Endlich: Ein neues Zuhause für Charlotte

Endlich hat das lange Warten auf einen Platz in einem anderen Zoo ein Ende: In Absprache mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP ist die vier Jahre alte Eisbärin Charlotte vom Tiergarten Nürnberg in den Zoo Hannover umgezogen, wo sie nach fünfstündigem Transport gut angekommen ist (Foto: Tiergarten Nürnberg). Charlotte erblickte im November 2014 im Tiergarten das Licht der Welt und ist die jüngste Tochter von Vera. Deren erstes Baby, Flocke, hatte es zu einiger Berühmtheit gebracht, weil Vera die Kleine nicht selbst großzog und sie deshalb von Tierpflegern hochgepäppelt wurde. In ihrem neuen Zuhause im Zoo Hannover leben nun außer Charlotte die Eisbärin Milana sowie Sprinter und Nanuq, zwei Bullen. Nanuq wird bald von Hannover nach Nürnberg übersiedeln und hier mit Charlottes Mutter Vera zusammentreffen.

Nürnberger Giraffenbulle Leon tot

Turbulente Zeiten im Nürnberger Tiergarten: Gerade wurde der junge Nashornbulle Sanjai an den Zoo von Edinburgh abgegeben, kurz darauf ist der knapp zehn Jahre alte Giraffenbulle Leon (Foto: Tiergarten Nürnberg) gestorben. Die Tierpfleger haben ihn zu Dienstbeginn tot im Stall gefunden, die  Tierärzte konnten nur noch seinen Tod bestätigen. Mit Leon, der im August 2009 in der Stuttgarter Wilhelma das Licht der Welt erblickte und im Mai 2012 von dort an den Schmausenbuck kam, hatte der Tiergarten kein Glück. Der Giraffenbulle soll an einem Hoden-Hochstand leiden und konnte deshalb nicht für Nachwuchs sorgen, obwohl er zeitweise mit drei Weibchen zusammenlebte, von denen zuvor zwei erfolgreich Jungtiere aufgezogen hatten.
Außerdem litt Leon seit Jahren an Huf- und Verdauungsproblemen, und in der jüngeren Vergangenheit auch noch an Bewegungsstörungen und Hautveränderungen, deren Ursachen nicht ermittelt werden konnten. Leon wird nun von Pathologen untersucht. Weil es Leon in den letzten Wochen immer schlechter ging, hat die Tiergartenleitung wohl schon damit gerechnet, dass er nicht mehr lange leben würde, und deshalb das Europäische Arterhaltungsprogramm (EEP) um die Übernahme eines anderen Weibchens gebeten, damit die Nürnberger Giraffe Lubaya nicht zu lange alleine im Giraffenhaus bleiben muss.

Mops-Dame Edda, Teil 2

Darf eine Kommune ein Haustier einfach pfänden und dann im Internet verticken? Vor knapp drei Wochen habe ich hier schon über das Schicksal einer Mops-Dame namens Edda beziehungsweise Wilma geschrieben (Foto: dpa). Jetzt ist das Rechtsgutachten – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: ein Rechtsgutachten für einen Mops! – fertig, das die Stadt Ahlen in Auftrag gegeben hatte. Demnach hat es die Stadt nun schwarz auf weiß (und das auf 19 Seiten!), dass sie Edda pfänden und im Internet verkaufen durfte. Meiner Meinung nach ist das eine tierverachtende Haltung, weil hier ein Lebewesen rechtlich wie eine Sache behandelt wird.

Der Inhalt des Gutachtens ist zum Teil wirklich hanebüchen. Ein dreiköpfiges Team einer Anwaltskanzlei hat dafür den Fall rekonstruiert und kommt zu dem Ergebnis: Die Mops-Pfändung war zulässig, weil sich Eddas Frauchen hartnäckig geweigert habe, ihre Schulden zu bezahlen. Stattdessen kaufte sie Edda für teures Geld – angeblich für 2400 Euro. Die Anwälte bezweifeln auch, dass eine starke emotionale Bindung der Hundebesitzerin zu dem Mops bestanden habe; schließlich habe sie nicht einmal versucht, Edda zurückzubekommen.

