Affen auf der Flucht

Das Beispiel der Nürnberger Geparden, die immer mal wieder ausbüchsen, macht offenkundig Schule: Eine Schimpansen-Fünferbande hat kürzlich in Hannover das Weite gesucht. Einer rannte versehentlich ein kleines Mädchen um, das sich eine Kopfwunde zuzog.  Ein anderer war weniger rüde: Er umarmte sogar einen Besucher. Sonst kam es jedoch kaum zu Zwischenfällen. Allerdings musste der Zoo evakuiert werden, und rund 60 Polizeibeamte waren im Einsatz, um das Gelände zu sichern.

Richtig Spaß am Ausflug hatte jedoch offenkundig nur Maxi, 48-jähriger Oldie und Chef der Affengruppe. Es dauerte mehr als eine Stunde, ihn wieder in sein Gehege zurückzulocken. Die anderen hatten ihren Ausflug zum Teil schon nach einer Viertelstunde freiwillig beendet. Dieser war überhaupt nur möglich geworden, weil ein Ast ins Außengehege der Affenanlage geragt hatte, an dem sich die Schimpansen heraushangeln konnten.

Hunde sind die besseren Wäscheschleudern

Gut, Hunde sind keine klassischen Tiergarten-Bewohner und passen nicht so recht in dieses Blog. Dennoch soll den geneigten Tierfreunden eine besonders schöne Meldung nicht vorenthalten werden. Hunde benötigen nach einem Bad weniger als eine Sekunde, um sich die Hälfte des Wassers aus ihrem nassen Fell zu schütteln. Damit, so die wissenschaftliche Erkenntnis, sind sie effektiver als jede Wäscheschleuder. Das berichtet das Magazin „National Geographic Deutschland“ in seiner Oktoberausgabe. Und: Je flauschiger das Fell, desto besser klappt es mit dem Wasserspritzen. Der Trocknungsmechanismus mit schnellen Drehbewegungen lässt sich bei vielen Tierarten beobachten. Der Grund: Ein nasses Fell bedeutet mehr Gewicht und ist daher hinderlich, wenn man Beute jagen oder vor Feinden fliehen will.

Während Hunde also von der schnellen Sorte sind, gelten Schnecken als Symbol für Ruhe und Langsamkeit. Wissenschaftler sind nun der Frage nachgegangen, wie schnell das sprichwörtliche Schneckentempo ist – und haben festgestellt, dass das von Schnecke zu Schnecke sehr unterschiedlich ist. Die Bernsteinschnecke schafft nur zwei Zentimeter pro Minute, die Weinbergschnecke dagegen immerhin 7,2 Zentimeter. Manche Nacktschneckenarten „rasen“ dagegen förmlich durch die Gegend und kommen auf elf Zentimeter pro Minute. Noch schneller sind die Wasserschnecken, sagt der Schneckenforscher Gerhard Haszprunar. Wie lange Schnecken brauchen, um sich trocken zu schütteln, erklärt uns der Wissenschaftler leider nicht.

