Warum die Jagd auf Wölfe gar nicht geht

Nicht nur, weil ich Wolf heiße, ist mir die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ein wichtiges Anliegen, wie ich schon einige Male in meinem Blog deutlich gemacht habe. Umso weniger kann ich nachvollziehen, wie sich mehrere deutsche Bundesländer gegen die Wiederansiedlung dieser wunderbaren Tiere stemmen (Foto: dpa). In Bayern reagieren zum Beispiel einige Weideviehhalter, die ihre Tiere im Sommer auf die Alm lassen, regelrecht panisch aus Angst, Kühe oder Kälber könnten vom bösen Wolf gerissen werden. Und erst vor ein paar Tagen haben Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg einen Antrag im Bundesrat eingereicht, mit dem Ziel, Wolfsabschüsse künftig zu erleichtern. Dazu müsste sogar das Bundesnaturschutzgesetz geändert werden.

Und selbst das wäre nicht genug, denn die Dezimierung von Wölfen in Deutschland, die von der Großen Koalition in Berlin beabsichtigt wird, verstößt gegen EU-Recht. Laut für die ganze EU geltenden Verträgen soll der Wolf wieder in seine angestammte Heimat zuückkehren und wurde deshalb EU-weit unter den höchsten Schutzstatus gestellt. Bei Verstößen gegen dieses Recht riskiert Deutschland ein Strafverfahren. Und wer bezahlt am Ende die Zeche? Ganz klar: die deutschen Steuerzahler – also wir alle.

Schweden beispielsweise hat schon Verfahren am Hals, weil dort trotz Verbot Wölfe gejagt wurden und werden. In Schweden gibt es  bekanntlich eine starke Lobby von Jägern, Viehzüchtern und Bauern, die auf Wölfe Jagd machen (wollen). Überhaupt sind die Schweden mit dem Abschuss von Wildtieren schnell bei der Hand. Dabei haben – mal abgesehen von der EU – verschiedene schwedische Verwaltungsgerichte in mehreren Regionen des Landes schon vor ein paar Jahren ein Wolfsjagd-Verbot verhängt.

Wölfe abzuschießen, verbietet sich in Europa auch deshalb, weil sich laut Bundesministerium für Naturschutz noch längst nicht genügend Tiere wieder hier angesiedelt haben, um ihren Bestand für die Zukunft zu sichern. Sollen Wölfe etwa ein zweites Mal ausgerottet werden und dann womöglich endgültig aussterben?

So wichtig ist der Welt-Tierschutztag

Am 4. Oktober ist Welt-Tierschutztag – und der soll auch in meinem Tier-Blog Beachtung finden. Tierfreunde dürften diesem Tag allerdings mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. Denn die Schere zwischen übertriebener Tierliebe zu Haustieren wie Hund oder Katze und der Gleichgültigkeit gegenüber Nutztieren wie Schweinen oder Geflügel scheint hierzulande immer weiter auseinanderzuklaffen. Das liegt wohl auch daran, dass die meisten Menschen bei uns nie mit Schlachttieren in Berührung kommen (das dpa-Foto wurde in einer Schweinemastanlage in Thüringen aufgenommen). Viele Kinder wisen ja nicht einmal mehr, dass ein Kotelett von einem Schwein stammt oder ein Steak aus einem ganzen Rind herausgeschnitten wird.

Die meisten Deutschen sind nicht bereit, auf Flesich zu verzichten oder ihren Fleischkonsum zu reduzieren – aber sie wollen auf keinen Fall etwas mit der Schlachtung zu tun haben. Billig soll das Grillfleisch schon sein, deshalb  kauft man gern das Sonderangebot beim Discounter statt das teurere Biofleisch beim Metzger. Dass Fleisch nur billig sein kann, wenn es aus einer Massentierhaltung stammt, blenden die meisten einfach aus. Allenfalls durch TV-Dokumentationen bekommen sie eine Ahnung davon vermittelt, unter welch grausamen Bedingungenen viele Nutztiere gehalten bzw. gemästet werden. Aber da schaltet man halt schnell den Fernseher ab oder auf ein anderes Programm um, damit man die Tierquälerei nicht mit anschauen muss. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Da braucht man dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn man im Supermarkt wieder nach abgepacktem Billigfleisch greift.