Auf die Stadt Ahlen könnte wegen des juristischen Aufwands indessen einiges an Kosten zukommen. Noch steht nämlich die Rechnung der Anwälte aus. Und Eddas neues Frauchen, die den Namen der Mops-Dame in Wilma umänderte, hat Klage gegen die Stadt eingereicht. Die Frau verlangt den Kaufpreis von 690 Euro zurück und möchte außerdem Geld für die Tierarztkosten. Diese Forderungen soll nun dieselbe Anwaltskanzlei juristisch prüfen, die schon das Gutachten erstellt hat.

Immerhin eine gute Nachricht gibt es in der ganzen Geschichte zu vermelden: Edda/Wilma hat inzwischen ihre Augenoperation gut überstanden.

Alpenschwein gehabt: acht Ferkel!

Da lohnt sich wirklich mal ein Blick von Nürnberg in die Schweiz, genauer gesagt in den Natur- und Tierpark Goldau (etwa 50 Kilometer von Zürich entfernt). Denn dort haben die beiden Schwarzen Alpenschweine Vreni und Gusti zum ersten Mal seit 40 Jahren für Nachwuchs dieser Art gesorgt (Foto: Fabrizio Vignali/Natur- und Tierpark Goldau/dpa). Sau Vreni hat im Februar gleich acht Junge geboren! Vreni und Gusti sind erst im Herbst vergangenen Jahres in den Tierpark gekommen, umso erfreulicher ist der schnelle Zuchterfolg.

Auch wenn die Rasse „Schwarze Alpenschweine“ heißt, sind nur drei der acht Ferkel von Vreni sind so schwarz wie ihre Eltern. Die übrigen fünf zeigen eine unterschiedliche Färbung: braun gestreift oder hell und mit dunklen Tupfen. Das Besondere an Schwarzen Alpenschweinen sind ihre im Vergleich zu anderen Schweinen langen Beine, die sie im hohen Gras der Bergweiden in den Schweizer Alpen natürlich gut gebrauchen können. Lange Zeit hielt man Schwarze Alpenschweine in der Schweiz für ausgestorben. Es ist nur einem Zufall zu verdanken, dass vor ein paar Jahren auf einem italienischen Lehr-Bauernhof Tiere dieser Rasse gehalten wurden und dort als solche erkannt wurden. Danach stieß man noch auf einige weitere Exemplare, so dass eine Zucht aufgebaut werden konnte. Und das nicht nur in Goldau, sondern auch auch an drei weiteren Orten in der Schweiz – ein wunderbarer Beitrag zur Artenvielfalt!

Ein Leben ohne Mops…

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Nach diesem Motto leben immer mehr Menschen – der Mops ist zum Mode-Hund avanciert. Wohl auch deshalb sorgt das Schicksal von Mops-Dame Edda aus Ahlen in diesen Tagen für internationale Schlagzeilen – eine schier unglaubliche Geschichte!

Die etwa eineinhalbjährige Edda wurde gepfändet, weil ihre Besitzer hohe Schulden bei der Stadt haben. Ein Mitarbeiter der Kommune wollte den Hund dann über seinen privaten Ebay-Account für 750 Euro verkaufen: als gesunden Mops inklusive Stammbaum. Auf diesem Weg erfuhr auch Eddas Züchterin, dass die Mops-Dame verhökert werden sollte. Doch die erkannte die Hündin wegen ihrer Augenerkrankung auf dem Foto wieder. Sie hat angeblich dem städtischen Mitarbeiter 500 Euro für Edda geboten, aber der soll 2000 Euro verlangt haben. Gekauft hat den Hund schließlich eine Frau aus der Nähe von Wuppertal. Sie will die Stadt Ahlen jetzt wegen arglistiger Täuschung verklagen, sie möchte auch den Kaufpreis zurück und verlangt eine Kostenerstattung für die Behandlung der Mops-Dame. Denn die Hündin – die von ihrem neuen Frauchen Wilma genannt wird – musste sich mehreren teuren Augen-Operationen unterziehen.

