Wie Marderhunde für Mode missbraucht werden

MarderhundHeute mal wieder ein Fernsehtipp: Am Freitag, 29. April, um 13.15 Uhr geht es bei der Sendung „Planet Wissen“ in der ARD um „Das blutige Geschäft mit dem Pelz“ – in diesem Fall um das Fell von Marderhunden. Deren Pelz verwenden Modemacher gern, um Mantelkragen aufzupeppen. Das ist leider wieder richtig „in“.

Die Sendung ist allerdings nur etwas für Leute mit starken Nerven. Der Tierschützer und Dokumentarfilmer Manfred Karremann hat für den Beitrag zum Beispiel gefilmt, wie Marderhunde auf einem Markt in China mit einer Metallstange erschlagen werden. Als ob diese Quälerei nicht schon genug wäre, ziehen die Händler den Tieren dann meist auch noch bei lebendigem Leib das Fell ab.

Manfred Karremann ist Gründer der Tierschutzorganisation „Animalnetwork“, die er im Jahr 1997 ins Leben gerufen hat, um Patenschaften für Tiere in Not zu vermitteln und Missstände aufzudecken. Er selbst ist Vegetarier. Im Lauf der letzten Jahre hat er 170 Tiere bei sich aufgenommen, die sonst getötet worden wären.

Löwen sterben leise

Löwe ZDFAls „König der Tiere“ gilt er seit langer Zeit. Doch wenn es schlimm kommt – und danach sieht es derzeit leider aus – werden wir uns ein anderes Tier als König suchen müssen. Denn noch nie stand es um den Bestand er Löwen so schlecht wie heute. Die niederschmetternden Ergebnisse eines internationalen Forscherteams, das in Afrika in Sachen Löwen unterwegs war, sind am kommenden Sonntag, 31. Januar, um 14.55 Uhr im ZDF zu sehen, in der „planet e.“-Dokumentation „Das leise Sterben der Löwen“.

Der deutsche Zoologe und Löwen-Forscher Philipp Henschel arbeitet bei der Wildkatzen-Schutzorganisation „Panthera“ mit. Nach seinen Angaben ist die Zahl der Löwen seit Mitte des letzten Jahrhunderts um rund 90 Prozent zurückgegangen, er geht von aktuell noch rund 20.000 wild lebenden Löwen aus. Experten schätzen außerdem, dass diese Tiere nur noch in etwa acht Prozent ihres einstigen Verbreitungsgebietes leben. Diese wirklich dramatische Entwicklung hat sich still und leise vollzogen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil in den großen afrikanischen Nationalparks Löwen immer noch leicht zu beobachten sind. Dieser Eindruck täuscht jedoch über die Realität hinweg: Außerhalb von Schutzgebieten geht der Bestand der Raubkatzen besorgniserregend zurück – und das hat verschiedene Ursachen:

  • Große Flächen werden in Acker- und Nutzland umgewandelt, weil die Bevölkerung ständig wächst. Dadurch werden Gebiete, in denen Löwen leben, zerschnitten. Es bleiben kleinere Gruppen übrig, in denen es zu Inzucht kommt.
  • Wenn noch genügend Lebensraum  vorhanden ist, finden Löwen oft nicht mehr ausreichend Nahrung. Denn Menschen sind auch Nahrungs-Konkurrenten der Löwen und jagen deren Beute zum Teil für den eigenen Kochtopf.
  • Rinder- und Ziegenherden in menschlicher Obhut fressen den wild lebenden Artgenossen das Futter weg. Deshalb reißen die Großkatzen immer wieder Nutztiere. Die Bauern töten dann manchmal Löwen aus Rache.

Die schwedische Löwenforscherin Ingela Jansson versucht, da gegenzusteuern und erforscht im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania, wie die Nachbarschaft von Löwen und Menschen sowie deren Vieh abläuft. Auch darüber berichtet  die Sendung „planet e.“

Fernsehtipp: „Wölfe im Visier“

planet e.: Wölfe im VisierAlles rund um das Thema Wolf bzw. Wölfe interessiert mich natürlich wegen meines Namens immer ganz besonders. Deshalb werde ich mir am kommenden Sonntag eine Sendung im ZDF anschauen, die sich mit dem Thema beschäftigt, und gleichzeitig wieder einmal einen Fernsehtipp an meine Leser weitergeben: Am Sonntag, 16. August, ist im ZDF um 14.45 Uhr die Dokumentation „Wölfe im Visier“ zu sehen. Darin folgt der  „planet e.“-Autor und Zoologe Axel Gomille Wölfen und Wolfsforschern, Kriminalbeamten und Pferdezüchtern, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie wir Menschen uns mit den Wölfen arrangieren können.