Flocke bleibt noch etwas länger

Asche über mein Haupt: Die Urlaubsvertretungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Erst lassen sie sich mit ihrem Beitrag einige Tage Zeit, und dann kommen sie zu allem Überfluss auch noch mit einer schlechten  Nachricht daher: Die Tiergartenpreise werden nämlich ab dem 1. April 2010 erhöht. Ein Erwachsener zahlt künftig 9 Euro statt bisher 8,50 Euro, für Kinder bis 13 steigt der Preis von 4,20 auf 4,50 Euro. Auch Nürnberg-Pass-Besitzer müssen künftig mehr berappen: Bei den Erwachsenen geht der Preis von 3,70 auf 4 Euro hoch, bei Kindern von 2 auf 2,20 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene mit Kindern kostet künftig 21 statt bisher 20 Euro.
Aber ein kleines Trostpflaster habe ich auch noch: Flockes Abschied verschiebt sich noch weiter nach hinten. Von der ursprünglichen Planung her hätte die Eisbärin ja schon im Januar nach Südfrankreich umziehen sollen, dann hieß es Mitte Februar, später war von Anfang März die Rede. Jetzt werden  Flocke und ihr Gefährte Rasputin doch noch etwas länger am Schmausenbuck bleiben.
„Mitte März wird es auf jeden Fall“, sagte Tiergarten-Chef Dag Encke der Nürnberger Zeitung. Der Bau der neuen Meerwasser-Anlage in Antibes habe sich wegen des harten Winters verzögert. Während sich die Besucher freuen, sitzt  die Tiergarten-Leitung nun aber inzwischen etwas auf heißen Kohlen. „Die Deckzeit wird immer knapper“, sagt Encke. Sobald Flocke und Rasputin in Richtung Frankreich unterwegs sind, will der Tiergarten bekanntlich Felix zurückholen. Bis Ende April könnte der derzeit in Aalborg (Dänemark) lebende Papa Flockes gemeinsam mit Vera wieder für Nachwuchs sorgen.
Immerhin müssen sich Felix und Vera nicht lange aneinander gewöhnen. Die beiden sind ja schon ein eingespieltes Paar.

Seelöwen starten in eine neue Generation

Ute-Wolf-Urlaube waren für den Tiergarten nicht selten ein böses Omen: Oft gab es ausgerechnet in jenen Wochen, in denen die zuständige NZ-Redakteurin nicht im Einsatz war, am Schmausenbuck regelrechte Tier-Tragödien.  Erinnert sei an tote Delfinbabys und gemeuchelte Kleine Pandas. 

Diesmal aber kommt Utes Urlaub zum Trotz frohe Kunde aus dem Tiergarten: Wie schon im Vorjahr gibt es bei den Kalifornischen Seelöwen nämlich fünffachen Nachwuchs. Fünf verschiedene Mütter kümmern sich um die Babys. Bei den Vätern ist die Situation etwas überschaubarer: Vier der Jungtiere gehen auf das Konto von Patrick, dem mit 22 Jahren für Seelöwenverhältnisse schon sehr betagten, aber eben immer noch rüstigen Chef im Aqua-Park. Der 19-jährige Mike, der im Delfinarium lebt, ist der Vater des fünften Sprösslings.  

Bei den Seelöwen klappt die Zucht in Nürnberg ausgesprochen gut, schon seit neun Jahren ist kein totes Jungtier mehr zu beklagen. Der Tiergarten hält seit 1956 Seelöwen, 1961 gab es die erste geglückte Aufzucht. 1973 dann wurde Kali geboren – der Urahn eines ganzen Seelöwengeschlechts, das nun mit Blue, der Tochter von Hannah und Patrick, in seine sechste Generation geht.

Blue darf deswegen auch im Tiergarten bleiben, die anderen Tiere werden in der Regel nach einem Jahr, wenn sie selbstständig sind, abgegeben. So bevölkern Nürnberger Seelöwen Zoos in Holland, Ungarn, Israel und sogar Hongkong sowie Japan. Weitere schöne Bilder findet ihr hier 

Muntjaks müssen Kleinen Pandas Platz machen


Diejenigen, die meine Blog-Beiträge regelmäßig und schon länger lesen, werden sich erinnern: Vergangenes Jahr, im Februar, meuchelten die Muntjaks im Nürnberger Tiergarten die beiden Kleinen Pandas, die auch Katzenbären genannt werden (siehe Bild rechts). Wer sich nicht erinnert oder damals noch nicht zu meinen Lesern gehörte: Hier könnt Ihr/können Sie das Ganze noch mal verinnerlichen.
Seitdem gibt es im Tiergarten keine Kleinen Pandas mehr. Das soll in diesem Jahr anders werden: Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms EEP ist dem Tiergarten ein Kleine-Panda-Pärchen zugesagt worden. Im Frühjahr soll es nach Nürnberg kommen. Und es soll das Gehege bekommen, das die Katzenbären auch bisher bewohnt haben.
Allerdings: Die Muntjaks müssen dann weichen bzw. in eine andere Anlage am Schmausenbuck umziehen. Denn obwohl in allen möglichen europäischen Zoos beide Tierarten erfolgreich vergesellschaftet wurden und in einer „Wohngemeinschaft“ zusammenleben, will die Tiergartenleitung in Nürnberg „entgegen unserer biologischen Überzeugung“ beide Arten künftig getrennt halten.
Warum? – Weil man Angst vor bestimmten Medien hat. Im vergangenen Jahr gab es nach dem Katzenbär-Drama nämlich Pressestimmen – und auch einige so genannte Tierschützer meldeten sich zu Wort -, die der Zooleitung Unfähigkeit vorwarfen, weil sie die beiden Arten gemeinsam in einer Anlage hielt.