Der Stadtkämmerer von Ahlen sagt laut Medienberichten, dass die Stadt etwas weniger als die auf Ebay angegebenen 750 Euro Verhandlungsbasis für den Hund bekommen habe. Das Geld sei in die Stadtkasse geflossen. Er beharrt außerdem darauf, dass die Pfändung der Mops-Dame völlig legal gewesen sei. Die Stadt Ahlen hat ihrerseits eine Versicherung und einen Anwalt eingeschaltet, die prüfen sollen, ob das Tier zum Zeitpunkt des Verkaufs krank war und ob Regressansprüche bestehen. Auch der Frage, ob Edda zu einem günstigeren Preis hätte behandelt werden können, geht die Kommune nach.

Meiner Meinung nach völlig zu Recht lehnen Tierschützer den Handel mit Tieren über Internet-Plattformen ab, weil auf diese Weise Lebewesen zu Waren degradiert werden. Was die Pfändung von Edda angeht, sind Juristen der Ansicht, dass so etwas bei wertvollen Tieren rechtlich zwar möglich sei. Doch in diesem Fall habe die Stadt Ahlen unverhältnismäßig gehandelt, weil es um einen Hund gehe, der einer Familie mit Kinder gehöre. Ich denke auch, dass in diesem Fall mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde.

Wenn Orang-Utans fremdgehen

Bei Menschenaffen menschelt es mitunter ganz schön. Zum Beispiel bei den Orang-Utans im Zoo von Basel. Dort hat Vendel, ein verwegener Orang-Uran-Mann, kurzerhand bei den Paarungsplänen der Zooleitung dazwischengefunkt. Offenbar hat der 18-jährige Menschenaffe mit den unwiderstehlichen Backenwülsten die Orang-Utan-Dame Maja durch ein Gitter hindurch begattet. Dabei war sie doch als „Braut“ für einen anderen vorgesehen! Anscheinend wurde sie bei Vendel schwach, weil er ein sehr dominantes Orang-Männchen ist. Da die Paarung bei Orang-Utans kaum länger als eine Minute dauert, hat wohl niemand im Zoo die Deckung bemerkt. Der Vaterschaftstest (Foto: dpa) ergab jetzt jedenfalls, dass Vendel der Vater des Orang-Babys ist, das Maja im August vergangenen Jahres zur Welt brachte. Die Zooleitung war davon ausgegangen, ein anderer Zoo-Bewohner sei der glückliche Papa, nämlich der 14-jährige Budi.

Tiergarten braucht Vogelkäfige für „Silent Forest“

Eine Reihe von deutschen Zoos macht schon mit, jetzt beteiligt sich auch der Nürnberger Tiergarten an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA). Der Tiergarten sucht zu diesem Zweck gebrauchte Vogelkäfige. Die Behausungen sollen aufgehängt werden, um ein sichtbares Zeichen für die Kampagne zu setzen, die asiatischen Singvögeln zugute kommt. Von den rund 850 in den Regenwäldern Asiens lebenden Vogelarten stehen viele kurz vor der Ausrottung. Vor allem in Südostasien werden täglich Tausende von Singvögeln gefangen und auf großen Vogelmärkten verkauft. Nicht selten fristen die Tiere ihr Dasein in viel zu kleinen Käfigen – ob als Haustiere oder Teilnehmer an Gesangswettbewerben – und können das nur wenige Tage überleben (Foto: Silent Forest, EAZA).

