Das ist brandgefährlich für Orang-Utans!

OrangSie gehören sowieso schon zu den bedrohten Tierarten. Jetzt wurden Orang-Utans in Indonesien auch noch durch verheerende Waldbrände gefährdet, sowohl in Schutzgebieten als auch in freier Wildbahn. Eine Feuerwalze hat das Land mit beißendem Rauch überzogen und ganze Lebensräume der Menschenaffen praktisch zerstört. Auf der Insel Borneo kämpfen Tierschützer in einer Rettungsstation seit Tagen um das Überleben ihrer Schützlinge. Inzwischen haben zwar Regenfälle wenigstens den Smog gemindert, der durch die Waldbrände entstanden war, auch die Luft wurde etwas besser. Aber über 500 Orang-Utans sind mit Atemwegserkrankuungen in einem Reha-Zentrum in der Provinz Kalimantan in Behandlung.

Ein solches Phänomen ist für uns hierzulande kaum vorstellbar: In Indonesien wüten seit zwei Monaten Tausende von Bränden. Zum großen Teil wurden sie  von Menschen gelegt: zum Zweck der Brandrodung. Damit entsteht Platz für neue Ölpalmen- oder Industrieholz-Plantagen. In Kalimantan und auf der benachbarten Insel Sumatra zerstörten die Wald- und Torffeuer bisher 1,7 Millionen Hektar Wald. Auf Sumatra sind auch andere Tiere wie Sumatra-Tiger und Sumatra-Elefanten bedroht. Zwar treten dort jedes Jahr während der Trockenzeit Brände auf, heuer ist es aber wegen El Nino besonders schlimm – die diesjährige Katastrophe wird als die verheerendste seit 1997 eingeschätzt.

Man befürchtet, dass in den Wäldern auch Orang-Utans verbrannt sind. Veterinäre, Kletterer und Techniker mit Betäubungspfeilen sind nun im Einsatz, um in Not geratene Affen aufzuspüren. Orangs, die aus dem Feuer gerettet wurden, sind oft unterernährt, dehydriert und haben panische Angst vor Menschen. Die Mitarbeiter der Orang-Utan-Station können nicht verstehen, dass es immer noch kaum Fortschritte bei der Brandbekämpfung gibt, obwohl diese Feuer seit rund 20 Jahren etwa zur gleichen Zeit wieder ausbrechen.

Dieser Frage kann ich mich nur anschließen. Ich frage mich auch, warum die vielen Brandrodungen nicht gestoppt werden können. Aber vielleicht will man das ja gar nicht wirklich, aus wirtschaftlichen Gründen?

Kein Witz: der Pfannkuchen-Fisch

Immer wieder entdecken Forscher neue Tierarten. Vor kurzem erschien die Liste mit neu entdeckten Arten des Jahres 2010, die von der Universität Arizona veröffentlicht wurde.

Es ist unglaublich, wo die Wissenschaftler überall fündig werden. Auf eine der ungewöhnlichsten neuen Arten sind sie im Golf von Mexico gestoßen – vor der Küste von Louisiana, also dort, wo im vergangenen Jahr die große Ölkatastrophe ganze Küstenbereiche verseucht hat. Dort fanden die Forscher einen flachen Fisch. Er läuft mit seinen Stummelflossen über den Meeresboden. Weil er von der Form her einem Pfannkuchen ähnelt und er zu den Seefledermäusen gehört, hat man ihn Louisiana-Pfannkuchen-Fledermausfisch genannt. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Halieutichthys intermedius.

Noch einen Entdeckungsort möchte ich wegen seiner Kuriosität erwähnen: Am Rumpf der untergegangenen Titanic fanden die Wissenschaftler ein neues Bakterium, dem sie den Namen Halomonas titanicae gaben. Das Bakterium frisst Rost und fühlt sich deshalb auf der rostenden Titanic besonders wohl.

Auch der über zwei Meter große Sierra Madre-Waran (Varanus bitatawa) gehört zu den neu entdeckten Arten. Er ernährt sich nur von Früchten und ist die größte der Neuentdeckungen.

Hamsterkäufe von Koi-Karpfen

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat Auswirkungen, auf die man zunächst nicht einmal im Traum käme: Sie hat mittlerweile zu Hamsterkäufen von japanischen Koi-Karpfen bei uns in Deutschland geführt.

Gartenteichbesitzer, die Koi-Karpfen halten, sorgen sich nämlich, dass die besonders schönen, kräftig gefärbten Fische aus Japan künftig verstrahlt sein könnten. Viele dieser Tiere stammen aus speziellen Farmen in der Nähe von Niigata. Das liegt ungefähr 200 Kilometer entfernt von Fukushima. Aber derzeit kann niemand einschätzen, wie schnell sich verstrahltes Wasser über diese Distanz verbreitet und die gr0ßen Koi-Züchter in Japan erreicht.

