rösner hat ein Faible für den Tiergarten Nürnberg. Von ihm stammt auch die große Holzskulptur im Eingangsbereich des Zoos am Schmausenbuck. Jetzt ist der engagierte Künstler wieder für den Tiergarten aktiv. „Für Vielfalt in Nürnberg“ heißt sein neuestes Projekt, ein haushohes Tier(garten)-Kunstwerk. Das Bild an der Kreuzung Bayreuther Straße 41/Hintermayrstraße ist ein Auftrag des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg: ein Fassadenbild mit vielen verschiedenen Tieren auf einem fünfstöckigen Haus. Im Zentrum steht ein Schabrackentapir – und das aus gutem Grund: Der Tiergarten koordiniert für diese Art die Erhaltungszucht innerhalb der europäischen Zoos. Der prominente Ort direkt an der Kreuzung der vielbefahrenen Äußeren Bayreuther Straße dürfte dem Kunstwerk viel Aufmerksamkeit verschaffen. Ausgeführt wird Christian Rösners künstlerischer Entwuf von einem Fürther Malerbetrieb, der auf Kirchenrestaurierung spezialisiert ist und dessen Mitarbeiter das Bild auf die Brandmauer des Hauses überträgt.

Rettung für Vaquita-Schweinswale?

Dieses Projekt verdient wirklich Aufmerksamkeit und Unterstützung: die Rettung der Vaquita-Schweinswale in Mexiko. Laut Koordinator Lorenzo Rojas Bracho ist diese Aktion die einzige und letzte Chance, um den Vaquita vor der Ausrottung zu bewahren.  Es handelt sich um ein Unternehmen, das vom Tiergarten Nürnberg, der dort ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha und dem Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg unterstützt wird. Das Foto zeigt ein schwimmendes Bassin (ein sogenanntes Sea Pen) an der Küste vor San Felipe, Mexiko, worin die Vaquitas vorübergehend gehalten werden (Foto: Kerry Coughlin/National Marine Mammal Foundation). Das Team der Rettungsaktion setzt sich aus mehr als 80 Fachleuten zusammen, darunter Spezialisten für Schweinswale, für den Schweinswal- und Delfinfang, für Delfinmanagement, Schweinswal-Rehabilitation und Veterinärmedizin. Die Fachleute kommen aus Mexiko, Kanada, den USA, Dänemark und den Niederlanden.

Schon kurze Zeit nach Projektstart gibt es erste Erfolge der Vaquita-Rettungsaktion zu vermelden. So ist es  zum Beispiel gelungen, einen Vaquita-Wal einzufangen. Weil es sich um ein Jungtier handelte, wurde es allerdings wieder freigelassen, um es nicht isoliert zu halten. Laut Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz im Nürnberger Zoo und Erster Vorsitzender von Yaqu Pacha, konnte außerdem gezeigt werden, dass der Ablauf von Fang, Transport, Überführung in die Wasserbassins, medizinischer Kontrolle und Freilassung reibungslos funktioniert. weiter lesen

Luxusanlage für Pippi Langstrumpfs Lieblingstiere

Und wieder gibt es Neuigkeiten über die Totenkopfäffchen im Nürnberger Tiergarten (hier zusammen mit Tierpfleger Ramón Göschel, Foto: Günter Distler). Viele Zoobesucher – vor allem Kinder – kennen diese kleinen Primaten hauptsächlich durch die Pippi Langstrumpf-Geschichten, in denen Pippis Affe „Herr Nilsson“ ja eine wichtige Rolle spielt. Darüber habe ich in meinem Blog schon ab und zu geschrieben, zuletzt hier.

Im Frühjahr waren die Totenkopfäffchen aus dem Ausweichquartier im Gut Mittelbüg in Schwaig in ihr angestammtes Gehege zurückgekehrt. Die Totenkopfäffchen-Anlage ist im Giraffenhaus untergebracht, die lustigen Zoobewohner können sich frei von der Anlage im Innern des Hauses in einen vorgebauten Wintergarten bewegen. Dort ist jetzt für Besucher ein überdachter Unterstand neu hinzugekommen, durch den man während der kalten Jshreszeit vor Regen und Wind geschützt ist. Und auch die bislang störende Spiegelung des verglasten Wintergartens gehört endlich auch der Vergangenheit an. – Die Äffchen können in der wärmeren Jahreszeit über eine Art Hängebrücke zu einer eigenen kleinen Insel mit einer riesigen Eiche gelangen, ein Ort den sie sehr genießen. weiter lesen

Auf die (Tier-)Freundschaft!

giraffenplakatEine gelungene Plakat-Aktion des Vereins der Tiergartenfreunde Nürnberg: Wer in der Stadt unterwegs ist, kann die originellen Tierfotos an Plakatwänden kaum übersehen. Ich war so begeistert, dass ich gleich ein Plakat abfotografiert habe, um die Aktion hier im Blog vorzustellen. Gerade in Zeiten, da Zoos in öffentlicher Hand wie der Nürnberger Tiergarten unter chronischem Geldmangel leiden, finde ich diese Art der Unterstützung ebenso gelungen wie notwendig. Zusammen mit der neuen „Tiergarten-Straßenbahn“ wird auf diese Art und Weise Werbung für eine Einrichtung gemacht, die fast alle Nürnberger (einschließlich ihres Oberbürgermeisters Ulrich Maly!) lieben und der zunehmend auch deutschlandweit mehr Aufmerksamkeit zuteil wird.