Aber ich will hier nicht nur lamentieren. Der Tierschutz spielt bei uns zum Glück eine immer wichtigere Rolle. Politiker haben eingesehen, dass sich mit Tierschutzthemen bei Wahlen gut punkten lässt. Und langsam aber sicher entsteht auch bei den Verbrauchern ein größeres Bewusstsein für eine artgerechtere Nutztierhaltung. Verbände wie der Deutsche Tierschutzbund werden allerdings auch in Zukunft weiter Aufklärung betreiben und Verbesserungen der Tierschutzbestimmungen fordern müssen, wie etwa das Verbot der Kastrierung von Ferkeln ohne Betäubung  – damit die Nutztierhaltung menschlicher wird, sozusagen.

Daumen hoch und runter für Tiere in Bayern

Gute und schlechte Nachrichten hat der Landesbund für Vogelschutz heute vermeldet, die ich unbedingt an meine Leser weitergeben möchte. Es geht um Gewinner und Verlierer im Tierreich Bayerns, die der LBV jetzt wieder ausgemacht hat. Demnach zählen die Fledermausart „Große Hufeisennase“ (Foto: Rudolf Leitl/LBV/dpa) und der Weißstorch in Bayern zu den Gewinnern, weil ihnen Naturschutzprojekte zugutekamen. Verlierer sind laut LBV Igel, Birkhühner und Insekten.

Sehr erfreulich ist, dass es der stark bedrohten Großen Hufeisennase in Bayern immer besser geht: Eine Kolonie dieser, wie ich finde, niedlichen Tiere – es sind die letzten Vertreter dieser Art in Deutschland –  ist in der Oberpfalz innerhalb von fünf Jahren von 67 auf 184 Exemplare gewachsen. Einer der Hauptgründe dafür ist der Insektenreichtum auf den pestizidfreien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels.

Der Bestand von Igeln, Birkhühnern und Schwebfliegen geht laut LBV hingegen zurück. Der alarmierende Schwund der Insekten im allgemeinen ist ja bekannt, bei den Schwebfliegen wurde in manchen Regionen ein Verlust von 27 Prozent der Arten und 84 Prozent der Individuen festgestellt. Und auch den Igeln im Freistaat – genauer gesagt handelt es sich um  Braunbrustigel – geht es an die Substanz. Für sie gibt es immer weniger Hecken als Rückzugsmöglichkeit. Der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft tut sein Übriges: Die insektenfressenden Igel finden dadurch nicht mehr genug Nahrung. Und noch einen Verlierer gibt es laut LBV: das Birkhuhn. Dem geht es speziell durch die Herausnahme des Riedberger Horns aus der strengsten Schutzzone in den Alpen an den Kragen, denn dort lebt die größte Birkhuhn-Population im Allgäu. – Tja, da kann man sehen, wohin es führt, wenn man nur nach wirtschaftlichem Gewinn strebt, statt die Alpen so weit wie möglich als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen.

Sie ist das Zootier des Jahres 2018

Sie ist zum „Zootier des Jahres 2018“ auserkoren worden: die Scharnierschildkröte (Foto: P. Widmann). Damit soll auf die Bedrohung ihrer Bestände in freier Wildbahn aufmerksam gemacht werden. Diesen Schildkröten machen mehrere, von Menschen herbeigeführte, Probleme zu schaffen: der internationale Wildtierhandel, die Nutzung als Nahrungsmittel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin und die Reduzierung ihres Lebensraumes. Die Scharnierschildkröten zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen überhaupt. Es ist ein Teufelskreis: Einige der asiatischen Arten (insgesamt gibt es 13 Arten dieser Schildkröte) sind schon so gut wie ausgerottet, und je seltener die Tiere werden, desto höhere Preise werden für sie auf dem Markt bezahlt.

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP),  die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) wollen in den kommenden Monaten zwei Projekte finanziell unterstützen, die den Erhalt der Scharnierschildkröten zum Ziel haben.

Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS neun Scharnierschildkrötenarten und kann besonders bei der Zhous-Scharnierschildkröte Erfolge verbuchen: 70 Prozent des derzeit bekannten Weltbestandes wurden in Münster geboren. Das IZS gibt Tiere aus diesem Nachwuchs weiter, ebenso wie die Erfahrungen, die bei der Zucht gemacht wurden.

Das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Programm und hat den Vorteil, direkt vor Ort angesiedelt zu sein. Das Zentrum hat unter naturnahen Bedingungen schon über 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, die nun in einem geschützten Gebiet ausgewildert werden sollen. Die Unterstützung durch die Mittel aus der Kampagne „Zootier des Jahres“ soll für möglichst gute Erhaltungsbedingungen sorgen und das anschließende Erfolgs-Monitoring sichern. Im vergangenen Jahr kam immerhin ein mittlerer fünfstelliger Euro-Betrag durch die Partner der Kampagne zustande. Hoffen wir, dass das heuer mindestens genauso viel wird!