Aus Angst, dass die Koi aus Japan im nächsten Jahr verstrahlt sind, haben auch verschiedene deutsche Koi-Händler, die ihre Karpfenbestellung für dieses Jahr eigentlich schon abgeschlossen hatten, noch einmal nachbestellt. Die Kunden wiederum ordern jetzt auch schon Koi-Futter auf Vorrat, weil sie verunsichert sind und nicht wissen, wie sich die Verstrahlung in Zukunft entwickelt.

Übrigens: Von amtlicher Seite gibt es in Deutschland bisher noch keinen Grund zur Beunruhigung. An den Flughäfen in Frankfurt und München, wo Maschinen mit Koi-Lieferungen aus Japan landen, haben die Veterinärämter noch keine verstrahlten Karpfen festgestellt.

 

Warum Wale Sonnenbrand bekommen

urn:newsml:dpa.com:20090101:101109-99-02763Die Folgen des Ozonlochs und der stärkeren UV-Strahlung werden in ganz verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft erforscht – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Eines davon ist, dass mittlerweile auch Tiere immer öfter einen Sonnenbrand bekommen.

Wer hätte dabei schon an Wale gedacht? Schließlich leben die doch im Wasser! Umso bedenklicher ist das, was britische und mexikanische Wissenschaftler nun herausgefunden haben. Sie haben über drei Jahre lang im Golf von Kalifornien vor der mexikanischen Pazifikküste Blauwale, Finnwale und Pottwale beobachtet und fotografiert, wenn die Tiere zum Atmen an die Meeresoberfläche kamen. Die Fotos haben sie vergrößert, analysiert und ausgewertet. Dabei stellte es sich heraus, dass die Wale unter so starkem Sonnenbrand leiden, dass sich Blasen auf der Haut bilden. Selbst wenn die Blasen abgeheilt sind, lassen sich später auf Fotos noch Hautschäden erkennen. Die Forscher haben den Walen auch Zellproben entnommen, um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um Folgeerscheinungen von Sonnenbrand handelt.

Ähnlich wie beim Menschen sind dabei hellhäutige Wale am stärksten gefährdet, Blauwale kriegen also schneller einen Sonnenbrand als Pottwale oder die dunkelhäutigen Finnwale. Die Biologen haben außerdem festgestellt, dass die Hautschäden durch Sonnenbrand bei den Walen zunehmen. Bei den Blauwalen haben sich am Ende der Beobachtungszeit dreimal so viele Sonnenbrand-Blasen gebildet wie zu Beginn, und es gab doppelt so viele Zellschäden. Und obwohl Pottwale eine ziemlich dunkle Haut besitzen, treten bei ihnen besonders schlimme Schäden auf. Dafür haben die Wissenschaftler folgende Erklärung: Pottwale bleiben länger als andere Walarten zum Luftholen an der Wasseroberfläche.

Weil die Ozonschicht immer dünner wird, nimmt die UV-Strahlung auch weiterhin zu. Welche verheerenden Folgen das auf längere Sicht für Wale und andere im Meer lebende Säugetiere hat, lässt sich noch gar nicht absehen.

Tierischer Filmspaß

010110DOK403Heute ist es mal wieder an der Zeit für einen Filmtipp hier im Blog. Diesmal möchte ich meinen Lesern den Animationsfilm „Die Konferenz der Tiere“ ans Herz legen. Auch wenn er mit dem gleichnamigen Buch von Erich Kästner aus dem Jahr 1949 fast nichts mehr gemeinsam hat – der Film ist witzig und hat mich vor allem durch seine wunderbaren Bilder überzeugt.

Und darum geht es in dem Film: Die Tiere in der afrikanischen Savanne – Hauptpersonen sind das Erdmännchen Billy und der Löwe Sokrates –  wundern sich, dass plötzlich kein Wasser mehr da ist. Das einzige noch vorhandene Wasserloch haben die Büffel und Nashörner für sich vereinnahmt. Also begeben sich Billy und Sokrates auf Wassersuche. Dabei treffen sie auf den gallischen Hahn Charles. Der ist mit einer Eisbärin, einem Känguru, einem Tasmanischen Teufel und zwei Galapagos-Schildkröten unterwegs. Diese Tiere sind alle aus ihrer ursprünglichen Heimat nach Afrika geflohen.  Denn durch die schweren Umweltsünden der Menschen wurde überall die Natur zerstört. Im Okavango-Delta hoffen die Tiere jetzt auf ein besseres Leben.

Aber auch da hat der Mensch sein Unwesen getrieben. Ein Hotelier hat einen riesigen  Staudamm bauen lassen und verschwendet alles Wasser für ein Luxushotel. Ausgerechnet dort sollen sich Politiker versammeln, um eine Konferenz zum Umweltschutz zu veranstalten.  Die Tiere organisieren nun eine Gegenkonferenz, um sich zu wehren. Und gemeinsam sind sie nicht aufzuhalten – der tierische Filmspaß nimmt seinen Lauf. Es gibt jede Menge Action, trotzdem kommt das Thema Umwelt- und Naturschutz nicht zu kurz. Einfach amüsant!

