Wo der Feldhamster zurückkehrt

Ich bin ganz vernarrt in diese Tiere – vielleicht, weil ich als Kind mehrere Goldhamster halten durfte. Feldhamster hingegen galten ja lange Zeit als Schädlinge und wurden bejagt oder mit Chemie unschädlich gemacht. So gründlich, dass diese Tierart heute auf der Roten Liste steht. Umso erfreulicher, dass es jetzt auf Feldern in der Nähe von Mannheim ein interessantes Projekt für Feldhamster gibt. Wissenschaftler versuchen dort 40 gezüchtete Hamster wieder anzusiedeln. Dafür haben Fachleute Löcher vorbereitet, in die sie mit Hilfe von Plastikrohren die Tiere hineinbugsieren. Mit Landwirten wurde vereinbart, dass die Hamster auf dem Gelände gute Lebensbedingungen haben sollen. Für die Nager wurde Luzerne angepflanzt, damit sie genügend Deckung, aber auch Nahrung finden. Ziel der Projekts ist es, eine tragfähige Population aufzubauen.

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Heute ist Welt-Pinguintag

Fast hätte ich es übersehen: Heute ist Welt-Pinguintag! Dieses Datum wurde dafür auserkoren, weil an diesem Tag die Adéliepinguine nach vielen Monaten auf See in ihre Brutkolonie an Land zurückkehren. Pinguine sind nicht nur ungemein beliebt und gehören in Zoologischen Gärten zu den absoluten Lieblingstieren (Foto: dpa). Nein, sie sind angesichts von Erderwärmung und Klimawandel auch wichtige Indikatoren für funktionierende oder nicht funktionierende Ökosysteme. „Wenn es einem Pinguin gut geht in seiner Umgebung, ist das Ökosystem weitestgehend in Ordnung“, so hat es der Pinguinforscher Klemens Pütz anlässlich des Welt-Pinguintages in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht.

Immer schwieriger wird es für Pinguine, die weit im Süden leben. An der antarktischen Halbinsel etwa ist die Temperatur innerhalb eines halben Jahrhunderts um fünf Grad angestiegen, mit der Folge, dass es dort nun öfter regnet und im Sommer nicht mehr schneit. Das wirkt sich wiederum auf die Meeresströmung aus und auf die Tierwelt im Meer, in der sich die Pinguine ihre Nahrung erjagen. Und so zieht Pütz zum Welt-Pinguintag eine aus meiner Sicht äußerst bedenkliche Bilanz: Man gehe davon aus, dass heute elf der 18 Pinguinarten weltweit unterschiedlich stark bedroht sind.

Alpaka-Wanderungen – ein sinnvoller Trend?

Alpakas und Lamas haben sich hierzulande, fernab ihrer Heimat, zu regelrechten Modetieren entwickelt. Überall in Deutschland trifft man auf Weiden mit diesen aus Lateinamerika stammenden Neuweltkamelen (Foto: dpa). Etwa 15.000 Lamas und Alpakas leben nach Schätzungen des Tierschutzbundes in Deutschland. Und Lama-Wanderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Ich stehe solchen Trends eher kritisch gegenüber und frage mich, ob diese Tiere bei uns von der Mehrzahl der Privatbesitzer tatsächlich artgerecht gehalten werden. Meiner Meinung nach können Zoos das einfach besser. Mit meinen Zweifeln bin ich übrigens nicht allein – auch der Deutsche Tierschutzbund ist in dieser Hinsicht skeptisch. Er warnt davor, dass die Tiere bei falscher Haltung und Behandlung schnell eine Fehlgeprägung entwickeln können. Wenn das passiert, betrachten die Tiere Menschen als Artgenossen und spucken sie an, und es kann zu Rangkämpfen kommen. Ein solches Verhalten kann laut Tierschutzbund später nicht mehr korrigiert werden. Am Ende droht solchen Tieren die Einschläferung.

Es mag ja ganz nett sein, mit einem Lama oder Alpaka durch eine schöne Gegend zu wandern. Aber ich frage mich, ob das wirklich unbedingt notwendig ist, wenn man mal „runterkommen“ möchte. Das geben die meisten Leute, die schon einmal eine Lama-Wanderung gemacht haben, als hauptsächlichen Grund an, warum sie sich dafür entschieden haben. Ich finde, es ist ein Armutszeugnis, wenn man das nicht mehr aus eigener Kraft schafft!