Tiergarten-Bilanz Nummer zwei

CHoffmannFischkatzeTiergarten-Bilanz für 2015, Nummer zwei. Neben der erfreulichen Besucherstatistik war 2015 für den Tiergarten Nürnberg auch sonst ein gutes Jahr: Viele Tierbabys kamen zur Welt, und mit 3431 Tieren aus 286 verschiedenen Arten hatte der Zoo etwas mehr Bewohner als 2014. Erstmals können Besucher seit vergangenem Frühjahr Fischkatzen am Schmausenbuck sehen, ebenso neu sind Steppenmurmeltiere, die aber noch Winterschlaf halten. Fischkater Ratu hat seit Herbst eine Partnerin: Singha kam im November aus dem Katzenpark in Nesles (Frankreich). Beide sind drei Jahre alt, sie eher ein zartes Wesen, er von der Figur her ein Garfield. Noch hatten die beiden keinen direkten Kontakt. Im Tiergarten wartet man ab, bis sie rollig ist. Am Gitter oder durch die Glasscheibe des Gewächshauses in ihrem Gehege haben sie sich aber schon beschnuppert (wie auf diesem Foto, CHoffmann). Das Paar scheint sich wohlzufühlen in dem ehemaligen Brillenbärengehege, das für die Fischkatzen umgestaltet wurde. Von den 66.000 Euro Baukosten kamen 50.000 Euro an Zuschüssen vom Verein der Tiergartenfreunde.

Die Zoobesucher könnrn sich im Jahr 2016 auch auf die neue begehbare Bartgeiervoliere freuen, die um Ostern herum fertig werden soll. Dort haben dann auch die schon erwähnten Steppenmurmeltiere und Alpensteinhühner ihre „Wohnung“. Saniert wird in diesem Jahr die Innenanlage der Totenkopfäffchen. Die beliebten „Pippi-Langstrumpf“-Affen sind bereits in die Quarantänestation umgezogen und deshalb leider nicht zu sehen. Die Besucher müssen auch noch weiter ausharren, bis sie wieder ins Flusspferdhaus dürfen. Das wird umgebaut zu einem Wüstenhaus unter dem Motto „Ur-Amazonas“. Die Arbeiten können heuer beginnen, fertig wird das mit einer Million Euro veranschlagte Projekt jedoch nicht vor dem Sommer 2017. Im Mittelpunkt werden darin Mistkäfer stehen. Diese Insekten werden bis zu fünf Zentimeter groß und können fliegen. Zum Trost für alle, die lieber niedliche Tiere sehen: In dem Haus werden zum Beispiel auch Kurzohr-Rüsselspringer leben.

Noch eine neue, äußerst erfreuliche Nachricht: Panzernashorn-Dame Sofie aus dem britischen Zoo Bewdley, die im September 2015 mit der in Nürnberg geborenen Seto Paitala ausgetauscht wurde, könnte trächtig sein. Der Nürnberger Bulle Ropen deckte sie bereits. Der alte Gentleman hat sie im Sturm erobert.  In England war sie nie brünstig, in Nürnberg ging das sehr schnell. Ob die Paarung erfolgreich war, kann im Moment allerdings noch niemand sagen. Die Tragzeit bei dieser Art dauert 16 Monate.

Der Tiergarten hat im abgelaufenen Jahr auch einiges an Arbeit und Geld in Forschung und Artenschutz gesteckt: Ein Treffen des Konsortiums „Franciscana“ in San Francisco zur Erhaltung des stark bedrohten La Plata-Delfins wurde ebenso unterstützt wie die Geierforschung in Europa und Projekte zur Auswilderung von Uralkäuzen. Als Bildungseinrichtung war der Tiergarten äußerst rührig: Die Zoopädagogen betreuten rund 4600 Kinder, Jugendliche und Lehrer im Rahmen von Führungen, Übernachtungsangeboten und Zeltlagern, die Zoobegleiter fast 10.000 Teilnehmer. Kürzlich hatte schon der Nürnberger Bürgermeister und Tiergartenreferent Christian Vogel gefordert, dass der Tiergarten für seine Bildungsarbeit finanziell mehr Unterstützung verdiene. Diese Forderung wurde nun  von der Zooleitung bekräftigt.

Tiergarten in der Erfolgsspur

Heute gab es im Tiergarten Nürnberg eine der einmal im Jahr stattfindenden Bilanz-Pressekonferenzen. Fazit: Die  Entwicklung des Zoos am Schmausenbuck war 2014 sehr erfreulich – vor allem in Sachen Besucherzahlen. Das zeigt, dass der Tiergarten – entgegen vielen Unkenrufen von bestimmter Seite – nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt hat.