Alles dreht sich heute um Schildkröten

urn:newsml:dpa.com:20090101:100512-99-02002Dreimal dürfen Sie raten: Welchen Tag haben wir heute? Den 23. Mai – ja, stimmt. Sonntag – ja, klar. Pfingstonntag – auch das ist richtig. Das hier ist aber ein Tier-Blog, und deshalb lautet die Antwort, die ich eigentlich hören wollte: Heute ist Weltschildkrötentag.

Im Jahr 2000 wurde dieser Tag („World Turtle Day“) eingeführt, und zwar auf Initiative der US-amerikanischen Organisation American Tortoise Rescue; ausgerufen wurde er von der Humane Society of the United States. Der Tag soll zum besseren Schutz von Schildkröten führen. Denn diese Tiere werden immer noch gejagt – sei es wegen ihres schönen Panzers, wegen ihres begehrten Fleisches (ich sage nur: Schildkrötensuppe) oder weil sie als Haustiere eingefangen werden.

Es gibt heute die verschiedensten Aktionen aus Anlass dieses Tages. So werden Schildkröten bekocht – statt verkocht zu werden (mehr darüber hier). Eher satirisch ist der Aufruf zu verstehen, sich schnell eine Schiildkröte zu kaufen und dann zur Feier des Tages in den Suppentopf wandern zu lassen (mehr darüber hier). Oder noch ein nettes Beispiel: Kinder können sich bei einem online-Spiel als Schildkröten-Retter betätigen (Infos hier).

Mich persönlich nervt es eigentlich, dass heutzutage fast schon jeder Tag ein „Motto-Tag“ ist . Eine ganze Reihe von Gedenk- bzw. Aktionstagen könnte man meiner Meinung nach abschaffen, zum Beispiel den internationalen Frauentag am 8. März. Den finde ich längst überholt, so wichtig er früher einmal gewesen sein mag.
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Meeressäugetiere in Gefahr

Die Ölpest im Golf von Mexiko erreicht neue Dimensionen: Während an der Wasseroberfläche vergleichsweise wenig von dem unaufhörlich sprudelnden Erdöl treibt, gibt es in den Tiefen des Ozeans erschreckende Mengen davon. Riesige Ölschwaden wurden dort entdeckt, in bisher nicht gekanntem Ausmaß: Bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und 100 Meter hoch.

Gulf Oil SpillDiese Schwaden haben verheerende Auswirkungen für die im Meer lebenden Tiere: Der Sauerstoffgehalt in ihrer Nähe liegt ungefähr ein Drittel unter dem Normalwert. Möglicherweise ist das darauf zurückzuführen, dass Chemikalien verwendet wurden, die das Öl unter Wasser zersetzen. So gelangt es zwar nicht – oder nur in geringen Mengen – an die Oberfläche, richtet aber weiter unten schlimme Schäden an.

Für die Seevögel, die normalerweise unter einer Ölpest am meisten zu leiden haben, ist das zumindest im Augenblick günstig. Doch die im Meer lebenden Tiere sind nun extrem gefährdet. Auch Säugetiere wie Delfine, Seekühe, Wale, Robben oder Otter – Tiere, die wir Menschen besonders lieben – schweben nun in Lebensgefahr. Kommen sie mit dem Öl in Kontakt, können sie ersticken, außerdem drohen ihnen Vergiftung, Unterkühlung und Hungertod.
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Seevögel sterben qualvoll

Viel ist in den letzten Tagen berichtet worden über die Ölpest im Golf von Mexiko. Noch immer ist es nicht gelungen, das ins Meer sprudelnde Öl einzudämmen. Die Umweltkatastrophe nimmt munter ihren Lauf – mit verheerenden Folgen für die im Meer bzw. an den Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama lebenden Tiere.

oelvogel_2Was Tier- und Umweltschützer dagegen tun können, ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Für die ölverschmierten Vögel in den Küstengebieten gibt es kaum Aussicht auf Rettung. Denn es geht nicht nur darum, ihr verklebtes Gefieder mit Chemikalien zu reinigen. Vielmehr haben die meisten von ihnen auch Öl geschluckt – eine tödliche Bedrohung für die Tiere: Es gelangt nämlich in Leber und Nieren. Die Vögel gehen oft jämmerlich draußen auf dem Meer zugrunde, bevor ihnen irgendjemand helfen kann.

Das Unglück mit der Bohrinsel kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn im Mississippi-Delta sind derzeit Pelikane, Austernfischer und Möwen mitten in der Brutsaison. Wenn die Ölpest nun herankommt, bedeutet das auch für diese Vögel eine akute Gefahr.

Von Ölkatastrophen in der Vergangenheit weiß man leider, dass nur ein ganz geringer Prozentsatz der Seevögel gerettet werden konnten. Mitarbeiter von Schutzstationen kämpfen zwar verzeifelt um jedes einzelne Tierleben, müssen aber leider zugeben, dass die wenigsten wieder gesund in die Freiheit entlassen werden können. Die überwiegende Mehrheit stirbt einen grauenvollen Tod.