Experte zur Kampagne „Silent Forest“

Ich habe ja vor ein paar Wochen schon darüber geschrieben, dass auch der Tiergarten Nürnberg an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA) teilnimmt. Passend zu diesem Thema gibt es demnächst einen Vortrag, und zwar von Simon Bruslund, dem Vogelkurator des Heidelberger Zoos. Er spricht am Donnerstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens über den Rückgang der Singvögel im südostasiatischen Tropenwald.

Das dürfte ein äußerst interessanter Abend werden, denn Brusland will sowohl auf die problematische Situation der tropischen Singvögel in Südostasien eingehen, als auch die betroffenen Vogelarten vorstellen und mögliche Gegenmaßnahmen nennen, die Zoos ergreifen können. Der Vogelexperte wird außerdem erklären, wie derzeitige Schutzprojekte die Wissenschaftler dauerhaft beim Schutz verschiedener bedrohter Vogelarten unterstützen, etwa des oben abgebildeten, stark gefährdeten Bali-Stars (Foto: dpa). Außerdem wird Bruslund die Arbeit des europäischen Zooverbands erläutern und auf dessen Artenschutzkampagnen und politische Einflussnahme innerhalb und außerhalb Europas eingehen. In Asien selbst wird durch verschiedene Bildungsangebote bei den dortigen Zoobesuchern ebenfalls Interesse für das Thema geweckt.

Der Nürnberger Tiergarten wird, um auf die Silent-Forest-Kampagne optisch aufmerksam zu machen, bis Ende Februar unter dem Vordach des Delfinariums einen „Vogelmarkt“ aufbauen.

Wohin mit dem Mist?

Mistkäfer bei der „Arbeit“. Foto: dpa

Am 14. Februar ist nicht nur Valentinstag, sondern auch Tag des „Ideenforum Bionicum 2019“, das ein interessantes Programm bietet. „Wohin mit dem ganzen Mist?“, fragt zum Beispiel Dag Encke, Direktor des Tiergartens Nürnberg, in einem Vortrag um 15 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens. Dabei geht es um Mistkäfer in der Savanne – oder auch im Wüstenhaus des Tiergartens. Thematisch greift das Ideenforum Bionicum die aktuelle Sonderausstellung „Ganz schön eklig“ auf. Und Mist gehört ja bekanntlich zu den Dingen, die beim Menschen Ekel auslösen. Das Gefühl von Ekel wiederum zählt zu den stärksten Empfindungen, derer die Menschen fähig sind, und ist uns angeboren.

Beim Ideenforum gibt es drei wissenschaftliche Vorträge: Außer Dag Encke referiert Sebastian Lotzkat vom Naturkundemuseum Stuttgart über Blutegel und Schlangen (13 Uhr) und Olga Speck von der Uni Freiburg (Kompetenznetz Biomimetik) über Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt (13.45 Uhr). Wenn Ihr Euch für das Ideenforum interessiert: Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, aber man sollte sich anmelden unter www.bionicum.de

Der Wolf kommt bald nach Nürnberg

Auch in Nürnberg werden bald Wölfe erwartet. Foto: dpa

Die einen sind hocherfreut, die anderen zücken schon das Gewehr. Dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch geworden ist, spaltet die Menschen in zwei Lager. Nun rücken diese wunderbaren Tiere auch in Bayern immer näher heran. Von Grafenwöhr und vom Veldensteiner Forst aus, wo nachweislich junge Wölfe leben, ist es für sie nicht mehr weit bis zum Reichswald. Und so gibt es in dessen nördlichem Teil, im Bereich Erlangen-Höchstadt, ebenso schon Wolfssichtungen wie im Hersbrucker Land. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Tiere vor den Toren Nürnbergs ankommen.

Vielleicht schon heuer, spätestens aber im nächsten Jahr, werden junge Wölfe auf der Suche nach neuen Quartieren hier unterwegs sein, erwartet man beim Bund Naturschutz, Kreisgruppe Nürnberg. Dass sich die scheuen Tiere dauerhaft in Stadtnähe ansiedeln, hält man beim BN eher für unwahrscheinlich. Aber zumindest auf der Durchreise werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Nürnberger Reichswald passieren. (Das wäre dann womöglich ganz in der Nähe des Tiergartens Nürnberg, in dem es ja leider keine Wölfe mehr gibt; in ihrem großen Gehege leben jetzt Luchse.) Der BN warnt vor Panikmache, fordert aber rechtzeitige Vorbereitungen.

