Mai

15

2013

Rollstuhl-Katze spielt Ersatzmutter

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Katzen, Tierbabys, Tiere, Tierfreunde, Tierschicksale | Kommentar hinterlassen

Na, wenn das keine rührende Tiergeschichte ist: Eine Katze im Rollstuhl hat in Celle (Niedersachsen) zwei kleine Kater adoptiert. Brigitta heißt die Ersatzmutter. Sie kümmert sich liebevoll um die zwei Katzenbabys, die von ihrer leiblichen Mutter – einer Streunerin – nicht angenommen wurden. So nett das auf dem Foto auch aussieht – Brigitta hat ein nicht alltägliches Tierschicksal durchlitten. Sie stammt aus Bulgarien und war dort von einem Tierquäler mit einem Luftgewehr verletzt worden. Auf Facebook wurde ein Hilferuf für die Katze gestartet, den auch eine Tierfreundin aus Celle las. Sie holte die Katze nach Niedersachsen und sorgte dafür, dass das Projektil aus dem Rücken entfernt wurde. Brigitta hat die Operation überstanden, es geht ihr inzwischen besser. Doch richtig laufen können wird sie wohl nie mehr. Sie bewegt sich in einer Art Rollstuhl fort. Im Gegensatz zu drei anderen Katzen, die sich nicht um die verwaisten Katzenbabys kümmern wollten, sorgt Brigitta nun trotz dieses Handicaps für die Kleinen.

Apr

25

2013

Rätsel um gestrandete Seelöwen

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Seelöwen, Tierbabys, Tiere, Tierschicksale, Umwelt, USA | 2 Kommentare

In Kalifornien stehen Biologen und Mitarbeiter der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA vor einem Rätsel: Täglich stranden an der Küste zwischen Santa Barbara und Diego junge Seelöwen, die völlig ausgehungert sind – manche von ihnen auch krank. An sich gibt es ein solches Phänomen jedes Jahr um diese Zeit. Aber normalerweise sind es im Schnitt pro Jahr 131 Tiere, diesmal aber waren es zwischen Januar und März schon fast 1100(!). Wie es dazu kommt, kann sich bisher niemand erklären. Jetzt wird untersucht, ob eine Krankheit oder Nahrungsmangel die Ursache sein könnten.

Sorgen macht man sich zum Beispiel in der Auffangstation für Meeressäuger in San Pedro. Sie kümmert sich – wie andere Rettungsstationen entlang der kalifornischen Küste – jedes Jahr um Dutzende junger Seelöwen, die an Land Futter suchen, wenn sie nicht mehr von ihren Müttern versorgt werden. Doch sonst beginnt diese Periode erst im April, nicht im Januar wie dieses Jahr. Zu diesem Zeitpunkt waren die Seelöwenbabys erst sechs Monate – zu jung, um schon ohne Mutter leben zu können. Die Tiere, die in den Stationen zunächst einmal gewogen werden, brachten nur halb so viel Gewicht auf die Waage wie die in anderen Jahren aufgegriffenen Tiere. Heuer werden die kleinen Seelöwen auch nicht nur an der Küste angeschwemmt. Einige robben sich nach dem Stranden auf der verzweifelten Suche nach Futter weit ins Landesinnere hinein. Man hat schon Tiere gefunden, die unter geparkten Autos lagen, eines wurde sogar in einem Handy-Laden entdeckt, elf Kilometer vom Meer entfernt. Offenbar war der kleine Seelöwe meilenweit durch einen Hochwasserkanal geschwommen, er hatte außerdem einige Straßen überqueren müssen.

In den Auffangstationen bringt man die Jungtiere in Gehegen mit Wasserbecken unter. Besonders schwache und kranke Tiere kommen in ein getrenntes Areal, das die Mitarbeiter ständig überwachen. Die Tiere werden aufgepäppelt und medizinisch versorgt, falls das nötig ist, und dann wieder freigelassen. Allerdings schaffen es nicht alle. Wenn keine Aussicht auf Heilung besteht und die Tiere zu schwach sind, werden sie eingeschläfert. Unnötiges Leiden will man ihnen ersparen. Noch ist kein Ende des Phänomens abzusehen, denn die eigentliche Zeit der Entwöhnung von den Müttern kommt erst noch. An manchen Tagen stranden so viele junge Seelöwen, dass sie keinen Platz mehr in einer Auffangstation finden.