Durch den breit angelegten Vogelfang sind die meisten Singvogelarten aus den Wäldern verschwunden. Von der Stille, die deswegen dort herrscht, leitet sich der Name „Silent Forest“ ab. Die Kampagne soll die Lage der asiatischen Singvögel in ihrem Lebensraum verbessern, indem sie darüber informiert und Verständnis für die Bedrohung der Vögel weckt. Außerdem wird im Rahmen der Aktion für Artenschutzprojekte gesammelt, um Schulmaterial für die lokale Bevölkerung zu entwickeln. Es werden Zuchtstationen in Asien und in Zoos aufgebaut, die bei der Kampagne mitmachen, auch Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekte sind geplant.

Wer gebrauchte – gern auch kaputte – Vogelkäfige abzugeben hat, kann eine Mail an den Zoopädagogen Christian Dienemann schicken, und zwar unter folgender Adresse: zooschule@stadt.nuernberg.de

Schläft der EEP-Koordinator für Eisbären?

Immer wieder fragen sich Besucher im Nürnberger Tiergarten, wann es dort wohl wieder einmal Eisbärenbabys gibt. Schließlich hat der Zoo am Schmausenbuck mit der seit Jahren in Antibes lebenden Flocke und weiterem Nachwuchs von Eisbärin Vera (Gregor und Aleut) auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Derzeit stimmen die Voraussetzungen für kleine Eisbären in Nürnberg allerdings nicht: Es gibt keinen Platz für einen männlichen Eisbären, der Vera decken könnte. Die Zeiten, in denen Eisbärenmama Vera und ihre Tochter Charlotte im Aquapark noch miteinander schmusten wie auf diesem Bild (Foto: Ulrike Reich-Zmarsly), sind leider auch vorbei. Ganz im Gegenteil – die beiden haben sich gezofft und werden deshalb voneinander getrennt gehalten, um Kämpfe mit ernsthaften Verletzungen zu vermeiden. Vera und Charlotte sind daher ziemlich gestresst, was sich immer wieder in Verhaltensauffälligkeiten zeigt, etwa beim ständigen Hin- und Herlaufen an der Trennscheibe zwischen den zwei Gehegen. Eine Situation, wie kein Zoo auf der Welt sie sich wünscht.

Charlotte ist jetzt gut vier Jahre alt und sollte längst aus dem „Hotel Mama“ ausgezogen sein. Doch das ist leichter gesagt als getan: Seit zwei Jahren sucht der im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Eisbären zuständige Koordinator einen Platz in einem anderen Zoo für Charlotte – bisher ohne Erfolg. Die Nürnberger Zooleitung wird – wie mir Tiergartendirektor Dag Encke im Pressegespräch gesagt hat –  immer wieder vertröstet.

Insider sind der Ansicht, der in Amsterdam sitzende Zuständige kümmere sich wohl mehr um den niederländischen Eisbärennachwuchs (für den er angeblich in Rostock einen Platz besorgt hat) als um Charlotte. Wenn das so stimmt, frage ich mich schon: Ist dieser Koordinator überhaupt der richtige Mann an diesem Platz? Müssten innerhalb des EEP nicht objektive Gesichtspunkte berücksichtigt werden statt persönlicher Interessen? Das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, oder?

Tierversuche: Wann hört das endlich auf?

Das muss einfach jeden Tierfreund auf die sprichwörtliche Palme bringen: die Zahl der Tierversuche, die immer zum Jahresende für das Vorjahr erhoben wird. Demnach wurden 2017 rund 2,8 Millionen Tiere zu diesem Zweck umgebracht respektive „verwendet“, wie es im Behördendeutsch so schön heißt. Am schlimmsten bei dieser grausamen Statistik finde ich die Zahl der für Tierversuche herangezogenen Affen: Waren es im Jahr 2016 mit 2462 auch viel zu viele, so ist diese Zahl 2017 sogar noch weiter angestiegen: auf 3472, also über 1000 mehr! Da kann es einem als Tierfreund schon die Sprache verschlagen. Diese Entwicklung widerspricht auch den Absichtserklärungen von zuständigen Politikern, die immer wieder versprechen, gerade bei den Affen die Zahl der Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren.