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Und noch ein Zaun – diesmal gegen Wildschweine

Man könnte selbst verrückt werden angesichts von immer neuen verrückten politischen Entscheidungen, die unsere Welt jeden Tag ein bisschen schlechter machen. Auf den einen Größenwahnsinnigen in den USA will ich hier gar nicht weiter eingehen, das besorgt schließlich mein Blogger-Kollege Arndt Peltner regelmäßig in seinem Blog. Doch der Wahnsinn scheint immer näher zu rücken. Jetzt hat er die dänisch-schleswig-holsteinische Grenze erreicht, wo ein Zaum gegen deutsche Wildschweine errichtet wird. Meine Leser haben wahrscheinlich davon gehört oder gelesen. Dieses denkwürdige Bauwerk – 70 Kilometer lang und ungefähr 1,50 Meter hoch – soll die Afrikanische Schweinepest von unserem nördlichen Nachbarland fernhalten. Es ist unglaublich!

Wie naiv müssen Politiker eigentlich sein, die solch einen Schwachsinn veranlassen? Nicht nur, dass es hierzulande bisher keine Fälle dieser Tierseuche gibt. (Vorläufig ist sie noch nicht über Osteuropa hinausgekommen.) Aber anzunehmen, ein Zaun könnte die Erreger abhalten, das ist in meinen Augen der pure Irrsinn. Auch wenn es sich um einen Stahlzaun handelt, der einen halben Meter weit in den Boden hineinreicht, damit es die Wildschweine nicht schaffen, sich darunter durchzuwühlen. Selbst das halte ich für zweifelhaft. So schlau, wie die Schwarzkittel (Foto: dpa) sind, gilt für sie sicher der Grundsatz: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

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Tiergarten braucht Vogelkäfige für „Silent Forest“

Eine Reihe von deutschen Zoos macht schon mit, jetzt beteiligt sich auch der Nürnberger Tiergarten an der Artenschutzkampagne „Silent Forest“ des Europäischen Zooverbands (EAZA). Der Tiergarten sucht zu diesem Zweck gebrauchte Vogelkäfige. Die Behausungen sollen aufgehängt werden, um ein sichtbares Zeichen für die Kampagne zu setzen, die asiatischen Singvögeln zugute kommt. Von den rund 850 in den Regenwäldern Asiens lebenden Vogelarten stehen viele kurz vor der Ausrottung. Vor allem in Südostasien werden täglich Tausende von Singvögeln gefangen und auf großen Vogelmärkten verkauft. Nicht selten fristen die Tiere ihr Dasein in viel zu kleinen Käfigen – ob als Haustiere oder Teilnehmer an Gesangswettbewerben – und können das nur wenige Tage überleben (Foto: Silent Forest, EAZA).

Durch den breit angelegten Vogelfang sind die meisten Singvogelarten aus den Wäldern verschwunden. Von der Stille, die deswegen dort herrscht, leitet sich der Name „Silent Forest“ ab. Die Kampagne soll die Lage der asiatischen Singvögel in ihrem Lebensraum verbessern, indem sie darüber informiert und Verständnis für die Bedrohung der Vögel weckt. Außerdem wird im Rahmen der Aktion für Artenschutzprojekte gesammelt, um Schulmaterial für die lokale Bevölkerung zu entwickeln. Es werden Zuchtstationen in Asien und in Zoos aufgebaut, die bei der Kampagne mitmachen, auch Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekte sind geplant.

Wer gebrauchte – gern auch kaputte – Vogelkäfige abzugeben hat, kann eine Mail an den Zoopädagogen Christian Dienemann schicken, und zwar unter folgender Adresse: zooschule@stadt.nuernberg.de

Gutes Jahresende für die Zoopädagogik

Kühe sind lila, Hasen kennt man von Ostern, Fleisch kommt aus der Kühltruhe: Manche Stadtkinder kommen heutzutage nicht mehr mit echten Kühen, Kaninchen oder Schweinen in Berührung und können auch keine Zusammenhänge zwischen Tier-, Pflanzen- und ihrer direkten Umwelt mehr herstellen. Exotische Tiere, denen sie in Zoos  begegnen, finden sie meist spannender. An diesem Punkt kann die Zoopädagogik ansetzen. Denn Kinder, deren Interesse an Tieren erst einmal grundsätzlich geweckt ist, lassen sich leichter für Natur- und Umweltthemen begeistern. Deshalb hat die Zoopädagogik längst neue Aufgaben hinzubekommen, die natürlich mehr Personal, Aufwand und Geld erfordern.