In Deutschland leben heute wieder rund 25 Wolfsrudel, Tendenz steigend. Sie kommen sogar bis vor die Tore von Großstädten wie Berlin oder Hamburg. Was Artenschützer freut, empfinden andere als große Gefahr. Und obwohl der Wolf als eine der seltensten Tierarten in der Europäischen Union streng geschützt ist, werden immer wieder Tiere illegal abgeschossen. Dabei kann der Abschuss eines Wolfs mit hohen Geldstrafen und sogar mit Gefängnis geahndet werden. Das scheint die „Wolfsjäger“ aber nicht abzuschrecken. So ermittelt zum Beispiel das Landeskriminalamt Sachsen derzeit gegen einen unbekannten Schützen, der im Frühjahr 2014 in der sächsischen Lausitz einen Wolf erlegte. Da es sich um den Vater eines Wolfsrudels handelte, war der Verlust besonders groß: Die Wolfsmutter konnte ihre Jungen nicht allein versorgen. So verendeten die Welpen über den Sommer schließlich. Vermutlich waren sie verhungert – eine Tragödie, die zeigt, wie durch einen einzigen Schuss eine ganze Tierfamilie ausgelöscht werden kann.

Ich glaube, die Sendung könnte spannend werden – und da es zumindest bei uns in Bayern am Wochenende einen Wettersturz geben soll, verpasst man draußen wohl auch nicht sehr viel.

„Manege frei“ für Zirkustiere?

Das Thema Wildtiere im Zirkus spaltet die Menschheit ähnlich wie das Thema Delfine in Delfinarien. Befürworter und Gegner haben ihre feste Meinung, von der sie sich kaum abbringen lassen. Argumenten, und mögen sie noch so einleuchtend sein, sind beide Seiten nur in Ausnahmefällen zugänglich. Spätestens seit in einigen Ländern wie Österreich, Belgien und Finnland ein Verbot von Wildtieren im Zirkus eingeführt wurde, fordern Tierschutzaktivisten bei uns das auch. Weniger rigoros zeigt sich der Deutsche Tierschutzbund, der die Tierhaltung in Zirkussen nur dann ablehnt, wenn sie nicht bestimmten Vorgaben entspricht. Das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ wiederum setzt sich ausdrücklich für die Zirkustierhaltung ein.
In der Wissenschaft beschäftigt sich bei uns in Deutschland vor allem der Verhaltensforscher Immanuel Birmelin, Gründer des Vereins „Verhaltensforschung bei Tieren“, mit dem Thema Zirkustiere. Er vertritt im Großen und Ganzen die These, dass  den Tieren das Leben im Zirkus nicht  schadet – vorausgesetzt, ihnen wird  gute und ausreichend Beschäftigung geboten, und die Unterbringung der Tiere erfüllt bestimmte Mindeststandards. Birmelin geht sogar so weit zu sagen, die Größe eines Käfigs oder eines Zeltes sei weniger wichtig, wenn sich die Zirkusleute intensiv um ihre tierischen Kollegen kümmern und ihnen ein geeignetes Programm gegen die Langeweile bieten. Im Proinzip also eine ähnliche Argumentation wie die von Zoo-Befürwortern.
Nun beschäftigt sich auch das deutsche Fernsehen mit der Problematik. Im WDR sind ab Pfingstmontag die beiden ersten Folgen der fünfteiligen Dokumentation „Manege frei“ zu sehen, die sich um das Verhalten von Zirkustieren drehen. Immanuel Birmelin wirkt bei der Reihe mit. Er führt verschiedene Experimente durch, die zeigen, wie Tiere selbst auf Problemlösungen kommen und wie dies dann in Zirkusnummern eingebaut wird. Auch auf die enge Beziehung zwischen Zirkustieren und ihren Dompteuren – ich bevorzuge dieses Wort, auch wenn heute meist von „Tierlehrern“ gesprochen wird – geht die Doku ein. Birmelin will anhand von Messungen des Stresshormons Cortisol außerdem beweisen, dass Zirkustiere bei guter Haltung, regelmäßiger medizinischer Kontrolle und nicht zu weiten Transporten nicht unter Stress stehen. Auch hier sind die Parallelen zu Zoos unübersehbar. Der Tiergarten Nürnberg beispielsweise hat ebenfalls immer wieder Cortisolmessungen bei den Großen Tümmlern vorgenommen und keine erhöhten Werte festgestellt.
Die ersten Folgen von „Manege frei“ drehen sich um Zirkuslöwen und -elefanten. Ich gehe davon aus, dass Immanuel Birmelin nach der Ausstrahlung von Tierrechtlern massiv angefeindet wird, denn er kommt zu einem für die Zirkusse mit kontrolliert guter Tierhaltung postitiven Ergebnis. Tierschutzaktivisten, etwa die Organisation Peta, behaupten das Gegenteil. Und werden diesen Standpunkt mit Sicherheit nicht aufgeben.
Die Sendetermine im WDR:
Pfingstmontag 25. Mai, 16.35 bis 17.20 Uhr: Folge 1: „Schule der Löwen“ (Wiederholung Dienstag, 26. Mai, 6.15 bis 7 Uhr)
Sonntag, 31. Mai, 15 bis 15.45 Uhr: Folge 2: „Elefanten im Spiegel“ (Wiederholung Freitag, 5. Juni, 5.30 bis 6.10 Uhr)

So, nun bleibt mir nur noch, meinen Lesern schöne Pfingsten – vielleicht mit dem einen oder anderen Tiererlebnis – zu wünschen!