Flockes Spielgefährte heißt Rasputin

Endlich ist er nicht mehr namenlos: Flockes neuer Spielgefährte aus Moskau heißt Rasputin. Für diesen Namen hat sich jetzt der Zoo in Madrid entschieden, wo der junge Eisbär im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) hinsoll, wenn dort die Eisbären-Anlage fertiggestellt ist.

Rasputin? Ob das passt? Meine Kollegen in der Lokalredaktion der Nürnberger Zeitung waren nicht besonders begeistert. Rasputin war ein russischer Wanderprediger, dem hellseherische Kräfte und verblüffende Erfolge als Wunderheiler nachgesagt werden. Und dann kennen wir ja noch das Lied von Boney M. „Ra Ra Rasputin, lover of the Russian queen“ und „Russia´s greatest love machine“ heißt es dort im Refrain. Ob das auch auf diesen Eisbären zutrifft, wird Flocke wohl kaum ausprobieren können. Denn bevor er geschlechtsreif wird, soll Rasputin den Nürnberger Tiergarten ja längst verlassen haben und in Madrid sein.

Aber voraussichtlich für ein Jahr soll Rasputin Flocke als Kompagnon erhalten bleiben. Und wie es jetzt aussieht, ist jeder Tag, den die beiden zusammen verbringen und spielen dürfen, für Flocke ein Gewinn.

Hitparade der komischen Tiere

Neulich nahm ich im Tiergarten bei einer Führung zum ersten Mal bewusst die Helmhokkos war, die auf ihrem Kopf einen hornartigen Helm tragen. Und kurz darauf sah ich des Nachts gleich nochmal einen Vogel mit einbetoniertem Schutzhelm: Der Helmkasuar, der aber zur Gattung der Laufvögel zählt (er ist der drittgrößte) und nicht mit dem Helmhokko (das sind Hühnervögel) verwandt ist.

Nun ist mir der Helmkasuar trotz der nächtlichen Stunde nicht im Traum erschienen, sondern in einer äußerst amüsanten Sendung, die im Nachrichten- und Dokumentationskanal Phoenix lief. Darin wurde eine Hitparade der zehn merkwürdigsten Tiere aufgestellt. Für den Helmkasuar reichte es dank seines merkwürdigen Kopfschmucks zu Rang sechs. Der Helm dient ihm vermutlich zum Schutz, wenn er durchs Unterholz wetzt. Der männliche Nasenaffe trägt seinen riesigen Zinken dagegen zum Eindruck-Schinden beim weiblichen Geschlecht. Damit belegte er Rang zehn.

Die Stielaugenfliege landete wegen ihrer ausgelagerten „Glotzer“ auf Rang neun. Das Faultier, das entweder schwimmt oder platt vom Baum hängt und alle Organe verkehrt herum hat, belegte den achten Platz. Platz sieben ging an die Fliegenden Fische, die ihre Brustflosse zur Tragfläche zweckentfremden und dann aus dem Wasser davonflattern können. Vom sechstplatzierten Helmkasuar war schon die Rede.

