Es ist so weit: Die ersten Klon-Affen sind da


Das wird sicherlich als Riesenerfolg in die Geschichte der Wissenschaft eingehen: Über 20 Jahre nach der Geburt von Klonschaf Dolly haben chinesische Forscher jetzt zwei Affen mit der bei Dolly angewandten Klon-Methode „erzeugt“. Die beiden Äffchen sind Javaneraffen und haben die Namen Zhong Zhong und Hua Hua bekommen (Foto: dpa). Die zwei wurden lebendig geboren und haben bereits die ersten Wochen überlebt. Das kann man als echte Sensation einordnen, denn bisher hat die Dolly-Klon-Methode noch nie bei Affen funktioniert – bei anderen Tierarten wie zum Beispiel Kühen, Schweinen und Hunden hat sie dagegen geklappt.

Ich bin grundsätzlich skeptisch, was das Klonen von Tieren angeht. Mag sein, dass die Klon-Technik für die Erforschung neuer Therapien – beispielsweise gegen neurologische Krankheiten – Erfolge bringen kann. Auch für die Entwicklung neuer Arzneien soll sie hilfreich sein. Aber in ethischer Hinsicht empfinde ich das Klonen als äußerst fragwürdige Methode. Nun sind wir also schon bei Klon-Affen angelangt. Da ist der Schritt, auch Menschenaffen zu klonen, meiner Ansicht nach nicht mehr weit, auch wenn das offiziell immer strikt ablehnt wird. Ich fürchte, irgendeine ehrgeizige Forschergruppe wird sich eines Tages nicht mehr davon abhalten lassen. Auch bei den beiden Javaneraffen geht es mit Sicherheit nicht nur um hehre Wissenschaft, sondern auch um das Prestige von China: Die beiden Namen der Äffchen wurden bestimmt nicht zufällig gewählt. Zusammengenommen, also „Zhonghua“,  bedeuten sie so viel wie „chinesische Nation“.

Erinnern Sie sich an Dolly?

Erinnern Sie sich noch an Dolly? Genau, das war das Klonschaf, das in die Geschichtsbücher einging. Am 14. Februar vor zehn Jahren ist es gestorben.

Als Dolly am 5. Juli 1996 in Schottland zur Welt kam, glaubten viele, dass nun bald auch die Zeit geklonter Menschen kommen werde – für manche eine Hoffnung, für andere eine erschreckende Vorstellung. Den Forschern vom Roslin-Institut bei Edinburgh war jedenfalls eine bahnbrechende Technik geglückt: Erstmals gelang es, ohne biologischen Vater, sondern durch Verpflanzung von Zellkernen die genaue Kopie eines erwachsenen Säugetiers zu schaffen. Dolly wurde von einer Ersatzmutter geboren, der man die Eizelle einpflanzte. Zunächst wuchs Dolly als gesundes walisisches Bergschaf heran. Aber bald schon zeigte sich, dass sie kränkelte. Letztlich musste man sie wegen mehrerer Alterserkrankungen einschläfern. Sie wurde nicht einmal sieben Jahre alt – ein kurzes Leben für diese Schafrasse, die eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren hat. Für die Nachwelt lebt Dolly trotzdem weiter: ausgestopft im Royal Museum in Edinburgh.

Nach Dolly wurde mit dem Klonen von Säugetieren munter weitergemacht. Es gab bald geklonte Pferde, aber auch Ziegen, Schweine, Hunde, Mäuse und Rinder. In der Landwirtschaft dient das Klonen dazu, besonders wertvolle Tiere zu kopieren. Seit Dolly ist auch die Grundsatzdiskussion über Ethik in der Wissenschaft nicht abgeschlossen, sie lodert immer wieder von Neuem auf. In den 1990er Jahren kam außerdem die Befürchtung auf, dass bald auch Menschen geklont würden. Das hat sich bisher nicht bewahrheitet – noch nicht jedenfalls. Für die medizinische Forschung arbeiten Wissenschaftler aber seit Dolly an Klontechniken weiter, zum Beispiel für die Resistenz gegen Krankheitserreger oder um Ersatzgewebe für Patienten heranzuzüchten. Was die Wissenschaft im Bereich der Stammzellenforschung darf und was nicht, diese Frage wird uns sicher auch in Zukunft noch beschäftigen.