Die Zoopädagogik im Nürnberger Tiergarten kann sich jetzt über eine kräftige finanzielle Unterstützung durch die Manfred-Roth-Stiftung freuen. Dadurch wird es möglich, ein fünftägiges umweltpädagogisches Ferienprogramm zu entwickeln. Es zielt darauf ab, Stadtkindern ihre Umwelt durch tiergestützte Naturbegegnung nahezubringen. Und das funktioniert so: Der Tiergarten lobt für ein Jahr ein Semester-Stipendium für Masterstudenten aus, die ein neues zoopädagogisches Angebot für den Tiergarten entwickeln sollen. In dieses Konzept fließen die Erfahrungen aus der bisherigen zoopädagogischen Arbeit des Tiergartens ein. Am Ende soll ein neues Angebot der Zoopädagogik für Kinder herauskommen. Das Stipendium wird im Januar 2019 als Zuschuss zum Lebensunterhalt eines Masterstudenten ausgeschrieben. Um das alles finanzieren zu können, übergaben Wilhelm Polster, Vorstand der Manfred-Roth-Stiftung, Günther Beckstein und Klaus J. Teichmann, beide Mitglieder des Stiftungsrats der Manfred-Roth-Stiftung, an Tiergartendirektor Dag Encke einen symbolischen Scheck. Als Dank erteilte Zoopädagoge Christian Dienemann ihnen eine Lektion über Vogelspinnen und Bartagamen (Foto: Tiergarten Nürnberg).

Warum die Jagd auf Wölfe gar nicht geht

Nicht nur, weil ich Wolf heiße, ist mir die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ein wichtiges Anliegen, wie ich schon einige Male in meinem Blog deutlich gemacht habe. Umso weniger kann ich nachvollziehen, wie sich mehrere deutsche Bundesländer gegen die Wiederansiedlung dieser wunderbaren Tiere stemmen (Foto: dpa). In Bayern reagieren zum Beispiel einige Weideviehhalter, die ihre Tiere im Sommer auf die Alm lassen, regelrecht panisch aus Angst, Kühe oder Kälber könnten vom bösen Wolf gerissen werden. Und erst vor ein paar Tagen haben Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg einen Antrag im Bundesrat eingereicht, mit dem Ziel, Wolfsabschüsse künftig zu erleichtern. Dazu müsste sogar das Bundesnaturschutzgesetz geändert werden.

Und selbst das wäre nicht genug, denn die Dezimierung von Wölfen in Deutschland, die von der Großen Koalition in Berlin beabsichtigt wird, verstößt gegen EU-Recht. Laut für die ganze EU geltenden Verträgen soll der Wolf wieder in seine angestammte Heimat zuückkehren und wurde deshalb EU-weit unter den höchsten Schutzstatus gestellt. Bei Verstößen gegen dieses Recht riskiert Deutschland ein Strafverfahren. Und wer bezahlt am Ende die Zeche? Ganz klar: die deutschen Steuerzahler – also wir alle.

Schweden beispielsweise hat schon Verfahren am Hals, weil dort trotz Verbot Wölfe gejagt wurden und werden. In Schweden gibt es  bekanntlich eine starke Lobby von Jägern, Viehzüchtern und Bauern, die auf Wölfe Jagd machen (wollen). Überhaupt sind die Schweden mit dem Abschuss von Wildtieren schnell bei der Hand. Dabei haben – mal abgesehen von der EU – verschiedene schwedische Verwaltungsgerichte in mehreren Regionen des Landes schon vor ein paar Jahren ein Wolfsjagd-Verbot verhängt.

Wölfe abzuschießen, verbietet sich in Europa auch deshalb, weil sich laut Bundesministerium für Naturschutz noch längst nicht genügend Tiere wieder hier angesiedelt haben, um ihren Bestand für die Zukunft zu sichern. Sollen Wölfe etwa ein zweites Mal ausgerottet werden und dann womöglich endgültig aussterben?