Apr

22

2013

Was macht das Krokodil im Wasserwerk?

Wieder einmal bin ich auf eine nicht alltägliche Tiergeschichte gestoßen. Sie handelt von einem Krokodil, das in einem Wasserwerk lebt – mitten in Deutschland.

Und das kam so: 1974, also vor fast 40 Jahren, bauten Mitarbeiter des in der DDR noch volkseigenen Betriebs “Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Magdeburg” ein Wasserwerk in Mali (Westafrika), und zwar in einer Stadt namens Kayes. Zum Dank revanchierte sich die afrikanische Stadt damals mit einem Nilkrokodil-Baby, das gerade einmal 22 Zentimeter lang war. Das Tier wurde auf den Namen Theophil getauft und in einem kleinen Terrarium in dem Magdeburger Wasserversorgungsbetrieb untergebracht. Aber Theophil wuchs und gedieh sehr schnell. Der Magdeburger Zoo fand keine Möglichkeit, das Tier aufzunehmen. Schließlich erbarmte sich das Wasserwerk Colbitz in der Nähe von Magdeburg.  Dort richtete man Theophil ein großes Terrarium ein.

Mittlerweile hat Theophil eine Größe von dreieinhalb Metern erreicht und bringt 280 Kilo auf die Waage. Nilkrokodile können sechs Meter lang und 100 Jahre alt werden. Als die Wende kam, befürchteten die Wasserwerks-Mitarbeiter schon, sie müssten Theophil hergeben. Doch nach einigen Hin und Her durfte das Tier bleiben, allerdings musste wegen der Artenschutzbestimmungen das Terrarium vergrößert und mit einem ausreichenden Wasserbecken und Fußbodenheizung ausgestattet werden. Nach der Wende begann man auch, Theophil für Werbezwecke einzusetzen und ließ zum Beispiel Tausende von Krokodil-Schlüsselanhängern verteilen. Das Wasserwerk Colbitz wurde berühmt. Einmal im Jahr gibt es einen Tag der offenen Tür, an dem die Öffentlichkeit das Krokodil besuchen kann.

Vor sechs Jahren sorgte Theophil für Verblüffung: Im Terrarium lagen plötzlich sechs unbefruchtete Krokodil-Eier. Das Geschenk aus Westafrika, das man über 30 Jahre für männlich gehalten hatte, war also ein Weibchen. Es wurde kurzerhand in Theophila umgetauft, lebt aber genau wie vorher im Wasserwerk weiter.

Apr

6

2013

Wo die Liebe hinfällt

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Asien, Schlangen, Thailand, Tiere, Tierschicksale, USA, Ziegen | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Ich bin ja immer auf der Suche nach skurrilen Tiergeschichten. Zwei ganz nette Sachen habe ich jetzt wieder gefunden. Die eine hat sich auf Phuket abgespielt und dreht sich um eine Schlange, die sich in ein Motorrad verliebt hat. Und das kam so: Ein thailändischer Motorradfahrer, der offenbar ein Tierfreund ist, war nachts unterwegs zu seiner Freundin. Plötzlich entdeckte er mitten auf der Straße eine Schlange. Der Mann wollte das Tier nicht überfahren und beschloss, ihm den Vortritt zu lassen. Also bremste er und blieb stehen. Statt weiterzukriechen und die Straße zu überqueren kehrte die Schlange auf einmal um, näherte sich dem Vorderreifen des Motorrads und schlängelte sich um den Reifen. Anscheinend gefiel es dem Tier dort bestens – jedenfalls verließ sie den Reifen nicht mehr. Der Mann rief in seiner Not die Polizei und schilderte sein Problem. Die Beamten rückten zusammen mit einem Schlangenexperten an. Mit vereinten Kräften schafften sie es, die etwa zwei Meter lange Schlange vom Reifen zu lösen und in Sicherheit zu bringen.

Nicht schlecht finde ich auch das, was sich in einer Bar im US-Bundesstaat Montana zugetragen hat. Dort war die Hauptperson eine Ziege namens Shirley, die auch mal in eine Bar gehen wollte. Als sie dort auftauchte, gefiel das einem Gast ganz und gar nicht. Er alarmierte die Polizei, und die Ziege landete erst mal im Tierheim. Schließlich fand man aber heraus, dass sie eigentlich zu einem Streichelzoo gehörte, und dorthin wurde sie auch wieder zurückgebracht. Wie das Tier von da in den Ort und die Bar gelangt war, kann sich allerdings niemand erklären. Jetzt wird sogar überlegt, ob Shirley mit ihrem Besuch in dem Lokal gegen den Gesundheitskodex verstoßen haben könnte. Womöglich muss sie ja auch noch Strafe zahlen?