Kein schlechtes Wolfsjahr


Das Jahr geht zu Ende, und für die Wölfe in Deutschland (Foto: dpa, aufgenommen in einem Gehege des Biotopwildparks Anholter Schweiz) war es kein ganz schlechtes – was mich als Wolf natürlich besonders freut. Meine „Artgenossen“ haben sich heuer bei uns wieder ein wenig vermehren können.

Inzwischen sind hierzulande 60 Rudel nachgewiesen. Diese Zahl stammt vom Bundesamt für Naturschutz und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes. Dort geht man von 150 bis 160 erwachsenen Wölfen aus. Vor einem Jahr waren es 140. Die Zahlen werden in den Bundesländern erhoben und kommen durch überprüfbare Nachweise zustande: Zum Beispiel durch das Auswerten von Kot und anderen Spuren, die Wölfe hinterlassen. Auch Aufnahmen aus Fotofallen helfen bei der zahlenmäßigen Erfassung weiter. Amtlich werden Rudel, Paare und sesshafte Einzelwölfe erfasst, die für die Fortpflanzung eine Rolle spielen. Die eindeutige Erfassung der Welpen ist allerdings schwierig, weil sie oft früh sterben. Schließlich kann auch die Anzahl der Wölfe pro Rudel stark schwanken.

Die Wolfspopulation hat sich in einem Band von der Lausitz im Osten bis in den Nordwesten Deutschlands verdichtet. Trotzdem hat sich ihr Verbreitungsgebiet nicht so stark ausgeweitet, wie man es anhand der Rudelzahlen vermuten könnte. Das wundert auch die Experten. Die meisten Wölfe leben in Brandenburg und Sachsen, insgesamt sind sie jetzt in sieben Bundesländern anzutreffen– auch in Bayern.

Bisher stellen Straßen die größte Gefahr für die Wölfe dar: Seit dem Jahr 2000 waren bei 140 von rund 200 tot gefundenen Tieren Verkehrsunfälle die Todesursache. Außerdem wurden zwischen dem 1. Mai 2016 und dem 30. April 2017 fünf Wölfe illegal getötet. Damit ist die Zahl solcher Straftaten seit dem Jahr 2000 auf 26 gestiegen. Viele Nutztierhalter und Jäger wollen erreichen, dass Wölfe abgeschossen werden dürfen, weil sie dem Weidevieh gefährlich werden könnten. Umweltschützer fordern dagegen verstärkte Prävention, zum Beispiel durch Elektrozäune oder Herdenschutzhunde.

Bestimmte Interessengruppen schüren auch die Angst vor Wölfen bei der Bevölkerung. Dabei ist bisher kein einziger Angriff auf Menschen bekannt, seit sich diese wunderbaren Tiere wieder in Deutschland angesiedelt haben. Unsere Gesellschaft muss einfach lernen, Wölfe als selbstständige und freie Tiere zu respektieren. Es gibt aber auch einige Verrückte, die Wölfe für Fotos „anfüttern“. Dabei kann es wirklich gefährlich werden, wenn sich Wölfe erst mal an Menschen gewöhnen. Ich halte auch die Forderung einer Obergrenze für Wölfe in Deutschland für unsinnig (genauso unsinnig übrigens wie eine Obergrenze für Flüchtlinge). Deutschland ist groß – groß genug für noch mehr Wölfe!

Es gibt übrigens auch Neues über die vor über zwei Monaten im Bayerischen Wald entlaufenen Wölfe: Eines der beiden überlebenden Tiere zieht derzeit vermutlich durch Österreich, und zwar durch den Raum Linz, auch im Landkreis Passau wurde er bereits gesichtet. Über den Verbleib des zweiten noch lebenden Wolfes weiß man im Augenblick nichts. Ich hoffe, auch er hat es geschafft, sich irgendwie durchzuschlagen. Ursprünglich war ja behauptet worden, die Wölfe seien in Freiheit nicht überlebensfähig, weil sie im Nationalparkgehege immer gefüttert wurden. Wirklich bedauerlich finde ich, dass zwei der freigelassenen Wölfe erschossen wurden.

Rettung für Vaquita-Schweinswale?