Im einzelnen sieht es so aus: Zirka 740.000 Tiere sind in Deutschland im vergangenen Jahr für wissenschaftliche Zwecke getötet worden; über zwei Millionen Tiere wurden darüber hinaus für Tierversuche eingesetzt. Die Hälfte der Tierversuche erfolgte im Bereich der Grundlagenforschung, ein gutes Viertel im Bereich der Medikamentenherstellung oder -überprüfung, 15 Prozent zur unmittelbaren Erforschung von Krankheiten bei Menschen und Tieren. Mit 1,37 Millionen sind Mäuse die am häufigsten von Wissenschaftlern herangezogenen Tiere (Foto: dpa),  es folgen 255.000 Ratten, 240.000 Fische, 3300 Hunde und 718 Katzen. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesregierung an die EU-Kommission geschickt hat.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Tierversuche kontinuierlich zu senken und auf die Fälle zu beschränken, in denen Experimente an Tieren „unerlässlich“ seien. Ihr Ministerium unterstützt immerhin die Forschung an Alternativen zu Tierversuchen finanziell. Den Grünen ist das längst nicht genug: Sie fordern, eine Strategie zu entwickeln, mit der Tierversuche abgeschafft werden können. – Dem kann ich mich nur anschließen. Es gibt Alternativen – man muss sie aber auch wollen.

Jetzt hat es auch noch Lilli erwischt

Das Jahr nähert sich so langsam seinem Ende. Für den Tiergarten Nürnberg wird 2018 als ein eher trauriges Jahr in die Geschichte eingehen: Zoomitarbeiter und -besucher mussten sich heuer schon von mehreren „Senioren“ am Schmausenbuck verabschieden. Heute nun der neueste Todesfall: Die 19 Jahre alte Giraffendame Lilli wurde eingeschläfert. Diese Netzgiraffe war wohl den meisten Zoobesuchern bekannt, weil sie wegen einer Fehlstellung des rechten Hinterbeins leicht hinkte und dadurch besonders auffiel. Mit dieser Einschränkung lebte Lilli (Foto: News5/Grundmann), seit sie ein Giraffenbaby war.

Im August 1999 hatte sie im Tiergarten das Licht der Welt erblickt. Die Giraffendame hat in Nürnberg drei Jungtiere geboren und aufgezogen, die wiederum für sieben Enkel sorgten. Haltung und Zucht von Netzgiraffen werden durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP koordiniert. Eigentlich kam Lilli mit ihrer Einschränkung überraschend gut zurecht. Die Fehlstellung konnte zumindest teilweise korrigiert werden: durch tiermedizinisches Training und regelmäßige Klauenpflege. Doch in den vergangenen Monaten verschlimmerte sich Lillis Behinderung zusehends – so sehr, dass die alte Giraffendame kaum mehr auftreten konnte. Auch eine Schmerztherapie hat nicht mehr angeschlagen.

Deshalb hat der Tiergarten heute die Entscheidung getroffen, Lilli von ihren Schmerzen zu erlösen und einzuschläfern. Mit 19 Jahren erreichte das Tier immerhin ein erstaunlich hohes Alter. Unter den 99 weiblichen Netzgiraffen, die in europäischen Zoos gehalten werden, war Lilli die drittälteste.

Mit Lilli ist – nach dem Silberrücken Fritz, dem Gorillaweibchen Bianca, dem Löwenpaar Thar und Keera und dem Delfinbullen Moby – also jetzt ein weiterer hochbetagter Zoobewohner tot. – Und ich höre sie schon wieder aufschreien, die Zoogegner und Tierrechtler von Peta & Co., die nun wahrscheinlich wieder mit ihren altbekannten Vorwürfen gegen den Tiergarten kommen und behaupten, die Tiere seien in diesem Jahr nur gestorben, weil sie in einem Zoo „gefangengehalten“ wurden, der ihnen nicht die Lebensbedingungen wie in der Natur bieten kann. Nur: Durch ständige Wiederholung wird diese Behauptung auch nicht wahrer!