 

Mrz

12

2013

Kraniche verloren Orientierung

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Deutschland, Kraniche, Tiere, Tierschicksale | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Es mag ein wenig schwülstig klingen – aber für mich haben Kraniche etwas Erhabenes an sich. Es sind faszinierende Vögel, nicht zuletzt wegen ihrer spektakulären Balztänze – ein Ritual, das zur Paarungszeit im Frühling am beeindruckendsten ist.

Umso trauriger ist es, jetzt Meldungen darüber zu lesen, dass eine ganze Reihe von Kranichen auf dem Flug in ihre Sommerquartiere umgekommen sind. Schuld war der dichte Nebel, der über dem riesigen Waldgebiet Hainich in Thüringen hing. Er raubte den Kranichen die Orientierung. Normalerweise richten sie sich nach dem Magnetfeld der Erde und den Sternen. Doch wegen des Nebels mussten sie wesentlich niedriger fliegen als sonst. Dabei knallten eine Reihe von Vögeln gegen Hauswände, andere landeten vor Erschöpfung auf Straßen und wurden dort überfahren.

Einge verletzte Tiere konnten von Vogelschützern geborgen werden. Sie hoffen, die Tiere wieder gesundpflegen und anschließend auswildern zu können. Offenbar waren die Kraniche aufgrund des guten Wetters aus ihren Winterquartieren in Nordafrika oder Spanien aufgebrochen und trafen nun bei der Rückkehr des Winters in Deutschland völlig unerwartet auf Kaltluft. Das wurde ihnen zum Verhängnis.

Feb

14

2013

Erinnern Sie sich an Dolly?

Erinnern Sie sich noch an Dolly? Genau, das war das Klonschaf, das in die Geschichtsbücher einging. Am 14. Februar vor zehn Jahren ist es gestorben.

Als Dolly am 5. Juli 1996 in Schottland zur Welt kam, glaubten viele, dass nun bald auch die Zeit geklonter Menschen kommen werde – für manche eine Hoffnung, für andere eine erschreckende Vorstellung. Den Forschern vom Roslin-Institut bei Edinburgh war jedenfalls eine bahnbrechende Technik geglückt: Erstmals gelang es, ohne biologischen Vater, sondern durch Verpflanzung von Zellkernen die genaue Kopie eines erwachsenen Säugetiers zu schaffen. Dolly wurde von einer Ersatzmutter geboren, der man die Eizelle einpflanzte. Zunächst wuchs Dolly als gesundes walisisches Bergschaf heran. Aber bald schon zeigte sich, dass sie kränkelte. Letztlich musste man sie wegen mehrerer Alterserkrankungen einschläfern. Sie wurde nicht einmal sieben Jahre alt – ein kurzes Leben für diese Schafrasse, die eine durchschnittliche Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren hat. Für die Nachwelt lebt Dolly trotzdem weiter: ausgestopft im Royal Museum in Edinburgh.

Nach Dolly wurde mit dem Klonen von Säugetieren munter weitergemacht. Es gab bald geklonte Pferde, aber auch Ziegen, Schweine, Hunde, Mäuse und Rinder. In der Landwirtschaft dient das Klonen dazu, besonders wertvolle Tiere zu kopieren. Seit Dolly ist auch die Grundsatzdiskussion über Ethik in der Wissenschaft nicht abgeschlossen, sie lodert immer wieder von Neuem auf. In den 1990er Jahren kam außerdem die Befürchtung auf, dass bald auch Menschen geklont würden. Das hat sich bisher nicht bewahrheitet – noch nicht jedenfalls. Für die medizinische Forschung arbeiten Wissenschaftler aber seit Dolly an Klontechniken weiter, zum Beispiel für die Resistenz gegen Krankheitserreger oder um Ersatzgewebe für Patienten heranzuzüchten. Was die Wissenschaft im Bereich der Stammzellenforschung darf und was nicht, diese Frage wird uns sicher auch in Zukunft noch beschäftigen.