Eisbären-Nachwuchs schon da!

Eisbren_.JPGMit dem Eisbären-Nachwuchs im Nürnberger Tiergarten ging es offenbar schneller als erwartet. Flocke hat anscheinend ein Geschwisterchen – oder sogar mehrere – bekommen!!

Gerade flatterte uns eine Mitteilung aus dem Presseamt der Stadt Nürnberg in die Redaktion, in der zwar noch nichts Genaues verraten wird, bei der man sich aber seinen Teil denken kann: Die Presse wird für morgen in den Tiergarten eingeladen. Bürgermeister Horst Förther, Tiergartendirektor Dag Encke und sein Stellvertreter Helmut Mägdefrau wollen den Journalisten „Neuigkeiten“ zum Thema Vera (der Mutter von Flocke) berichten.

Mehr ist im Augenblick nicht herauszubekommen. Im Tiergarten geht vorsorglich niemand ans Telefon, die beiden Chefs haben auf ihrem Handy sicherheitshalber die Mailbox eingeschaltet. Schon letzte Woche wurde angekündigt, dass alle Medien gleich behandelt werden und es alle gleichzeitig erfahren, wenn Vera ihr Junges/ihre Jungen zur Welt gebracht hat.

Bleibt mir also wohl nichts anderes übrig, als bis morgen zu warten.

Schöne neue Tierwelt?

Wir leben schon in einer verrückten Welt. Das zeigt sich zum Beispiel an einer kuriosen Meldung, die jetzt durch die Medien geht: In Südkorea liefert ein Biotechnikunternehmen Haustier-Klone auf Bestellung.

Erste Kundin war (wen wundert´s)  eine Amerikanerin: Vor zwei Jahren hat ihr geliebter Pitbull-Terrier namens Booger das Zeitliche gesegnet. Die Frau hat aber vorausschauend Erbgut aus den Ohrzellen des Hundes entnehmen lassen. Das wurde in die Eizellen von zwei Hündinnen eingepflanzt. Die beiden Ersatzmütter haben nun fünf Welpen zur Welt gebracht: allesamt genetische Kopien von Booger. Die Echtheit der Welpen als Klone wurde wissenschaftlich bestätigt.

Das Frauchen von Booger soll für drei dieser Klonhunde 50 000 Dollar bezahlt haben. Um sich das leisten zu können, verkaufte sie angeblich Teile ihres Hauses. So sieht also wahre Tierliebe aus.

Zwar längst nicht so abgefahren, aber immer noch kurios ist die Nachricht, dass eine Brückenechse im zarten Alter von 111 Jahren nun noch Vaterfreuden entgegenblickt. Das Tier namens Henry hat sich in Neuseeland mit seiner Partnerin Mildred gepaart. Die legte daraufhin 12 Eier, von denen elf überlebten und nun künstlich ausgebrütet werden. Wenn alles gut geht, schlüpft der Nachwuchs in einem halben Jahr.

Dass Henry in seinem auch für Brückenechsen doch ziemlich fortgeschrittenen Alter noch Lust auf Sex hatte, verdankt er einem tierärztlichen Eingriff: Man hatte ihm einen Tumor auf der Unterseite seines Körpers entfernt. Möglicherweise ist damit Henrys Sexualtrieb wieder so wach, dass er sich auch von anderen Partnerinnen verführen lässt.

Brückenechsen sind sowieso eine ganz besondere Tierart, so genannte lebende Fossilien, die nur noch auf einigen neuseeländischen Inseln vorkommen: Ihre Vorfahren lebten schon vor 225 Millionen Jahren gemeinsam mit Dinosauriern auf der Erde. Was sind ansichts solcher Zeiträume schon 111 Jahre?