Dieses Projekt verdient wirklich Aufmerksamkeit und Unterstützung: die Rettung der Vaquita-Schweinswale in Mexiko. Laut Koordinator Lorenzo Rojas Bracho ist diese Aktion die einzige und letzte Chance, um den Vaquita vor der Ausrottung zu bewahren.  Es handelt sich um ein Unternehmen, das vom Tiergarten Nürnberg, der dort ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha und dem Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg unterstützt wird. Das Foto zeigt ein schwimmendes Bassin (ein sogenanntes Sea Pen) an der Küste vor San Felipe, Mexiko, worin die Vaquitas vorübergehend gehalten werden (Foto: Kerry Coughlin/National Marine Mammal Foundation). Das Team der Rettungsaktion setzt sich aus mehr als 80 Fachleuten zusammen, darunter Spezialisten für Schweinswale, für den Schweinswal- und Delfinfang, für Delfinmanagement, Schweinswal-Rehabilitation und Veterinärmedizin. Die Fachleute kommen aus Mexiko, Kanada, den USA, Dänemark und den Niederlanden.

Schon kurze Zeit nach Projektstart gibt es erste Erfolge der Vaquita-Rettungsaktion zu vermelden. So ist es  zum Beispiel gelungen, einen Vaquita-Wal einzufangen. Weil es sich um ein Jungtier handelte, wurde es allerdings wieder freigelassen, um es nicht isoliert zu halten. Laut Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz im Nürnberger Zoo und Erster Vorsitzender von Yaqu Pacha, konnte außerdem gezeigt werden, dass der Ablauf von Fang, Transport, Überführung in die Wasserbassins, medizinischer Kontrolle und Freilassung reibungslos funktioniert. weiter lesen

Wen würden (Zoo-)Tiere wählen?

In zehn Tagen ist Bundestagswahl. Ich muss zugeben, dass ich noch nie so unsicher war wie diesmal, welcher Partei ich meine Stimme geben soll. Diverse Diskussionsrunden und Interviews mit deutschen Spitzenpolitikern im Fernsehen haben mir bisher auch nur bedingt weitergeholfen; zumindest weiß ich aber schon mal, wen ich nicht wähle. Mit dieser Eingrenzung auf bestimmte verbleibende Parteien habe ich den Wahl-O-Mat als Entscheidungshilfe herangezogen und bin wieder ein Stück vorangekommen: Nun sind nur noch zwei Parteien übrig, zwischen denen ich immer noch schwanke.

Da erreichte mich in diesen Tagen der Newsletter des WWF (siehe obiges Foto). Mitarbeiter der Umweltorganisation haben Interviews mit Spitzenpolitikern von CDU, SPD, DIE LINKE und den GRÜNEN geführt und herausgearbeitet, inwieweit umweltrelevante Themen Eingang in die Wahlprogramme gefunden haben. Außerdem wurden die Politiker befragt, welche Maßnahmen und Vorhaben für Natur- und Umweltschutz ihre jeweilige Partei konkret nach der Wahl angehen will. weiter lesen

Skandal in Kanada

Ich bin eigentlich ein großer Fan von Kanada und der liberalen, toleranten Politik in diesem Land – gerade im Vergleich zu den USA. Zu den Dingen, die ich in Kanada ablehne, gehört allerdings die kommerzielle Robbenjagd, die nur die Interessen der Industrie befriedigt. In diesem Jahr ist es besonders schlimm: Die Jagdsaison wurde mit Erlaubnis der Regierung Trudeau statt – wie vorgesehen – am 7. April schon vergangene Woche eröffnet. Dabei wäre auch der 7. April schon ein sehr früher Beginn der Jagdsaison gewesen – eigentlich gilt nämlich bis Mitte April ein Jagdverbot. Das Einknicken der Regierung vor dem Kommerz bedeutet also, dass die Jäger wesentlich länger als sonst Jagd auf ausgewachsene Sattelrobben machen.

Der Zeitpunkt Mitte April war bislang so gewählt, damit die Robbenmüter ihre Babys in Ruhe zur Welt bringen und säugen können. Es war eine der ohnehin wenigen Schutzmaßnahmen, die es in Kanada für die Robben gibt. Der vorverlegte Zeitpunkt hat grausame Folgen für die Robbenbabys: Werden ihre Mütter während der Gebär- und Stillphase getötet, verhungern sie jämmerlich. Sie haben allein keinerlei Chance zu überleben. Was da in diesen Tagen passiert, ist also nur als Skandal zu bezeichnen, der unbedingt gestoppt werden muss.