Hommage an Bernhard Grzimek

Wenige Wochen vor seinem 106. Geburtstag – geboren wurde er am 24. April 1909 – kehrt er ins Fernsehen zurück: der  große Bernhard Grzimek. Natürlich nicht er selbst, schließlich ist er schon 1987 gestorben. Grzimek ist in Person des Schauspielers Ulrich Tukur zu sehen (Foto unten). Die ARD drehte einen zweiteiligen Fernsehfilm über das Leben des berühmten Tierarztes, Frankfurter Zoodirektors und Tierfilmers Bernhard Grzimek. Ausgestrahlt wird das Werk auf einen Rutsch am Karfreitag, 3. April, ab 20.15 Uhr. Wer nach 165 Minuten noch immer nicht genug hat, kann sich danach noch eine halbstündige Doku über das Leben und Wirken von Grzimek reinziehen. Beide Sendungen tragen den schnörkellosen Titel „Grzimek“.
GrzimekVor sechs Jahren, zum 100. Geburtstag des großen Tierfreunds, habe ich ihn hier schon einmal gewürdigt. Sein Leben lang hat er sich unermüdlich für Tiere, Natur und Umwelt eingesetzt. Die Sendung „Ein Platz für Tiere“ – die mittlerweile Kult ist – hat ihn fast 30 Jahre lang direkt in die deutschen Wohnzimmer gebracht, immer zusammen mit einem lebendigen Tier, das bei seiner Moderation dabei sein durfte  – oder, aus heutiger Sicht, eher musste. „Ein Platz für Tiere“ startete in den 1950er Jahren, lief also in einer Zeit, als man noch nicht zwischen -zig Fernsehkanälen wählen konnte. Deshalb sah ihn praktisch jeder Zuschauer, der den Apparat an diesem Abend einschaltete.
Als Themen wie Tier-, Arten- und Naturschutz bei uns noch niemanden sonst interessierten, war Grzimek schon Vorkämpfer für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume von Tieren, vor allem auf dem afrikanischen Kontinet. Er engagierte sich dort für die Einrichtung von Naturreservaten und setzte sich mit seinem Film „Serengeti darf nicht sterben“ selbst ein Denkmal: Als erste deutsche Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg  wurde sie 1960 mit einem Oscar ausgezeichnet. Aber Grzimeks Freude darüber dürfte sich in Grenzen gehalten haben, denn ausgerechnet bei den Dreharbeiten zu diesem Werk kam sein Sohn Michael durch einen Flugzeugabsturz ums Leben; er wurde nicht einmal 25 Jahre alt. Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag traf Grzimek, als sein Adoptivsohn Thmoas 1980 Selbstmord beging.
Die Drehbuchautoren mussten in Grzimeks Fall nicht allzu viel Phantasie mitbringen. Denn das Leben dieses Mannes war gespickt mit privaten Höhen und Tiefen und bietet so jede Menge Stoff für großes Kino, oder besser gesagt: für großes Fernsehen. Regisseur Roland Suso Richter und die Besetzung der Person Grzimeks mit Ulrich Tukur sowie seiner Frau Hilde mit Barbara Auer lassen auf einen packenden Fernsehabend hoffen!

Tiere auf großer Wanderschaft

Ab und zu weise ich in meinem Blog auf Fernsehsendungen über Tiere hin, die mir lohnenswert scheinen. Heute ist es wieder mal so weit: Die ARD sendet ab 12. März um 20.15 Uhr an drei aufeinanderfolgenden Montagen die Dokureihe „Erlebnis Erde“.  Ein Kamerateam hat sich an die Fersen von Tieren geheftet, die weite Wanderungen auf sich nehmen, um zu überleben.

Ob Elefanten auf der Suche nach weit entfernten Wasserlöchern, Gabelböcke, die ihr Revier mit der Jahreszeit wechseln, Walrösser, die den Sommer über die arktischen Gewässer Russlands bevorzugen, oder Monarchfalter (siehe Foto), die ihre Reisen zwischen Nordamerika und Mexiko nach verschiedenen Generationen einteilen – diese Tiere und Tausende andere müssen regelmäßig riesige Entfernungen hinter sich bringen. Um sich zu paaren, in den Genuss eines anderen Klimas zu kommen oder reich gedeckte Futtertische vorzufinden.

In vielen Fällen ist es der Forschung noch nicht gelungen, die Hintergründe für diese gewaltigen Wanderbewegungen herauszufinden. So ist es meist noch unbekannt, wodurch und wie die Tiere auf ihrer Reise geleitet werden. David Hamlin ist mit der Kamera verschiedenen Tieren auf ihrer Wanderschaft gefolgt und liefert großartige Bilder von Tieren und Landschaften.