Feb

1

2013

Wenn Fifi ins Altersheim muss

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Deutschland, Haustiere, Hunde, Tiere, Tierschicksale | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Nicht nur wir Menschen werden immer älter – auch unter den Hunden gibt es zunehmend alte Tiere, die eine spezielle Pflege benötigen. Weil die meisten Tierbesitzer und auch die Tierheime das nicht leisten können, werden mittlerweile Altersheime für Hunde eingerichtet. Um solche Heime betreiben zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So werden zum Beispiel Patenschaften angeboten oder eigene Stiftungen gegründet, deren Ziel es ist, betagten und pflegebedürftigen Hunden bis ins hohe Alter so viel Lebensqualität wie möglich zu bieten. Die normalen Tierheime haben weder genügend Personal, noch können sie den alten Tieren die nötigen Rückzugsmöglichkeiten bieten.

In Hunde-Altersheimen gibt es dann ganz ähnliche Einrichtungen wie in denen für Menschen: Eigene Physiotherapeuten zum Beispiel, die für Massagen zur Verfügung stehen. Hunde leiden im Alter ähnlich häufig wie Menschen unter Arthrose in den Gelenken und brauchen eine entsprechende Behandlung. Solche Tiere dürfen auch nicht überanstrengt werden – die Mitarbeiter wissen das und verkürzen zum Beispiel die Spaziergänge mit den Hunden und gehen dafür häufiger mit ihnen Gassi. Wer in einem Altersheim für Hunde mitarbeitet, muss auch darauf achten, dass Medikamente und Therapien nur so lange eingesetzt werden, wie es erfolgversprechend ist. Das Leben der Tiere soll nicht um jeden Preis verlängert werden. Bevor sich die Hunde quälen, liegt es in der ethischen Verantwortung der Mitarbeiter, die Tiere einschläfern zu lassen.

Jan

28

2013

Was ist da los vor Costa Rica?

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Bedrohte Tierarten, Costa Rica, Mittelamerika, Panama, Schildkröten, Tiere, Tierschicksale, Umwelt, Verrückte Ereignisse, WWF | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Schon gibt es wieder eine schlechte Nachricht aus der Tierwelt: Vor Costa Rica wurden an der Pazifikküste an der Bucht “Golfo Dulce” massenweise tote Meeresschildkröten angespült, darunter auch Grüne Meeresschildkröten (siehe Foto) – das sind die Tiere, die man vielleicht besser als “Suppenschildkröten” kennt.  Angaben über die Zahl der Kadaver gehen auseinander: Während es laut Umweltorganisationen und Medienvertretern bis zu 280 sein sollen, beziffert das Umweltministerium die toten Tiere auf 25 bis 30. Derzeit weiß niemand etwas über die mögliche Todesursache zu sagen.

Erst hieß es, eine Algenschwemme sei Schuld. Doch Küstenbewohner wollen bei einigen toten Schildkröten Angelhaken im Maul gefunden haben. Es könnte also sein, dass die Tiere nicht erlaubten Fangmethoden zum Opfer gefallen sind. Infektionen hat man bei den Kadavern jedenfalls nicht feststellen können. Sorgen macht den Umweltschützern, dass auch an der Küste vor dem Nachbarland Panama in einer Bucht tote Schildkröten gefunden wurden. Angeblich soll  das rätselhafte Schildkrötensterben jetzt von den Behörden untersucht werden.

Das Ganze ist umso schlimmer, weil der WWF vor einiger Zeit eine leichte Erholung bei den Beständen der Grünen Meeresschildkröten im Ozean vor Costa Rica melden konnte. Ob nun wieder eine gegenläufige Entwicklung einsetzt, kann man momentan noch nicht sagen. Sollte illegal auf die Tiere Jagd gemacht worden sein, dann müssen die Behörden schnell handeln, um die Schuldigen zu finden. Aber vielleicht ist das ja genauso schwierig wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Wenn überhaupt etwas unternommen wird…

 

Jan

21

2013

Kampf gegen Straßenhunde

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Aktionen, Gesundheit, Hunde, Mexiko, Tiere, Tierhaltung, Tierschicksale | 1 Kommentar

In Mexiko-Stadt sind die Behörden ratlos: Dort machen verwilderte Straßenhunde Riesenprobleme. In einem Park hat man in den letzten Tagen vier grausam zugerichtete Leichen gefunden, die angeblich von einer Hundemeute zerfleischt wurden. Wobei in dieser Frage die Meinungen auseinandergehen: Tierschützer bezweifeln, dass Hunde diese Taten angerichtet haben können, während es von tierärztlicher Seite heißt, Hunde wären sehr wohl dazu fähig – sie würden nämlich wie Löwen ihr Opfer in der Gruppe jagen.