Schon im Frühjahr hatte ich ja über den neuen Frühlings-Besucher-Rekord einen Beitrag geschrieben. Der positive Trend setzte sich dann fort: Mit 1.071.753 Besuchern verzeichnete man ein Plus von 76.280 gegenüber dem schlechten Ergebnis von 2013 und damit eine Zunahme von 14.447 Gästen im Vergleich zum Fünf-Jahres-Durchschnitt. Obendrein stieg im vergangenen Jahr die Zahl der verkauften Dauerkarten nochmals um 12 Prozent und lag bei 6530.

DelfinkalbDie Gründe für den Besucherzustrom liegen – abgesehen vom schönen Wetter im Frühjahr 2014 – auf der Hand: Zwei neue Delfinweibchen, Dolly und Donna, sind aus dem Duisburger Zoo nach Nürnberg gekommen; die Empfehlung dafür stammte vom Zoo in Harderwijk (Niederlande), der das Europäische Erhaltungszucht-Programm für Große Tümmler koordiniert. Im Rahmen des EEP zog außerdem Delfinbulle Rocco von Nürnberg weg nach Malaga (Spanien). Innerhalb des EEP für Gorillas holte man die siebenjährige Gorilladame Habibu aus dem Zürcher Zoo ins Menschenaffenhaus nach Nürnberg. Und neuerdings ist natürlich das am 31. Oktober 2014 geborene Delfinbaby Nami ein besonderer Publikumsliebling (auf dem Foto: Nami mit Mama Sunny). Auch das Eisbärenbaby, das im November das Licht der Welt erblickt hat, wird sicher viele, viele Fans haben, wenn es in einigen Wochen mit seiner Mutter Vera aus der Geburtshöhle herauskommt. Die beiden sind derzeit nur über eine Videokamera zu sehen – selbst für die Tiergartenmitarbeiter; die Höhle in den Sandsteinfelsen des Schmausenbuck darf niemand betreten.

Der Tiergarten  soll künftig in verschiedenen Bereichen durch bauliche Veränderungen attraktiver werden: Die alte Anlage für Brillenbären ist umgebaut worden und wird schon bald Fischkatzen aus Südostasien beherbergen. Mit immerhin 64.500 Euro unterstützt der Tiergarten-Förderverein die  Umgestaltung. (Dieser Zusammenschluss von engagierten Zoo-Fans ist übrigens im vergangenen Jahr von bisher 2000 Mitgliedern auf  fast 2600 gewachsen.) Die übergangsweise für Ziegen genutzte ehemalige Braunbärenanlage wird in eine begehbare Voliere für Bartgeier verwandelt; das zieht sich allerdings voraussichtlich noch bis in den Frühsommer hin.

Die Spendenbereitschaft der Tiergartenbesucher hat sich erfreulicherweise im Jahr 2014 weiter vergrößert. Die Zahl der Tierpatenschaften legte gegenüber 2013 um 9,5 Prozent auf 719 zu und erbrachte auf diese Art und Weise „Einnahmen“ für den Zoo in Höhe von 118.400 Euro.

Seit 2. Januar 2015 gibt es ein neues Servicezentrum der Zoobegleiter im Naturkundehaus. Jetzt werden alle speziellen Führungen und individuellen Angebote im Tiergarten von dieser einen Stelle aus organisiert. Erreichbar ist das Zentrum montags bis freitags von 10 Uhr bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 54 54-833. Die Mailadresse lautet: zootouren@stadt.nuernberg.de.

Freudentag für Gorbi

Buntmarder.JPGLange hat er warten müssen, doch was lange währt, wird endlich gut: Gorbi darf am Sonntag endlich in sein neues Zuhause einziehen. Der quirlige Buntmarder, der seit 2005 im Tiergarten lebt, musste die letzte Zeit in der Quarantäne-Station ausharren, während seine neue Anlage gebaut wurde.

Am Sonntag ist es nun so weit. Der Verein der Tiergartenfreunde feiert sein 50-jähriges Bestehen – und zeigt wieder mal, dass er die Spendierhosen anhat: „Mit einem großzügigegn Beitrag“, wie es in der Pressemitteilung des Tiergartens heißt, hat der Verein den Bau des neuen Geheges ermöglicht. Es befindet sich dort, wo früher die Luchse gehalten wurden, also gegenüber dem Raubtierhaus. 

Doch nicht nur über seine großzügige neue Anlage wird sich Gorbi freuen: Er bekommt endlich auch Gesellschaft in Gestalt einer reizenden jungen Buntmarder-Dame. Wie Gorbi stammt sie aus dem Zoo in Novosibirsk. Der hat sich auf die Zucht dieser lustigen Tiere mit dem auffälligen dunkelbraun-weiß-gelben Fell spezialisiert.

Gorbi und seine neue Partnerin durften sich hinter den Kulissen schon beschnuppern und haben sich auf Anhieb toll verstanden. Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, denn sie ist ein noch sehr junges Buntmarder-Mädchen. Möglicherweise hat sie bei Gorbi deshalb Beschützer-Instinkte geweckt.