Und weiter im Countdown: Platz fünf ging an den Pfeilschwanzkrebs, Platz vier an den seltenen Titicaca-Frosch. Dritter wurde das Fingertier aus Madagaskar, das mit Fuchsschwanz, Fledermausohren und Nagetierkopf wie eine „Ansammlung übriggebliebener Körperteile anderer Tiere“ (so der Sprecher in der Sendung) wirkt.  Und auf Rang zwei landete das Schnabeltier, das wie ein tiefer gelegter Biber aussieht. Den Sieger verrate ich im nächsten Blog-Beitrag!

Originelle Werbung für den Klimaschutz

Werbung für Flocke und den Klimaschutz: Wir erinnern uns an die wenig originellen Plakate, die sich man sich bei der Metropolregion Nürnberg zu diesen Themen hat einfallen lassen. Auf den Spruch „Knut war gestern“ hatten nicht nur Tierfreunde sauer reagiert.

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Dass es auch anders geht, zeigt diese Idee der New Yorker U-Bahn. Die macht mit einer witzigen, fast schon künstlerischen Aktion über U-Bahn-Lüftungsschächten geschickt gleich doppelt Werbung: für den Klimaschutz und dafür, dass möglichst viele Leute das Auto stehen lassen und U-Bahn fahren.

In der Arktis gibts kein Milchfläschchen

Kürzlich lief in der ARD eine Dokumentation über Eisbärenkinder in ihrem natürlichen Lebensraum, der Arktis. Wenn man im Kopf noch jene Bilder aus den ersten Monaten dieses Jahres hat, als Flocke in eine Babydecke gehüllt von „Maußi“ und Co. das Fläschchen bekommt und zufrieden gurrt, dann ist der Kontrast schon groß – der Film zeigte, wie hart das Leben für kleine Eisbären in ihrer unwirtlichen natürlichen Umgebung vom ersten Tag an ist.

Die Eisbärenmutter aus der Dokumentation hatte gleich dreifachen Nachwuchs; Drillinge sind bei Eisbären eher selten, und es ist schwierig,  alle drei durchzubringen. Deswegen ließ die Mutter das Recht des Stärkeren zu und half dem Kleinsten und Schwächsten ihrer Jungbären auch nicht, als ihn die beiden anderen immer von den Zitzen wegdrängten. Die Folge: Der Kleinste bekam zu wenig Milch und starb. 

Freilich beschützen Eisbärinnen ihren Nachwuchs bei Bedrohungen auch: Die Eisbärin half einem ihrer Kleinen aus einer Höhle, in die er gefallen war, heraus; und eine andere Eisbärenmutter verscheuchte einen Artgenossen, der sich ihr und ihrem Nachwuchs bedrohlich näherte. Ihre beiden Jungen versteckten sich dabei förmlich hinter ihr – dabei waren die beiden Brüder schon zwei Jahre alt und fast genauso groß wie die Mutter.

Es war jedenfalls eine spannende, leider nur 45-minütige  Dokumentation mit wunderbaren Nahaufnahmen – auch von Walrössern, Ringelrobben und Eishaien. Und der Film hat die Neugierde geweckt: Es wäre schon schön, wenn Tiergarten-Eisbärin Vera beim nächsten Mal  (vielleicht hat es ja wieder geklappt, als Felix im Februar ein Gastspiel gab) mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs bliebe. Auch wenn wir dann auf die Bilder mit „Maußi“, dem Fläschchen und der Babydecke verzichten müssten.

  

Warum tötete Vilma ihre Babys?

Wer die Geschehnisse im Tiergarten aufmerksam verfolgt, kann sich bestimmt noch erinnern: Anfang dieses Jahres hat Eisbärin Vilma in der Wurfbox ihre beiden Babys getötet und wahrscheinlich gefressen. Es konnte nicht geklärt werden, warum sie das tat, denn von den Jungen wurden keine Überreste mehr gefunden.

Wer weiß – vielleicht war so eine kleine Ursache wie auf folgendem Video der Auslöser für die Tragödie: Die Bärenmutter – in diesem Fall ein Pandabär – erschrickt furchtbar, weil ihr Kleines niest.

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