Tatsache ist: In Mexiko Stadt leben 1,2 Millionen Hunde. Zehn Prozent davon sind herrenlos und verwildert und müssen selbst zusehen, wie sie an Futter herankommen, um zu überleben. Und ihre Zahl wird immer größer. Im vergangenen Jahr wurden rund 11 500 Hundebisse registriert; die Opfer waren zum Teil so schwer verletzt, dass sie plastische Operationen brauchten.

Unabhängig davon, ob die Hunde Menschen jetzt tatsächlich getötet haben, haben die Behörden eine Kampagne gestartet: Sie appellieren an Hundehalter, ihre Haustiere kastrieren bzw. sterilisieren zu lassen, um die Flut von Hundebabys, die nach einiger Zeit meist auf der Straße landen, einzudämmen. Die Aktion wurde nun verstärkt und auf arme Stadtteile ausgeweitet. Dort arbeiten Tierärzte zum Beispiel auf Fußballplätzen an mehreren Dutzend Operationstischen, um den Eingriff bei den Tieren vorzunehmen. Und Hunderte von Besitzern stehen stundenlang Schlange, bis ihr Tier drankommt. Die Operation wird in diesen Vierteln kostenlos durchgeführt, weil sie für die Hundehalter zu teuer wäre.

Die Gesundheitsbehörde will mit diesem Angebot nun von einem Armenviertel ins nächste gehen, um zu verhindern, dass sich die Hunde dort weiter unkontrolliert vermehren und dann ausgesetzt oder misshandelt werden. Das dürfte eine Mammutaufgabe werden, für die organisatorisch und finanziell ein Riesenaufwand nötig ist – hoffentlich keine Sisyphusarbeit!

Jan

9

2013

Happy End in Bangladesch

Veröffentlicht von uwo in der Kategorie Justiz, Papageien, Tiere, Tierschicksale, Zoo | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Tiergeschichten, die zu Herzen gehen, spielen sich nicht tagtäglich ab. Aber auf der Suche nach Themen für dieses Blog bin ich wieder mal auf eine gestoßen – eine besonders schöne, wie ich finde.

Hauptfigur ist eine Papageiendame namens Prinzessin. (Schon das hört sich ja beinahe wie im Märchen an.) Diese Papageiendame lebt seit fünf Jahren in einem Privatzoo in Bangladesch. Der Zoodirektor hatte das Vogelweibchen in Brasilien gekauft, weil er für einen einsamen Papageienmann namens Prinz eine Partnerin suchte. Besagter Prinz wohnte ebenfalls in dem Privatzoo, seit ihn sein früherer Besitzer dorthin verliehen hatte. Der Mann war umgezogen und hatte in seiner neuen Wohnung keinen Platz mehr für den Ara. Nun waren Prinz und Prinzessin in dem Zoo fünf Jahre lang ein glückliches Paar. Das Glück schien perfekt, als sich die beiden im September 2011 über dreifachen Nachwuchs freuen konnten.

Doch eines Tages überlegte es sich der Besitzer von Prinz wieder anders – er verlangte seinen Papagei zurück. Der Zoo wollte das Tier zwar zunächst nicht mehr herausrücken, aber der Besitzer zog vor Gericht und gewann. Anfang Januar wurden die beiden Tiere also getrennt. Doch Papageiendame Prinzessin verkraftete das nicht und war so von Trennungsschmerz gebeutelt, dass sie in den Hungerstreik trat. Das Tier wurde von Tag zu Tag schwächer, verweigerte aber trotzdem jede Nahrung.

Die Richter zogen daraufhin ihre Anordnung zurück und verfügten, dass Prinz wieder zu seiner Prinzessin zurückkehren darf. Das Gericht wollte schließlich nicht für den drohenden Tod der Papageiendame verantwortlich sein. Die beiden Aras sind jetzt wieder vereint – ein Happy End, wie es sich kein Drehbuchautor schöner ausdenken könnte.

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