Der International Fund for Animal Welfare (IFAW), von dem ich auch obiges Foto verwendet habe, hat einen internationalen Aufruf gestartet, um die kanadische Regierung zum Umdenken aufzufordern. Ich möchte mich in meinem Blog gerne dieser Aktion anschließen und dafür werben, die Petition zu unterzeichnen.

Rettet die Haselmaus!

In einigen Ländern steht sie schon auf der Roten Liste, weil sie vom Aussterben bedroht ist. In Deutschland gibt es auf einem Hektar Land auch nur noch drei bis vier Exemplare. Die Rede ist von der Haselmaus, die jetzt von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2017 gekürt wurde. Ich finde es schade, dass man die niedlichen Nager so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Das liegt nicht nur daran, dass sie mittlerweile so selten geworden sind, sondern auch daran, dass sie über die Hälfte des Jahres verschlafen. Die ersten Vertreter der Art kommen in diesen Tagen aus ihren Nestern, in denen sie sich seit Oktober verkrochen hatten.

Die Haselmaus ist hauptsächlich aus Mangel an Lebensraum so sehr bedroht. Sie lebt vor allem im Wald und am Waldrand oder in Baumkronen. Weil durch die intensive Landwirtschaft die Übergangsbereiche zwischen Feld und Wald kaum noch stehen bleiben, hat die Haselmaus ein Problem. Diese Tiere halten sich nämlich meist in Sträuchern oder Hecken auf. Dort zeigen sie sich als wahre Akrobaten: Mit ihrem Schwanz halten sie sich an Zweigen fest und hangeln sich daran weiter. In Hecken und Sträuchern gibt es auch genügend Futter und kaum Fressfeinde. Die kleinen Tiere haben ihren natürlichen Feinden keine Schutzmechanismen entgegenzusetzen und können sich auf freien Flächen nicht verstecken. Ihnen fehlen zunehmend auch Baumhöhlen für den Winterschlaf. Auf die Haselmaus wirkt sich außerdem der Klimawandel negativ aus: Es wird immer früher im Jahr warm, so dass die Tiere zu früh aus dem Winterschlaf aufwachen – ein fast sicheres Todesurteil, denn bei zu niedrigen Temperaturen finden sie nichts zu fressen.

Haselmäuse gehören in Europa zu den geschützten Arten. Die nachtaktiven Tiere sind ungefähr so groß wie ein Daumen. Es wird in der nächsten Zeit entscheidend sein, dass die Haselmaus genügend Nahrung findet und ihr Lebensraum geschützt wird – sonst gibt es keine Zukunft für die possierlichen Tiere. Immerhin tun manche Organisationen etwas für das bedrohte Wildtier. So hat zum Beispiel die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein Grünbrücken gebaut, die den Mäusen über stark befahrene Straßen helfen. Auch die Übergangszonen zwischen Wald und Feld versucht man stärker zu schützen.  Wer der Haselmaus beim Überleben helfen will, kann selbst etwas tun, beispielsweise als freiwilliger Helfer beim Aufhängen von Nistkästen. Oder man richtet seinen eigenen Garten extra für die Haselmaus ein: mit Hecken und Sträuchern, die man möglichst wild wuchern lässt.

Auf geht´s, Igel zählen!

Ich bin schon da! Das hat der Igel bekanntlich im Märchen vom Hasen und vom Igel immer gerufen. Er könnte es aber auch in diesen Wochen rufen: Denn die Igel haben ihren Winterschlaf beeendet und lassen sich zur Freude aller Tierfreunde wieder verstärkt blicken. Interessant dabei ist folgendes Phänomen: Die Igelmännchen kommen als erste aus ihren Winterquartieren, die Weibchen sind eher Langschläfer.

Der Landesbund für Vogelschutz ruft jedenfalls jetzt, nach Frühlingsbeginn, wieder zum Igel-Zählen auf. Ab sofort und dann bis in den Spätherbst hinein können Igel – auch tote, die man ja leider auch immer wieder findet – auf www.igel-in-bayern.de gemeldet werden. Das LBV-Projekt „Igel in Bayern“ läuft schon seit 2015 und hat zum Ziel, mehr über die Stacheltiere herauszufinden. In den vergangenen zwei Jahren war die Resonanz groß, es wurden mehr als 60 000 Igel gemeldet. Ergebnis der bisherigen Beobachtungen: Igel haben in unserer Zeit beeindruckende  Überlebensstrategien entwickelt und sogar in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten eine Nische gefunden. Doch ihre Gesamtsituation sieht weniger rosig aus. Denn Baumaßnahmen, Straßenverkehr und der Einsatz von Gift machen den Tieren das Leben schwer.