Typisch halbstark: Aldan

Anatevka – die Älteren werden sich noch an das vor vielen Jahren äußerst populäre Musical dieses Namens erinnern  – heißt das junge Buntmarderweibchen im Nürnberger Tiergarten, das im vergangenen Jahr seine Eltern Gorbi und Alisa verloren hat, wie ich vor ein paar Tagen schon im Beitrag über das vergangene Tiergarten-Jahr  geschrieben habe. Alisa starb im November 2016 an einem Tumor, Gorbi im Mai an Altersschwäche.

Nun ist die knapp zweijährige Anatevka nicht mehr allein im großen Gehege gegenüber dem Raubtierhaus: Aldan aus dem Tierpark Berlin ist ihr neuer Partner, er kam am 13. Januar an den Schmausenbuck. Gestern hat man sie zum ersten Mal zusammengelassen. Wer sich ein wenig Zeit am Gehege von Anatevka und Aldan nimmt, kann immer wieder die für Marder typischen Rufe der beiden hören. Die Tiere stoßen sie aus, um untereinander Kontakt aufzunehmen. Mit Erfolg, wie das Foto zeigt. Aldan wird Ende März ein Jahr alt – und er benimmt sich wie ein echter Halbstarker. Im Pressetext des Tiergartens heißt es: „Anatevka und Aldan verstanden sich vom ersten Moment an sehr gut. Sie spielen zusammen und jagen sich über die Tieranlage.“ Die beiden sollen das neue Zuchtpaar werden. Allerdings: Die Geschlechtsreife erreichen Buntmarder erst im zweiten Lebensjahr. Also dürfte es sich bei Aldan noch mehr um spielerische Annäherungsversuche handeln. Auf dem Foto ist übrigens nicht er derjenige, der in der „typisch männlichen“ Position zu sehen ist, sondern Anatevka. Buntmarderweibchen sind halt emanzipiert!

Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

Tierisches Sahnehäubchen

So – die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, und wir befinden uns mittendrin in der Zeit, die man gemeinhin als die „zwischen den Jahren“ bezeichnet. Kinder haben Ferien, und viele Erwachsene müssen in diesen Tagen auch nicht arbeiten. Für alle, die nicht verreist sind,  habe ich einen Tipp: ein Besuch im Manatihaus des Nürnberger Tiergartens. Denn dort gibt es jetzt etwas besonders Schönes zu bestaunen: neue Schmetterlinge. In der tropischen Halle fliegen 25 Arten von Schmetterlingen frei umher. 16 dieser ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Arten haben sich bereits erfolgreich in ihrer neuen fränkischen Heimat vermehrt.

Der Tiergarten bestellt alle zwei Wochen Insektenpuppen bei Kleinbauern in Costa Rica. So können die Zoobesucher immer bunte Falter auch beim Schlüpfen beobachten. Um welche es sich handelt, kann man im Manatihaus auf Informationstafeln nachlesen. In Mittelamerika werden aber wesentlich mehr verschiedene Arten gezüchtet. Als Weihnachtsüberraschung hat der Tiergarten Schmetterlingspuppen von anderen Arten bekommen, die jetzt – zwischen Weihnachten und Silvester – schlüpfen sollen. Für Interessierte ist auf der Homepage des Tiergartens die Liste mit den aktuell gelieferten Schmetterlingsarten zu finden.

So, und nun noch eine Quizfrage: Wer weiß, woher der Name „Schmetterling“ kommt? Ich will meine Leser nicht zu sehr auf die Folter spannen und liefere die Antwort deshalb gleich mit: Der Begriff ist vom ostmitteldeutschen „Schmetten“ abgeleitet. Das entspricht dem fränkischen „Schmand“, also Rahm. Schmetterlinge naschen nämlich gerne auch Sahne. In der englischen Sprache findet sich das im Wort „butterfly“ wieder. Und der Tiergarten betrachtet die Schmetterlinge zur Weihnachtszeit als „Sahnehäubchen“ für die Besucher.

Wo sonst findet man ein solches Blau?

p09082016tm2bm_tg_hyazinth_ara_2Der „Sommer“ 2016 hatte diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, doch nun werden wir durch einen wunderbaren Spätsommer für den entgangenen Genuss mehr als entschädigt. Mein Tipp für diese Tage: Ein Besuch im Tiergarten Nürnberg. Denn der Zoo am Schmausenbuck ist gerade in dieser Jahreszeit attraktiv, vor allem, wenn man während der Woche hingehen kann – da ist natürlich weniger Betrieb. Für Besucher, die nicht nur auf die großen Zootiere wie Löwen, Tiger, Gorillas, Giraffen, Nashörner, Eisbären etc. fixiert sind, dürfte besonders ein Abstecher zu den Hyazinth-Aras interessant sein. Die Voliere befindet sich direkt neben dem Menschenaffenhaus. Dort kann man zwei Jungvögel beobachten, die vor einigen Wochen das Nest verlassen haben. Farblich lässt sich der Nachwuchs, der im Juni geschlüpft ist, kaum noch von den Eltern unterscheiden. Nur auf der Schnabeloberseite ist ein heller Streifen zu sehen, den erwachsene Tiere verlieren. Bei den Jungen handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen.

Zu den Lieblingsspeisen von Hyazinth-Aras gehören Nüsse, und da ganz besonders Paranüsse. Die sehr harte Schale knacken die Papageien mit ihren kräftigen Schnäbeln mühelos. Hyazinth-Aras leben monogam. Meist bleiben sie ihr ganzes Leben mit einem Partner zusammen, bis dieser stirbt. Als Brutstätten bevorzugen sie Baumhöhlen. Dort legt das Weibchen zwei bis drei Eier ins Nest, das es während der gesamten Brutzeit bewacht, während das Männchen sich um das Futter kümmert. Die Brutzeit beträgt etwa 24 Tage, die Aufzucht der Jungvögel etwa 90 Tage. In ihrer brasilianischen Heimat hat sich der Bestand dieser Tiere wieder leicht erholt. Der von Naturschützern geforderte Schutz und das Anpflanzen von Nahrungs- und Bruthöhlenbäumen haben sich also gelohnt.

Raubkatzen: Die Ausstellung zum Buch

KatzenausstellungIch hatte vor ein paar Monaten meinen Lesern bereits das Buch „Raubkatzen in menschlicher Obhut“ ans Herz gelegt. Nun gibt es im Naturkundehaus des Nürnberger Tiergartens sozusagen die Ausstellung zum Buch: Katerina Mirus präsentiert dort bis Sonntag, 8. Mai, großformatige Raubkatzenfotos. Der Tiergarten hatte auch schon den Bildband unterstützt. Darin behandelt die Autorin verschiedene Aspekte der Raubtierhaltung in Zoos, im Zirkus und in privater Haltung. Sie geht dabei unter anderem auf Themen wie Zucht und Artenschutz ein. Die Fotos hat Katerina Mirus in mehreren europäischen Zoos aufgenommen, darunter auch im Tiergarten Nürnberg. In der Ausstellung sind ausgewählte Bilder und Textausschnitte des Fotobands zu sehen. Und: Man kann das Buch natürlich auch kaufen: beim Kiosk „Haubentaucher“ am Eingang des Tiergartens; es kostet 29,99 Euro. – Ich wünsche Katerina Mirus mit ihrer Ausstellung viel Erfolg!